Senkung der Sachkostenpauschale: Folgen für die Dialyse?

Dieses Thema im Forum "Dialyse" wurde erstellt von linamaly, 24.04.2013.

  1. linamaly

    linamaly Newbie

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    Hier stehen zu diesem Themasehr ausführlich Informationen:

    http://www.medizin-telegramm.com/me...a/2013/04-2013/04.10.13_Discountermedizin.pdf

    Auszüge verschiedener Quellen:
    AKTUELL
    Dialyse: Pauschalen für Sachkosten sinken
    Dtsch Arztebl 2013; 110(13): A-589 / B-525 / C-525
    Korzilius, Heike

    Die Sachkostenpauschalen für die Dialyse sinken vom 1. Juli an um jährlich 100 Millionen Euro. Das sind vier Prozent der Gesamtausgaben für die Dialyse, die bei circa zwei Milliarden Euro liegen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Bewertungsausschuss geeinigt.

    Der Beschluss sieht weiter vor, dass in Abhängigkeit des Alters der Patienten Zuschläge zu den Pauschalen gewährt werden. Außerdem werden die ärztlichen Betreuungsleistungen künftig extrabudgetär vergütet, was nach Angaben der KBV zu Mehreinnahmen von etwa 20 Millionen Euro führt. Eine weitere Absenkung der Dialysesachkostenpauschalen zum 1. Januar 2015 werde nur stattfinden, wenn sich sowohl KBV als auch Kassen sicher seien, dass die Dialyse auch weiterhin kostendeckend erbracht werden könne und die Versorgung der Patienten nicht gefährdet werde, heißt es aus der KBV. Über die Höhe einer weiteren Absenkung müsse man noch mit den Kassen verhandeln. Hintergrund des Beschlusses ist eine Untersuchung des Instituts des Bewertungsausschusses. Danach sind die Dialysesachkosten zu hoch und die ärztlichen Leistungen zu niedrig bewertet.
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    Als katastrophal und willkürlich bezeichnete der Vorstandsvorsitzende des Verbandes Deutsche Nierenzentren den Beschluss. „Wir sind verzweifelt“, sagte Dr. med. Michael Daschner. Die Absenkung der Sachkostenpauschalen bedrohe die Existenz vieler Dialysepraxen. Daschner, der die Datengrundlage des Beschlusses für nicht tragfähig hält, hofft nun, dass das Bundesgesundheitsministerium aufsichtsrechtlich einschreitet.

    Massive Kürzung der Behandlungspauschale: Ein unsachgemäßer Beschluss zu Lasten der Patienten
    „Die Versorgung von Dialysepatienten in Deutschland, so Dr. Michael Daschner, Saarbrücken, Vorstands-vorsitzender des Verbands Deutsche Nierenzentren (DN) e.V.“, erfolgt flächendeckend auf hohem Niveau.
    Mit dem Beschluss der KBV und des GKV-Spitzenverbandes, die Pauschale für Sach- und Dienstleistungen
    der Dialysebehandlung in einem zweistufigen Verfahren drastisch abzusenken, wird diese hohe Versorgungs-Qualität nun willkürlich und ohne Not gefährdet – die Kassen erwirtschaften derzeit Milliardenüberschüsse.
    Die Warnungen und Weiterentwicklungsvorschläge der Nephrologen und des nephrologischen Pflege-personals wurden bei den Verhandlungen ignoriert, konstruktive Gespräche bzw. die Erarbeitung eines
    Kompromisses scheiterten – offensichtlich waren die Beschlüsse der KBV und des GKV bereits vor den
    Verhandlungen nicht mehr verhandelbar!
    Bereits in der ersten Stufe, die am 1. Juli 2013 in Kraft tritt, soll die Pauschale um 100 Millionen Euro jährlich
    abgesenkt werden, zum 1. Januar 2015 dann um weitere 80 Millionen Euro jährlich. Das bedeutet, dass ein
    mittelgroßes Zentrum (51-100 Patienten) für die Behandlung des 51. Dialysepatienten ab dem 1. Juli statt
    bisher im Durchschnitt 520,00 Euro nun nur noch 466,30 Euro wöchentlich zur Verfügung hat, ein größeres
    Zentrum (101-150 Patienten) ab dem 101. Patienten 417,50 Euro, ein Großzentrum (über 150 Patienten) ab
    dem 150. Patienten sogar nur noch 398,00 Euro. Das sind allein in der ersten Stufe Kürzungen zwischen
    11 % – 24 %. Nach der zweiten Absenkung belaufen sich die Kürzungen auf bis zu fast 40 %.
     
