Silastic Katheter: Probleme/Fixierung/Liegedauer etc.

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von ratemal, 15.02.2008.

  1. ratemal

    ratemal Gast

    :nurse:Hallo Ihr,
    Silastickatheter (z.B. Vygon) sind ja eine gute Sache - wenn sie denn funktionieren :wink:. Speziell gilt mein Interesse den 1 und 2 French Kathetern (also die gaaaanz winzigen, mit einem Aussendurchmesser von deutlich unter 1 mm). Wir haben immer wieder das Problem, daß diese "zugehen" :cry:. Ich hätte nun gern von Euch ein paar Informationen, speziell hierzu:
    Wie ist die Mindestflussrate/Maximale Flussrate, wie fixiert Ihr die Katheter, heparinisiert Ihr die Patienten, welche Medikamente lasst Ihr zusammmen laufen (bei uns geht es im Regelfall um eine längere Gabe von Prostaglandin E - manchmal in Kombination mit Dobutamin/Dopamin; ganz selten auch Suprarenin), welche Glucoselösungen sind möglich (max. Glucose 10% ???). Macht es beim Silastickatheter Sinn, eher mit 20ml Perfusorspritzen zu infundieren, als mit 50ml (unabhängig von der Infusionsrate pro Stunde) - wenn Ihr einen Verschlussalarm habt, spült Ihr den Katheter an (wir machen das - mit 1ml Spritzen) - wenn ja, womit. Mit welchen Druckgrenzen am Infusionsgerät arbeitet Ihr?
    Also - eine Menge Fragen - ich hoffe auf zahlreiche Antworten :idea::idea::idea:.
    Danke :up: schon mal im Vorraus.
    Gruß ratemal
     
  2. Krotob

    Krotob Stammgast

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    Kinderintensiv
    Hallo ratemal,

    hier nur ein paar kurze Antworten (ich weiß nicht, wie schnell Du Antworten brauchst), versuche mir später mehr Zeit zu nehmen!
    1. "Zugehen", wenn ich ehrlich bin, ich kann mich eigentlich nicht daran erinnern, dass uns ein Ultradünner mal zugegangen ist (außer es ist mal nichts darüber gelaufen). Wir verwenden nie Heparin bei den Kleinen (außer zur Therapie). Wir haben eine minimale Flußrate von 2 ml/h auf Station. Maximal kann man (theoretisch, wenn ich mich richtig erinnere) 4 ml/min. laufen lassen (was ja bei den Kleinen eigentlich eh nicht vorkommt).

    2. Fixierung: wir befestigen die ZVK mit Steri-Strips, darüber eine kleine sterile Kompresse (Einstich bleibt sichtbar) und darüber ein steriler Wundverband (Tegaderm). Wenn wir einen Druckalarm haben, liegt es in ca. 85% der Fälle an einer ungünstigen Fixierung (oder verstopften Filter).

    3. Kombinationen: was läuft, wird zuvor einfach anhand unserer Listen und entsprechenden pH-Werten kontrolliert. Wenn bei einem Kind Katecholamine und Sedierung und noch viel mehr laufen, versuchen wir eigentlich dies über einen richtigen ZVK (in der Regel auch bei kleinen Kindern mit einen 2 Lumen ZVK). Bei Glucose wird eine deutlich höhere Konzentration als G10% erreicht. Peripher geben wir maximal eine Konzentration von 12,5% Glucose.
    4. Spritzen: wir verwenden für die Dauerinfusionen fast ausschließlich 50 ml Spritzen und für Kurzinfusionen fast immer 20 ml Spritzen (bei beiden haben wir keine großen Probleme). Der Kolbendruck am Perfusor sollte eigentlich immer der gleiche sein. Spülen tun wir in der Praxis auch mit 1ml Spritzen (aber natürlich sehr vorsichtig), eigentlich sollte man eine größere Spritze verwenden (wie schon einmal diskutiert üben die 1 ml Spritzen den höchsten Druck aus, dies kann im Extremfall auch zur "Vernichtung" des ZVK führen). Zum Spülen verwenden wir in der Regel NaCl 0,9%, oder eine an das Kind angepasste Lösung.


    so, wenn Du noch Fragen hast, einfach melden !

    schöne Grüße (der Schnee wartet :-)
    :wink:
     
