Station hat mich beim Examen reingeritten...

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Summer2004, 22.02.2008.

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  1. Summer2004

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    Es ist zwar schon ein halbes Jahr her und die Prüfung habe ich ja zum Glück "damals" auch bestanden, aber mir liegt die ganze Geschichte noch immer auf der Leber...

    Die Vorgeschichte: ICh hatte die Ausbildung über meist gute bis sehr gute Beurteilungen. Es gab mal einzelne AUsnahmen, aber die waren auch nie dramatisch oder schlimm.
    Dann kam der Tag als ich auf der besagten Station anfing. Es lief irgendwie alles schief... Aus Unsicherheit von meiner Seite aus überwiegend. ich habe einige Dienste mit einer Schwester zusammengearbeitet.. und seitdem lief ich die ganze Zeit mit der Angst herum, irgendetwas zu vergessen oder falsch zu machen. Ich hatte die totale Mattscheibe und am Ende lief dann alles nur noch schief wenn gewisse Schwestern in der Nähe waren... ICh lief herum wie eine fehlprogrammierte Maschine. Dann wiederrum gab es SChwestern auf der Station die wirklich lieb waren und mich lobten und bei denen sind mir keine Fehler passiert. Naja.. Beurteilung lief sehr einseitig und ist sehr persönlich verletzend gewesen. Ich war einfach nur froh von der Station weg zu sein...

    Dann kam die frohe Botschaft, daß ich auf genau dieser Station meine praktische Prüfung haben würde!! Ich versuchte, positiv an die Sache heranzugehen. Am Vortag bereitete ich mich gut auf die Prüfung vor, versorgte meine Patienten, lernte sie kennen und bat den Spätdienst, dem Nachtdienst auszurichten, daß er doch keine Infusionen und FRaxiparinspritzen vorbereiten möge...
    Am nächsten Morgen war ich supernervös auf Station und machte die Übergabe mit. Das Personal war ziemlich unfreundlich und motivierte mich nicht gerade, gab sich keien Mühe, mir eine gute Übergabe meiner Patienten zu machen. Ok dachte ich, was solls.

    Dann kamen die Prüfer und die Prüfung begann... Es lief alles so weit ganz gut, bis ich dann auf einmal während des Frühstücks bemerkte, daß in den Medikamentenschachteln meiner Patienten keine Tabletten waren!! Die Schachteln hatte der Nachtdienst ausgeteilt und den Patienten auf die Nachttische gelegt, wie man es eigentlich tut, nachdem (!) die MEdis gerichtet wurden. Ich habe einen groben Fehler gemacht, als ich nicht direkt vor der Prüfung nachgeschaut habe, ob die Patienten ihre Tabletten haben... aber wenn die Schachteln bereits auf dem Nachttisch liegen, geht man doch eigentlich davon aus, daß sie gerichtet sind, oder? Jedenfalls haben die Prüfer das bemerkt und ich dachte, ich wäre durchgefallen. Mit standen die Tränen in den AUgen als ich den Prüfern sagte, ich würde dann gehen und dem Hauptpatienten die Medis richten... (Anmerkung der Prüfer war, daß ich im praktischen Examen die medis nicht unbedingt selber alle richten muss)
    Ich versuchte, das beste daraus zu machen und machte weiter. MIr war eine Schwester zugeteilt, an die ich gewisse Tätigkeiten deligieren sollte. Im Examen nach dem neuen Gesetz liegt der SChwerpunkt ja eher auf medizinischen Tätigkeiten als auf dem reinen Patienten waschen, Betten machen, usw, also bat ich die Schwester freundlich, zwei meiner Betten zu machen und für meine 2 weiteren Patienten die MEdis zu richten. Sie regte sich auf, wie ich ihr so "viel" delegieren könnte, da sie doch ihren eigenen Bereich zu versorgen hat. ich stand nur noch da und völlig verunsichert. Laut der Krankenpflegeschule stand jedem Prüfling eine Hilfsschwester zur Seite, an die er/sie deligieren könnte. Diese Schwester sollte für die Zeit der Prüfung ebenfalls vom Stationsgeschehen freigestellt sein, bzw. nicht fest eingebunden sein. ("Meine" hatte einen ganzen Bereich zu versorgen, der auf der entgegengesetzten Seite der Station lag)
    Ich bin immernoch sehr traurig und enttäuscht über den ABlauf der Prüfung. Das gesamte Personal der Station war mir gegenüber sehr unfreundlich, kein Lächeln, kein nettes WOrt, keine Ermutigung...

