Schwierige Angehörige

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Clexane, 29.01.2011.

  1. Clexane

    Clexane Newbie

    Registriert seit:
    10.09.2006
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    wir haben auf unsere Station einen sehr schwierigen Patienten liegen. Er ist nicht dement, aber er ignoriert alles was wir ihm sagen.
    Er hat eine ausgeprägte COPD und kann kaum noch selbstständig laufen. Er muss eigentlich 22h am O2-Gerät hängen, aber das macht er nie.

    Dann musste natürlich passieren, was wir schon befürchtet hatten, der Patient stürzte, während die Tochter zu Besuch war.
    Ich habe den Patienten 2 Tage vorher stationär aufgenommen und es der Tochter schon angesehen, das sie auf alles haargenau aufpasst.

    Ich und ein Kollege haben den Patienten sofort aufgehoben und wieder ins Bett gelegt, O2 angelegt und eben gesagt, das er doch bitte klingeln soll, wenn er aufstehen möchte, da es eben alleine nicht mehr geht.

    Dann kam von der Tochter eine Antwort, die ich leider nicht mehr zusammenbekomm, weil ich kurz vor´m Explodieren war :angryfire::angryfire::angryfire:.
    War in etwa sowas, Warum können sie sich nicht richtig um meinen Vater kümmern, so was habe ich noch nie erlebt. Mein Vater muss SOFORT auf´s WC und nur solche Sachen.
    Wir haben versucht ihr alles ruhig zu erklären, aber sie wollte nichts hören

    Wir haben zur Zeit 10 schwere Pflegefälle und 6 leichtere. Der Rest sind "normale" Leute, 32 Patienten insgesamt und gerade mal 7-8 Pflegende. Egal.

    Was kann man in so einem Fall zu Angehörigen sagen, die nicht merken, wie es zur Zeit in den Pflegeberufen aussieht.
    Ich muss noch dazu sagen, das diese Angehörige schon bekannt im Haus ist, da sie sich oft beschwert und auch das Haus schon einmal verklagen wollte.

    Das musste ich erstmal loswerden.
     
  2. Ulli86

    Ulli86 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    30.05.2007
    Beiträge:
    35
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits-und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere
    Funktion:
    Pflegefachkraft
    Hallo Clexane

    Ja sowas gibt es, Angehörige die mehr arbeit machen als die eigentlichen patienten.:angry: Da kann ich im moment auch ein Lied von singen. wir haben im moment viele onkologische Patienten,die Angehörigen sind da auch sehr schwierig. Ebenso bei Dialysepatienten.
    Nur frag ich mich warum der Patient gestürzt ist während die Tochter dabei war? Hat sie ihren Vater so laufen lassen obwohl sie weiß das er nicht alleine zur Toilette kann? Wichtig ist immer alles zu dokumentieren. Dass du z.B. den Pat. mehrfach darauf hingewiesen hast nicht alleine aufzustehen und zu klingeln wenn er etwas möchte..
     
  3. josie16

    josie16 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    10.01.2011
    Beiträge:
    50
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Clexane!
    Ich sehe es genauso, die Dokumentation muß geradezu pingelig geführt werden.
    Außerdem kann man der Tochter sagen, daß sie sich bei der Krankenhausleitung beschweren kann. Da sie anscheinend im Haus schon bekannt sind und ihr euch nichts vorzuwerfen habt, hat das für euch als Station keinerlei Konsequenzen.
    Die Tochter muß dann allerdings erklären, wie es sein kann, daß der Vater in ihrer Anwesenheit stürzt.
    Außerdem hat man so die Möglichkeit, der Krankenhausleitung einmal zu zeigen, daß schlicht weg zu wenig Personal eingesetzt ist.
    Allerdings muß man sich im klaren sein, daß man diesem Fall wahrscheinlich sowieseo nichts "recht machen kann".
    Für den Patienten wäre ja eine Sitzwache notwendig, damit sofort jemand für ihn da ist, das würde ich der Tochter vorschlagen, allerdings müßte sie diese "Sonderbehandlung" bezahlen.
    Leider gibt es solche Menschen überall, da muß man sich nur selber klarmachen, daß es gar nicht möglich ist, sie zufrieden zu stellen, sie werden immer ein "Haar in der Suppe finden".
     
