Stellenplan

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Fearn, 18.11.2009.

  1. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Mir liegt eine Statistik für unsere Station vor aus 2009 ( der Dienstplan für Dezember ist geschrieben), die eigentlich geheim sein sollte.
    Man erzählt uns immer: Wir seien zuviel Personal und es müßten noch Stellen abgebaut werden.- Die SL sagt: sie wisse nicht wieviel Stellen uns zuständen.

    Ich zeig mal die Zahlen, die da stehen:

    Soll: 12,57 Stellen
    Stammpersonal: Januar 10,75
    Februar 10,27
    März 10,27
    April 11,02
    Mai 11,49
    Juni 10,82
    Juli 10,82
    August 11,92
    September 10,82
    Oktober 11,82
    November 11,82
    Dezember 11,82

    Für Überstunden gibt es eine Spalte, die aber leer geblieben ist, dabei haben einige Mitarbeiter schon auszahlen lassen, weil sie die Stunden nicht zurückerstattet bekommen können.

    Wir sind absichtlich unterbesetzt um Geld einzusparen.- Und die Mitarbeiter gehen langsam schon am " Krückstock" werden aber unter Druck gesetzt in dem erzählt wird,- Wir seien zuviele Mitarbeiter, es müssen weitere Stellen abgebaut werden. -
    Diese Statistik gibt mir sehr zu denken.
    Wir werden künstlich unterbesetzt, und das letzte wird aus uns herausgepreßt, wie aus einer Zitrone.
    Es gab auch schon Besprechungen mit der PDL, daß wir überlastet seien. AW: Wir würden uns nur einbilden, daß wir überlastet sind. Das wäre gar nicht real. Unsere SL ist Betriebsratsmitglied und unterstützt diese Personalpolitik. So sieht der Stellenplan aus nachdem man privatisiert wurde.
    liebe grüße fearn
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Da steht so explizit "Stammpersonal"

    Habt ihr noch Springer, bzw Personal aus dem Pool, was da nicht mit drin ist?
    Bei uns zB laufen 2 unserer TZ-Kräfte aus dem Pool mit. Die sind zwar "quasi" Stammpersonal, weil sie nur bei uns arbeiten, tauchen aber auf dem Dienstplan nur auf, wenn ich sie aus dem Pool für einen zeitraum hereinhole. Also KEIN Stammpersonal.
    Ist sicher bei uns auch niemandem bekannt...
     
  3. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Wir hatten von Januar bis Juli 0,33 Schüler/innen und In März / April 0,05 Aushilfen, kamen insgesamt auf eine Gesamtsumme ( Stammpersonal, Schülerinnen und Aushilfen) von 10,60 bis 11,29 höchtens. Darauf sind die nun besonders stolz.-
    Es fehlen also ca .zwischen 1,3 und 2 Stellen.

    Gibt es dafür Fleißkärtchen ( wenn aus dem Pool niemand abgerufen wird?)
    Also bei mir braucht keiner mehr anrufen, ob ich mein Frei unterbreche. Zudem ist dieses ständige Damoklesschwert, daß noch weitere Stellen abgebaut werden müssen höchstwarscheinlich total aus der Luft gegriffen und soll die Mitarbeiter unter Druck setzen.

    Aus dem Pool wird leider auch niemand angelernt, sodaß der überhaupt eine Hilfe sein könnte und daß man ihn einsetzen könnte. - Da die Fachabteilung sehr speziell ist, klappt das ohne Einarbeitung nicht besonders gut.- Dh. man kann eine Aushilfe aus dem Stegreif nicht unbedingt gebrauchen. Deshalb rufen die dann uns aus dem Frei und beantragen lieber die Überstunden auszubezahlen, die ja nirgendwo auftauchen in der Statistik. Demnach müßte ja mindestens eine Poolpflegekraft ständig mit im Dienst gewesen sein.-Ist es aber nicht!
    Liebe Grüße fearn
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich bin immer wieder verwundert, ob der Anforderung: ein Poolmensch muss eine Fachkraft auf Station erstezn können. Das ist der falche Ansatz.

