Schwieriger Patient

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Antonia78, 29.09.2009.

  1. Antonia78

    Antonia78 Newbie

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    Habe momentan tierischen Stress mit einem Pat. in meiner Tour..:
    Habe vor ca. sechs Monaten eine neue Tour (vertretungsweise-> Neueinstellung) übernommen, in der sich ein Pat. befindet vor dem es mir und meinen Kollegen graut.
    Aufgrund seiner Aphasie ist er nicht mehr in der Lage sich adäquat zu artikulieren....
    Bis vor einem Monat war er sehr aufwendig in der Pflege (Zeitaufwand ca. 60 min); jede einzelne Körperpartie sollte doppelt u. dreifach gecremt und gewaschen werden...nachdem ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht meine PDL ansprach, ist der Pat mit den Modulen erhöht worden u. muss jetzt somit mehr bezahlen...
    Seitdem habe ich bei dem Pat (der eh schon schwierig ist) "einen schlechten Stand", er treibt mich trotz seiner Sonderwünsche an schneller zu arbeiten, passiert das nicht gibt er undefinierbare Laute von sich oder gestikuliert wie wild herum; erst möchte er die Beine gewaschen haben, mache ich das dann meckert er etc...
    Seine Frau hat sich letzte Woche bei mir beschwert, O-Ton: "Nur weil Sie so langsam arbeiten müssen wir jetzt mehr bezahlen".
    Nach einsicht der älteren Tourenpläne u. Rücksprache mit den Kollegen, braucht jede Pflegekraft den Minutenwert (manchmal sogar noch mehr) den ich benötige...
     
  2. Josefine13

    Josefine13 Stammgast

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    ich empfehle Dir Deine PDL noch einmal in Kenntnis zu setzen und um ein klärendes Gespräch zu bitten.
    Wenn alls nichts nützt, bitte um eine andere Route.
     
  3. Antonia78

    Antonia78 Newbie

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    ...meine pdl weiß bescheid, aber sein statement ist : "wenn die pat/ang. ein problem haben, sollen sie sich melden"...touren werden wegen schwierigen pat. generell nicht geändert u. auch die kollegen haben wahnsinnige schwierigkeiten mit dem pat
     
  4. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    ufff,keine schöne Situation!!
    ich werde mal die Gedanken in Worte fassen,die mir zu diesem Thema spontan einfielen:
    -Frage:warum ist die Frau nicht in die Pflege miteinbezogen??Würde sie mithelfen(wollen),wäre der ganzen Situation etwas der Wind aus den Segeln genommen.(man stelle sich nur vor:die PP kommt zur Körperpflege und die Ehefrau steht mit ständigem Blick auf die Uhr dahinter...fuuuuurchtbar)
    -das "Kopf in den Sand" von Eurer Stationsleitung finde ich nicht korrekt-er sollte das Gespräch mit der Ehefrau und Patient suchen-oder auch:ist der Ehefrau mal vorgeschlagen worden sich zu beschweren??
    auch sollte sich Eure Leitung darüber im klaren sein,daß für €1000 im Monat gerne eine osteuropäische Pflegekraft die Pflege übernimmt-egal wie wir jetzt darüber denken!
    -Ich selbst komme immer gut damit klar,Probleme offen und ohne Blatt vor dem Mund anzusprechen und genau dazu gehört Deine Leitung stützend neben Dich-ihr solltet das Gespräch mit dem Pat suchen....:streit:
    -man könnte von positivem Krankheitsgewinn sprechen,wiederum:was bleibt diesem Pat noch??Ihr seid die Einzige Abwechslung in seinem Alltag,alle Wut und Traurigkeit über seine Situation bekommt ihr ab.
    Vlt.könnte man noch den Hausarzt einbeziehen...im Krankenhaus würde man in so einer Situation mit wehenden Fahnen den/die Psychotherapeut/Ergotherapie/KG ( :-) das volle Programm)zu ihm schicken-vlt kann man so noch etwas für ihn tun??
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das Zitat habe ich hier im Forum schon mal verwendet. Und ich denke, es passt auch bei diesem Beispiel.

