Schwarze Türen im Demenzbereich

Dieses Thema im Forum "Millieugestaltung in der Altenpflege" wurde erstellt von jackdanielsx84x, 23.10.2006.

  1. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Tachchen!

    Die Betreuerin einer kürzlich bei uns eingezogenen Bewohnerin hat mir letztens von einem Haus erzählt, das schwarze Türen auf einem Wohnbereich einbauen lies. Auf diesem Wohnbereich leben wohl vorwiegend Menschen, die an Demenz leiden und einem starken Bewegunsdrang "leiden"(Weglauftendenz finde ich etwas ...na ja, deshalb nenne ich es mal Bewegungsdrang).
    Nun, diese Türen sollen angeblich den Bewohner daran hindern die Station zu verlassen, da demente Menschen "Angst" bzw. "starkes Unwohlsein" in der Nähe von dunklen, schwarzen Gegenständen oder Gebieten hätten.
    Ich habe natürlich daraufhin das Internet durch stöbert und nichts zu diesem Thema gefunden, also hab ich der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. eine eMail geschrieben...

    Dort kennt man eine derartige Methode nicht, kann sich jedoch vorstellen, das eine gewisse Hemmung gegenüber dunklen/schwarzen Dingen vorliegen kann.
    Am Ende kamen wir zu dem Ergebnis....
    Ob es funktioniert... keine Ahnung
    Es könnte sich (sollten die Bewohner ANGST haben) um Körperverletzung und Nötigung handeln und das es aus ethischen Gründen unter den oben genannten Voraussetzungen keinesfalls akzeptabel ist.

    Ich habe natürlich diesem Haus auch eine eMail geschrieben und höflich nach den baulichen Veränderungen auf dieser Station und der Ausbildung des Personals gefragt, welche auf der Homepage erwähnt werden.........natürlich erhielt ich keine Antwort.

    Meine Frage:
    Kennt jemand diese Methode? Findet diese in anderen Häusern noch Verwendung? und natürlich eure Sichtweisen dieser fragwürdigen Methode...


    Greez
    Dennis
     
  2. Nasonex2001

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    Hi,
    arbeite selber in einem Pflegeheim das nur an Demenzerkrankte Bewohner hat und hab von dieser "Methode" bis jetzt auch noch nichts gehört.
     
  3. Felidae

    Felidae Newbie

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    Den Bewohnern Angst machen, damit sie nicht weglaufen???
    Mein Bauch und mein Kopf sagen:NEIN!!!
    Einen Dementen noch mehr zu verunsichern und zu verwirren - das kann es
    irgendwie nicht sein.
    Verstehen könnte ich so eine Maßnahme, wenn man die Türen bspw. mit der gleichen Tapete bekleben würde, wie sie an den Wänden daneben klebt,
    so daß die Türen nicht gleich als solche erkannt werden.
    Aber schwarze Türen als Angstmacher???
    Ich jedenfalls habe auch noch nie davon gehört und wäre für mehr Infos
    diesbezüglich dankbar.

    Feli
     
  4. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Hallööle!


    Nun ja, ich könnte höchstens diesem Haus mal einen Besuch abstatten, das wird aber noch ca. 3 Wochen dauern bis ich dazu komme. Auf meine eMail bekomme ich von der Einrichtung leider keine Reaktion.


    Greez
    Dennis
     
  5. Heide0901

    Heide0901 Gast

    Besuch ist echt ne gute Idee

    Hi,
    also mich interessieren neue Therapiemethoden immer sehr, doch das mit dem Angst machen bei Demenz klingt sehr schwachsinnig....
    Deshalb würde es mich sehr interessieren, was du darüber in Erfahrung bringen kannst...
    Also, auch wenn es noch dauert, wir warten hier sicher alle gespannt auf deine Ergebnisse, obwohl ich glaube, dass dort keiner groß bereit sein wird, Gründe zu nennen
     
  6. mara79

    mara79 Junior-Mitglied

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    hmm... bei meiner letzten Demenz-Fortbildung wurde erwähnt, daß man große dunkle Fußmatten vor die Eingangstüre legen kann, da der alte Mensch das dann wohl mit einem "Loch" assoziiert- vielleicht gleicher Denkweg?! :fidee:

    Allerdings finde ich es vom Grundsatz her nicht gut, wenn alle Türen schwarz sind- d.h. ja auch die Zimmertür... und angstbesetzt geht wohl keiner durch eine solche Tür... bei uns sind die Zimmertüren zwei Nuancen dunkler (ca) als der Fluranstrich... die Türen der Funktionsräume sind hellgrau und ansonsten gibt es nur Glastüren.
     