    Poolkräfte können und sollen niemals Spezialisten ersetzen. Sie sind Generalisten und sollten als solche eingesetzt werden.

    Wenn Poolkräfte nämlich Spezis in vielen Abteilungen sind, kannst du bequem weiter reduzieren, da du jederzeit je nach Arbeitsanfall die Poolspezis einsetzen kannst.

    Um so etwas zu realisieren, brauchst du nur verlangen, dass 75% der Stationsspezis sich ebenfalls zur Poolspezis umschulen. Frag mal dich und deine Kollegen, wie ihr das finden würdet- so TopPflegekräfte in mehreren Bereichen zu sein?

    Elisabeth
     
  5. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Das ist immer eine der Drohungen, wenn wir nicht brav sind und widersprechen , dann werden wir in den Pool gesteckt...
    Das will natülich keiner und so kommt es, daß wir unter diesen Bedingungen weiterarbeiten, was natürlich gefährliche Pflege ist.

    Die Statistik und die Protokolle der Sitzungen in denen wir mit der PDL über die Überlastung besprochen haben, habe ich fein säuberlich abgeheftet.
    Sollte mal etwas passieren, so werde mich nicht scheuen ich beides einsetzen.

    Das mit den Poolschwestern klappt aus dem Stegreif nicht. Außer für die Grundpflege, die bei uns kaum anfällt können wir die nicht einsetzen. Es sei denn die waren schon mal auf diesem Fachgebiet.
    Liebe Grüße Fearn
     
  6. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Ich bin von so einer Poolschwester betreut worden,
    bei dieser Op, bei der ich angeblich 26 Tage stationär gelegen haben soll, weil man mich nicht aus dem Computer entlassen hat.

    Ich wurde abends ohne daß ein Arzt mich gesehen hätte entlassen. Der Stationsarzt war schon nachhause gegangen. Geplant war eine AMBULANTE Op in Vollnarkose.-" Beachten bräuchte ich gar nichts mehr. Der diensthabende Arzt sei bei einem Notfall, den könne sie nicht rufen." Die Op die besprochen wurde hat gar nicht stattgefunden, sondern eine ganz andere, aber das erfuhr ich auch erst aus dem Rechner.- Ich hatte explizit gefragt, ob ich nochmals wiederkommen müsse. Daraufhin sagte mir die Poolschwester, das sei nicht nötig mache alles der nachbehandelnde Arzt. Ich ging Freitags abends ohne Antibiotica und ohne Analgeticarezept, sollte aber beides 3 mal täglich haben.
    Daß der Stationsarzt mich vergessen hat, ist nicht ihre Schuld, aber sie hätte sich nicht weigern dürfen den diensthabenden Doc zu informieren bei der Entlassung.
