Speichelfördernde Maßnahmen

nurse27

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Hallihallo!!!

Ich habe da mal eine Frage... habt Ihr vielleicht Tips/Tricks, wie man die Speichelförderung ohne medikamentöse Therapie unterstützen bzw. fördern kann (Z.n. Parotis-Tumor mit Bestrahlung)?
Jeder Rat ist willkommen.
Liebe Grüße
Nurse 27
 

MarcoS

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die 1. Frage, die sich mir aufdrängt wie sieht es mit einer Stomatitis aus? noch vorhanden?

Allg. Möglichkeiten um den Speichelfluss anzuregen wären:
  • ausreichende Mundpflege,
  • evtl dem Patienten Apfelringe, Zitronenscheiben oder Brot, Kaugummi, Bonbons je nach Möglichkeiten des Patienten anbieten und einfach kauen lassen,
  • auch bei den Mahlzeiten auf häufiges kauen achten,
  • Stimulation der verbliebenen Parotis durch Massage,
  • Säure-Glycerin Stäbchen (halte ich persönlich nichts von. Musste die auch mal benutzen und danach war mein Mund trockener als zuvor, zumindest hatte ich das Gefühl),
  • auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • bei trockenem Mundgefühl würde ich den Patienten auch zwischendurch mal mit Wasser spülen lassen.
Sonst fällft mir auf Anhieb grade nichts mehr ein.
Gruß Marco
 

felonia

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Hallo,

die Vorschläge, die der Marco gemacht hat haben wir vor kurzem auch so gelernt. Aber einen habe ich noch:

- Mineralwasser mit Zitronensaft.

Das hat bei uns in der Schule im Eigenversuch am besten abgeschnitten. Viel Kauen kam dann auf Platz 2.

Liebe Grüße
Felonia
 

sisterNic

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Hallo..

was wir noch machen, ist dem Patienten das anbieten, was er mag.
Das heißt, auch mal Kaffee, Tee, Apfelsaft (da nur aufpassen bei Wunden, ist wegen der Fruchtsäure da eher nicht so geeignet), Bier, und ich glaube, Cognak hatten wir auch schon.

Das ganze natürlich nicht bei jeder Stimulation, sondern zwischendurch.

Was auch oft sehr gut hilft, ist, den Patienten einfach an Nahrungsmitteln riechen oder ihn welche sehen lassen, die ihm im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Mund zusammen laufen lassen... :wink1:
Gemein natürlich bei Patienten mit Dysphagie, die nur eingeschränkt oder gar nicht mehr essen dürfen. Da sollte man sich doch lieber auf die Mundpflege mit verschiedenen Stimulanzien konzentrieren).

Schaut auch mal da nach... ist zwar vielleicht nicht ganz passend, aber verdeutlicht genau das, was ich euch sagen will.
Gehörte damals in meiner Ausbildung in den Psychologie-Unterricht..
http://chiron.valdosta.edu/whuitt/col/behsys/classcnd.html

Und damit das ganze Thema nicht langweilig wird, dürft ihr hier versuchen, selbst dem Hund das beizubringen, damit ihm das Wasser im Maul zusammenläuft.
:hicks:
http://nobelprize.org/medicine/educational/pavlov/

LG,Nic
 

MarcoS

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Außerklinische Intensivpflege
sisterNic schrieb:
Schaut auch mal da nach... ist zwar vielleicht nicht ganz passend, aber verdeutlicht genau das, was ich euch sagen will.
Gehörte damals in meiner Ausbildung in den Psychologie-Unterricht..
http://chiron.valdosta.edu/whuitt/col/behsys/classcnd.html

Und damit das ganze Thema nicht langweilig wird, dürft ihr hier versuchen, selbst dem Hund das beizubringen, damit ihm das Wasser im Maul zusammenläuft.
:hicks:
http://nobelprize.org/medicine/educational/pavlov/

LG,Nic
und damit nicht alle deinen Konditionierungslink auf englisch lesen müssen, habe ich mal eben eine deutsche Seite rausgesucht :daumen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung

Das Spiel ist mal witzig, war aber viel zu schnell zu ende, mein Hund hatte nach ca. 1min schon sein "Diplom"
 

Tobias

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Moin,
ich hätte da als Idee noch die Parotismassage
meiner Facharbeit über Mundpflege schrieb:
Parotismassage = Massage der Ohrspeichel-
Drüse: einen Finger vor dem Ohr und einen
zweiten Finger unter dem Ohrläppchen auf-
legen und die Drüse in Richtung Mundwinkel ausstreichen

LG Tobias
 

Elisabeth Dinse

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Wie bei allen therapeutischen Bemühungen steht die Ursachenforschung am Anfang: Warum wird zuwenig Speichel produziert? Welche Folgen hat eine mangelnde Speichelproduktion?