  7. Nachtengel

    Nachtengel Senior-Mitglied

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    Wir haben auf unserer Dementen Station vor der Tür einen schwarzen streifen weil sich Dementkranke nicht trauen über was schwarzes zu gehen.
    Unsere türen sind aus Glas und wir haben Fensterbilder drangehängt - eine Wiese,Blumen,Bäume ect.- damit man denkt sie schauen durch ein Fenster.

    Von komplett schwarzen Türen habe ichnoch nichts gehört.

    LG Birgit
     
  8. Tanzmaus

    Tanzmaus Newbie

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    Hallo zusammen,
    also schwarze Türen finde ich grauenhaft, und wenn ein gesunder Mensch sich schon nicht wohl fühlt mit schwarzen Türen, wieso sollten es die Kranken? Und die Bewohner sollen sich dort wie zu Hause fühlen , das kann ich nicht verstehen. Wird so etwas überhaupt von der Heimaufsicht genehmigt, das klingt mir sehr nach einer freiheitsentziehenden Maßnahme. Halt uns mal auf dem Laufenden, das interressiert mich sehr.
    Liebe Grüße Tanzmaus
     
  9. sunshine488

    sunshine488 Newbie

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    Hallo ich bin neu hier.Ich find die Frage nach den schwarzen Türen sehr interresant.Ich arbeite ebenfalls in einem Altenheim mit Schwerpunkt Demenz und bei uns sind die Türen ( also die Glasteile) mit roter Folie beklebt worden.Und das hilft nur bedingt.Ist aber wohl angenehmer als schwarz.Find ich ich auch sehr erdrückend zumal ja meist auch die Wandfarbe dunkler gehalten ist.Aber "tolle" Ideen werden ja doch meist am grünen Tisch ausgetüftelt.
    LG sunshine488
     
  10. Nordlicht

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    ..............schwarz............:knabber:

    unsere Geronto-Fachfrau erzählte von tapezierten Türen (also gleiche Farbe und Muster wie die Wände daneben natürlich), das könnte ich mir ja noch vorstellen.
     
  11. arkona

    arkona Newbie

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    ach du Schreck---
    Also ich kann mir kaum vorstellen, dass Angst dabei das mittel zum Zweck ist...

    Was ich aber bestätigen kann ist, dass bestimmte Farben auf demente Menschen bestimmte Wirkung haben sollen.

    Unsere Abteilung wurde im letzten Jahr unter der Obhut eines auf diesem Gebiet sehr erfahrenen Architekten umgebaut.

    Wir haben sämtliche pontentiell gefährlichen Küchengeräte in einem schönen Rot-Ton gewählt.
    Die Menschen sind aud ihrem Leben und aus ihrem Allztag gewohnt, dass Rot Gefahr, bzw Vorsicht signalisiert. Sie gehen mit etwas mehr vorsicht an diese Gegenstände heran (zB Herd)

    Ebenso haben wir unsere Boden in einem dezenten Blau gewählt, diese Farbe steht dafür etwas fliessen zu lassen und soll den Bewegungsdrang im Fluss halten und tatsächlich scheint der Fussboden unterstützend und animierend auf unsere BewohnerInnen zu wirken.

    Die Badeoase dagegen wird von grünen Farbtönen dominiert, sie dient vielen BewohnerInnen ausser zum Bad auch als Rückzugsraum und "stille Oase" wenn draussen alles zu viel wird.

    Also scheinbar scheint das mit den Farb-Wirkungen auf das Unterbewusstsein etwas Wahres zu haben.
     