    Im Entlaßbrief ( den ich 11 Monat später nun sah)steht: Ich sei mit reizfreier Wunde und bei Wohlbefinden entlassen worden. Mich hat überhaupt gar kein Arzt mehr angesehen. Der Op Bericht wurde an den Arzt geschickt, der nur konsiliarisch das NLG gemacht hatte, traf niemals bei meinem behandelnden Doc ein, weil die keine Aufnahmedaten erhoben haben. Die Poolschwester behauptete: Es gäbe keine Kurzarztbriefe mehr. Auch diese Auskunft war falsch.- So behandelte der Chirurg die geplante Op, dh. er stellte den Arm 6 Wochen lang ruhig, -Da aber die besprochene Op mit Vorverlegung des Nervens gar nicht stattgefunden hat, hätte ich den Arm bewegen dürfen. Nun habe ich Kontrakturen, - Zudem ist ein peripherer Nerv bei der Op verletzt worden, der nach 8 Monaten eigentlich regeneriert gewesen sein sollte. Das ist aber nicht der Fall. Der Neurologe der nach Monaten das Kontroll NLG gemacht hat, war der Ansicht, der Nerv wäre zurückgerutscht, dabei hatte der zu keinem Zeitpunkt woanders gelegen. Und ich hab mich immer gewundert, daß es da weh tat, wo der Nerv schon gar nicht mehr liegen sollte. Die Schnittführung und Größe ist für eine Neurolyse mit Vorverlegung ins Subcutane Bindegwebe.- Mein Chirurg hat diese Op auch nachbehandelt, denn alleine für diese Op mußte ich die Vollnarkose vorbereiten lassen und wurde um 2 Tage verschoben.-Eine einfache Neurolyse hätte Mittwochs stattfinden sollen. Hier sagte der Chefarzt aber, die käme für die Symptome und den Zustand der Hand nicht infrage.- Man disponierte um, bereitete die größere Op und die Vollnarkose vor. Deshalb mußten wir davon ausgehen, der Nerv wäre verlegt worden. Auch die Schnittführung entspricht dieser Operation.
    Ich bekomme nun 3 mal täglich Valoron N und
    Gabapentin gegen die Schmerzen der Kontrakturen und des verletzten Cutaneusnervs. ( für letzteres kann die Poolschwester nichts), aber ALLE anderen Informationen waren total falsch, die ich von ihr bekommen hatte, weil sie das warscheinlich alles gar nicht wissen konnte, wie das gehandhabt wird. Ich fragte 2 mal explizit:" Muß ich nicht nochmal wiederkommen?" ( unter Zeugen, die mich abgeholt haben) AW: " Nein, das ist nicht nötig, macht alles der Hausarzt." Ich hätte laut Brief spätestens nach 6 Wochen wieder aufschlagen müssen. Soviel zum Thema Poolschwestern/ Leiharbeiter.
    Es hatte auch keine richtige Aufnahme stattgefunden. Keiner wollte eine Notfalltelefonnummer, oder wissen ob ich Allergien habe( ich habe Allergien gegen Medikamente) und ich hab für die 4 1/2 Stunden Op auch keine ATS gehabt. Ich trage täglich ATS wegen einer Veneninsuffiienz. usw. Ich gehe in keine Klinik mehr in der Poolschwestern oder Leiharbeiter eingesetzt werden.
    Die Poolschwester kann da eigentlich auch nichts für, die wurde genauso verheizt wie ich.
    Eigentlich sollte nun tatsächlich eine Vorverlegung stattfinden, weil die Muskeln weiter atrophieren- in der Hand und nun zusätzlich im Bereich der Op-Narbe. ( wie der Chefarzt angekündigt hatte, wenn man nur die Neurolyse machen würde). Aber mal ehrlich,-an mir schneidet keiner mehr herum.
    Liebe Grüße Fearn
     