  4. monaluna

    monaluna Poweruser

    Registriert seit:
    02.10.2006
    Beiträge:
    971
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Krankenschwester RN
    Was Josie schrieb, ist ein sehr guter Tip.

    Die Reaktion der Tochter ist auch nur ein Mechanismus, sie kann viell. mit der ganzen Situation nicht umgehen, macht sich selber Vorwürfe weil ihr Vater hingefallen ist, als sie im Zimmer war! und da sie sich ja schlecht selbst die Schuld geben kann, sucht sie halt einen Schuldigen.


    Vor Angehörigen mit Personalmangel zurechtfertigen, finde ich immer sehr schwierig. Denn mich als Angehöriger intressiert es nicht, warum was passiert ist, sondern ich will das mein Angehöriger vernüftig versorgt wir.
     
  5. Polly*

    Polly* Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    27.01.2011
    Beiträge:
    61
    Zustimmungen:
    0
    Was wahrscheinlich daran liegt, dass die Patienten schwer krank sind und teilweise mit dem Leben ringen? Ich bin auch Angehörige eines Dialysepatienten, das ist nicht leicht. Allerdings hab ich mit den Schwestern/Pflegern keine Probleme, hab eher immer Angst, dass ich im Weg bin, wenn ich mal zu Besuch bin. Bisher hat keiner was gesagt, im Gegenteil, mit manchen komme ich sehr gut klar.
    Kann mich erinnern, dass sich mal ein Pfleger über die ganzen furchtbar anstrengenden Dialysepatienten bei mir beschwert hat - fand ich nicht so schön. Klar kann es stressig werden, das konnte ich auch schon beobachten, aber die Patienten sind eben auch in einer sehr besonderen Situation - wenn ich dreimal die Woche an die Maschine müsste, wäre ich auch ungenießbar...
     
  6. monaluna

    monaluna Poweruser

    Registriert seit:
    02.10.2006
    Beiträge:
    971
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Krankenschwester RN
    das ändert sich erst, wenn man selbst in der Situation war einen Lieben auf Station, auf Intensiv oder in der Onkologie gehabt zuhaben, da sieht man die Welt mit anderen Augen.
    Denn wenn das eigene Leid gross ist, ist es schwer auch noch auf andere zuachten, gilt übrigens auch für Pat., wir verlangen häufig unmögliches von ihnen, sie sollen Rücksicht auf die anderen Pat. und uns nehmen.....
    leider Gottes, bekommen häufig die lieben und hoch engagierten Schwestern und Pfleger den Ärger ab.
    Ich sage mir jeden Tag ich kann nach 8 h gehen und mein Leben ist wieder einigermassen normal, aber unsere Patienten ( deshalb hasse ich das Wort Kunde, ein Pat. ist kein Kunde, er hat sich die Situation nicht ausgesucht . Von einem Kunden verlange ich das er freundlich ist, von meinen Pat. nicht) müssen mit dieser Situation ein Leben lang klarkommen, und da kann schon etwas was in unseren Augen ja nur halbsoschlimm ist, in deren die Welt kosten.
     
  7. Ulli86

    Ulli86 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    30.05.2007
    Beiträge:
    35
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits-und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere
    Funktion:
    Pflegefachkraft
    Sehr schön gesagt.
    Man versucht natürlich alles erdenkliche für den Pat.zu tun,als Angehöriger natürlich noch umso mehr.
    Man muss sich natürlich auch nicht alles gefallen lassen. Die Situation hatte eine kollegin vor ein paar wochen noch mit einem "schwierigen pat."
    Dieser wollte sich kein insulin spritzen lassen und hat die nachtschwester samt AVD aus dem zimmer geschmissen. der sohn hat darauf hin einen schönen brief an die PDL verfasst und auf diese unfähigen Pflegekräfte unserer station verwiesen.. :verwirrt:
    Dokumentation ist alles!
     
