Stellenschlüssel in Wohngruppen der außerklinischen Intensivpflege

Dieses Thema im Forum "Außerklinische Intensivpflege" wurde erstellt von KeineAhnungVonNix, 19.07.2011.

  1. KeineAhnungVonNix

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    Möchte mich mal über die vorgeschriebene Personalstärke in Wohngruppen der Außerklinischen Intensivpflege erkundigen.
    Gibt ja Wohngruppen, in denen 5 - 6 Patienten von 2 - 3 Pflegekräften versorgt werden, der Pflegedienst hat aber mit den Kassen Einzelversorgungsverträge abgeschlossen, Vergütung ca. 27,-- €/Std. Würde eine Schlüssel von 1:1 bedeuten.
    Ein Einzelfall ist mir bekannt, in dem ein ND 4 - 5 Patienten alleine zu versorgen hatte, ein Beatmungsgerät eines Patienten fiel zu Boden, war defekt und gab keinen Alarm - Patient Tot. Wird gerade von den Strafverfolgungsbehörden ermittelt.

    - Wer übernimmt da die Verantwortung ?
    - Wer kontrolliert die Dienstpläne ?
    - Wieso spielen die Kassen da mit?
     
  2. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    Wenn 1:1 Versorgung vereinbart ist, dann muss auch eine Pflegekraft für jeden Patienten vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall, wäre dies Leistungsbetrug.
    Die Haftungsfrage ist da schon etwas komplizierter. Zum ersten wäre wohl der Dienstplanersteller heranzuziehen aber, der DP muss ja immer von der zuständigen PDL abgesegnet werden, die dann auch dafür verantwortlich ist, dass alle Dienste gemäß den Vereinbarungen abgesichert sind. Auch die Pflegefachkraft die in diesem Dienst dort gearbeitet hat, dürft nicht ungeschoren davon kommen, weil sie ja scheinbar mit der Arbeit überlastet war und dann verpflichtet ist, dies an zuständiger Stelle (PDL) zu melden.
    Wenn ein Beatmungsgerät herunterfällt und keinen Alarm auslöst, wird es da auch mächtig Ärger geben: 1. Warum gab es keinen Alarm aus (wer hat da was verstellt, falsch eingestellt oder nicht gecheckt, das was nicht funktioniert?- Stichwort: Gerätecheck zu Dienstbeginn)? 2. Wieso konnte es überhaupt herunterfallen (Fahrlässigkeit)? 3. Wieso hatte der Pat. keinen Notruf am Bett bzw. wenn er nicht mehr selbst in der Lage war, diesen auszulösen, hätte die Pflegekraft a) entweder das Zimmer gar nicht verlassen dürfen oder b) sie hätte ein mobiles Überwachungsgerät (man kann Beatmungsparameter auch auf Handy schalten und spätestens bei SPO²-Abfall, hätte es dann einen Alarm gegeben) haben müssen.

    Warum die Krankenkassen sowas dulden? Weil sie es meist ersteinmal gar nicht bemerken.
    Das ist wie in der ambulanten Pfelge, wo auch zig PD's Leistungsbetrug betreiben, aber nur ein geringer Prozentsatz belangt wird, weil es einfach nicht bemerkt wird, oder aber wie ich es auch schon erlebt habe, es wird einfach geduldet obwohl es bekannt ist bzw. sogar eine Anzeige vorliegt. (Auch die Personaldecke in vielen KK's ist sehr dünn gesäht)
     
  3. Bubenmama

    Bubenmama Senior-Mitglied

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    Hallo!
    Wir sind eine Wohngruppe mit 5 Beatmungspatienten.
    Stellenschlüssen ist so, das die Dienste mit 2 Krankenschwestern Td und auch im ND abgedeckt werden, vormittags ist noch eine KPH da. PDL und Stellvertertung sind innerhalb von 5 Min im Haus, wenn akut etwas ist.
     
  4. muhaha

    muhaha Newbie

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    hallo,wir sind auch eine wohnguppe
    zur zeit mit 5Patienten,drei davon beatmet
    fahren ein 3schichtsystem was pro schicht mit 2Krankenschwestern,oder einer plus hilfskraft abgedeckt wird
    pdl und chefin sind meistens auch im haus
     