  12. Spritzenengel

    Spritzenengel Newbie

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    schwarze Türen im stationären Bereich mit Dementen Bewohnern habe ich noch nicht gehört. :knockin:

    Also ich habe in der Ausbildung gelernt, das bei den Bewohnern die Türen farbig gestalten werden sollen oder auch mit Schildern gekennzeichnet werden.
    Was ich aber verstehen kann wenn die Türen kaputt sind.
     
  13. pffanja

    pffanja Poweruser

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    hallo ihr
    ich habe mien fsj in einer wohngruppe für demente gemacht.

    alle türen waren dunkelblau. genau aus dem grund damit die bewohner nicht dahin gehen.
    es half aber nur bedingt...
     
  14. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Tachchen,



    ach....äh, ich dachte das hätte ich schon erwähnt....ich war mitlerweile in dem Heim mit den mysteriösen schwarzen Türen. :knockin:


    Nun, ich wollte denen eigentlich erst den interessierten Angehörigen vorspielen, habe mich aber dann doch für die ehrliche Methode entschieden.


    Vielleicht ein Fehler, mein Aufenthalt in diesem Heim belief sich auf maximal 10 Minuten und 5 Fragen :P. Danach bat man mich dann höflichst wieder zu gehen. Na ja, die Fragen nach den Türen, dem angeblich geschulten Fachpersonal und Co. sind dort wohl sehr unerwünscht, wenn man niemand zum Einzug mit bringt.


    Gruß
    Dennis
     
  15. S.Helken

    S.Helken Newbie

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    Also ich bin absolut schockiert!°!!!
    Wir sind zwar kein Dementen-Wohnheim, aber haben eben halt doch viele und auch einige mit starkem Bewegungsdrang! Unser Haus ist in hellen, freundlichen Farben gehalten. Und unsere Sozialbetreuung beschäftigt sich tagsüber fast ausschließlich mit diesen Bewohnern.

    Ich halte Beschäftigung für besser als Angst machen.

    Dieses Heim vom oben genannten Zitat hat wahrscheinlich noch mehr zu verbergen!!!!:down:
     
  16. pflegedino

    pflegedino Junior-Mitglied

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    Hallo Alle

    ich erkläre mir die schwarzen Türen als Alternative zu einer geschlossenen Unterbringung. Farbgebung hat sehr wohl Auswirkungen auf die Befindlichkeit von Menschen; das rote für die Elektrogeräte ist ein gutes Beispiel- Signalwirkung Gefahr. Orange wirkt sehr anregend; gelb harmonisierend; blau eher neutral )kommt auf den Blauton an)....auch kühl, unpersönlich.

    Die Frage ist halt, was ist weniger einschränkend- die geschlossene Tür oder die schwarze Tür? Ob ein Heim deswegen gleich was zu verbergen hat, halte ich für eine gewagte Aussage.

    Das KDA gab mal einen Ratgeber zur Farbgestaltung heraus- ist bestimmt noch auf deren Internetseiten zu finden.

    Gruß Dino
     
  17. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Wenn schwarz = "Angst" bzw. "starkes Unwohlsein" bedeutet und dies den gewünschten Effekt bringt, halte ich das für absolut gar keine Alternative.



    Ich für meinen Teil beschrieb nur wie weit ich vordringen konnte, was irgendwelche Heime so alles "im Keller" verbergen will ich gar nicht erforschen noch unterstellen.



    Gruß
    Dennis
     
  18. Maschenfee

    Maschenfee Newbie

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    Halli Hallo,

    also, bei uns kennt man diese Methode auch nicht, das ganze Gegenteil kommt jetzt bei uns vor. Unser Dementwohnbereich wird gerade neu saniert und es wird alles wie in alten Zeiten sein, mit antiken Möbeln, Filmplakaten aus den 30 und 40 Jahren z.b. Feuerzangenbowle Heinz Rühmann.
    Die Ausgangstürklinken sind verändert worden, man muss sie zur Seite drücken und nicht nach unten.

    Nancy
     
  19. auswanderin

    auswanderin Senior-Mitglied

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    mir graut es alt zu werden und evt. auch mal dement :cry:

    es gibt ein Buch von Udo Baer
    Innenwelten der Demenz, ca 25.- € ? das sollte jeder mal gelesen haben, der mit an demenz erkrankten Bew. arbeitet.

    *koppschüttelnde* Heidi
     
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