  8. Clexane

    Clexane Newbie

    Registriert seit:
    10.09.2006
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    0
    Wir Dokumentieren bei uns alles so gut wie alles, was irgendwie später ein Problem werden könnte.
    Wie hatten schon viele solche Leute, aber die schießt echt den Vogel ab.:verwirrt::verwirrt:

    Ich werd mich am Montag mal mit meiner Stationsschwester unterhalten, was ihre Erfahrung dazu meint.
     
  9. Fearn

    Fearn Poweruser

    Registriert seit:
    13.04.2009
    Beiträge:
    742
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenschwester /PA
    Wenn ich bei meiner Mutter in der Klinik zu Besuch wäre und sie stürzt, während ich dabei bin, dann würde ich mich in erster Linie einmal sebst schlecht fühlen. ( sorry) Liegt das daran, daß ich eingefleischte Krankenschwester bin, oder hat das auch noch eine menschliche Komponente?
    Sitz ich da wirklich nur neben und schelle nach der Schwester, wenn mein Verwandter ein Glas Wasser haben möchte, oder etwas angereicht bekommen muß?
    Nun mit dem Elternteil auf die Toilette gehen, das sehe ich ein, daß ist den Kindern nicht zuzumuten. Aber bleibe ich nun sitzen und schau zu wie der Vater hinfällt, oder wie muß ich den Text und die Situation verstehen?

    Das Problem sind häufig auch pflegende Angehörige, die kontrollieren, ob man auch alles SO macht, wie sie das zuhause selbst durchführen.
    Mir wollte letzthin ein Ehemann zeigen, wie man seine 90 kg Frau wie ein Gewichtheber in den Rollstuhl hebt.
    Nach dieser Hebetechnik, wären spätestens am 2. Tag alle Pfleger und Schwestern mit einem Bandscheibenschaden in die Klinik eingeliefert worden. ABER natürlich sollte die Patientin ausschließlich SO in den Rollstuhl gehoben werden.
    Es kommt insbesondere bei pflegenden Angehörigen sehr oft vor, daß die ihre " Techniken" schulen wollen.
    Ich schicke mittlerweile jeden Angehörigen nach draußen vor die Zimmertür, wenn ich in dem Zimmer zu arbeiten habe.
    Das meißte ist unerträglich und revulotioniert alle Pflegetechniken, Kinaesthetik, Bobath usw.
    Manchmal beneide ich tatsächlich das Pflegepersonal früher, die mit festen Besuchszeiten lebten und sich das nicht antun mußten.
    Aber gottseidank sind nicht alle so. Meißtens sieht man das schon auf den ersten Blick, was da folgen wird.
    Ärger dich nicht.
    Bei meiner Mutter sehe ich das so: "So leid mir das tut. Es besteht zuhause, in der Klinik und überall die Gefahr, daß sie stürzen könnte. Man versucht das zu verhindern. Aber leider ist das nicht immer möglich, wenn sie nicht freiwillig im Bett liegen bleibt."

    Ärgerlich war ich 1988 über des Sturz, der meinem Vater das Leben kostete, aber auch nicht mit der Nachtschwester, sondern mit dem Doc, der meinen Vater um 23 Uhr noch von der Intensivstation verlegte nach einer Carotisbypassoperation bei OP Risiko 4, und einer Sturzvorgeschichte.
    Die Nachtschwester hatte 50 Patienten zu versorgen. Vater war ohne Klingel und Urinflasche, marschierte zur Toilette, kollabierte und stürzte auf die Carotisnaht. Er rutschte sofort ins Kammerflimmern und es dauerte 20 Minuten bis das Reateam anrückte. Der Sturz war tödlich.
    Hätte ich mitbekommen, daß mein Vater von der Intensiv noch um 23 Uhr verlegt worden wäre, so wäre ich diese Nacht einfach dort geblieben.( ich arbeitete in dieser Klinik.)
    Das war natürlich bescheiden.
    Das war organistatorischer Blödsinn.
    Liebste Grüße fearn
     
