Selbständigkeit als Leiharbeiter?

Morpheus77

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Hallo,

ich arbeite in der Akut-Psychiatrie und neulich kam ein Kollege, den ich noch nicht kannte. Wie sich herausstellte, war er selbständiger Leiharbeiter. Das heißt, er hatte seine Bewerbungsschreiben an verschiedene Unternehmen geschickt, und bietet an, bei Engpässen auszuhelfen. Er sagt, ihm gefalle das sehr gut, weil er flexibel arbeitet, viele neue Leute kennenlernt, und auch noch weitaus mehr verdient als wäre er normal angestellt...

Wer hat Erfahrungen in dem Bereich? Er war nämlich etwas abweisend, da er sich nicht in die Karten schauen lassen wollte...:fidee:
 

Mic1708

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Hallo Morpheus77,

bin gerade auch auf diesem Weg und möchte mich auch selbständig als Leiharbeiter auf dem Pflegemarkt anbieten. Bin gerade dabei meinen Stundenlohn zu ermitteln, sprich Ausgaben-/Einnahmen-Rechnung. Wo ich zur Zeit noch am recherchieren bin sind die Preise der Leasingfirmen, kommt man nur schwer ran. Denn um auf diesem Markt bestehen zu können sollte man nicht unbedingt teurer als die Konkurrenz sein.
 

Rantje63

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Hallo,
ich bin seit 10 Jahren selbstständige Altenpflegerin in Hamburg. Meine Aufträge bekomme ich von einer Vermittlungsagentur der ich für die Auftragsvergabe, Rechnung schreiben und Mahnwesen einen wirklich sehr geringen Beitrag zahle.

Es bringt mir sehr viel Spaß und ich habe massenweise Aufträge.

Gruss
Rantje63:wavey:
 

bun

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hallo,

ich bin nun sozusagen freiberuflich unterwegs, laeuft aber ueber eine agentur, die mich vermittelt und querfeldein hinschickt, oder es koennte. kann ja immer ablehnen. allerdings geschieht das in england, da gibt es hundert agenturen.

klar man ist flexibel, muss man auch sein und meine agentur hat einen enormen stundenlohn, je nach dem auch wann man arbeitet (wochenende, nachtdienst) und wo man arbeitet (normalstation, intensiv, usw...).

jedoch muss ich auch feststellen, dass ich den hohen stundenlohn auch brauche, da es immer wieder durststrecken gibt und ich daheim sitze und auf arbeit warte.

wenn man glueck hat wird man von der arbeitsstelle direkt wieder gebucht.

ansonsten muss ich sehr spontan sein und auch mal ewige anfahrtszeiten mit einberechnen.

ich probiere es ueber den sommer mal aus und werde mich dann entscheiden ob ich dabei bleibe oder wieder zurueck in mein sicheres arbeitverhaeltnis gehe mit urlaubstagen, krankheitstagen, usw..

weiss nicht, wie das in deutschland so laeuft,
liebe gruesse
bun
 

Trinella

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@Mic1708,

in welchem Bundesland bist du tätig? Davon hängt sehr wahrscheinlich die Preisgestaltung ab.

Ich hatte vor einigen Tagen einen Auftrag im Krankenhaus und zufällig hing dort eine Preisliste verschiedener Zeitarbeitsfirmen, war echt interessant zu lesen.

Pauschal möchte ich mal sagen, für eine examinierte Krankenschwester/Krankenpfleger verlangt eine Zeitarbeitsfirma zwischen 23,00 und 28,00 Euro ohne Zuschläge, ohne Fachqualifikation.

An alle die in Norddeutschland wohnen:

Ich selber habe auch die Zulassung zur freiberuflichen Tätigkeit und würde an dieser Stelle gerne wissen, ob das Interesse da ist, ein Netzwerk für den norddeutschen Raum zu gründen?

Bin gespannt auf hoffentlich viele Antworten.

Liebe Grüße
Trinella:nurse:
 

Mic1708

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@Trinella

Hallo und erst einmal Danke für deine Antwort. Um auf deine Frage zu antworten: ich lebe im Bundesland Rheinland-Pfalz. Ich finde deine Idee echt toll hier einen Aufruf zu starten und evtl. ein Netzwerk zu gründen. Stecke gerade noch in der gesamten Bürokratie fest sprich Steuerberater, Rechtsanwalt, Berufshaftpflicht usw.

Hatte schon allein Theater mit der beruflichen Einstufung ob Freiberufler oder gewerblich. Ich denke, dass sich der Aufwand aber auf jeden Fall lohnen wird. Wie lange machst du das denn schon und wie ist deine Auslastung? Evtl. könnte man ja mal telefonisch Kontakt aufnehmen?

LG Michael
 

Rantje63

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@Trinella:
ich arbeite in Hamburg als selbstständige Altenpflegerin und bin an deinen Vorhaben sehr interessiert.

Gruss
Rantje
 

Fearn

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Sorry, aber auf den ersten Blick erscheint mir das nicht so erstrebenswert. Frage: Was passiert im Krankheitsfall? Wie ist man sozialversichert? Was ist mit Urlaubsansprüchen? Könnte man in Kur fahren? Und so weiter...

