Stellenbeschreibung eines Wundbeauftragten

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von spielemann, 10.05.2005.

  1. spielemann

    spielemann Senior-Mitglied

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    Hallo,
    gibt es bei euch eine Stellenbeschreibung für einen Wundbeauftragten oder Wundmanager?
    Ich meine eine Pflegekraft oder Altenpflegekraft, die in eurem Haus oder eurer Einrichtung für die Betreuung von Wunden hauptverantwortlich ist. Die sich evtl. um die Einführung neuer Produkte kümmert, Standards erstellt Fortbildungen macht, die Wundbehandlung mit dem Arzt abspricht?
    Wie ist die Stellung eurer Wundbeauftragten im Team, im Verhältnis zur PDL und im Verhältnis zum Arzt?
    Schon im Vorraus Danke für Antworten
    Grüsse
    Axel
     
  2. Trisha

    Trisha Poweruser

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  3. spielemann

    spielemann Senior-Mitglied

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    Danke Trisha,
    diesen Hinweis habe ich auch schon gefunden. Aber meist enthält eine Stellenbeschreibung ja von allen Punkten etwas. Vor allem geht eine Stellenbeschreibung auch auf das Unterstellungsverhältnis ein. Z.b. ist eine Wundbeauftragte eine Stabstelle, dann hat sie sehr viel mehr Kompetenzen, als wenn sie gleiche unter gleichen ist und "nur" mehr Verantwortung.
    Mich interessiert wie dies in anderen Einrichtungen aufgeteilt ist und wie es dort funktioniert.
    Grüsse
    Axel:gruebel:
     
  4. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo Axel,


    es gibt sehr wohl Krankenhäuser, die Wundbeauftragte haben und diese auch (manche auch nur z.T.) frei stellen. Es gibt in Deutschland keine Wundmanagementweiterbildung, durch die man als Wundbeauftragte mehr Handlungskompetenzen gewinnt, da diese alle nicht staatlich anerkannt sind. Deshalb bleibt auch ein(e) Wundbeauftragte(r) grundsätzlich, wie Du schreibst, "gleiche unter gleichen".
    Sie hat lediglich ein gesondertes oder - in den meisten Fällen - zusätzliches Aufgabengebiet.

    LG
    Trisha
     
  5. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Moin Trisha, Axel und andere,
    bis jetzt habe ich nur den Entwurf, aber vielleicht hilft er weiter oder kann als Arbeitsvorlage dienen, da er für den Amb.D. zugeschnitten ist.
    5.1.3. enthält die Stellenbeschreibung der "normalen KS"

    I. Aufgaben und Ziele der Position

    - Ergänzend zu 5.1.3.

    1. Überprüfung der fachgerechten Versorgung von Patienten mit akuten und chronischen Wunden

    2. Erkennen, Einschätzung und Beratung der Dekubitusgefährdung, Begutachtung und Beratung von ulcus cruris gefährdeten Patienten und Diabetiker



    II. Hauptaufgaben

    - Ergänzend zu 5.1.3.

    1. Überprüfung der Durchführung einer professionellen, geplanten und dokumentierten Wundversorgung

    2. Entwicklung von geeigneten Wundprotokollen und ständige Überprüfung der Führung dieser Protokolle

    3. Anleitung von MA im Bereich der modernen Wundversorgung

    4. Anleitung und Schulung von Schülern im Bereich der Wundversorgung, Wundheilung und Wundheilungsstörungen

    5. Anleitung und Beratung der Pflegekunden bzw. deren Angehörigen in Bezug auf Wundversorgung, Wundheilung und Wundheilungsstörungen

    6. Austausch der Kenntnisse mit kooperierenden Ärzten

    7. Innerbetriebliche Fortbildungen im Bereich Wundversorgung und Wundheilung

    8. Kontakt zu Vertretern und Anbietern der Produkte im Bereich Wundversorgung, Weitergabe der Kenntnisse über neue Produkte an MA und Ärzte

    9. Vorbereitung der Übergabe bzgl. der aktuellen Wundpatienten

    10. Archivierung und regelmäßige Überprüfung der Fotodokumentation, Überwachung der geforderten monatlichen Fotodokumentation bei ulcus cruris Patienten.

    III. Einzelaufgaben

    - Ergänzend zu 5.1.3.

