Sieht es wirklich so schlimm aus...?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von usnurse, 30.08.2007.

  1. usnurse

    usnurse Senior-Mitglied

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    Hallo liebe Kollegen,
    nachdem ich schon laengere Zeit hier mit lese, hab ich mich auch mal angemeldet da ich eine Frage hab.

    Ich bin jetzt seit ein paar Jahren in den USA als Krankenpfleger im Op und wollte Ende des Jahres aus familiaeren Gruenden fuer ein halbes Jahr zurueck nach Deutschland (OWL) ).

    Nachdem ich nun einige Telefonate gefuehrt habe, bin ich ziemlich erschrocken. Der Verdienst in Deutschland ist ja recht wenig geworden.
    Die Angebote die ich bekommen hab, reichten von ca. 2000 - 2410 Euro ( TVaeoed oder wie immer sich das schimpft) brutto.

    Musste erstmal schlucken...ist es wirklich so schlecht bestellt um die Krankenpflege ? Hier verdiene ich "etwas" mehr.......
    Nun meine Frage, gibt es irgendwo Stellen im Op die besser bezahlt werden, oder muss ich in den sauren Apfel beissen und es so hinehmen. Auf einen regen Austausch...

    ...sonnige gruesse aus Florida

    Andreas
     
  2. suzured

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    Hallo Andreas,

    möglicherweise, findest Du mit ganz viel Glück eine Privatklinik, die ein kleines bisschen besser bezahlt, reich wirst Du in Deutschland als OP-Pfleger nirgens.
    Sorry, aber in Deutschland herrscht momentan das allgemeine "Lohn-Dumping", leider nicht nur in der Krankenpflege.
    Wenn du Deine Familie alleine ernähren musst, achte auch auf Städte, mit deutlich höheren Lebenshaltungskosten.
    Was nützt es Dir, wenn man etwas besser verdient, aber die Miete einen grossen Teil des Gehaltes auffrisst.
    Nur mal Interesse halber, was verdient ein Op-Pfleger in etwa brutto?
    Freue mich über Deine Antwort.
    LG Suzu
     
  3. usnurse

    usnurse Senior-Mitglied

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    Hi Suzu,

    Der Verdienst ist faengt bei ca. 4000 $ ( 25$/Std.) an und hoert so bei 8000 $ 50 $/STD) auf.
    Das ist dann das Grundgehalt.....in den Suedstaaten ist es eher an der unteren Grenze und wenn du nach NY oder Cal. gehst eben an der oberen Grenze.
    Dann kommen noch ein paar Zuschlaege dazu wie z. B. Schicht oder Nachtdienst. Oder zum Beispiel noch ein vierstelliger Bonus pro Monat wenn du nur Wochende arbeitest.
    Ein weiterer Vorteil ist die Moeglichkeit Ueberstunden zu machen. Ich arbeite zum Bsp. 3 x 12 Std am We plus ein oder zwei zusaetzliche Tage pro Woche. Alles ueber 40 Std. ist dann 1,5 facher Satz.....
    Das schoene ist du kannst wenn du willst Ueberstunden machen, wenn du willst, du musst nicht......
    Alles in allem gesehen, frueher mit Deutschland um ein vielfaches besser oder fuer die Pessimisten....anders.

    Fuer mich persoenlich kann ich nur sagen das es fuer mich eine ziemliche Umstellung sein wird wieder in Deutschland zu arbeiten, ist aber zum Glueck nur zeitlich begrenzt.

    Andreas
     
  4. astrophys

    astrophys Newbie

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    Man muss allerdings auch sehen, dass die Lebenshaltungskosten in den USA teilweise sehr viel höher sind als hier. Ein Freund lebt momentan in Berkeley und zahlt mehr als doppelt so viel Miete für eine vergleichbare Wohnung.
     
  5. suzured

    suzured Junior-Mitglied

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    Hallo Astrophys,
    kennst Du die Münchener Mieten?
    Mit lediglich einem Verdienst, ist eine Familie in München kaum zu finanzieren.
    Klar, kann man als junge Schwester in einem Personalwohnheim wohnen, aber selbst dort kostet ein Zimmer schon z. Teil soviel, wie anderswo eine kleine Wohnung.
    LG Suzu
     
  6. Ying_Yang

    Ying_Yang Gast

    @usnurse: Du wirst in D sehr viel weniger verdienen als in den USA. Sei froh, dass Dein Aufenthalt zeitlich begrenzt sein wird. Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt ist ohnehin nicht besonders, vom Wetter - verglichen mit dem sunshine state - ganz zu schweigen...
     