  5. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    Da seid ihr aber gut besetzt, ich hatte vor kurzem ein Vorstellungsgespräch, wo mir gesagt wurde, das bei zwei beatmeten Patienten im Tagdienst (12h-Dienste) eine Fachkraft und eine Helferin eingesetzt werden und im Nachtdienst eine Fachraft alleine ist.
    Es soll wohl noch ein dritter Beatmingspatient hinzukommen, wo sich an der Besetzung im Tagdienst nichts ändert und im ND dann noch eine Hilfskraft dazu kommt.
    War mir alles bisschen komisch da. Als ich nach Geräteeinweisung und Einarbeitung fragte, wurde ich erst mal schief angeschaut und bekam zur Antwort, dass ich dch examiniert sei, man dann vorrausetzen könne, dass ich mein Handwerk beherrsche.
    Bei solchen Leuten fällt einem echt nichts mehr ein und die Patienten tun mir da wirklich leid, falls es tatsächlich Kollegen gibt die volkommen ohne Einarbeitung und Geräteeinweisung arbeiten.
    Ich hab zwar viel Erfahrung in der Heimbeatmung, aber alle Beatmungsgeräte kenne ich auch nicht und jeder Patient ist doch auch anders ...
     
  6. Neugierige

    Neugierige Newbie

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    Huhu...
    aaaalso...
    der Trend ist dahingehend, das der Personalbedarf kundenorientiert zu ermitteln ist. Bedeutet, das es große Spannbreiten von 1:1 bis 1:6 geben sollte, immer abhänging von Pflege-Versorgungsbedarf UND Mobilitätsfaktor. Das Ganze bedeutet, das es fein abgestimmte Modelle geben und Besetzungen individuell auf die dort lebenden Menschen abgestimmt werden soll... empfehlen die, die zu den Gremien gehören, welche derartige Leitlinien, Empfehlungen ... erstellen oder an ihnen mitwirken.:klatschspring:

    Ich arbeite selber in dem Bereich und ich möchte sagen, ja... so fühlt es sich gut an und es gefällt mir!

    Außerdem wird es dazu führen, das Wohngruppen-Versorgungen nicht unbedingt zu "Massenversorgungen" mutieren.

    Wenn man bedenkt, das eine Wohngruppe von 3 - 12 Personen umfassen kann... 12 beatmete Menschen, die sich zusammentun, um miteinander zu leben und sich dann alle gemeinsam von dem einen PD versorgen lassen...:sdreiertanzs:

    Und... die Finazierung einer jeden einzelnen Versorgung in einer Wohngruppe ist ganz bestimmt nicht so hoch wie eine 1:1 Versorgung... ganz bestimmt NICHT!:deal:

    Allen einen schönen restlichen Sonntag und viel liebe Grüße aus dem Norden der Republik
    von der neugierigen
     
  7. Lillii

    Lillii Poweruser

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    Ich kenn mich mit sowas nicht sooo gut aus. Allerdings falls eine KK für einen Pat pro stunde 27 Euro bezahlt, musst du bedenken:

    - Es muss auch Pflegepersonal bezahlt werden, dass im fFrei ist
    - Es muss auch Pflegepersonal bezahlt werden, dass im Urlaub ist
    - Es muss auch die PDL bezahlt werden
    - Es muss auch die Unterkunft bezahlt werden
    - Es müssen auch die Materialien bezahlt werden

    - Und du kostest deinen AG auch mehr wie 27 Euro / Stunde (ich habs nich tnachgerechnet, bin mir aber zieeemlich sicher)

    Dann bleiben von den 27 Euro auch nicht viel mehr übrig... oder? :-)
     
  8. Neugierige

    Neugierige Newbie

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    und noch dazu:

    Materialien zahlt die Kasse (meist globale Verträge zwischen Leistungserbringer für Medicalprodukte für der Kasse des entsprechenden Patienten),
    Desinfektionsmittel aller Art, Handschuhe etc.zahlt der Pflegedienst
    dann kommen noch Fahrten und Zeiten für Pflegevisiten, Kundenbetreuung, Akquise, Verwaltung inkl. Erstellung deiner Lohnabrechnung, Gespräche, die mit Dir geführt werden, Supervisionen, Ersatzpersonal für Ausfallzeiten - teilweise freiberufliche Mitarbeiter, Personalvermittlungen... und so weiter, und so weiter...
    Und... 27€ für eine Stunde in einer Wohngruppe gibt es nicht. Die Sätze werden immer mehr gedrückt und sind schon heute niedriger...

    LG und einen schönen Wochenstart für alle!
    die Neugierige :weissnix:
     
  9. Lillii

    Lillii Poweruser

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    Desinfektionsmittel, Handschuhe hab ich in Material zusammengefasst..
     
  10. Neugierige

    Neugierige Newbie

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    Moin, moin...
    das find ich gut. Ich dachte, Du meinst mehr die einzelnen Verbrauchsmaterialien pro Kunde wie Beatmungszubehör etc., denn das wird ja für jeden einzelnen Kunden extra bestellt ..., aber dann gehen wir ja "konform" ;)
     
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