    1. Ständige Fortbildung durch Fachliteratur, Nutzung von Kursangeboten und Schulungen

    2. Weitergabe der Erkenntnisse an MA in Form von innerbetrieblicher Schulung oder schriftlicher MA-Infos

    3. Weitergabe und Austausch der Erfahrungen und Kenntnisse mit Wundschwestern im ZAK

    4. Weitergabe der Erkenntnisse in aufbereiteter Form an behandelnde Ärzte, Erstellen von Info-Briefen

    5. Kontaktaufnahme mit Ärzten, Apothekern und Sanitätshäusern bzgl. geeigneter Wundversorgung

    6. Anlegen und Führung der Dokumentation bei Patienten nach Erstbegutachtung der Wunde

    7. Führen einer Übersicht des Wundheilungsverlaufs

    8. Führen einer Übersicht der aktuellen und entlassenen Wundpatienten

    9. Verwaltung des Materialbestands

    10. Kontrolle der für Wundinspektion benötigten Materialien inkl. sterile Instrumente

    11. Anlegen einer Box mit Material zur akuten Versorgung von Problemwunden

    12. Anlegen einer Box zur Begutachtung und Versorgung von Wunden während der Wundtour.



    IV. Persönliches Anforderungsprofil s. 5.1.3.



    V. Innerbetriebliche Kontakte s. 5.1.3.



    VI. Außerbetriebliche Kontakte

    - Ergänzend zu 5.1.3.

    1. Podologen, Ernährungsberater

    2. Vertreter der Pharmaprodukte

    3. Behandelnde Ärzte

    4. Kontakte zu anderen Wundmentoren, regelmäßiger Austausch mit Wundorganisationen

    5. Kontakt zu Zak-Mitgliedern in Bezug auf Wundversorgung

    VII. Befugnisse s. 5.1.3.

    VIII. Arbeitsplatz

    1. Wechselnd nach Einsatzplan

    2. gesonderter PC-Arbeitsplatz in den Geschäftsräumen

    IX. Arbeitszeit

    - Ergänzend zu 5.1.3.

    1. Wundtouren nach eigener Einschätzung und Dringlichkeit

    2. Begutachtung und Fotodokumentation von ulcus cruris Wunden mindestens 1 x mtl.

    X. Material

    - Ergänzend zu 5.1.3.

    1. Inspektionsbox, Digitalcamera, PC in den Geschäftsräumen
     
  6. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Liebe Britta,


    schöne Arbeit.

    Ich vermisse hier die hohe Relevanz der Ernährung in Bezug auf chronische Wunden, der Schmerztherapie, Selbstpflegemanagement und Assessmentinstrumente zur individuellen Risikoeinschätzung.

    Werden die Mitarbeiter nur zum Thema "Wundbehandlung und Wundheilung" geschult?

    Wie sieht eine Anleitung oder Beratung von Patienten und Angehörigen bei Euch genau aus und wie rechnet ihr die ab?

    Ich lese aus Deinen Aufgaben nur alles rund um Wundbehandlung, Wundheilungsverlauf und die dazugehörige Dokumentation heraus.

    Ich kann nur wiederholen: Wundmanagement ist mehr als das.

    LG
    Trisha
     
  7. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Danke für konstruktive Kritik

    Liebe Trisha,

    kannst 'mal sehen, wie gut es ist, etwas gegenlesen zu lassen.
    Wie geschrieben, handelt es sich hier um einen Entwurf und der ist ist ja noch ausbaufähig.

    Meiner Meinung nach hatte ich die Ernährung und "den Rest-Patienten", der an der Wunde dran ist, durch die Punkte Wundheilung, Wundheilungsstörung, Dekubitusrisiko eingeschlossen, weil es sich für mich daraus einfach ergibt.
    Schön zu hören, dass es nicht ausreichend erläutert ist; so habe ich die Möglichkeit, hier nachzuarbeiten.
    Wenn ich mich mit der Braden-Skala befasse, so befasse ich mich auch mit der Ernährung, dem Patienten in seinem Tagesverlauf (= Mobilisation) und seiner Hautpflege. In unserem Formblatt zur Wundvisite wird nach Ernährung, Schmerz, Medikamente allgemein gefragt und deckt viele Deiner Anmerkungen ab.

    Die Anleitung der PAt. und Angehörige : s. häusliche Krankenpflege-Richtlinien, hier: Anleitung bei der Behandlungspflege in der Häuslichkeit, bis zu 10 x Anleitung verordnungsfähig. Bei unseren Wundpatienten haben die Ärzte bislang die Versorgung durch den AmbPD in Zusammenarbeit mit den Praxen bevorzugt. Die Aufklärung der PAt. und deren Angehörige über Ernährung und Unterstützung der Wundheilung (z.B. die Wirkung von Kompressionstherapie, das der amputierte Vorfuß schlechter heilt, wenn die Dame meint, ohne Socken im offenen Schuh im Schnee herumzulaufen o.ä.) wird, wie alle Prophylaxen kostenlos durchgeführt. (s. hierzu auch die Richtlinien).