  10. Feli

    Feli Poweruser

    Registriert seit:
    18.08.2009
    Beiträge:
    465
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    interdisziplinäre Intensivstation
    Hallo Clexane,

    das erste, was mir beim Lesen Deines Textes in den Sinn kam, war:

    Der Mann ist erwachsen (und nicht dement) und trifft seine eigenen Entscheidungen. Nur weil er Patient ist, gibt er ja nicht seine Eigenverantwortung an der Pforte ab.
    Wenn es für ihn zu schwierig ist, um Hilfe zu bitten, wird weder eine Sitzwache noch eine Tochter im Zimmer ihn davon abhalten, alleine aufzustehen.

    Weder Du noch die Tochter ist Schuld, dass er gestürzt ist.

    Nur weil er einen eigenen Willen hat, sollte er deshalb nicht gleich als schwierig gelten.

    Pflege muss nicht immer jeden vor allem "beschützen". Dokumentiere, dass Pat. über Sturzgefahr informiert wurde, ihm die Klingel gezeigt wurde, etc. Mehr kannst Du nicht tun - wobei ich finde, dass es schon viel ist, jemanden sein zu lassen, wie er ist...

    LG
     
  11. Marty

    Marty Poweruser

    Registriert seit:
    10.01.2010
    Beiträge:
    1.009
    Zustimmungen:
    12
    Beruf:
    krankenschwester und diplompsychologin
    Akt. Einsatzbereich:
    unavailable...
    @ feli,

    da unterschreib ich jedes Wort.

    Gruß, Marty
     
  12. Pascal84

    Pascal84 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    30.09.2008
    Beiträge:
    89
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Unfallchirurgie
    Seh ich ganz genau so.
    Hier hilft halt nur pingelig zu dokumentieren und das in jeder Schicht. Bei Stürzen sollte ein Sturzprotokoll mit Info an Dienstarzt und PDL erfolgen.

    Wobei ich mich freuen würde mal ne Schicht zu 7t oder zu 8t zu machen :-)
    Wir haben 39 Betten und sind nie mehr als 5, inkl. 1-2 Pflegehelfer und Leiharbeiter.
     
  13. Clexane

    Clexane Newbie

    Registriert seit:
    10.09.2006
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Leute,

    am Wochenende hat Sie wieder etwas losgelassen, da ist schon fast zwanghaft.
    Der Mitpatient musste abführen, weil er am Montag ein Koloskopie hatte. Er ist immer rechtzeitig auf die Toilette gekommen, nur einmal hat er es nicht mehr ganz geschafft und hat etwas Stuhl auf dem Boden und der WC-Schüssel hinterlassen.
    Er hat sich warum auch immer nicht gemeldet. Vom geistigen Zustand ist er auf alle Fälle besser drauf, als der den ich eingangs erwähnt habe.

    Wie auch immer. Die Ehefrau, es war doch nicht die Tochter (geschätzter Altersunterschied 20 Jahre !!!) hat nichts besseres zu tun, als das zu FOTOGRAFIEREN. Anstatt es uns zu sagen, sie sucht regelrecht nach Fehlern. Ich versteh manche Leute einfach nicht.


    Von der Stationsschwester habe ich noch erfahren, das die Ehefrau am WE sogar eine gestandene Schwester aus dem Zimmer geschickt hat. Wir würden alles falsch machen und überhaupt ist hier eine schlechte Pflege,...
    Später hat sie sich aber dann doch entschuldigt, hat wahrscheinlich gemerkt, das das bissl doof war.


    Und was sie noch gesagt hat, ist das sie ja jetzt Beweise für die schlechte Pflege hat (eben das Foto).

    Das musste ich nochmal loswerden.