    Wie kommt man da raus?
    These- Teufelskreis: er hat eine ganz bestimmte Erwartung an Pflegekräfte (entsteht biographisch): unwillig, an seinen Bedürfnissen nicht interessiert, alle Schuld ihm zuweisend. Jetzt kommst du und findest einen Pat. der sich nicht artikulieren kann und du gibst dein Bestes. Wir sind so sozialisiert worden, dass wir stets von den eigenen Lebensvorstellungen ausgehen und diese als Maß der Dinge sehen. Du erfüllst in seinen Augen also ein Klischee: du bietest ihm etwas an, er nimmt es an, weil er glaubt so muss es sein. Der Kresi schließt sich, indem jeder immer den (Fehl-)Erwartungen des anderen entspricht.
    These- Verlust der Rollenidentität: Ein Mann ist der Herr im Hause. Er ist für die Familie verantwortlich. Er ist der Ernährer der Familie.
    Und jetzt? Er kann nichts mehr sagen. Er ist abhängig. Und, ganz besonders schlimm, er verursacht Kosten.

    Mein Vorschlag würde Zeit kosten. Ich weiß, dass das nicht en vogue ist- aber vielleicht kann man das Problem doch zur Zufriedenheit aller lösen.
    Erkundige dich, ob der Pat. noch Sprachtherapie bekommt. Wenn ja, dann hol die Sprachtherapeutin ins Boot für eine anständige Anamnese und ein korrekte Absprache mit allen Betroffenen- also auch mit ihm.
    Gibts keine Sprachtherapeutin, dann musst du wohl oder übel kreativ sein. Beim Anamnesegespräch musst du herausbekommen, wie er sich früher gepflegt hat- was ihm wichtig war. dabei ist er der erste Ansprechpartner. Fragen müssen also so gestellt werden, dass er sie mit ja oder nein beantworten kann. Die Ehefrau kann hinterher bestätigen, sollte aber nicht als erster reden und dem Mann sozusagen die Antwort aus dem Mund nehmen. Rollenverschiebung beachten- manche Ehefrauen sehe in ihren pfelegbedürftigen Ehemännern den späten ersatz für ihre mittlerweile erwachsenen Kinder.

    Diese Anamnese sollte nicht von der PDL gemacht werden, sondern von der "Bezugspflegenden" um ein Vertrauen aufzubauen. Und es sollte auch nicht im Rahmen der Tour gemacht werden, sondern einen Extratermin haben. Angelegntlich diese Termins würde ich dann einsteigen mit: dass man selber den Eindruck habe, dass die Pflege nicht ganz so den eigentlichen Wünschen von ihm entsprechen und das man gerne eigentlich in seinem Sinne handeln möchte.

    Und um es nicht zu verschweigen- es gibt Leuts die sind vom naturell Choleriker und mussten dies ein lebenlang unterdrücken und sehe jetzt dei Zeit gekommen, es nicht mehr unterdrücken zu können oder wollen. Aber auch diese Problem würdest du in einem vertraulichen Gespräch erfahren.

    Vielleicht kommt ihr ja doch noch zu einem, für alle Beteiligten, guten Ergebnis... und wenn alles nix hilft... dann siehe oben das Zitat.

    Viel Glück

    Elisabeth
     
  6. Antonia78

    Antonia78 Newbie

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    ...aaalsoo:
    - der pat bekommt 3xwö KG und 3x wö Logopädie
    - seine Ehefrau wird genauso (schlecht) von ihm behandelt wie die PK
    - Biographisch bleibt zu sagen, dass er bei der Bundeswehr war und dort auch als "schwierig" bekannt war
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Trotzdem: setz ihm keinen Stempel auf, dafür bist du eine professionelle Fachkraft. Vorurteile pflegen sollte nicht unsere Aufgabe sein.

    Hol dir die Logopädin ins Boot.

    Außerdem ganz wichtig: geh offen mit dem Pat. um. Das bedeutet auch, dass du ihm signalisierst, dass er dich nicht treffen kann mit seinen Unmutsäußerungen. Also: darauf achten, dass die Gesichtsmimik nicht entgleitet. *g* Ist manchmal mehr als schwer- ich kenne das- aber es lohnt sich auf längere Zeit gesehen fast immer.

    Elisabeth
     
  8. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Pat artikuliert irgendwie, undefinierbare Laute, wild gestikulierend
    Pat kann aber auch deutlich machen was er will
    da er ja irgendwie sich äußern kann, kann er eigentlich auch mit Ja/Nein kommunizieren - auf welche Weise auch immer.
    Pat. unzufrieden weil pflegebedürftig und sprachlich extrem eingeschränkt, Ehefrau unzufrieden weil Situation für sie bescheiden und die restlichen 23 Stunden am Tag, wenn ihr nicht da seid auch kein Spaß sind.
    Wie kommt die Ehefrau zurecht wenn ihr nicht da seid?
    Beide mit ihrem Leben unzufrieden....?
    Brauchen Ablassventil, erste Wahl: Der ambulante PD, bestens.