    Dass Wundmanagement mehr als Dokumentation und Wundauflage ist, ist unseren Schwestern selbstverständlich klar, das ergibt sich schon aus unserem Leitbild, denn auch den Hypertoniker und den Diabetiker und auch die Demente sehen wir nicht nur in ihrem speziellen Licht, daher erspare ich mir in unserer Stellenbeschreibung den Bezug auf die Ganzheitlichkeit. Das steht bei uns schon auf der ersten Seite.

    Was meinst Du mit Deiner Frage, ob die MA nur in Bezug auf Wundbehandlung und Wundheilung geschult werden?
     
  8. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo Britta,

    Wie Du selbst schon schreibst, "meiner Meinung nach" und "weil es sich für mich einfach daraus ergibt", zeigen schon, dass es eben für Dich so ist. Eine nicht im Wundmanagement geschulte Pflegekraft wird Dir nicht aus dem Stehgreif den Zusammenhang zwischen Ernährung und Wundheilung erläutern können. Klar geht z.B. aus der Braden-Skala hervor, dass Ernährung eine Rolle spielt, aber diese Skala ist eine reine Skala zur Erfassung des individuellen Dekubitusriskos, deswegen wird da auch nicht die Bedeutung der Ernährung hervor gehoben. Deswegen wage ich zu behaupten, die Wichtigkeit der Ernährung im Zusammenhang mit Wundheilung spielt bei Euch eine untergeordnete Rolle.
    Verwendet doch bei diesen Patienten eine Ernährungsskala. Erst daraus lässt sich ableiten, wie sich der Pat. ernährt. Die Wundheilung leidet grundsätzlich unter schlechter Ernährung!

    Ich finde "allgemein" ist zu wenig. Verwendet doch z.B. zur Schmerzerfassung eine visuelle Analogskala. Das ergibt ein genaues Ergebnis mit weniger Zeitaufwand, als wenn der Pat. nur nach Schmerzen gefragt wird, der er oft nicht zu erklären vermag. VAS gibt es auch für demente Pat. und funktioniert sehr gut. Und die Pat. fühlen sich gerade bei Schmerzen (!) ernst genommen, wenn man sie gezielter fragt als nur allgemein. Ein wichtiger Schritt zur besseren Zusammenarbeit zwischen PK und Pat..

    Anleitung und Beratung muss man ganz klar unterscheiden.
    Anleitung = strukturierte Vermittlung ergebisorientierter Fähigkeiten. Es geht um das Anleiten manueller Fähigkeiten, bspw. das Erlernen der s.c. Injektion. In Bezug auf Wundmanagement würde sich das Anleiten dann ganz klar auf das Wechseln des Wundverbandes beziehen.
    Beratung = die Beratung unterscheidet sich von allgemeinen Beratungskonzepten und alltäglichen Ratschlägen durch eine professionelle, theoriegestützte, pflegerische Perspektive und eine Lebenswelt- und Alltagsorientierung (die sich auf Selbstpflegehandlungen(!) und im weiteren Sinn auf Selbstpflegekompetenzen beziehen(!)). Ergo: Ratschläge und Tipps geben ist in keinem Fall eine Beratung. Wie oft steht trotz das gut gemeinte Verteilen dieser in der Dokumentation "...Pat. nicht compliant...". Eine richtige Beratung stellt daher ein Angebot zur selbständigen Entscheidungsfindung und Reflexion der eigenen Empfindungen, Bedenken und inneren Widersprüchen dar.

    Ist das denen wirklich klar? Ich habe es bereits oben erläutert. Schule Deine Kollegen lieber wirklich "ganzheitlich" und spare nicht an relevanten Dingen. Denn auch wenn es sich aus Eurem Leitbild ergibt: wenn die PK beim Pat. ist, kann sie nur korrekt agieren, wenn sie ganzheitlich unterrichtet ist. Oder ruft Ihr Euch bei jedem Pat. das Leitbild auf?

    Das geht aus Deiner Aufgaben-/Zieleliste hervor.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg bei Deiner weiteren Umsetzung!

    LG
    Trisha
     
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