    Mich würde interressieren, ob ihr auch solche "netten" Geschichten kennt, damit ich weis, das es nicht nur mir so geht.:|
     
  14. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

    Registriert seit:
    27.01.2008
    Beiträge:
    587
    Zustimmungen:
    51
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpfleger; MKDA
    Akt. Einsatzbereich:
    MCO
    Funktion:
    Sicherheitsbeauftragter, BR
    Hey Clexane,

    bei uns gibt es auch ab und zu solche Angehörigen, aber wir lassen uns nicht von denen auf der Nase herumtanzen, immerhin haben wir das Hausrecht, es würde bei uns kein Pflegepersonal das Zimmer verlassen nur weil die Angehörigen das so wollen, eher umgekehrt wir sind da meist recht rigoros. Wenn sich Patienten beschweren wollen dürfen die das sofort machen, wir dikutiren da nicht rum und empfehlen auch jeden wenn sie hier mit der Pflege nicht zufrieden sind können sie ja auch gerne die Klinik wechseln, späterstens da geht den meisten ein Licht auf und sie sind dann immer recht kooperativ.

    Das was Feli gesagt hat unterschreibe ich voll und ganz.
     
  15. twiga

    twiga Newbie

    Registriert seit:
    01.02.2011
    Beiträge:
    1
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Hospiz
    Ich glaube, dass wir als Krankenpflegepersonal anfangen müssen Angehörige nicht als unsere Feinde zu betrachten.
    An meinem jetzigen Arbeitsplatz habe ich gelernt, dass Angehörige Reaktionen zeigen, die nicht immer verständlich sind. Ich stimme zu, dass manche Angehörige auch "schwierig" sind.
    Aber ich halte mir grade in solchen Situation, wo ich die Reaktion so gar nicht verstehen kann immer vor Augen, dass hinter diesem Verhalten die Sorge und die Angst um den Patienten steht.
    Mir hat es geholfen mit Angehörigen entspannter umzugehen.
    Wir versuchen bei uns ganz bewusst die Angehörigen einzubeziehen in der Pflege oder z.B. beim Essen anreichen etc.. Somit haben die Angehörigen etwas zu tun, fühlen sich nicht hilflos und fühlen sich gebraucht.
    Was gibt es schlimmeres als hilflos neben einem lieben Menschen sitzen zu müssen und nichts tun zu können -dasein und aushalten müssen ist wohl eine der schwierigsten Handlungen. Dann kann man auch komische Reaktionen verstehen...

    Ich möchte mit diesem Beitrag nichts runterspielen und gebe zu, dass es schwierige Angehörige gibt.Aber vielleicht hift es ja dem einen oder anderen...
     
  16. Polly*

    Polly* Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    27.01.2011
    Beiträge:
    61
    Zustimmungen:
    0
    Vielleicht ist das die Art der Frau mit der Situation umzugehen. Sie fühlt sich wahrscheinlich hilflos und das ist sie ja auch in dem Fall. Sie ist jung und muss jetzt dabei zusehen, wie ihr Mann stirbt(?). Vielleicht ist das Motzen und Fotos machen ihre Art, der Situation wieder Herr zu werden. Natürlich ist das nicht schön für euch, aber vielleicht könnt ihr versuchen, euch das nicht so zu Herzen zu nehmen.
     
  17. Clexane

    Clexane Newbie

    Registriert seit:
    10.09.2006
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    0
    Ich versuche wirklich ruhig zu bleiben und suche auch das Gespräch mit ihr, aber es ist wirklich schwierig.

    Mal sehen, wie es morgen wird.