  7. renje

    renje Poweruser

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    Hallo fearn,

    verstehe jetzt nicht was das ganze mit Poolschwestern zu tun haben sollte.

    Schief gegangene OP, keine Arztbrief, keine Weiterbehandlungsempfehlung und empfohlene Wiedervorstellung. Bescheidenes Vorgespräch, anscheinend nicht vernünftig dokumentierte OP usw.


    Sollte das alles die GuK abfangen oder wie?

    das verstehe ich jetzt überhaupt nicht???

    Ich glaube da kann weder eine Pool. noch Stammschwester was machen, bei so einer besch... Organisation.

    Gruß renje
     
  8. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ähm, ihr solltet euch mal nicht an den Poolschwestern festbeißen. Das ist hier auch garnicht das Thema.
    Bei uns arbeiten bspw. 2 "Poolkräfte" nur bei uns auf Station! Der letzte Wechsel war vor 3 Jahren...
     
  9. Fearn

    Fearn Poweruser

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    liebe/r Renje!

    Genau in diesen Fragen liegt des Pudels Kern!

    Das sind ALLES Dinge, mit denen die "Pflege" nichts zu tun hat, für die sie nicht verantwortlich sind und das ist dann eben Pech, wenn keiner bescheid weiß.

    Es ist aber so, daß ich Dir als Stammpersonal die Abläufe genau sagen kann, wenn Du entlassen wirst.
    Ich bin informiert, wann welche Op nochmal einbestellt wird und auch, daß ich zur Entlassung auf jeden Fall den diensthabenden Doc rufe.-
    Ich bin informiert, daß die Klinik den Patienten bis zum nächsten Werktag mit seinen Medikamenten versorgen muß,- an dem der Patient zu seinem Doc gehen kann.- Dh. vor der Entlassung steht nocheinmal eine Instanz bei der man "richtige" und wertvolle Auskünfte bekommt und bei der es nicht heißt:" Wenn die das nicht anders organisieren, dann soll der Patient mal zusehen, wie der das geregelt bekommt.- Das Pflegepersonal ist nun mal die Institution, die den meißten Umgang mit den Patienten hat. -Also gehe ich als Patient davon aus, daß die Informationen die ich vom Pflegepersonal bei der Entlassung bekomme auch richtig sind. Daß es nicht heißt: Gehen Sie mal einfach nachhause und am Montag zu ihrem Doc, der wird das dann schon machen. Das läuft hier IMMER SO.-Es gibt hier schon lange keine Kurzarztbriefe mehr.
    Natürlich gibt es die, auch in dieser Klinik, wie ich im Nachhinein erfahren habe. Zur Entlassung hätte der diensthabende Arzt gerufen werden müssen,- alternativ hätte ich auf den warten können.- Ich hatte ja keine heißen Socken um nachhause zu kommen und hätte da auch geduldig noch etwa gesessen und gewartet.- So muß der Patient aber davon ausgehen, daß sei der Routineablauf, wie zb. nach einer Op beim Zahnarzt. Das war aber keine kleine Operation und keine " Spaziergang-OP."
    Ich würde niemals eine unserer Op´s nachhause gehen lassen, ohne daß der Doc den Augendruck kontrolliert hat und denen erzählen: "Gehen Sie mal am Montag zu ihrem Augenarzt." -Bis dahin ist der Sehnerv hinüber, auch wenn das nicht meine Aufgabe sein sollte soetwas zu wissen.
    Der diensthabende hätte zb. schon in den Computer schauen können um abzurufen, daß keine Vorverlegung stattgefunden hatte und der hätte mir zb. auch ein Rezept mitgeben können. Die Auskunft, daß es auf dieser Abteilung schon lange keine Kurzarztbriefe mehr gäbe ist eine Fehlinformation, wie ich später herausgefunden habe. Es geht da keiner ohne Begleitschreiben heim.-
    Wer bitte schön, sonst hätte das Vorgehen denn noch stoppen können, wenn nicht die Schwester, die ich angesprochen hatte, was dann jetzt mit mir passieren solle? Das war die Einzige, die den Dienstarzt hätte noch informieren können oder soll der Patient trommeln bis ein Doc zur Entlassung kommt? Natürlich kann man im Nachhinein sagen;- das sind alles Dinge, die von den Ärzten schlampig organisiert wurden.- Das träfe zu, wenn der Diensthabende erklärt hätte, er käme zur Entlassung nicht ich solle mal schon nachhause gehen.-
    Die Leute die auf den Abteilungen arbeiten, sollten schon eingreifen können, wenn etwas vergessen wurde oder zumindestens nachfragen und sie sollten auch wissen, daß etwas vergessen wurde, nicht annehmen, daß sei schon alles so okay.- Laß mal einfach laufen, wird schon nichts passieren. Einen Kurzarztbrief hätte der Arzt der die Nachbehandlung durchführte sicherlich lesen können.
    Die Poolschwestern benötigen ebenfalls eine Einarbeitungszeit oder aber ALLE Abläufe der Klinik müssen zwingend dieselben sein.
    Wird das Personal jedoch nach so einem Stellenplan organisiert. Ist dann eigentlich noch Zeit das Poolpersonal vernünftig anzulernen?
    Liebste Grüße fearn
     
  10. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Wenn ich mir die Statistik nun ansehe, dann lese ich da, daß zb.aus dem Pool gar keine Schwester abgerufen wurde.- Die hätte aber für 1,3-2 Stellen kontinuierlich da sein müssen. Schaue ich mir die lächerlichen 2 mal 0,05 an, dann sehe ich auf den ersten Blick, daß die auf keinen Fall eingearbeitet sein kann.
    Das System Pool funktioniert also nur, wenn man davon auch regen Gebrauch macht und nicht wenn man sich Fleißkärtchen verdient indem man kräftig Personal einspart und die Stellen unbesetzt läßt, wenn das schon eine eingeplante und feste Institution ist.
    Liebe Grüße Fearn
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    ... und indem man die Poolschwestern als solche einsetzt, als wie sie eingestetzt werden können. Wenn ich Fearn richtig verstanden habe, gibt es bei ihm kaum Arbeit für Generalisten. Demzufolge bringt die Nutzung des Pools wohl eher wenig für Fearns Abteilung.