    Ihr könntet euch solidarisieren um beiden klar zu machen, dass es so nicht weiter geht und um einen Gesprächstermin bitten, wegen Differenzen (..) - mindestens 2 PK sollten teilnehmen und die Leitung und ihr solltet Euch vorher - genauestens - überlegen welche Punkte gesagt werden müssen, um immer sachlich argumentieren zu können....
    ....warum sollte man auch nicht erwähnen, dass man es in Erwägung zieht die häusliche Pflege an einen anderen ambulanten Dienst zu übergeben (vielleicht hart aber so als letztes???) sollte es nach dem Gespräch - in absehbarer Zeit - zu keiner Verhaltensänderung kommen, wurde darüber bereits nachgedacht?

    Nachdem du weißt, dass die Kollegen vorher auch sooooo viel Zeit gebraucht haben, hast Du das auch gegenüber dem Pat./der Ehefrau gesagt?
    Für die scheinst Du ja nur die noch schlimmere zu sein, eben weil du dafür gesorgt hast, dass sie mehr bezahlen müssen, seit wann wird der Pat. vom PD betreut? Jahre?

    Du wolltest Ideen, nu denne,
    muss jetzt dringend weg.
     
  9. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    da wäre noch was, beim Autofahren sollte man zwar an nix anderes denken, aber....
    Zeit hat "Dein" Ehepaar ja genug...
    ....sie sollen doch mal gemeinsam einen Plan erstellen wie was wann und wo gemacht werden sollen, exakt, gaaaaaaaaanz genau....
    ...von der ersten Maßnahme bis zur letzten, zur Orientierung ihrer Wünsche und zur Orientierung und Koordination für Euch....
    ....was ist machbar, was nicht.....
    ....dann könnte man das ganz genau so einüben ohne davon abzuweichen....
    .....vielleicht kommt's ja von der Zeit hin, falls nicht, müssen beide sich überlegen, was geändert werden soll.
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie kompetent ist die Ehefrau im Umgang mit der Einschränkung ihres Mannes? Wie erlebt sie die Abhängigkeit? Und wo sieht sie ihre Aufgabe in der Betreuung? Bleibt da noch Platz für seine Wünsche?

    Elisabeth
     
  11. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Ich denke auch - aus eigener Erfahrung - , dass man nur in einem gemeinsamen offenen Gespräch, ohne Vorwürfe (was schwierig ist, zumindest seitens der Ehefrau und des Pat.), die Zukunft zum Guten ändern kann.
    Wie Elisabeth schon schreibt, häufig sind es falsche Erwartungen und Missverständnisse, die immer zwischen Pflegekraft und Pat. + deren Angehörige bleiben werden, auch unbewusst, bis man sie aus dem Weg räumt.
    Ich kenne das Gefühl sehr gut: Unzufriedenheit, Vorwürfe, Missverständnisse, Aggressionen. Eigentlich wünscht man sich, dass der Patient es überhaupt gar nicht verdient hat, weiter gepflegt zu werden.

    Ich hatte irgendwann mal eine "Erkenntnis", die ich mir zuvor unter all dem Zeitdruck und Stress in der ambulanten Pflege nie eingestanden habe: man muss den Pat. und die Angehörigen einfach auch mal richtig verstehen. Ich habe mir einfach neue Wege und Strategien ausgedacht, mit denen ich selbst bei den schwierigsten Patienten zurecht kam. Erstaunlich.
    Zunächst muss man sich in die Lage des Patienten versetzen, und auch in die Lage der Angehörigen.
    Dann muss man heraus finden, was tatsächlich hinter den Vorwürfen steckt. Vielleicht haben sie ein ernsthaftes finanzielles Problem bekommen.
    Man darf sich auf keinen Fall von den negativen Emotionen anstecken oder treffen lassen, aber was ganz wichtig ist: zeige trotzdem Verständnis. Nimm die Anliegen ernst. Stelle Dich auf die Seite der Pat. und Angehörigen, aber zeige auch Deine Grenzen. Das heißt nicht, dass Du Deine Einstellung und Meinung vehement verteidigen musst, das geht wieder nach hinten los.
    Und erarbeitet gemeinsam eine Lösung. Hole Pat. und Ehefrau ins Boot und hört auf, gegeneinander zu arbeiten.
    Eigentlich sind das Dinge, die selbstverständlich sein sollten. Aber die Praxis zeigt: die meisten möchten rasch die Tour fertig haben und meinen und haben keine Zeit für diese Dinge.
    Oft hilft bei ganz verstrickten Fällen eine kurzfristige Vertretung.