Ich bin neben meiner Anstellung als Krankenschwester noch selbstständig tätig. Sobald ich wegen irgendeiner Sache ausfalle, wie z.B. vor kurzem 5 Monate wegen einer größeren OP, kann ich mir die Bezüge aus meiner selbstständigen Tätigkeit klemmen. Das erinnert mich ein wenig daran, daß Mitarbeitern in manchen Bereichen gerne eine Art "Selbstständigkeit" angeboten wurde, die jedoch für den Mitarbeiter nur Nachteile hat. D.h., das Risiko von Krankheit und Urlaub trägt man trotz derselben Tätigkeit alleine.

Haftet man im Insolvenzfall mit seinem Privatvermögen? Wird in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt? Mir fallen dazu eigentlich nur sehr viele unbeantwortete Fragen ein. Zudem sollen in Deutschland noch ca 30% der Kliniken abgebaut werden. Ist man als sogenannter Subunternehmer nicht der erste, der in Fällen von Personalabbau seine Stellung verliert? Das sind alles Risiken die man als Selbstständiger alleine schultern muß. Die Beiträge an die Berufsgenossenschaft betragen z.B. als freischaffende Fotografin schon ca 300 € pro Jahr. Besteht eine Berufshaftpflicht?

Allerliebste Grüße Fearn
 

Rantje63

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Also bei der Berufsgenossenschaft musst Du angemeldet sein und eine Berufshaftpflichtversicherung brauchst Du auch sonst darfst Du nicht arbeiten.

Den Urlaub musst Du dir erwirtschaften, zwecks Krankheit solltest Du gut versichert sein.
Die Ebene Krankenhaus ist nur ein Teil von der Selbstständigkeit, es gibt noch andere Zweige.
 

Fearn

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Hast Du dann mal ausgerechnet, wie hoch die jährlichen Einnahmen sein müssen um auf ein Gehalt zu kommen, mit dem man leben kann? Also ich stell mir das in dem Berufszweig recht schwierig vor und würde mich darauf nicht einlassen wollen. Das kann insbesondere im Krankheitsfall ganz fies ins Auge gehen. Um auf ein Gehalt von 15000€ zu kommen müßte man 40000 € verdienen, damit sich das halbwegs amortisiert und damit man seine Fixkosten decken kann. Wenn man Pech hat, erreicht man diesen Verdienst nicht und dann geht es ans Privatvermögen. Wieviele Arbeitsstunden müßte man dann leisten für dieselbe Arbeit, die ich als Angestellter als "Tariflohn" erhalte ohne mir Sorgen machen zu müssen, ob ich im nächsten Monat etwas in den Kochtopf schmeißen könnte? Zudem kenne ich mittlerweile die Zahlungsmoral einiger Leute und das bricht einem unter Umständen das Genick. So ein Schritt will gut überlegt sein.

Allerliebste Grüße Fearn
 

Rantje63

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@Fearn: ich bin seit 10 Jahren selbstständig als Altenpflegerin und kann mich vor Aufträgen im Moment gar nicht retten.

Natürlich geht die Urlaubszeit auch mal zu Ende, dann nehme ich auch etwas längere Anfahrtswege oder nicht so lukrative Aufträge an.

Das mit der Zahlungsmoral stimmt, dafür habe ich eine Agentur die regelt dieses für mich ich zahle einen ganz kleinen Betrag an sie.

Und es gab bei mir auch schon mal 1 ganzes Jahr wo es sehr wenig Aufträge gab. Dies ist aber das Los der Selbstständigkeit.
 

Mic1708

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Hallo Rantje63,

mich würde interessieren was man als Selbständiger in der Stunde verlangen kann bzw. was bezahlen die Unternehmen an dich in der Stunde? Wie Hast du dich versichert und was mußt du an die Berufsgenossenschaft bezahlen? Bist du als freiberuflich eingestuft vom Finanzamt oder musstest du dich gewerblich anmelden? Ich finde das Thema Selbständig in der Pflege recht interessant und freu mich schon auf deine Antwort. So dann wünsche ich dir ein schönes Wochenende bzw. einen schönen Sonntag.

LG Michael
 

Trinella

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@Fearn,

deine ganzen Fragen und Zweifel sind berechtigt. Wer ein hohes Mass an Sicherheit benötigt, dem würde ich auch davon abraten, ebenso jeder alleinerziehenden Mutter, wo ein finanzstarker Hintergrund ist.

Urlaub? Sicher, der muss gemacht werden je nach Auftragslage und Reingewinn. Auch alle Sozialleistungen müssen allein getragen werden.

Es werden sicher auch solche Aufträge angenommen, die man nicht so gerne machen möchte, wenn die Auftragslage schlecht ist, alles nicht von der Hand zu weisen und flexibel sein.

