Schwerstbehindertenausweis: wieviel Prozent?

Dieses Thema im Forum "Gesetze und Rechtsfragen in der Altenpflege" wurde erstellt von Engel182, 12.12.2009.

  1. Engel182

    Engel182 Junior-Mitglied

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    Hallo
    Ich überlege zur Zeit einen Schwerstbehindertenausweis zu beantragen

    Diagnosen:

    Skoliose
    Spondylose
    Arthriden
    Bin Hypermobil in der WS
    Bin HLAB 27 positiv
    Morgensteifigkeit


    So Dinge wie Hornhautverkrümmung und Linsentrübung lasse ich mal außer Acht.

    Ich Wache morgens recht steif auf, brauche immer nen bissl zeit um "warm" zu werden und habe wirklich täglich Rückenschmerzen und knacke mehrfach täglich (Wirbel - HWS, BWS, LWS, sowie Ellenbogen, Hüfte und Sprunggelenke).. (bin jetzt aktuel fast 28 Jahre alt)

    Was meint Ihr? Lohnt es den zu beantragen? wieviel Prozent würd ich wohl bekommen und was hat es für Vorteile beruflich (hab seid 7 Jahren ne feste Stelle) Thema Kündigungsschutz? Urlaub und Steuervorteile?

    Danke schon mal für Eure Antworten.

    LG
    Melli
     
  2. Engel182

    Engel182 Junior-Mitglied

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    Hab noch die Rhytmusstörungen vergessen..die hab ich akut auch noch :(
     
  3. flexi

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    Dann belese dich mal hier:
    http://www.bgblportal.de/BGBL/bgbl1f/anlageband_bgbl108057.pdf

    und ansonsten ruhig mal googeln mit : "schwerbehindertenausweis"

    Ansonsten reicht zunächst ein Antrag an dein zuständiges Versorgungsamt, Adresse erfährst du bei deiner KK oder auch der Gemeinde-/Stadtverwaltung.
     
  4. Engel182

    Engel182 Junior-Mitglied

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    hm..leider find ich da nicht alles :(

    Lediglich den Bechterrew 10% und Skoliose 10-20%
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Welche ärztl. Atteste kannst du vorweisen?

    Du brauchst ärztliche Belege. Es nutzt nichts einen Antrag zu stellen und deine Einschänkungen aufzuschreiben. Der Arzt stellt die Diagnose und anhand dieser Diagnose bekommst du dann die Einstufung.

    Wofür brauchst du den Behindertenstatus? Warum reichen 30%-40% nicht aus?

    Elisabeth
     
  6. Röntgenbär

    Röntgenbär Junior-Mitglied

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    Abgesehen davon, das wohl fast jeder aktiv im Gesundheitswesen tätige wenigstens 3 der 6 genannten Diagnosen ebenfalls für sich geltend aufzählen kann, glaube ich nicht, das es bei dir zu einem arbeitsrechtlich relevantem GdB kommen wird.
    Kündigungsschutz und Zusatzurlaub gibt es, so weit ich weiß, erst ab einem GdB von 50. Ab 30 bist du allerdings (glaube ich zumindest) Behinderten gleichgestellt.

    Ob du Spaß am Formulare ausfüllen und zum-Gutachter-rennen hast musst du wissen.
    Aber dir wird ausser den Gutachtern wohl niemand sagen können, wieviele Prozente du bekommen wirst, da die nicht so einfach aufaddiert werden.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich denke, dass mehrere der kilinischen Symptome zum M.Bechterew gehören: HLAB 27 positiv, Spondylose, Skoliose, Morgensteifigkeit, Arthriden. Ich denke mal die Hypermobilität der WS ist ebenfalls hier begründet.

    Es kommt auf die Einschränkungen an, die du im Beruf hast. Was kannst du nicht mehr infolge der Erkrankung? Was geht noch? Was wurde bis jetzt an Therapie gemacht?

    Für den Bechterew brauchst du ein Atest eines Facharztes. Der Hausarzt bringt da nix.

    Elisabeth
     
  8. Engel182

    Engel182 Junior-Mitglied

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    Hab Atteste vom Rheumatologen ;)
    Und wie es mich einschränkt? Ich habe täglich Rückenschmerzen ..schlimm genug, wie ich finde. Ich kann mich nicht lange hinhocken oder knien, weil mir dann beim Aufstehen die Knie derb schmerzen:(..
    Ränke mich mehrmals täglich ein (Lautstark :( )
    Hab mir mehrere Halswirbel ausgeränkt (musste sogar per RTW ins KH :( )

    Spaß habe ich sicherlich nicht an der Lauferei..ich seh da lediglich die Vorteile, das ich eben nicht so schnell rausgeschmissen werden kann und keiner doof guckt, wenn ich dann doch mal nen Krankenschein hab :(
     
  9. flexi

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    Also Antrag stellen, dann bekommst du Untersuchungstermine etc, und anhand deiner Befunde wird dann der GdB festzulegen sein.
    Mutmassungen und Meinungen differieren erfahrungsgemäss immer von den Festlegungen durch das Versorgungsamt.
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Also hast du bis jetzt: Orthopädisches Attest. Gibts einen Entlassungsbrief aus dem KH nach dem Ausrenken der HWS? Bist du in schmerztherapeutischer Behandlung? Und kann dieser Arzt ein Attest beisteuern?