    Danke für die Antworten
     
  18. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

    Registriert seit:
    15.09.2006
    Beiträge:
    746
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensiv Studentin (Psychologie)
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    Interdisziplinäre Intensivstation
    Funktion:
    Gerätebeauftragte
    Wir hatten vor kurzem auch so einen Patienten, er machte was er wollte, die Angehörigen nervten, ein Tag diesen Patienten betreuen, danach war jeder so abgenervt, dass der immer wieder andere Pflegekräfte kennenlernen durfte:daumen:! Das passte den Angehörigen nicht, sie beschwerten sich, wir machten trotzdem so weiter, sie wollten sich beschweren, die PDL hörte sich das an und war auf unserer Seite...
    Einer unserer Oberärzte hat mal gesagt, sagen sie wo sie hinwollen, ich versuche dort ein Bett zu organisieren, die nannten einige Häuser, aber die hatten alle die Nase voll von diesem Patienten!:motzen: Als er dann endlich entlassen wurde waren wir echt froh, keine 1o Tage später rief eine andere Klinik an, die wollten ihn zu uns schicken, weil, bei uns war es ja sooooo toll :evil:...
     
  19. Clexane

    Clexane Newbie

    Registriert seit:
    10.09.2006
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    0
    Das kenn ich irgendwie :verwirrt::verwirrt:
     
  20. Fearn

    Fearn Poweruser

    Registriert seit:
    13.04.2009
    Beiträge:
    742
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenschwester /PA
    Was sagt denn Eure PDL dazu?
    Ich würde das sehr genau dokumentieren und die Stationsleitung vermehrt einbeziehen. Die Stationsleitung und die PDL kann dann ja handeln, wenn späterhin eine Beschwerde zu erwarten ist, oder Unannehmlichkeiten.


    Ich erinnere mich, daß wir bei einem sehr schwierigen Patienten auch einmal die PDL gerufen haben. Die kann dann ja anordnen was genau durchzuführen ist, und wie das zu handhaben ist. Diese Anordnungen würde ich dokumentieren, in die Pflegeplanung einbeziehen , genauestens einhalten und dann auch abzeichnen.
    Für alles was dann später käme, fühlte ich mich nicht mehr zuständig. Das würde ich ganz einfach an die PDL weiterleiten, denn die hat ab da geplant und die Aufsicht.
    Die Dame kann sich dann ja über die PDL beschwehren, anstatt bei der PDL über euch.
    In der Klinik habe ich schon manchmal das Patientenservicecenter selbst eingeschaltet, damit die sich direkt um soetwas kümmern können und zwar zeitnah. Die Vorgesetzten oder so ein Servicecenter mit Beschwerdemanagement muß nicht ausschließlich von den Patienten, Angehörigen im Nachhinein involviert werden. Es lohnt sich auch schon mal einen der Vorgesetzten von sich aus zu senden, vor allem wenn Eure natürlichen Ressourcen erschöpft sind.

    Im letzten Fall, eine Angehörige eines P-Patienten tobte stundenlang auf dem Stationsflur herum, weil die Operation des Angehörigen nach hinten geschoben werden mußte, weil es einen Unfall mit vielen Schwerverletzten gegeben hatte. Deshalb wurde der OP-Plan umgestellt.
    Nach 2 Stunden Langzeit-Lamenti auf dem Flur, informierte ich das Patientenservicecenter, die informierten nachdem sie dasselbe Palawer
    erlebt hatten den Geschäftsführer, aber auch der konnte natürlich nicht sagen: "Wir brechen jetzt die Notoperationen ab um eine geplante Operation durchzuführen." Er stellte der Angehörigen frei, die Klinik mit dem Patienten zu velassen und sich in einer andern Klinik einen neuen Termin zu holen, oder aber ruhig zu warten, ohne andere Patienten und das Personal weiter zu beschimpfen."

    Liebe Grüße Fearn
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Schwierige Angehörige Forum Datum
Die schwierige Intubation - Airtraq? Intensiv- und Anästhesiepflege 06.07.2013
Eine schwierige Kollegin Talk, Talk, Talk 18.09.2012
Schwierige Blutentnahme - Nitrospray macht Venen sichtbar? Fachliches zur Kinderkrankenpflege 25.01.2011
Eine schwierige Entscheidung: Was tun? Fachliches zur Kinderkrankenpflege 30.10.2010
Ausbildungsstandort, eine schwierige Entscheidung Ausbildungsinhalte 07.04.2010

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.