    Zugegeben ist das alles leichter geschrieben als getan, und aus der Ferne lässt sich das insgesamt schwierig zu beurteilen.
    Es gibt natürlich auch Pat., bei denen man wirklich eine Kündigung überlegen muss. Ich glaube aber, dass das in diesem Fall nicht nötig sein wird.

    LG
    Trisha
     
  12. Antonia78

    Antonia78 Newbie

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    ...unsere Aufgabe ist es aber biographisch zu arbeiten um daher den Weg zu finden den Pat. leichter zu verstehen...Ergo: Wenn er jahrelang bei der Bundeswehr in einer Leitungsposition gearbeitet hat, kann der Umgangs(ton) auch im Privatleben mal etwas "rauer" sein...
    Lt. Tochter hat in der Ehe auch nie eine Kommunikation auf "Augenhöhe" stattgefunden, immer wäre ihre Mutter von ihrem Vater untergebuttert worden.


    Die Ehefrau ist chronisch überlastet, er ruft den ganzen Tag nach ihr...ich habe ihn gerade versorgt, da ruft er schon dass er sein Frühstücksei haben möchte...hat das Ei nicht die Konsistenz die er sich wünscht zeigt er ihr einen Vogel. Alle Hilfsangebote unseres Pflegedienstes hat sie bisher abgelehnt...


    Der Ehemann rastet auch (oder gerade) regelmässig aus wenn er von seiner Ehefrau versorgt wird, bzw. sie ihm die Haare wäscht.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Keinen Stempeö aufsetzen bedeutet: alle Infos werden wertneutral aufgenommen. Du bewertest aber und steckst ihn damit in eine Schublade.

    Nochmal: Kontakt aufnehmen. Logopädin miteinbeziehen, gemeinsame Absprache der Leistungen. Und gemeinsam meint hier: der Pat. bestimmt wos lang geht und du zeigst deine Grenzen auf.

    Elisabeth
     
  14. Antonia78

    Antonia78 Newbie

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    Der Prozess der Informationserfassung ist wertneutral geschehen; der Prozess der Informationsverarbeitung (den Pat verstehen) im Pflegealltag aber ein anderer.

    Du meinst sicherlich das bewerten u. einschätzen eines Menschen, dass wie ich in meinem Studium der Pflegewissenschaften gelernt habe, automatisch geschieht und nicht unterdrückt werden kann...

    Der Kontakt zu den Therapeuten findet einmal wö und bei Bedarf statt..
    Die Absprachen sind wie ich schon geschrieben habe gemeinsam erfasst worden.



     
  15. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Wenn der Patient schon "immer so war", dann wird er es wahrscheinlich zeitlebens bleiben. Eigenarten manifestieren sich im Alter und mit zunehmender Multimorbidität. Davor sind wir alle nicht gefeit.
    Pat. und Ehefrau stecken in einer schwierigen Situation. Hinter Vorwürfen wie "Sie arbeiten zu langsam, deshalb zahlen wir zu viel" steckt auch ganz viel Hilflosigkeit, Traurigkeit, Wut. Also sehr viel negative Emotion und Energie.
    Wenn Du jeden Tag auf´s Neue, ebenfalls mit negativer Energie und negativen Emotionen beladen, Dich in die Höhle des Löwen begibst, ist es nicht mehr als verwunderlich, dass keine positive Stimmung entstehen kann.
    Du kannst da alleine nicht raus kommen, Ihr braucht einen Dritten, der vermitteln und die verstrickte Situation klären kann.
    Es ist nur schade, dass die PDL das offenbar nicht als "Problem" sieht.
    Aber es gibt sicher eine Lösung. Alternativ kannst Du Dir einen Lösungsvorschlag von der Ehefrau erörtern lassen, so erfährt Sie auch, dass Sie an dem Geschehen aktiv beteiligt ist.
    Es ist schwierig, wenn man die Menschen und die Situation nicht persönlich kennt. Vor allem, weil Du selbst ja auch der Situation hilflos gegenüber stehst und wir Dich hier mit "guten Ratschlägen" überschütten.

