Schwangerschaft - eine Krankheit?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 29.06.2010.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wir älteren Kollegen haben bis zum Mutterschutzurlaub gearbeitet. Es gab damals schon pflegebedürftige Pat. die nun nicht unbedingt leicht waren.
    Es gab damals schon Infektionsmöglichkeiten wie Hep. u.ä.. Man wurde schon damals ggf. versetzt wenn es schädigende Einflüsse gab wie Narkosegase bzw. das Infektionsrisiko zu groß.
    Man war im Dienst u.U. alleine mit einer Schülerin. Man musste ggf. Sachen liegen lassen für den nächsten Dienst oder sich Hilfe organisieren.

    Beschäftigungsverbot wurde ausgesprochen bei Risikoschwangerschaften.

    Was ist heute anders als früher, dass einem bei Schwangerschaft sofort Beschäftigungsverbot einfällt?

    These: Man war früher kollegialer, weil man sich erinnerte, wie es war, als man selber schwanger war. Man war kollegialer, weil man erwarten konnte, dass die Kollegen, wenn man selber schwanger ist, einem auch helfen werden?

    Elisabeth
     
  2. flexi

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    Hallo Elisabeth,
    ich glaube, du hast noch nichts vom Schutzbedürfnis des Ungeborenen gehört.
    Eine der mehreren möglichen Ursachen von Behinderungen, Frühgeburten, Fehlgeburten usw. sind die Anforderungen aus dem Arbeitsleben.
    Zu recht sind die Schutzvorschriften im Laufe der Jahre verbessert worden, und wenn du sagst, dass es das früher nicht gab, sag ich dir, da gabs auch noch kein Internet....

    Ich bin heilfroh, das man Gesetze und Vorschriften erlassen hat, um die sog, Lebenspyramide endlich auch wieder mit einem Kopf zu versehen.
     
  3. PePaMel

    PePaMel Gast

    Jaja, früher war alles besser.... Was bilden sich diese jungen Frauen von Heute nur ein? Wie können sie nur die bestehenden gesetzlichen Vorschriften einfordern? In was für einer Welt leben wir nur.....
     
  4. renje

    renje Poweruser

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    Es muss aber schon erlaubt sein, bestimmte Dinge zu hinterfragen - oder?!

    Vielleicht gibt es ja was zwischen:
    Arbeiten bis zum Geburtstag und sofort zu Hause bleiben?

    Denn eins ist auf jeden Fall klar:
    Die Kosten dafür trägt die Gesellschaft.

    Da muss es schon möglich sein über Sinn oder Unsinn dachzudenken.

    @pepamel: super Beitrag:rocken: - oder war das Ironisch gemeint? Dann bitte kenntlich machen.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Den Mutterschutz gabs schon zu meinen Zeiten udn es wurde viel wert darauf gelegt, dass eine Mutter sich nicht übernimmt. Das ging sogar ganz ohne, dass dei Schwangere ständig mit dem Gesetzblatt wedeln musste.

    Deshalb ja auch die Frage: fehlt es heutzutage einfach an Kollegialität?

    Die Ursache für Frühgeburten sind vielfältig- siehe: Informationen für Fachkreise

    Setzen wir heutzutage Schwangere so unter Druck, dass es gar nicht anders geht, als mit Beschäftigungsverbot?

    Elisabeth

    PS Man muss nicht hinter all und jedem gleich das Böse vermuten. Man kann vielleicht auch mal eine seriöse Diskussion zum Thema lostreten? Vielelicht kommen da ja sogar ein paar sinnvolle Argumente für die Kollegen zusammen, deren Gyns so ihre Probs haben, wenns um das Beschäftigungsverbor geht.
     