    Einen Einsatz von über 3 Jahren im selben Bereich würde ich nicht mehr dem Poolsystem zuordnen. Hier handelt es sich wohl eher um eine "befristete" feste Zuordnung.
    Poolschwestern wandern relativ kurzfristig in einem größeren Beriech mit verschiedenen Fachrichtungen. Umso weniger Fachrichtungen umso höher die Möglichkeit spezielle fachorientierte Methoden zu erlernen und so ggf. einen Einsatz über die Generalistenposition hinaus vozunehmen.

    Die Probleme bei so einem Arbeitsmodell (Stamm+Poolergänzung) fangen doch schon da an, dass es keine einheitliche Dokumentation gibt. Das betrifft in unserem Haus zwar nur die ärztliche Doku- aber das reicht schon. Jede Station verfügt über eine stationseigene Kurve und die kann natürlich nicht vereinheitlicht werden.

    Elisabeth
     
  12. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Wir haben zwar einheitliche Kurven, die aber nicht einheitlich geführt werden können, sondern die auch fachspezifische Abweichungen haben.-

    Das wir in dieser Art mit Menschen und deren Schicksalen arbeiten ist typisch deutsch. Eine Metzgerei käme nicht auf die Idee, daß eine Verkäuferin aus der Boutique Fleischfachverkäuferin sein könnte.- Vor lauter Fortschritt wird vergessen, daß man mit Menschen arbeitet. Sogerne ich wie ein Pilot eine Maschine nach Bangkok fliegen möchte, die nächste nach New York, das läßt sich auf die medizinischen Fachgebiete nicht anwenden auch wenn wir die Patienten nun wie die Stewardessen behandeln und wenn wir nun gerne dem Hilton Konkurenz machen würden.
    Natürlich kann ich auch sofort auf einer internistischen Station arbeiten, und auch am nächsten Tag auf der Neurochirurgie. Leider unterscheiden sich die Fachgebiete derart, daß alle Feinheiten auf der Strecke bleiben müssen. Gibst Du mir ein Auto, fahre ich Dir ohne mit der Wimper zuzucken einen VW, einen Opel oder einen Mercedes. gerne auch nach Köln und am nächsten Tag nach Bayern. In einem Hotel, weiß ich, daß der Mensch Frühsück, Mittag, Abendessen benötigt und wie sein Bett oder Bad gemacht wird.
    Die Medizin jedoch macht Fortschritte und wenn ich auch bis vor einigen Jahren auf der Intensivstation gearbeitet habe, so heißt das nicht, daß ich heute alle Geräte und Standards kennen muß und dort sofort wieder alle Geräte bedienen könnte. Das muß man sich doch an 5 Fingern abzählen können. Zeig mir jemanden der ein Goldmanngesichtsfeld machen kann, oder einen Visus bestimmen kann, der eine Brille ausmessen kann von den anderen Abteilungen. Ich mache 30 Jahre lang Krankenpflege und da waren zb. Hebe-Senkeinläufe an der Tagesordnung. Natürlich kann ich soetwas immer noch.- ABER: Werden die überhaupt noch gemacht? Wer hat denn die Irrigatoren abgeschafft? Und wieso bekomme ich wenn es die angebich nicht mehr geben soll, letzte Woche eine ärztliche Anordnung dazu?

