Sinus Pilonidalis - Weiterbehandlung/Nachsorge

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von NK90, 10.04.2013.

  1. NK90

    NK90 Newbie

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    Guten Morgen,

    ich wurde vor 2 Tagen wegen eines Sinus pilonidalis operiert, mit sekundärer Wundheilung. Es wurde zwar ein primärer Hautverschluss in Erwägung gezogen, da ich aber in 2 Wochen nach Berlin reisen möchte, hatte man sich dann doch für die sekundäre Wundheilung entschieden. Ich hab die Ärzte eigentlich schon soweit gehabt, das sie es wirklich zunähen. Gestern wurde ich dann - nach einem Tag - aus der stationären Behandlung entlassen und ab heute bin ich in Weiterbehandlung bei meinem Hausarzt.

    Nun zur eigentlichen Frage:

    Im Krankenhaus wurde die Wunde sorgfältig mit einem Stäbchen (mit NaCL beträufelt) gereinigt - wie man es auch immer nennen möchte. Anschließend wurde dort dann Alginat eingelegt und dazu ein wenig Gel, damit ein bisschen Feuchtigkeit in der Wunde ist. Das ganze wurde dann mit einer sterilen Kompresse und einem Pflaster zugeklebt. Wie man sieht, wurde hier alles steril gemacht.

    Heute, beim Verbandswechsel bei meinem Hausarzt dann das komplette gegenteil. Der Verband wurde abgemacht, das schöne Wattezeugs wurde raus genommen. Kein Ausspülen der Wunde. Es wurde lediglich eine unsterile Kompresse mit Betaisodonna Salbe in das Wundgebiet gedrückt und das ganze mit vier Streifen Leukosilk befestigt. Ich fragte nach, ob das nicht normal - wie im Krankenhaus - ebenfalls mit sterilem Material geschehen sollte.

    Seine Antwort war nur: Nein, das kann man ohnehin nicht steril halten, Kompressen und Betaisodonna Salbe würden vollkommen ausreichen.


    So. Was nun? Soll ich jetzt zuhause einfach immer nur diese Salbe und Kompressen reindrücken und befestigen, oder besser noch einmal ins Krankenhaus und das "richtig" machen lassen (wie es auf Station gemacht wurde)?! Es ist sehr verwunderlich, das jeder eine andere Ansicht hat.

    Achso, im Brief stand: 4x täglich Ausspülen (oder Sitzbad); scheint aber auch nicht notwendig wie man sagte. Die Wunde ist sehr klein, da es noch relativ frühzeitig war. Also wirklich mehr als die hälfte kleiner als die übliche Wunde bei einem SP. Der Pfleger sagte auf Station auch, das nach jedem Stuhlgang keine Spülung erfolgen muss, da man - aufgrund der Größe der Wunde (wie gesagt: sehr klein) - gar nichts in der Hinsicht zu befürchten hätte.


    Vielen Dank für Eure Antworten!


    LG
     
  2. Nordlicht

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    1. es gibt reichlich threads zu diesem Thema.
    2. eigene Anmerkung: Beta trocknet immer etwas aus - ist also zu überlegen, ob das Klasse ist.
    3. was bedeutet kleiner als üblich? da habe ich bisher von ... bis .... alles zu sehen bekommen.... Schwer einzuschätzen, was dan kleiner als üblich gewesen sein soll.
    4. zum HA: in der Hautregion ist es nicht keimfrei, richtig, was aber nicht bedeutet, dass man durchaus keimfrei/keimarm arbeiten sollte. Niedergelassene Chirurgen oder MVZ'S können die Versorgung weiter übernehmen; das muß also nicht der HA sein, wenn man da Zweifel hat.

    Wenn das KH eine ambulante Versorgung anbietet, kann man dort vorstellig werden, im Allgemeinen kann aber ein VW ambulant nicht abgerechnet werden (Beschwerden bitte gleich mit nach Berlin zum Ministerium mitnehmen :-) )

    Ich finde es nicht verwunderlich, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, da es a) keinen Goldstandard gibt b) die Versorger unterschiedliche Wissenstände und c) unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben.

    Eine Ferndiagnose mit entsprechender Anleitung zum VW kann hier nicht erstellt werden und so leibt der Weg zum Arzt/Wundambulanz/Wundfachkraft wohl nicht erspart.

    Gute Besserung!
     
  3. NK90

    NK90 Newbie

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    Hey,

    danke für Deine Antwort!