  3. ratemal

    ratemal Gast

    Hallo Krotob :wink1:,
    vielen Dank für Deine rasche Antwort. Mit einigen Teilen hast Du mir schon mal etwas weitergeholfen. Fixierung machen wir fast genauso, auch die Flussrate von mindestens 2ml/h ist bei uns das Minimum. Interessant war die Sache mit den 1 ml Spritzen zum Anspülen: Da habe ich echt falsch herum gedacht! Aber Du hast Recht - natürlich wende ich mit einer kleineren Spritze wesentlich höheren Druck auf. Bei den Perfusorspritzen nehmen wir auch für Dauerinfusionen tw. die 20 ml Spritzen - und zwar, wenn die Infusionsrate unter 0,5 ml/h liegt. (Laut Angaben unserer Medizintechnik ist auch bei modernsten Infusionsgeräten beim Spritzenwechsel immer eine Verzögerung bis zum tatsächlichen Weiterinfundieren vorhanden, was sich bei einer Infusionsrate von z.B. 0,2 ml/h natürlich entsprechend auswirkt. Einige Medikamente bei uns werden tatsächlich mit diesen niedrigen Infusionsraten verabreicht - aber das nur zur Erklärung)

    Machen wir auch - wie geschrieben nutzen wir die Silastic-Katheter fast nur bei Kindern, die Prostaglandin E bekommen (meißt über mehrere Wochen bis zur ersten OP bei komplexen Herzfehlern), da läuft dann gelegentlich auch mal Dobutamin mit. Noch mehr Katecholamine wären auch bei uns eine Indikation einen mehrlumigen ZVK zu legen. Suprarenein in Kombination mit anderen Katecholaminen/Sedativa über Silastic ist auch eher die große Ausnahme (ich habe das erst bei zwei Patienten erlebt).

    Aber trotzdem Danke für Deine Mühe. Ich hoffe, daß sich vielleicht noch Einige Mitleser hier einbringen, denn im Internet gibt es diesbezüglich nur spärliche Info's.

    Gruß ratemal
     
  4. schwester07

    schwester07 Newbie

    Registriert seit:
    27.01.2008
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    Beruf:
    Kinderkrankenschwester
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    München
    Akt. Einsatzbereich:
    kinderkardiologische Intensivstation
    Hallo,

    häufiges problem bei den kathern ist, das sie abknicken, weil die kleinen häufig wild mit den armen fuchtel, also schienen wir diesen. wir geben meist auch 100-200IE heparin in die hautinfusion- 48ml glucose 10% plus 100-200 ie heparin...so gehen sie eigentlich nicht zu.fixieren tun wir auch mit strips und folie, so das ein vw nur alle 7 tage notwendig ist.


    lg
     
  5. behid

    behid Gast

    Guten Morgen,

    dann möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben. Wir verwenden bei Frühgeborenen fast ausschließlich diese kleinen Katheter und die Anwendung ist nach den anfänglichen Problemen mittlerweile völlig problemlos. Wir legen den Katheter und fixieren mit einem kleinen sterilen Stück Steristripe zunächst etwas oberhalb der Einstichstelle. Anschließend legen wir den Katheter in Schlaufen auf die Haut und fixieren bis etwa 0,5 cm vor dem Ansatzstück mit einer durchsichtigen Folie (ebenfalls Tegaderm). Das Ansatzstück umwickeln wir mit einem kleinen Stück Kompresse und fixieren es noch zusätzlich (mit einem Posey-klettchen) auf einem zurecht geschnittenen Stück Hydrocolloidverband (zum unterpostern) am Unterarm. Damit fahren wir sehr gut und es gibt aufgrund der Fixierung nur exterm selten Druckalarm. Meist ist es dann ausreichend den Arm in eine andere Lage zu bringen. Auf eine Schiene haben wir die Katheter nur anfangs fixiert.

    Bei uns laufen die Katheter mit mind. 1ml/h und auch das funktioniert problemlos ohne Heparinzusatz. Anspülen bei Druckalarm machen wir mit 1ml Spritzen und NaCl 0,9%.
    Wir verwenden für die Hauptinfsionslösung eine Infusionspumpe (von Braun) und für Katecholamine, Insulin, und andere Bypässe Spritzenpumpen. Glucose wird auch bei uns in höheren Prozentzahlen als 10%ig erreicht. Peripher geben wir bis zu 10%igen Glucoselösungen.

    Liebe grüße
    Behid
     
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