    Aber Gott sein Dank habe ich bestanden... nur denke ich daß die Note besser gewesen wäre, hätte ich auch nur geringfügige Unterstützung der Station gehabt... Das Personal des Spätdienstes behauptete, ich hätte gesagt, es solle absolut nichts gerichtet werden... was jedoch nicht stimmte. Ich darum gebeten, die INfusionen und Fraxis nicht zu richten und habe dies nochmal auf einen Zettel geschrieben den ich in das Medizimmer legte. ABer die Tabletten nicht zu richten... davon habe ich nichts gesagt... und wenn dann hätte die Schwester doch nicht die Schachteln in die Patientenzimmer legen dürfen?? Nach dem Verhalten der Nachtschwester mir gegenüber denke ich, daß es reine Absicht war...
    Im Nachhinein wurde auf besagter Station wohl ziemlich viel über mich schlecht geredet (erfuhr ich von einer BEkannten). Jedoch soll die Station von der Krankenpflegeschule ziemlich einen auf den Deckel bekommen haben wegen der ganzen Probleme die mir die Station bereitet hat...

    Zum Glück ist alles vorbei... und ich habe daraus gelernt, wenn ich in der Zukunft mal SChüler zugeteilt bekomme, diese gut und fair zu behandeln. Ich werde diese bittere Erfahrung nie vergessen...
     
  2. Lin

    Lin Poweruser

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    Hallo Summer 2004!

    Echt schade, dass du so etwas erleben musstest. Ich bin auch der Meinung, für das was die Schüler (rede jetzt nicht von "faulen" Ausnahmen, sondern der Mehrheit) für die Patienten und die Station alles leisten, kann ich sie wenigstens in solchen Situationen unterstützen und wenn auch nur mit ein paar aufmunternden oder motivierenden Worten.

    Ich finde das auch doof von deiner Prüfungsstation, immerhin fragt man die Schüler ja, was sie genau machen müssen und was man ihnen abnehmen kann bzw. darf.

    Naja, glücklicherweise hast du es überstanden und wegen den Noten mach dir mal keinen Kopf. Zumindest bei uns ist es so, dass sich kein Mensch mehr für das Zeugnis interessiert. (Ich kann es nachvollziehen. Habe auch eine schlechtere Note bei der praktischen, aufgrund einer Kleinigkeit bekommen - ungerechtfertigt. Habe mich auch wochen- bzw. monatelang darüber gerärgert, aber was solls, hab meinen Job und ich glaub, dass jeder meiner Kollegen mit meiner Arbeit zufrieden ist :-)).

    Manchmal ist es gut, solche Erfahrungen nicht zu vergessen, da weiß man, wie man selber nie werden will!

    Wünsche dir alles Gute.
    Gruß,
    Lin
     
  3. Touhy

    Touhy Stammgast

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    Hallo,
    ich verstehe nicht, warum du immer noch an einer Sache dran hängst, die
    schon so lange her ist. Du wirst mit diesen Leuten nie wieder etwas zu tun
    haben. Du hast bestanden. Lass doch die Dinge ruhen. Man kann die
    Vergangenheit nicht ändern. Aber du kannst deine Einstellung dazu ändern.
    Nimm an was geschehen ist. Du musst es nicht gut heißen, aber es ist halt
    passiert.
    Versuche zu verzeihen
     