    Wenn man die Pflege auf einen Standard schrauben möchte, dann beginnt das bei den Anordnungen die die Ärzte geben müssen. Das passiert aber wieder mal nicht.- Ich komme mir langsam vor wie auf dem Übungsplatz. Alles nur halbgares Zeug, was uns serviert wird in der Pflege und die Patienten haben das auszubaden, während wir die Versuchskaninchen machen. Learning by Doing, ohne irgendeine durchdachte Vorplanung und ohne daß überhaupt ein Boden für solch eine " Truppenübung" geschaffen wurde. Ja, die anderen Länder in denen das schon lange passiert.- Vielleicht haben die anderen Länder in denen das passiert besser vorbereitet und besser geplant. - Vielleicht sind deren Leute die das einführen und umsetzen ja geschulter und fiter, als unsere die das nur nachahmen möchten. Man kommt sich vor, als sei das eine Karrikatur einer Klinik.-
    liebe Grüße Fearn
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Deswegen der Unterschied zwischen Generalisten und Spezialisten.

    Grundpflege ist überall gleich: gewaschen wird von oben nach unten; "Feinheiten" wie das Verhalten bei einer TEP sind schnell erklärt.

    Inkontinenzversorgung, Versorgung von ableitenden Systemen ist überall gleich.

    Essen wird überall überd en Mund angereicht. Die Apllikation von Sondenkost beherrschen Generalisten in der Regel auch.

    Anhand eines Medikamentenplanes kann jede Fachkraft die angeordneten Medis geben. Orale Medikamente werden überall über den Mund gegeben. Infusionen anhängen- da dürften die Systeme auch nicht allzu stark variieren. Blutentnahmen kann ein Generalist benfalls übernehmen, da der Venenverlauf wohl eher selten variiert von Fachbereich zu Fachbereich.

    Die einfache postoperative Wundversorgung bekommt der Generalist problemlos hin.

    Was er nicht beherrscht sind die Feinheiten der individuellen Stationsabläufe. Er kann nicht erkennen, ob die Ansetzung des Docs jetzt lege artis sind. usw.
    Dies alles sind auch nicht seine Aufgaben.

    Ich denke, dass Poolsystem scheitert an unserer Unfähigkeit einen Dienst zu planen und ganz gezielt Aufgaben zu delegieren. Wir sind es gewöhnt nach dem stationseigenen Schema zu arbeiten. Jeder kennt die Schwächen und Stärken des anderen und man ergänzt sich ohne Worte. Bei einem fremden Kollegen, den man bewusst mit einbeziehen muss in seine Überlegungen werden Schwächen sichtbar. Der Pollkollege kann nicht ergänzen. Er ist nur so gut wie sein "vorgesetzter" Spezialist ihn anleitet.

    Warum wird die Stammanschaft reduziert? Aus rein ökonomischen Gründen. Die Erlöse aus den DRGs geben nicht mehr her. Um wenigstens die Arbeitsspitzen abzufangen werden Poolleute angeboten.
    Es ist an uns, aus der Situation das Beste zu machen. Mehr Geld bringt das Zurückblicken in alte Zeiten nicht.
    Lange Zeit hat sich Pflege an dem Satz: kleine Brötchen backen festgehalten und damit jegliche Vorbereitung auf die jetzige Sitaution unterbunden. Und irgendwann bricht der Krug nun mal. Und dann muss man auch die Konsequenzen tragen für eine verfehlte Entwicklung.

    Und mal ganz nebenbei_ Pflege ist nicht die Amme vom Doc. Manchmal habe ich den Eindruck, früher wars die nachgetragene Kaffeetasse, heute ists der nachgetragene Anordnungsbogen.

    Elisabeth
     
  14. Fearn

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    Aber genau daran scheitert es im Moment.
    Die Ärzte kennen größtenteils ihre eigenen Standards nicht.-

    Daß kein Geld in den Kassen ist, erkenne ich an.- Es kann aber nicht sein, daß nur die Pflege sich bewegt, die Ärzte jedoch ihr eigenes Süppchen kochen und das System damit zu scheitern bringen.