    Ich hab schon die ganzen Themen hier durchgelesen, aber da stand mein Thema hier schon drin. Irgendwie hab ich anfangs nur ein Thread von gesehen. Sorry, war nicht mit Absicht.

    Nein, das Krankenhaus übernimmt die weitere Wundversorgung nicht, es sei denn ich zahle aus eigener Tasche 18,97€ pro Verbandswechsel. Das ist dann doch ein wenig zu teuer und würde dann schon sehr auf den Geldbeutel gehen.

    Zu 2.: Deswegen fragte ich ja. Im Krankenhaus wurde ja dort Alginat verwendet und dann schön zu gemacht. Davor eben mit einem Wattestäbchen alles schön sauber gemacht. War irgendwie schöner. Da wurde dann zum Abschluss noch ein schönes Gel reingemacht, damit die Wunde feucht bleibt.

    Zu 3.: Zur Größe der Wunde: Ich hab es nicht gesehen, aber man kann sie mit einer 7,5x7,5 Kompresse problemlos abdecken. Wie der Pfleger im Krankenhaus zeigte, ist es schätzungsweise 3-4 cm lang und 1,5-3 cm breit. Also doch recht klein, wenn man mal so die üblichen Fälle sieht.

    Wir haben hier gar keine Wundambulanz. Die niedergelassenen Chirurgen gehen im übrigen genauso wie mein Hausarzt vor. Ebenfalls eine trockene, unsterile Kompresse mit Beta. Aber ich finde es nicht gerade schön.. Schließlich bekommt man im Krankenhaus gepredigt alles schön steril zu machen.
     
  4. narde2003

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    Dann nimm mit deiner Krankenkasse Kontakt auf und schildere den Fall, evtl. erstatten Sie dir die Kosten für den VW in der Klinik.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Kostenerstattung durch die Krankenkasse. Hier befürchte ich ist dann "Ende Gelände". Willkommen in der Realität. Sowohl Hausarzt als auch behandelnder Chirurg sehen keine Indikation für eine aufwändige Wundversorgung.

    Alles, was Kosten verursacht, ist für die Kasse uninteressant. Und so lange nicht mind. jeder 2. Wundheilungsprobleme infolge des Ausduschens mit Wasser hat, wird sich da auch nix dran ändern.

    Elisabeth
     
  6. NK90

    NK90 Newbie

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    Naja, ich glaube eher weniger, das ich beim Ausduschen in der heimischen Dusche Probleme bekommen werde. Macht letztendlich jeder Sinus pilonidalis-Patient. Ich glaube kaum, das sich jemand die Mühe macht und das Wasser abkocht oder sich einen Filter zulegt.

    Wenn ich wollte, dann dürfte ich auch schon wieder in die Badewanne springen. Duschen geht natürlich schon seit dem 1. post.Op-Tag wieder.

    Was mich nur ein wenig stört ist die Tatsache, das jeder etwas anderes sagt. Im Krankenhaus wird einem X gesagt und beim Hausarzt Y. Dann die unterschiedliche Auffassung bzgl. der Wundversorgung. Denn mich stört es ehrlich gesagt schon, das ich von Hausarzt lediglich eine Kompresse mit Betaisodona reingedrückt bekam und das "festgetaped" wurde.

    Krankenkasse? Die kann man doch allesamt in die Tonne treten. Ich wüsste nicht, was die großartig mal erstattet haben. Die sind doch gerade das Hauptproblem. Lehnen doch alles ab, was Geld kostet. Würden sich die Krankenkassen nicht so quer stellen und unser Gesundheitssystem so missraten sein, hätte man im Klinikalltag (auch die Ärzte) weniger Probleme....
     
  7. NK90

    NK90 Newbie

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    So, der Hammer ist gefallen. Ich habe nochmal das Krankenhaus aufgesucht und mit dem dortigen Chirurgen - der auch bei der Visite und beim Verbandswechsel dabei war - gesprochen. Er hätte es genauso gemacht, nur eben eine sterile Kompresse verwendet. Adaptic/Alginat wird meist nur in den ersten zwei Tagen verwendet, wenn Wunde in Ordnung nur noch Kompresse - zumindest bei meinem Alter und Gesundheit.

    Daher: Regelmäßig in der Dusche auswaschen (beim Duschen) und einfach sterile Kompresse mit ein wenig Betaisodona und dann drauf damit. Am Ende alles schön festkleben und die Welt ist wieder in Ordnung.

    So viel Stress um Nichts und wieder Nichts. Also war es letztendlich doch nicht falsch, was der Hausarzt sagte. Ich sag ja, von jedem kommt etwas anderes...
     
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