  6. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Die Arbeitsanforderungen sind in den letzten Jahren (nicht nur in der Pflege) deutlich gestiegen. Der finanzielle Druck auf die Arbeitgeber ist in der Zeit ebenso enorm angeswachsen. Nicht jeder Arbeitgeber ist ein "guter".
    Innerhalb unserer Gesellschaft ist die Familie und insbesondere Kinder häufig benachteiligt. So ist es doch ein begrüßenswerter Vorzug für Schwangere einen besonderen Schutz zu geniesen? Es gibt eh zu wenig Nachwuchs. - und ich habe (als meine Kinder jung waren) es immer Benachteiligung gesehen, dass zuwenig für Familien mit Kindern getan wird!
    - Also lass doch wenigstens den werdenden Müttern ein bisschen zusätzlichen Schutz und komm bitte nicht mit "Unkollegialität"!

    Matras
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wieso hat es nichst mit "Unkollegialität" zu tun, wenn man sich darauf einstellt als Stationsteam, dass eine Kollegin befristet weniger belastbar ist?

    Mal nebenbei- ich finde, dass wir ehedem auch gearbeitet haben. Für meinen damaligen Bereiche kann ich nur sagen: zwischen 150- 200 Überstunden waren keine Seltenheit. Und auch der Anspruch, in jedem Dienst eine Pause zu haben war durchaus nicht imemr gegeben. Verantwortung war identisch. Durch das Straffend er Arbeitsorganisation sind viele Gewohnheiten wegefallen- wer wäscht heute noch in jeder Schicht alle Pat.?

    Woher kommt dieses Gefühl, dass der Druck wächst? Machen wir uns den Druck nicht selber. Sind unsere Ansprüche an uns selbst net ein bischen überzogen?

    Wie kollegial sind wir? Vergessen wir bei dem Run nach der möglichst 150%igen Erfüllung der Aufgaben nicht manchmal, dass der Nebenmann vielleicht net so kann?
    Anspruch runterschrauben und an den Kollegen denken- warum geht das nicht? Es ist eine befristete Situation. Wie schon angemerkt: es gibt weniger Kinder. Ich komme ja aus einem Teil Deutschlands wo es vor der Wende durchaus mehrere Schwangere auf einer Station geben konnte. Dies ist heute ja eher selten der Fall.

    Elisabeth
     
  8. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Stimmt genau, deswegen bin ich froh, das wenigstens das Risiko "Berufstätigkeit" dezimiert wird!

    Ich. Zumindest alle, die auf meinem Tourenplan stehen. Und dasselbe erwarte ich auch von meinen Mitarbeitern. AUSNAHMLOS!

    Elisabeth, wenn du meinst, das der Mutterschutz überbewertet wird, dann kannst du gerne eine Petition an den Bundestag aufgeben. Leider würde ich als Mutter von zwei Kindern lügen, wenn ich dir dabei viel Erfolg wünschen würde, sorry.

    lg
     
  9. renje

    renje Poweruser

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    Was zu beweisen wäre!!! Wenn dem so sein sollte in welchen Bereichen?

    Ich habe mein Examen schon eine gaaaaanze Weile. Da war alle Pat. waschen, Bett frisch machen aufräumen, fertig bis zu einer best. Zeit, denn kam der OA, CA zu Visite und wehe du warst nicht fertig - dann gings rund, denn da ging bei CA Visite auch noch die OS mit. Putzen (ja damals noch), Nachtkästchen, Betten waschen - nix Bettenzentrale, Wäsche machen, alle Bettpfannen und Urinflaschen einsammeln und einlegen und putzen - nix Waschmaschine, Wäsch holen, Schränke füllen, Pflegemittel holen - Schränke auffüllen. Dann kam schon Essen, helfen, einsammeln und wieder Nachtk. putzen.

    Wir hatten keine Lifter, Rollbretter, AOK Shopper, ja nicht mal höhenverstellbare Betten, hydraulische Badewannen usw. usw. Jetzt möchte ich mal die körperliche Beanspruchung vergleichen!