    LG
    Trisha
     
  16. Antonia78

    Antonia78 Newbie

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    ...genau das ist meine Meinung, dass seine Verhaltensweisen (auch im Umgang mit seiner Ehefrau) manifestiert sind...
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du sollst ihn nicht verändern, dass als Pflegeziel: situativ angepasster Pat.- wird nicht gelingen.
    Wertneutral kann man auch in einer Pflegesituation sein, indem man ihn nicht als "Schwierig" abstempelt, sondern ihm zugesteht, dass er anders reagiert auf die Pflegeangebote als Pflegekraft es sonst gewöhnt ist: er verweigert Wertschätzung und fordert dafür ständig.

    Es ist und bleibt ein Kommunikatiosnproblem, dass offensichtlich aug beiden Seiten zu falschen Vorstellungen führt und damit zu immer neuen Mißverständnissen... aber das ist sicher nichts neues für dich- wurde im Pflegewissenschaftsstudium im Rahmen der Kommunikationspsychologie sicher besprochen.

    Elisabeth
     
  18. Antonia78

    Antonia78 Newbie

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    ...kommunikationspsychologisch bleibt dazu zu sagen, dass es auch Menschen/ Pat. gibt die Situation absichtlich verkehrt interpretieren um dann dementsprechend negativ darauf reagieren zu können--> druck ablassen...

    hätte ja auch zum besseren verständnis den titel wählen können:
    "situativ anders reagierender pat"
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie gesagt: Mit dieser Wertung und dein Wunsch nach stets zufriedenen und dich wertschätzenden Pat. - das wird nix.

    Wenn du nach reiflicher Überlegung und nach allen Infos zu diesem Ergebnis gekommen bist, dann löse dich von der Wertung. Dein Auftrag: alle müssen glücklich sein, wenn ich sie gepflegt habe- mag ein Auftrag deines AGs sein... kann aber nicht dein Anliegen sein, weil unerfüllbar.

    Professionell ist auch seine Grenzen zu erkenen und zu akzeptieren. Hier bleibt dir demzufolge nur: abgrenzen und dies auch dem Pat./ der Ehefrau gegenüber deutlich machen. Korrekt nach arbeiten. Zwischenfälle und Mißverständnisse zeitnah dokumentieren und PDL involvieren gemäß dem Satz: Steter Tropfen höhlt... .

    Elisabeth
     
  20. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    könnte man der Ehefrau nicht eine Erholungszeit empfehlen, der Hausarzt sollte ebenfalls die chronische Überlastung der Ehefrau sehen und ....
    .... den Ehemann, da ja Pflegestufe besteht, für die ihm zustehende Zeit pro Jahr in eine Kurzzeitpflege geben um ihr mal etwas Ruhe zu gönnen, könnte man sie davon überzeugen? Sollte sie selber mal ernsthaft erkranken muss sie sowieso diesen Schritt unternehmen alleine kann er ja nicht zu Hause bleiben, jünger und fitter wird sie auch nicht mehr.
    Auch wenn das warscheinlich einen mords Terz (schreibt man das so??) gibt, hilft es vielleicht - glaub kaum dass in einer KZP so läuft wie zu Hause.
    Ob der Mann sich jemals ändert? Solange es über den Verstand läuft - vielleicht. Sollte das aber nicht mehr möglich sein, hirnorganische Veränderungen, Depressionen... aufgrund des Hirninfarkts, Verstärkung des negativen Charakters durchs Alter, dann wird wohl eher wenig zu ändern sein.
    Neuropsychologe, Psychiater, wurde der Patient jemals da vorgestellt?
    Auch wenn man den Charakter nicht verändern kann, könnten die richtigen Medikamente auch eine kleine Hilfe sein.
    Auch wenn's bös klingen mag, eine leichte Sedierung würd wohl keinem schaden.:evil:

    Auf Dauer einen Menschen zu betreuen, der mir kontinuerlich seine Wertschätzung verweigert, mich ausschließlich herumkommandiert wie beim Militär, der ständig wegen irgendeiner Kleinigkeit ausflippt, fast nicht zufriedenzustellen ist, da brauchste Nerven wie Drahtseile, das könnt ich - nicht.
     
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