    Das Problem bei den Poolschwestern ist, daß wir morgens zu zweit arbeiten, im Mittagsdienst, Spät und Nachtdienst alleine für 2 auseinanderliegende Stationen.- Und das bedeutete, daß überhaupt keiner da ist, der die Anleitung machen könnte.
    Die Poolschwester ist also auf sich selbst gestellt. Die Anweisungen müssen deshalb präzise vom Doc kommen. Das passiert nicht solange Ärzte die Fachschwester fragen müssen, was denn im Standard überhaupt steht. Auf diesen Aspekt hat die Pflege keinen Einfluß und hier sind die Planer und Leitungen gefordert sich mit den Doc´s auseinander zusetzen, wenn das System funktionieren soll. Es ist total richtig: Ich bin nicht die Amme der Ärzte.- Aber es kann auch nicht meine Aufgabe sein das abzuändern, sondern dies Gespräche müssen auf einer ganz anderen Ebene geführt werden, und das passiert eben nicht!
    Die Planer schieben diese Aufgabe und Verantwortung auf die Pflege ab und tun ihren Job damit nicht vernünftig, verlangen aber von der Pflege Flexibilität und überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, die sie selbst nicht erbringen. - Die Planer müssen sich mit der Ärzteschaft an einen Tisch setzen und die Grundlagen für eine Zusammenarbeit erarbeiten, sodaß die Ausführenden sozusagen "freie Bahn" haben und das System funktionieren kann.
    Aber wie sieht die Realität denn aus? Die zuständigen Oberärzte die ihre Assistenten anleiten sollten stehen bis 18-19 Uhr im Op, gehen dann in die Ambulanz und erscheinen dann 10 Minuten auf der Station. Die Assistenten sind auf sich selbst gestellt und haben wenn sie Glück haben einen "Altassistenten" dabei. Ansonsten rennen die planlos hinter der Schwester/dem Pfleger her und hängen einem am Rockzipfel in der Hoffnung, daß das Pflegepersonal sich auskennt. Natürlich ist das nicht mein Problem. Ich muß aber in diesem nicht funktionierendem System arbeiten oder noch schlimmer : ich muß da Patient sein.- ( ICH muss sowas für mein Ego überhaupt nicht haben,- es nutzt aber nichts,- Es liegt nicht in meiner Kompetenz das zu ändern.-UND die Leute die, die Kompetenz dafür haben, und für diese Aufgaben auch bezahlt werden, die interessiert das nicht. Die bekommen ihren Po nicht vom Bürostuhl hoch.
    Liebe Grüße Fearn
     
  15. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Nach 6 Monaten, wenn der Assistenzarzt den Ablauf kennt, dann wechselt er die Abteilung und dann bekommen wir den nächsten Anfänger, oftmals gleich 2 oder 3 aufeinmal. Die kommen alle und haben nie eine Anleitung erhalten. Paßt das Gesicht des Neuen, dem evtl. länger ( vielleicht schon 2 -3 Monate) auf der Abteilung eingesetzten Assistenten nicht, so erhält dieser überhaupt keine Hilfestellung und irrt blind durch die Gegend. Als Krankenschwester kann ich dem leitenden Oberarzt oder auch dem Chefarzt hundert mal sagen: " Sortieren Sie Ihr Personal." Das imprägniert den nicht.- Und von der Verwaltung kommt NICHTS, weil es ja nicht sein kann, daß die Ärzte vom Pflegepersonal in manchen Dingen angeleitet werden. Dazu sind die ja zu dumm.

    Natürlich ist das nicht mein Job. Ich könnte in der Zeit ja die Poolschwester anleiten. ABER die ist ja nicht da.- Oder nur 0,05 % innerhalb eines Jahres.
    WARUM ist die nicht da, wenn sie mit einberechnet wird in den Stellenplan?
    Wenn 20 % des Personals fehlen oder nicht eingesetzt werden. Dann heißt das unter dem Strich, daß 20 % der Patienten OHNE Pflege sind.-20 % von 32 Patienten, das sind in Zahlen ausgedrückt 6,4 Patienten, denen überhaupt keine Pflege zu kommen würde, wenn man nicht irgendwo massive Abstriche macht.

    Ach so ganz interessant ist, was passiert wenn man die Assistenzärzte mal nicht in den Stationsablauf anleitet. Das haben wir nämlich eingestellt.- Die kommen nun um halb 9 statt um 8, machen 3 Stunden Frühstückspause und 3 Stunden Mittagspause. Die Entlassungen sind um 15 Uhr noch auf der Station und die Aufnahmen türmen sich.
    Von den Oberärzten ist die Reaktion gleich Null.
     
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