    Waren wir tatsächlich mehr Personal? Wenn ich mich zurückerinnere waren wir 3Leute in der Schicht bei einer Stationsgrösse von 40 Betten, der Dritte war der Schüler, oder ne Aushilfe auf 630DM jetzt 400€.

    Das soll kein Gejammer sein - hattens wirs schlecht - sondern eine Aufstellung die evtl. Anstoss zum Nachdenken geben sollte, ob die körperliche Beanspruchung nicht vielleicht sogar gesunken ist? Ich behaupte schon.

    Jammern wir vielleicht auf einem zu hohen Niveau, in die verkehrte Richtung und zu pauschal? Können wir deshalb den potentiellen Unterstützern unsere Anliegen nicht klar machen? Und stossen deshalb auch in der eigenen Berufsgruppe auf teilweise Unterständnis?

    Ist nicht der springende Pkt., das was Elisabeth auch schon schreibt:
    Viel zu hohe, überzogene Erwartungen an sich selbst und den Beruf - nix Berufung?
    Daran scheitern zu Viele und nicht an der Realität.
     
  10. Terrier

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    @Elisabeth: Wem machst du denn nun den "Vorwurf"? Dein Titel klingt so, als würdest du Schwangeren vorwerfen, dass sie eher als du damals in den Mutterschutz gehen. Im Text selbst klingt es aber, als würdest du den Kollegen die Schuld geben, weil sie eventuell unkollegialer geworden sind und daher den Schwangeren gar nichts anderes übrig bleibt, als zeitig in Mutterschutz zu gehen.
    Bin etwas verwirrt. :-?


    Außerdem weiß ich nicht, ob früher (ich weiß jetzt nicht, wie alt du bist und wann deine Schwangerschaft war) das Bewusstsein und die Sensibilisation für die Infektionskrankheiten schon so hoch war. Vor kurzem hatte ich mich mit einer Bekannten unterhalten, die jetzt in Vorruhestand gegangen ist und Krankenschwester war. Sie hat auch erzählt, dass z.B. damals die wirkliche Gefahr bezüglich Hepatitis nicht so ausgeprägt war, wie heute und dergleichen.

    Och, ich denke, dass sollte eines der geringsten Probleme sein - immerhin werden hier Kosten für Personen getragen, die eine geringe Zeit darauf angewiesen und vorher wie auch nachher wieder ordentlich einzahlen. Da gibts es ja nun weitaus Schlimmere. :wink:

    Ja, seh ich auch so - wieso dann aber der Vorwurf "Schwangerschaft - eine Krankheit?"?? Wie oben geschrieben, ich weiß nicht so recht, ob du nun den Kollegen oder den Schwangeren einen Vorwurf machst.


    Irgendwie erschließt sich mir der Sinne der Diskussion nicht, weils bissl widersprüchlich ist / rüberkommt. :engel:
     
  11. Feli

    Feli Poweruser

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    Für mich stellt sich auch die Frage: WARUM sollte denn eine Schwangere überhaupt später in den Mutterschutz gehen??

    Damit die Kollegen nicht die Mehrbelastung haben, weil eine für eine kurze, absehbare Zeit ausfällt? Damit der AG keine Schwangerschaftsvertretung einstellen muss??

    Ich finde, ungeborenes Leben muss geschützt werden. Und ganz ehrlich, ich kann dieses Genörgel von älteren Kollegen a la " wir mussten das aber damals auch" nicht mehr hören! Das klingt, als würde es den Jüngeren einfach nicht gegönnt, weil es eben damals auch nicht so war...
     
  12. Schwester Rabiata 2

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    Elisabeth, ich kann dich beruhigen. 2 Schwangere gab es in letzter Zeit bei uns auf Station. Sie haben bis zum Mutterschutz durchgezogen.Allerdings lag das glaube ich auch an uns Kollegen.:mrgreen: Wir haben ihnen schwere körperliche Arbeit verboten. Für mich gehört sich das auch so. Ich weiß noch wie ein ziemlich aggressiver Pat auf dem Flur von mehreren Leuten fixiert werden musste. Ich hab die schwangere Kollegin im Personalaufenthaltsraum verbarrikadiert. sie durfte erst wieder raus als ich sie gerufen habe.
     