  2. sister c

    sister c Junior-Mitglied

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    Ich denke, wir können es alle noch gar nicht glauben......
    Vor allem, wie schnell das jetzt auf einmal ging - just kurz nach dem die ersten engagierten (und noch einigermaßen fitten, die anderen können sich nicht einmal mehr wirklich wehren) Patienten darauf aufmerksam und aktiv wurden, finde ich sehr interessant.
    Das ist alles sehr bitter angesichts unserer täglichen Arbeit - immer mehr Aufgaben mit immer noch weniger Personal. Wie lange dauert es noch bis sich die (potentiell tödlichen) Fehler häufen?
    Aber Referenzdialysen, Unmengen an QM, Audits, Fachkraftquote, etc. - find ich alles sehr gut, nur: Wer soll das eigentlich noch alles machen? Und vor allem wann denn?
     
  3. linamaly

    linamaly Newbie

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    Ich hoffe auch das es nicht wahr sein kann, aber leider ist es wahr!
    Ab Juni wird es umgesetzt...Auch wenn die Chefs sagen beim Personal wird es keine Verändereungen geben....so ganz kann ich es noch nicht glauben, die nächste schwangere kommt bestimmt...oder der nächste Dauerkranke, das ich bei uns momentan völlig normal und da bin ich ja mal gespannt ob es dann noch Ersatz gibt? Meines Erachtens sind wir nicht so bombig besetzt....es wird jetzt schon immer schwierig die ganzen "Nebenarbeiten " zu erledigen...
     
  4. schwesterspz

    schwesterspz Junior-Mitglied

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    hallo.wir haben es leider schon in unserer gemeinschaftspraxis zu süren bekommen.BF 300ml/min.,nur noch fx8,keine 5 h behandlungen mehr.das nächste wird wohl das frühstück sein.aber was ich überhaupt nicht fassen kann,dass es von unserem besten arzt kommt ( der jede ****** studie mitmacht) und im nephrologenvorstand ist.unfassbar.aber ich denke nicht das das lange gut gehen kann,denn die folgekosten von schlecht dialysierten pat.werden wahrscheinlich höher sein.lg
     
  5. linamaly

    linamaly Newbie

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    Das finde ich unglaublich, und ich verstehe leider den Zusammenhang nicht von BF 300 und keine 5h mehr warum sollte das Kosten sparen? Außer das es dem Patienten schaden wird auf lange Sicht kann ich nicht den Vorteil für die Praxis erkennen.
     
  6. Laphroaig1815

    Laphroaig1815 Junior-Mitglied

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    Hallo linamaly,

    der Patient wird kränker und man hat 30L Wasser gespart....
    Das sind doch vorteile.


    Gruß
     
  7. Laphroaig1815

    Laphroaig1815 Junior-Mitglied

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    Hallo schwesterspz,

    Und wer Bezahlt dann die Dialyse? Die Krankenkasse ja nicht mehr.