  7. usnurse

    usnurse Senior-Mitglied

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    Hallo Yingyang,

    ach, einen Job zu kriegen ist nicht das Problem, dachte nur ich koennt mich irgendwie beschaeftigen waehrend ich in Deutschland bin.

    Aber, um ehrlich zu sein ( auch wenn es jetzt sehr provokant klingt ) fuer das Geld was mir da angeboten wird mach in den Finger nicht mehr krumm.
    Da klotz ich hier lieber noch ein bisschen rein, arbeite bis dahin ein wenig mehr und lass den lieben Gott einen guten Mann sein.

    usnurse
     
  8. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Hast es gut, wenn du sagtst, du arbeitest liebe in den USA mehr und hier gar nicht. Die Bezahlung ist hier nämlich grottenschlecht, jeder der jetzt eine neue Stelle sucht bekommt mit wenigen Ausnahmen kein Urlaubs und Weihnachtsgeld, arbeitet für weniger Geld 40 Stunden und vorher 38,5 Std.
    Es fangen fast nur noch Berufsanfänger an und die Häuser wollen keine Fachkräfte mehr, weil zu teuer. Die meisten Kollegen mit Fachweiterbildung gehen ins Ausland, wenn sie gehen, in einigen Jahren ist es wieder so wie Ende der 80er Jahre dann haben wir nicht nur Pflegenotstand sondern auch noch Personalmangel...
     
  9. Ying_Yang

    Ying_Yang Gast

    Das ist eine sehr gute Einstellung. Nur so kann man den AG zeigen, dass es so nicht läuft.
     
  10. behid

    behid Gast

    Eine solche Einstellung muss man sich auch leisten können...., ich bin mir sicher ganz viele Kollegen würden so manchem AG gerne zeigen, dass es so nicht läuft, aber.........
     
  11. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Und wie ist es so in der op-Pflege in the US? Wie sind die Aufgaben verteilt? Was herrscht da für ein Klima? Bin ja echt mal neugierig!
     
  12. suzured

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    Hallo Aquarius,
    nach meiner Meinung wird es keinen neuen Personalnotstand geben.
    Zum Einen, werden immer weniger Leute dieselbe Arbeit erledigen müssen, zum Zweiten, haben wir Lohn-Dumping und zum Dritten werden mehr Hilfskräfte eingestellt, die zwar ofiziell, bestimmte Tätigkeiten nicht ausführen dürfen, dies aber "unter der Hand" trotzdem tun.
    Nicht jeder kann einfach ins Ausland gehen und erst wenn die Umstände mal so gravierend werden, das die Presse und damit auch die Öffentlichkeit sich der Sache annimmt, könnte sich was verändern.
    Die Zukunft wird so aussehen wie in den USA, gesetzlich Versicherte haben einen Basisversorgung und wer sich Medizin leisten kann, kommt als "Hotelgast", dem jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird.

    Wenn ich mal ganz zynisch denke, kommt mir immer folgendes in den Kopf:
    Mit dem Rentenbescheid, den man bald erst mit 70 Jahren erhält, wird eine Einheitsrente von 100 Euro im Monat bewilligt, ausserdem ein Heftchen mit 30 Bons für eine warme Mahlzeit am Tag.
    Als besonderes Präsent zur Rente, bekommt man eine niedliche, kleine Schachtel mit einer "herzigen", roten Schleife, inliegend eine Zyankalikapsel und einem Brief mit folgenden Inhalt: Bitte tun Sie der Gesellschaft etwas gutes, auf Wunsch können wir Sie auch gerne zu Seife verarbeiten.

    Keep on smiling....
    LG Suzu
     
  13. aquarius2

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    Suzured@
    Ich denke die neuen Alten werden immer anspruchsvoller und die Gesetze immer strenger, will heißen, die Krankenhäuser müssen sich am Riemen reissen. Die Patienten klagen auch häufiger, letztes Jahr ist unser Krankenhaus so oft wie lange nicht verklagt worden und die Tendenz ist steigend! Die Patienten lassen sich nicht mehr alles gefallen, informieren sich vor Op wie die postoperative Versorgung ist etc.
    Auch die Zertifizierung die die Krankenhäuser über sich ergehen lassen müssen setzt einen Mindeststandart.
    Gleichzeitig wollen immer mehr Kollegen leistungsgerecht bezahlt werden. Aus unserem Examenskurs haben sich viele nicht übernehmen lassen, weil sie anderswo mehr verdienen.
     
