Stammzellsammlung

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von Christina1986, 29.06.2007.

  1. Christina1986

    Christina1986 Junior-Mitglied

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    Hallo!

    Ich arbeite seit 3 Monaten auf einer hämatologisch-onkologischen Station. Unsere Nachbarstation hat sogenannte Filterzimmer wo wir auch öfters Patienten zur Stammzellsammlung mit anschließender Stammzelltransplantation hinverlegen.
    Könnt ihr mir das Verfahren der Stammzellsammlung genau erklären, also was wird mit dem Patient gemacht? Aus welchem Blut werden die Stammzellen gewonnen und welche Voraussetzungen muss so ein Patient mitbringen, damit er Stammzellen sammeln kann?

    Liebe Grüße Christina
     
  2. Johana

    Johana Newbie

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    Stammzellen werden bei einer Eigenspende aus dem peripheren Blut des Patienten gewonnen.
    Dies kann über einen Shelton-Katheter oder aber Braunülen erfolgen, sofern dies machbar ist.
    Man kann natürlich Stammzellen auch aus dem Knochenmark gewinnen. Dies kommt dann für Fremdspender in Frage.

    Der Patient bekommt nach einer Chemotherapie mit anschließender Aplasiephase G-CSF gespritzt. (ein Wachstumsfaktor den das Knochenmark auch selbst produziert.) G-CSF stimuliert die erhöhte Produktion von Stammzellen. Diese werden ins periphere Blut ausgeschwemmt, in weitaus höherer Konzentration als physiologisch.
    Vorraussetzung ist, dass der Patient körperlich in der verfassung ist zu spenden. (ist doch recht anstrengend, was ich aus den Berichten der Patienten entnehmen konnte.) Er muß transplantfähig sein, und sein Zustand muß eine Chemotherapie mit Aplasie zulassen.
    Man tendiert heute wohl eher zur Eigenspende als Erstlinientherapie um sich die Option einer Fremdspende offenzulassen.Allerdings gibt es Leukämieformen die keine Eigenspende möglichmachen.

    Das Verfahren nennt sich Apherese. Im Zellseperator wird das Blut in einer Zentrifuge in seine Bestandteile aufgetrennt. Durch die unterschiedlichen Gewichte der Bestandteile, kann man den Zellanteil mit den Stammzellen von den übrigen Bestandteilen trennen.
    Die so gewonnenen Stammzellen werden gereinigt und cryokonserviert mit Stickstoff.
    Die Seperation kann mitunter bis zu 8 Stunden dauern, je nach Konzentration der Stammzellen im Blut. Es ist möglich das der patient an mehreren Tagen hintereinander spenden kann, wenn sich genug Zellen im Blut finden.
    Es ist auch möglich einen weiteren Zyklus Chemotherapie zu machen, um eventuell nochmals separieren zu können.
    Dies ist natürlich vom Patienten, seiner Erkrankung und seinem Zustand abhängig.

    Ansonsten empfehle ich die Seiten der DKMS als weiterführende Informationsquelle.

    Hoffe es hilft Dir weiter.

    Susanne
     

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