  13. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Das Gehalt der Mutter beim Beschäftigungsverbot wird in allen kleineren Betrieben mit unter 51 Stellen (nicht Köpfe) über die BG bezahlt. Und in die bezahlt bekanntlich nur der AG ein.

    Größere Konzerne sollten einen Schwangerschaftsausfall auch alleine verkraften können, müssen aber auch dann das Gehalt selber aufbringen

    Die Kosten für die Personalbeschaffung trägt ebenfalls der AG.

    Welche Kosten bleiben denn da noch für die Gesellschaft???

    (Ab dem Mutterschutz mus zwar die KK bezahlten, aber das betrifft auch die Sekretärin und die Kassiererin und ist kein Pflegespezifisches Problem)

    lg
     
  14. Paula Puschel

    Paula Puschel Poweruser

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    Ich gehe mal stark davon aus dass nicht jede Schwangere in der Pflege sofort ein Beschäftigungsverbot erhält. Bei uns auf ITS arbeiten Schwangere ab dem Zeitpunkt wo sie die Schwangerschaft mitteilen nicht mehr am Bett, sondern üben Bürotätigkeiten aus, schreiben die Apotheke usw, arbeiten aber trotzdem volle Stelle bis zum Einsetzen des gesetzlichen Mutterschutzes. Dass eine Schwangere am Bett arbeitet, sich dem Infektionsrisiko aussetzt, die körperliche Belastung und den Stress als gegeben hinnimmt, das kann heute niemand mehr verlangen. Gerade wenn es sich um eine Frau handelt die evtl schon lange auf eine Schwangerschaft gewartet hat.
    AUf Normalstation habe ich es immer so mitbekommen, dass Schwangere ganz normal arbeiten, aber halt nur bis 20 Uhr und keinen Nachtdienst machen. Sie gingen auch nicht in Isolationszimmer, haben sich natürlich öfter Hilfe bei Mobilisationen geholt und keinen Kontakt mit Chemotherapeutika gehabt.
    Aber so wie es beschrieben wird, dass Schwangere pauschal gar nicht arbeiten, habe ich es noch nie gesehen.
     
  15. renje

    renje Poweruser

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    Entschuldige aber treibts mir die Röte ins Gesicht, bei so einer Antwort einer PDL.
    Bei dem AG wächst das Geld im Garten auf den Bäumen, oder wie geht das?
    Und ein AG gehört auch nicht zur Gesellschaft?

    Oder war das ironisch gemeint?
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Überschrift war bewusst provokativ gewählt... und hat ja auch entsprechend funktioniert. *g*

    @ycassyy- vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt- 3 x tgl GKW war vor noch gar nicht allzu langer Zeit ein Muß auf vielen Intensivstationen.
    Wie sagt mein Männe so schön: es taugt das beste Bett nichst, wenn der Pat. darin nicht dreckig wird. Pflegekräfte ohne GKW- undenkbar. Wirklich?

    Schwester Rabiata 2 und auch Paula zeigen wunderbar auf, dass es geht, wenn die Solidarität unter Pflegekräften stimmt.

    Nochmal: es geht nicht um Risikoschwangerschaften. Die gehören sofort nach hause. Das eine Schwangere keinen Pat. aus dem Bett wuchten soll- keine Frage. Tätigkeiten mit erhöhtem Infektionsrisiko, Chemotherapeutika... gehören nicht in die Hände von Schwangeren. ... Aber besteht unsere Arbeit nur aus diesen Tätigkeiten?