  4. EveC

    EveC Newbie

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    Hallo,
    ich habe ebenfalls erfahren, wie es sich anfühlt von anderen bei der Prüfung reingeritten zu werden. Bei mir war es allerdings nicht die Station, sondern die Prüfer selbst, da ich mich ein Jahr zuvor mal über einen von ihnen beschwert hatte. Damals hatte ich mir geschworen, immer ein offenes Ohr für Schüler zu haben. Ich hab in den letzten 16 Jahren sehr vielen Schülern bei ihrer Examensvorbereitung geholfen, bin selbst an meinen freien Tagen auf Station gegangen, damit ich ihnen helfen konnte. Die meisten Schüler waren sehr froh darüber und waren dankbar.
    Wir haben an solchen Tagen Prüfungssituationen nachgestelt, Ich war nur Beobachter und habe Notizen gemacht, die Schüler haben ganz normal ihre Arbeit getan. Zum Schluß haben wir alle Punkte gemeinsam besprochen. Falls irgendwelche Fehler oder auch nur umständliche Sachen vorkamen, haben dann die Schüler versucht es beim nächsten Pat. zu verbessern. Auch danach gab es wieder eine Besprechung.
    Irgendwann hatte ich eine Schülerin, die immer alles besser wußte. Bei der Versorgung ihres ersten Pat. waren allerdings soviele Fehler aufgetreten, dass ich komplett 2 Din A4 Zettel voll geschrieben hatte. Zum Beispiel zog sie immer wenn sie den Pat. aufsetzen wollte an seinem Kopf, anstatt ihn unter den Schultern zu unterstützen. Als ich sie darauf ansprach, meinte sie nur daß würde nicht stimmen, auch alle anderen Fehler stritt sie ab. Als sie die selben Fehler bei dem nächsten Pat. machte und ich sie sofort darauf aufmerksam machte, hieß es nur, dass dies eine Ausnahme wäre, sie würde das sonst nie tun.
    Nach 2 Tagen war ich völlig frustriert, ich kann mir wirklich einen besseren Zeitvertreib an meinen freien Tagen ausdenken. Ich hab ihr dann auch klipp und klar gesagt, dass wenn sie so in ihrem Examen-- am nächsten Tag-- arbeitet, sie durchfallen wird.
    Ich war bei ihrem Examen als Beobachter, ohne großen Einfluß auf die Zensur.
    Sie machte die gleichen Fehler wie immer. Sie zog den Pat. am seinem Kopf, sie sprach nicht mit ihm wärend der Versorgung und dann setzte sie ihn frisch gewaschen nur mit einem kurzen, dünnen Schlafanzug an einen wirklich kalten Tag vor ein geöffnetes Fenster. Er konnte nicht selbst laufen, hatte nichts in seiner Nähe, was er sich selbst überlegen konnte und bekam auch keine Klingel in seine Nähe und an sein Telefon kam er auch nicht, geschweige an etwas zu trinken.
    Die nächste zuversorgende Pat. lag auf einer Wechseldruckatratze. Die Nachbarpat. hatte um an ihren Schrank zu kommen, in den frühen Morgenstunden,einfach den Stecker aus der Dose gezogen. Sie wäre zwar auch so dran gekommen, hatte jedoch Angst sie würde über die Schnur fallen.
    Als wir in das Zimmer kamen, lag der Stecker Quer über die Beine der Pat. und es war so gut wie keine Luft mehr in der Matratze. Die Pat lag bereits mehr oder weniger auf dem Bettenrost in einer Kuhle. Die 2 Prüfer und ich haben immer wieder die Schülerin versucht darauf aufmerksam zu machen. Sind ans Bett getreten und haben den Druck der Matratze geprüft, haben nach der Fuktion einer solchen M. gefagt, haben gemeint, dass es doch schwer ist jemanden in einer solchen Kuhle zu versorgen. Die Schülerin reagierte überhaupt nicht. Beim Waschen der Beine hat sie einfach den Stecker zur Seite gelegt. Die Prüfer haben sie darauf hin durchfallen lassen.
    Die Schülerin hat allerdings auch weiterhin keinen einzigen ihrer Fehler eingesehen. Sie erzählte jedem der es hören wollte oder auch nicht, dass es die Station war, die gegen sie gearbeitet hat, wir hätten auch frühmorgens den Stecker gezogen, nur damit sie durchfällt, da wir sie nicht leiden können.

    Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass wir sie danach viel besser leiden konnten !!!

    Gut dass solche Schüler wirklich nur die Ausnahmen sind.
     
  5. Summer2004

    Summer2004 Junior-Mitglied

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    oh je, das klingt nach einem wirklichen Härtefall. Wenn diese Schülerin alles besser wusste, warum war sie dann in der Ausbildung...:gruebel: sie war ja bereits "allwissend"
    Solch eine Schwester wie dich hätte ich mir vor meiner Prüfung echt gewünscht!! Ich habe mir auch vorgenommen, in der Zukunft SChülern so gut Hilfe zu geben, wie ich es nur kann.
    In meinem Kurs gab es ebenfalls Stationen wo sogar mit den SChülern von der zugeteilten Schwester eine (natürlich inoffizielle) "Praxisanleitung" am Vortag der Prüfung mit den Prüfungspatienten gemacht wurde (dsa waren auch diejenigen die einsen und zweien in der Praktischen hatten). Ich dann wiederrum stand völlig alleine da, musste die Patientenakten meiner Patienten erstmal auf Vordermann bringen (es fehlte die Hälfte), mir wurde keine vernünftige Übergabe gemacht, usw. Das ist dann schon wirklich superfrustrierend zu sehen, welch super UNterstützung andere Leute in ihrer Prüfung hatten.... Und dann werden einem noch Beine im Examen gestellt... ich denke es spricht für sich, daß die Station gewaltig eins auf den Deckel bekommen hat.
    Aber wie gesagt: ES IST BESTANDEN UND VERGANGENHEIT wie Touhy bereits sagte :-) Man kann nur daraus lernen
     
  6. flexi

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    Hallo zusammen,
    ich denke, das summer nun auch mit den geschilderten Ereignissen abgeschlossen hat.
    Ich schliesse daher den Thread.
     
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