  14. suzured

    suzured Junior-Mitglied

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    Hallo Aquarius,

    ist das nicht das gute Recht der Patienten"?
    Wenn Du an Deinem neuen Auto eine teure Reparatur durchführen lässt und die Kiste hat kurz nach dem Werkstattaufenthalt einen Motorschaden, aufgrund dessen, das die Werkstatt nachweislich "Mist gebaut hat", würdest Du nicht auch klagen ? ;)
    Die Patienten hatten in der Vergangenheit viel zu wenig Rechte.
    Klar wird auch die Anspruchshaltung höher und ich weiss aus Erfahrung, dass, das in den Zeiten mit immer weniger Personal manchmal ziemlich nervt, aber wir sind Dienstleister, leider ohne eine gute Lobby, die sich für uns (die Pfegenden) stark macht und leider immer noch stark von den kirchlichen Organisationen, die , die Krankenpflege ins Leben gerufen haben geprägt,
    ...wenn ich schon höre, na, dein Beruf ist ja auch eine Berufung!, ich bin doch keine Nonne und ich arbeite, damit ich leben kann und nicht umgekehrt.
    LG Suzu
     
  15. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Hallo Suzu,
    klar ist es das Recht der Patienten, bin froh um jeden Patienten, der seine Rechte kennt und sich beschwert, wenn nicht läuft.
    Wir hatten mal einen Fall da kam eine Frau nach einer gyn. Op die hatte Dekubiti an beiden Fersen.
    Wie kann das sein, fragte ich mich, die Frau sagte, sie hate sich die Strümpfe nicht selbst an und ausziehen können und sie die ganze Zeit getragen, weil die Pflegenden ihr immer gesagt haben, das muß sie slebst können.
    Ich war echt sprachlos, als ich die Dekubiti dann dokumentiert habe und ein Wundprotokoll angelegt habe kamen dann von ihr die Fragen und nun hat sie wohl das andere Krankenhaus verklagt, vorher kam sie nicht auf die Idee.
    Erst als sie sah, dass es auch anders laufen kann da hat sie sichmal informiert.

    Ist ein Patient mal nicht mit unserer Versorgung zufrieden, möchte ich aber auch, dass er/sie es zuerst mit uns bespricht, wie gesagt, Fehler passieren überall, aber vieles passiert einfach, weil zu wenig Personal da ist und wenn ich einen Patienten nicht so versorgen kann wie es erforderlich ist muß ich es eben auch immer akribisch dokumentieren.

    Tue ich das nicht, bin ich selbst angreifbar. In unserer Abteilung kam es mal zu einem Zwischenfall, weil wir einfach hoffnungslos unterbesetzt waren. Wir haben hinterher alles gut dokumentiert und oh Wunder der Richter sah es so, dass es sich um Organisationsverschulden handelt, also kurz und gut es ist passiert, weil wir unterbvesetzt waren und nicht, weil wir dumm faul oder sonstwas sind und das kam eben auch nur dadurch vor Gericht, weil die Patienten/Angehörigen immer kritischer werden.
    Werden die Krankenhäuser dann zu Schadensersatz oder Schmerzensgeld verurteilt, ist es irgendwann auch notwendig, mehr Personal einzustellen und es wird wieder neu verhandelt mit den Kassen.
     
  16. Pinguin

    Pinguin Junior-Mitglied

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    Hi aquarius2, hast du das Urteil, womöglich mit Aktenzeichen.
    Oder das Gericht wo das Urteil gefällt wurde.

    Im Übrigen bin ich mit dir einer Meinung.

    Wenn die Patienten endlich klagen,und wir gut dokumentieren, bleibt den Arbeitgebern keine andere Möglichkeit als mehr Personal einzustellen.
    Das wird dann mehr Geld verlangen können, schliesslich ist dann wieder Bedarf da.

    Auch wenn wir am Anfang Angst vor den Klagen haben, zuerst wird das Krankenhaus angegriffen.
    Solange wir unsere Arbeit machen - und nicht die der Ärzte- können wir wohl damit rechnen das der Arbeitgeber nicht auf uns zurückgreifen kann.
    LG
    Pinguin
     
  17. usnurse

    usnurse Senior-Mitglied

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    Hallo,

    ja....eine der Downsites im "gelobten" Land, die Klagewut. Das hat zur Folge das wir im Prinzip jeden Handgriff den wir machen dokumentieren muessen.

    Aus Pat.sicht sicherlich nachzuvollziehen, bedeutet aber fuer uns Pflegekraefte einen erheblichen Aufwand an Dokumentation.
    Aber anscheinend kann man es sich hier ja leisten teure Pflegkraefte als Sekretaerin einzusetzen:knockin:

    Mir kann es nur Recht sein, wie sag ich meinen Kollegen immer so schoen...
    " Eine Op nach der anderen" und ich werd dafuer ja auch recht gut entlohnt.:mrgreen:

    usnurse
     
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