    Dazu gibt es nämlich:
    --
    Richtlinie
    des Gemeinsamen Bundesausschusses
    zur
    Sicherung der Qualität von
    Dialyse Behandlungen nach
    den §§ 136 und 13 7 Abs.1 Nr.1
    --

    Darin steht u.a.:

    --
    Alle Ärztinnen und Ärzte, die in der vertrauensärztlichen Versorgung Blutreinigungsverfahren durchführen,
    werden dazu verpflichtet, sich an Einrichtungsübergreifenden (d.h. externen) Maßnahmen zur Qualitätssicherung und
    Verbesserung zu beteiligen.
    --


    --
    § 8Stichprobenauswahl
    (1)
    Die Qualitätssicherungskommission führt vierteljährlich Stichprobenprüfungen
    bei auffälligen Werten gemäß Absatz2-5 sowie bei begründeten Hinweisen auf eine unzureichende Qualität der Dialyse
    Behandlung und nach Zufallsauswahl gemäß Absatz 6 durch.
    --

    Abweichungen sind:
    --
    bei mehr als 15% der Patienten KT/V <1,2
    bei mehr als 15% der Patienten HB <10
    bei mehr als 15% der Patienten Dialyse kürzer als 4h (mit 4h Brutto kommt ihr nie auf 4h Netto!!!)
    --

    Haltet ihr das bei nur 4h Dialyse noch ein? Irgendwo stand auch das Versorgung mit Essen bei der Dialyse ebenfalls zum Standard gehört.
    Zum glück Dialysiere ich nicht bei euch das gäb nämlich richtig stress mit dem Arzt. Ich lasse mir meine Zeit nicht auf 4h Reduzieren.

    Gruß
     
  8. schwesterspz

    schwesterspz Junior-Mitglied

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    weil man nur mit den kleineren (billigeren) nadeln 300ml/min BF fahren kann.wir fahren teilweise bis zu 550 ml/min BF.und weniger dialysezeit bringt weniger konzentratverbrauch,weniger energie u wasserkosten....es reichen kleine bibags usw.ja natürlich schadet es dem pat.,das wissen auch alle denke ich.deswegen ist es ja so absurd.lg
     
  9. schwesterspz

    schwesterspz Junior-Mitglied

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    bei uns in der praxis ist es noch nicht angekommen,aber wie gesagt in unserer anderen gemeinschaftspraxis.ich kann es nur so sagen wie es ist,von den anderen richtlinien hab ich noch nichts gehört.wirst du in einem krankenhaus oder privatpraxis dialysiert?
     
  10. Laphroaig1815

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    550ml/min Blutfluss? Bei welchen Nadeln und welche Drücken?
     
  11. schwesterspz

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    17'er nadeln,gelbe.ich weiß.machen nicht viele dialysen.aber unser doc nimmt an vielen studein teil u dann wird vieles umgesetzt.die effektivität ist aber wirklich besser
     
  12. Laphroaig1815

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    17G bei 550ml/Blutfluss???? Irgendwie glaub ich das nicht da das verdammt hohe drücke zur folge hat.
     
  13. schwesterspz

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    nein.kannst glauben.was habt ihr für drücke?
     
  14. schwesterspz

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    als ich in der dialyse anfing,dachte ich das ist normal.bis die ersten gäste kamen u die alle max 300 ml/min fahren
     
  15. Bluestar

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    17 G kann nicht sein ! Die werden bis maximal 280 genommen...
     
  16. schwesterspz

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    na dann die 15'er.wir habens nicht so mit den größen,bei uns sagen wir immer pink,grün,gelbe oder flexüle
     
  17. Laphroaig1815

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    Das mein ich auch. Und finde da die Drücke schon sehr hoch. Zumindest war es damals bei mir so.
    Gelb bei Fresenius sind 15J... (google hilft) :-)
     
  18. schwesterspz

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    haben keine von fresenius.ich google;)
     
  19. Bluestar

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    Aber ihr seid FACHkräfte ???
     
  20. schwesterspz

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    ja.danke.ich hab's nicht im kopf von welcher firma die sind.haben wir erst gestern drüber gesprochen.hooster oder so ähnlich
     
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