    Dir muss klar sein, dass du nicht mehr in deinem Beruf arbeiten kannst- die Schwerbehinderung soll ja nachweisen, dass du nicht mehr belastbar bist. Ein behindertengerechter Arbeitsplatz bedeutet unter Umständen auch eine finanzielle Einbuße.
    Du müsstest ja gänzlich aus der Pflege raus. Er hat die Möglichkeit dich auf einen weniger bezahlten Arbeitsplatz zu setzen- darf hier aber nur eine Gehaltsstufe runter gehen.

    Es ist ein Trugschluss, dass du als Schwerbehinderter nicht gekündigt werden kannst. Kann dein AG nachweisen, dass er keinen Arbeitsplatz schaffen kann, der deinen Einschränkungen entspricht, dann hast du ein echtes Problem. Das Integrationsamt stimmt dann zu.

    Wäre es nicht besser, sich gleich um eine Umschulung zu bemühen?

    Warst du schon mal zu einer Reha? Was hast du bis jetzt gemacht um deine Gesundheit wieder herzustellen/ zu verbessern? Welche Prognose stellt dein Orthopäde, wenn du weiter in dem Beruf bleibst?
    Das alles müsste doch reichen um das AA aktiv werden zu lassen.

    Elisabeth

    PS Zur krankheitsbedingten Kündigung: es müssen drei Aspekte erfüllt sein
    1. schlechte Prognose
    2. mind 6 Wochen innerhalb von 3 Jahren mit derselben Erkrankung arbeitsunfähig geschrieben
    3. dem AG entstehen durch die Erkrankung zusätzliche Kosten
    Auch hier geht das Integrationsamt nicht so vor, dass es den Arbeitsplatz um jeden Preis erhält. Gerade bei deinem Problem ist ja eher mit einer Verschlechterung zu rechnen wenn die Belastung sich nicht verändert- weg von der körperlichen Belastung.
     
  11. Engel182

    Engel182 Junior-Mitglied

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    Also hast du bis jetzt: Orthopädisches Attest. Gibts einen Entlassungsbrief aus dem KH nach dem Ausrenken der HWS? Bist du in schmerztherapeutischer Behandlung? Und kann dieser Arzt ein Attest beisteuern?

    Ja einen Arztbrief gibt es. Bekomme ein Antirheumatikum.-> Hausarzt

    Dir muss klar sein, dass du nicht mehr in deinem Beruf arbeiten kannst- die Schwerbehinderung soll ja nachweisen, dass du nicht mehr belastbar bist. Ein behindertengerechter Arbeitsplatz bedeutet unter Umständen auch eine finanzielle Einbuße.
    Du müsstest ja gänzlich aus der Pflege raus. Er hat die Möglichkeit dich auf einen weniger bezahlten Arbeitsplatz zu setzen- darf hier aber nur eine Gehaltsstufe runter gehen.

    Quatsch! Meine Mum hat 80% und arbeitet weiterhin in der Pflege...
    Desweiteren bin ich ja nicht im Rollstuhl oder Bettlägerig

    Es ist ein Trugschluss, dass du als Schwerbehinderter nicht gekündigt werden kannst. Kann dein AG nachweisen, dass er keinen Arbeitsplatz schaffen kann, der deinen Einschränkungen entspricht, dann hast du ein echtes Problem. Das Integrationsamt stimmt dann zu.

    Es ist definitiv schwieriger einen "Behinderten" aus der Firma zu bekommen!

    Wäre es nicht besser, sich gleich um eine Umschulung zu bemühen?

    Warst du schon mal zu einer Reha? Was hast du bis jetzt gemacht um deine Gesundheit wieder herzustellen/ zu verbessern? Welche Prognose stellt dein Orthopäde, wenn du weiter in dem Beruf bleibst?
    Das alles müsste doch reichen um das AA aktiv werden zu lassen.

    Reha bekomme ich nicht..zu jung ..heißt es..
    Ich schwimme. hab auch schon öfter KG bekommen.
    Und wer sich aufs Arbeitamt verläßt, ist verlassen..nee danke.

    Elisabeth

    PS Zur krankheitsbedingten Kündigung: es müssen drei Aspekte erfüllt sein
    1. schlechte Prognose
    2. mind 6 Wochen innerhalb von 3 Jahren mit derselben Erkrankung arbeitsunfähig geschrieben

    (Wenn ich nu 3 mal die Grippe hab werd ich auch gekündigt wa? )

    3. dem AG entstehen durch die Erkrankung zusätzliche Kosten
    Auch hier geht das Integrationsamt nicht so vor, dass es den Arbeitsplatz um jeden Preis erhält. Gerade bei deinem Problem ist ja eher mit einer Verschlechterung zu rechnen wenn die Belastung sich nicht verändert- weg von der körperlichen Belastung.

    Ich hab die selben Probleme, wenn ich nicht arbeite...meine Probleme kommen ja nicht von der Arbeit
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Engel- ich denke, flexi hat recht. Probiers. Ich befürchte nur, so wie du dir das vorstellst, wirds wohl nicht ganz werden. Einen Behinderungsnachweis zu bekommen, ist heutzutage nicht leicht.

    Aber Versuch macht bekanntlich klug. Viel Glück.

    Elisabeth

    PS Zur krankheitsbedingten Kündigung: du musst alle drei Aspekte erfüllen, fehlt nur eins gehts net. Ich denke, bei mehrfachen grippalen Infekten gibts wohl eher selten eine schlechte Prognose und dein AG wird wohl auch kaum finanzielle Probs nachweisen können.

    Aber das war ja auch net dein Thema.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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