Z.n. Parotis-Tumor mit Bestrahlung
Zitat aus dem Zahnmedizinlexikon schrieb:
-- Speicheldrüsen haben sich als hochgradig radiosensitiv erwiesen: Auch zwei Jahre nach Ende einer S. erholte sich die Speichelsekretion der Krebspatienten nicht. Maßgeblich für den Schweregrad dieses Schadens scheint dabei ausschließlich die verabreichte Gesamtstrahlendosis zu sein. Die durch die Bestrahlung ausgelöste Unterfunktion oder permanente Schädigung der Speicheldrüsen und der daraus resultierende qualitativ und quantitativ veränderte Speichelfluss können rapide fortschreitende Karies, Parodontitis, Candidiasis, Geschmacksstörungen und Zungenbrennen, Kau- und Schluckbeschwerden, sowie Attrition zur Folge haben.
Was also machen, wenn eine Xerostomie (Mundtrockenheit) die Folge der Betrahlung ist? Welche Folgen hat eine mangelnde Speichelproduktion?

Das Ausstreichen der Parotis bringt hier nichts, da das Gewebe ja seiner Aufgabe nur noch unzureichend nachkommen kann.

Zitat Zahnmedizinlexikon schrieb:
Die Behandlung der X. ist diffizil, aber unbedingt erforderlich, da ein Zuwenig an Speichel zu schweren Schäden an den Zähnen führen kann ( Strahlenkaries). Sie erfolgt symptomatisch mit vermehrter Flüssigkeitszufuhr (Mineralwasser, Tee), Speichelstimulation (Kaugummi, saure Getränke, Präparate auf Zitronenbasis; cave Zahnerosionen bei bezahnten Patienten wegen des verringerten ph-Wertes!), Mundspüllösungen, Erhöhung der Raum-Luftfeuchtigkeit oder (in schwereren Fällen) mit Speichelersatzmitteln oder systemisch wirkenden Medikamenten (Pilokarpin (5-10 Milligram/3-mal täglich; jedoch nicht ohne Nebenwirkungen), Nikotinamid), wenn noch eine Restaktivität der Speicheldrüsen vorhanden ist. Neure Studien schreiben Pilokarpin nur eine geringe Besserung der Lebensqualität zu.
Neu auf dem Markt (2005) ist eine Art Tiefziehschiene mit Medikamentenreservoir ("speichelproduzierende Tablette") namens Saliprotect®.
Neue Wege geht eine Entwicklung aus Hongkong: Es wurde ein Befeuchtungssystem konstruiert, welches einer herausnehmbaren Platte aufgesetzt ist und im Oberkiefer befestigt wird. Dieses Reservoir erlaubt dem Patienten mittels eines leicht zu betätigenden "Ball-Mechanismus" die langsame Freisetzung eines Speichelersatzmittels je nach Bedarf.
In eigenen Fallstudien (General Dentistry 2005; 223-226) konnte nachgewiesen werden, dass sich durch Akupunktur eine signifikante Steigerung der Speichelsekretionsrate nach Strahlentherapie erzielen lässt. Diese erreicht zwar nicht das Niveau vor Bestrahlung, führte aber dennoch zu einem deutlich verbesserten Befinden der Patienten.
Bestimmte Speisen gelten als besonders speichelfördernd: Harter Käse, Nüsse und faserige Lebensmittel zählen dazu.
Elisabeth
 
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nurse27

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Vielen Dank schonmal für eure Antworten.
Bei diesem Patienten ist es recht schwierig... kann wegen der fehlenden Speichelproduktion nur flüssiges zu sich nehmen... probiert haben wir schon vieles... und der Patient würde so gerne wieder "richtig" essen, nur bleibt ihm das Essen förmlich "im Hals stecken".
Trotzdem nochmal danke und falls euch noch was einfällt... immer her damit.
 

Elisabeth Dinse

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Was verstehst du unter "richtigem Essen"? Was habt ihr bis dato schon alles ausprobiert? Wie lange ist die Bestrahlung her?

Elisabeth
 

Schwesterchen S.

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passierte kost geht auch nicht? hm, vielleicht könnte man die flüssige kost auch mit quick&dick andicken, immer ein kleines bisschen mehr!? nur lüssige kost stelle ich mir wirklich nicht angenehm vor für den patienten, der arme! aber was könnte man denn da noch machen? ich muss nochmal etwas überlegen...
 

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