Spülen oder nicht spülen?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Poncic, 25.01.2008.

  1. Poncic

    Poncic Junior-Mitglied

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    Hallo!

    wir haben einen Patienten auf der Staion mit Blasen- Ca. Patient hat Neoblase. Aus dem DK kommt blutiger Urin mit Koageln der dann DK verstopft. Patient bekam lt. ärztlicher Anordnung Blasenspülung.
    Ein Kollege sagte, daß man nicht spülen darf, da es Schäden verursacht. Die Ileumconduit´s darf man nicht spülen. Patient hat keinen Conduit, sondern Neoblase, nur so neben bei.
    Da ich die Maßnahme als OK empfand, bekam ich auch einen tötenden Blick--> also, ich solle schweigen, wenn ich keine Ahnung habe.

    Häääää....
    Man darf die Neoblase nicht spülen? Warum?
    Auch wenn der der Patien Iliumconduit hätte, was spricht da gegen die Spülung?

    Ich würde mich sehr über die Meinungen und Antworte von Euch freuen.
    Gruß, Poncic
     
  2. marianne013

    marianne013 Junior-Mitglied

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    Bin seit 12 Jahren weg von der Uro, aber seinerzeit wurden die "Neoblasen" teilweise sogar 2x täglich angespült, kann natürlich gut sein, dass das mittlerweile anders gehandhabt wird. VlG, Marianne:roll:
     
  3. Maurits

    Maurits Junior-Mitglied

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    1) Neoblasen dürfen angespült werden, nur muss das vorsichtig geschehen,da man das spezielle Volumen beachten muss.
    2) Blutiger Urin, auch noch aus der Neoblase heißt sofort zum Urologen.
    Welcher Trottel läßt denn einen Patienten freundlich verbluten???
     
  4. mutnaz

    mutnaz Newbie

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    halli hallo
    ein Ileumconduit ist ein ausgeschaltetes Dünndarmstück, das quasi am Ende zugenäht wird in das dann die Harnleiter eingesetzt sind und mit der Öffnung an die Haut befestigt wird man nennt es auch ein nasses Stoma oder eine inkontinente Harnableitung die mit Stomamaterial versorgt wird. Man kann einen Katheter dort einlegen um einen besseren Harnabfluss zu gewährleisten, was nötig ist zum Beispiel bei Gabe von Chemo, aber nur dann und es braucht nicht gespült zu werden. Eine Stomaverengung kann vorkommen und muss chirurgisch behandelt werden.
    Eine Neoblase ist eine kontinente Harnableitung. Die Neoblase hat in der Regel Anschluss an die Harnröhre und der Patient miktioniert annähernd "normal".
    Es kann aber auch ein sogenanntes Apendixstoma angelegt werden und der Patient muss dann die Neoblase die in dem Fall dann Pouch heisst mittels Einmalkatheter entleeren - also ein trockenes Stoma.
    In diesem Fall kann es nötig sein die "Blase " zu spülen, weil die Flocken die diese Neoblase produziert ( sie ist ja auch aus Darm) den Katheter verstopfen, vor allem wenn der Katheter belassen wird.
    Das kann man ganz problemlos mit 50 ml NaCl machen. Vorsichtig rein und langsam aspirieren. Wenn nix aspirierbar ist einfach Blasebspritze abmachen und schauen ob es aus dem Katheter läuft.
    Bei Dauerableitung kann es ratsam sein die Blase regelmässig anzuspülen.
    Wenn blutiger Urin kommt muss man wohl an TU-Rezidiv denken und dann ist in jedem Fall ein Urologe gefragt
    Ein Patient mit Neoblase sollte alle 3 Stunden miktionieren auch Nachts.
    Ein Patient mit Pouch sollte diesen auch alle 3 Stunden entleeren und zur Nacht einfach den letzten Katheter liegen lassen, mit einem Pflasterstreifen fixieren und den Pouch über Nacht abgeleitet lassen.
    Beim Pouch mit Apendixstoma funktioniert dieses wie eine Art Ventil, dass schliesst wenn der Pouch sich füllt, deshalb kann das katheterisieren bei sehr vollem Pouch schwierig werden. Auch kann das Stoma sich verengen, so dass das k. unmöglich wird- auch dann ist der Urologe gefragt.
    Ich hoffe ich konnt ein wenig weiter helfen Gruss Mutnaz
     
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