Ich stimme dir auch darin zu, das die Krankenhäuser immer mehr Personal abbauen, hoffentlich bleibt es auch so. Die Krankenhäuser sind zunehmend in privater Hand, werden von den Städten und Gemeinden verkauft, weil sie die Kosten nicht mehr tragen wollen. Privatunternehmer wie Asklepios und wie sie alle heißen sind aber keine Sozialeinrichtungen, sondern haben in erster Linie den Verdienst im Auge. Auch für diese Unternehmen steht die Wirtschaftlichkeit an oberster Stelle.

Ein(e) Krankenschwester/Krankenpfleger, der bei der Stadt oder Gemeinde angestellt ist, der sollte dort auch bleiben, der sitzt noch relativ sicher. Sobald aber ein privater Träger sich einstellt, wird Personal innerhalb der nächsten 2-5 Jahre entweder betriebsbedingt entlassen oder erhält einen Haustarif, der mit Sicherheit völlig anders aussieht.

@Rantje63,

ja, du musst dich selber krankenversichern, haftplichtversichern (Berufshaftpflicht), nein, Krankenpflege ist kein Gewerbe, sondern ein sogenannter Katalogberuf, wie Anwälte, Ärzte, Krankengymnasten usw.

Wirst du nur krankenpflegerisch tätig, entfällt die Umsatzsteuer, die wird aber dann fällig, wenn du z.B. einem Patienten das Essen kochst, die Wäsche in Ordnung hältst oder die Wohnung säuberst, also hauswirtschaftliche Dinge verrichtest, dann wird die Umsatzsteuer fällig und du musst zwei verschiedene Buchführungen machen.

Mein Grundgedanke für ein Netzwerk ist der Erfahrungsaustausch unter Kollegen, jeder arbeitet auf eigene Rechnung, ist man selber mal verhindert durch Krankheit oder andere Umstände, dann hat man Kollegen, an die man den Auftrag weitergeben kann.

Im Prinzip eine Zeitarbeitsfirma, die aus freiberuflichem Pflegepersonal besteht, alle arbeiten auf eigene Rechnung. Ob es machbar ist, kann ich selber noch nicht sagen, aber das wäre so die Idee.

Freue mich auf weitere Postings

Liebe Grüsse
Trinella
 
I

ITS-Micha

Gast
Hallo Trinella! Deine Idee eines Netzwerks finde ich klasse :up:! Bin ebenfalls freiberuflich als Fachpfleger Intensiv tätig und mache bundesweit Heimbeatmung sowie ITS im Krankenhaus. Da ich auch Aufträge in Norddeutschland hab, finde ich Deine Idee klasse und vielleicht kommen wir mal in Kontakt deswegen. An dieser Stelle liebe Grüße an Rantje, paßt inzwischen alles und ich meld mich demnächst mal bei Dir :wavey:. LG Micha
 

Rantje63

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@Mic1708: Hallo ich habe deine Fragen gelesen, habe im Moment nur sehr wenig Zeit. Könnte ich die Antwort dir übermorgen vermitteln? Wäre sehr nett von Dir.

Gruss
Rantje
 

Rantje63

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Hallo Mic1708,
jetzt kommen die Antworten:

Versicherung: Krankenversicherung, Haftpflicht, Berufshaftpflicht, Rentenversicherung und Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft.

Berufsgenossenschaft: Anmeldung als selbstständige Pflegekraft ohne Angestellte im Jahr ca. 200 Euro

Finanzamt: Freiberuflich ohne Gewerbeschein, sonst musst Du Gewerbesteuer zahlen.

Einkommen kommt per Mail.

Gruss
Rantje
 

beatrixmail

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Hallo Rantje,

Ich fange am 1.12.09 auch an selbstständig tätig zu sein in Berlin. Ich habe hier eine Vermittlungsfirma und es sieht so aus, als ob es sehr gut läuft. Mich würde natürlich auch interessieren, wieviel diese Vermittlungsfirma für mich an Provision bekommt. Ich soll mich jedenfalls nicht unter 25 Euro anbieten und als OP-Krankenschwester (was ich wahrscheinlich machen werde) nicht unter 30 Euro.

Wie ist es bei euch anderen weitergegangen? Habt ihr schon ein Netzwerk gegründet?

Beatrix
 

Mecky

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Hallo ihr Freiberufler,

könnt ihr mir bitte sagen, wie und wo man die Zulassung zur freiberuflichen Pflegetätigkeit bekommen bzw. beantragen kann? Was muss man als allererstes machen, gibt es Bedingungen oder Voraussetzungen, um die Selbstständigkeit als Leiharbeiter zu führen?

:roll:

Danke!
LG Mecky
 

beatrixmail

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Hallo Mecky,

man braucht keine Zulassung zu beantragen. Man teilt dem Landesamt für Gesundheit und Soziales und der Berufsgenossenschaft mit, ab wann man selbstständig tätig ist. Dann muß man noch alle Versicherungen abschließen, siehe oben und dann kann es losgehen. Ich finde es für mich am Anfang erst einmal gut, dass ich eine Vermittlungsfirma habe, die die Aufträge für mich organisiert. Ich kann nächste Woche mehr schreiben, was ich so alles erfahren und in die Wege geleitet habe.

beatrix
 

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