    Elisabeth
     
  17. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    1. Wenn ich etwas ironisch meine, mache ich das schon kenntlich.
    2. Ich sehe nicht, das die AG am Hungertuch nagen. Im Gegensatz zu vielen ANs.
    3. Wir leben in einem Sozialstaat. Warum sollen dann nicht die, die mehr verdienen, auch für Schwangere in die BG einzahlen?
    Aber vielleicht findest du ja ein Land, indem Schwangere am besten abends entbinden und morgens wieder zur Arbeit gehen, damit "Kollegen" wie du sich nicht überarbeiten müssen? (Das war ironisch)
    4.Auch ANs gehören zu der von dir angesprochenen Gesellschaft. Sprich bitte nicht die ganze Gesellschaft an, wenn du nur einen Teil meinst.

    Aber vielleicht solltest du als Betriebswirt dich mal in eine Schwangere reinversetzen, die sich auf der Arbeit evtl mit Hep C (oder für die ganz genauen: Non a Non b) ansteckt und das noch auf das Kind überträgt? Kannst du dir vorstellen, wie sich dann eine Mutter fühlen würde. Und das alles, damit unsere AGs weniger BG - Beiträge bezahlen müssen?
    Wenn durch das bestehende Muschu und der Tatsache, das die AGs die Beiträge zur BG bezahlen müssen auch nur 1 Kind mehr gesund zur Welt gekommen ist, dann war es das wert! (nein, keine Ironie)

    Wie du und die Vorredner schon sehr gut erkannt haben, am Bett hat eine Schwangere nicht mehr viel verloren.

    Aber wie soll ich im amb. Bereich eine Schwangere für administrative Tätigkeiten einsetzen? Die Patientendokumentation ist vor Ort, und eine GuK kann ich schlecht an die Abrechnung setzen oder die Kosten vom Fuhrpark prüfen lassen. Wenn die das könnten, während die Kolleginnen Kaufleute geworden und nicht GuKs. Ausserdem ist eine GuK auch um einiges teurer als eine Schreibkraft (schönen Gruß renje: auch ich kann wirtschaftlich denken, ich weiß halt nur wo das auch angebracht ist.) Daher bleibt mir im amb. Bereich leider nur das Beschäftigungsverbot.

    Allerdings wo ich dir zu 100 % zustimme: 3x pro Tag jedem Patienten eine GKW zukommen zu lassen ist natürlich völliger Schwachsinn und auch nicht finanzierbar.

    lg
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Besteht unser Arbeit tatsächlich nur aus gefahrengeladenen Situationen? Dann frage ich mich, wie haben es die Kollegen von Schwester Rabiata 2 geschafft?

    Wird da nicht was in den Gesetzestext hinein interpretiert, was so net gemeint ist?

    Elisabeth
     
  19. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Die Arbeit in einem amb. Dienst besteht vor allem immer direkt am Patienten und (fast) immer alleine. Und da gibt es im Muschu eigentlich wenig dran fehl zu interpretieren, oder?

    Sage mir doch mal ganz konkret, was deiner Meinung nach die Schwangere noch im aktiven Dienst am Bett leisten darf im Sinne des Muschu. Mal abgesehen davon, das die Schwangere auch irgendwann nicht mehr beruflich Auto fahren darf.
     
  20. narde2003

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    Erstmal Schwangere dürfen nicht im infektikonsgefährdeten Bereich arbeiten.
    Schwangere dürfen auch nur bis zum 3. Monat einen Dienstwagen steuern.

    Eine Schwangere in der Klinik ist sicher einfacher in einen "sicheren" Bereich einzusetzen, wir haben extra Positivlisten für Schwangere und aus der Infektiologie werden sie innerhalb von 30 Minuten nach Bekanntgabe der Schwangerschaft wegversetzt.

    Auf Intensiv werden sie für EKG's, Kurvenschreiben, Telefon und ähnliches eingesetzt bzw. für Patienten nach HK zum Beispiel. Bettenschieben ist tabu alleine.
    Auf den Allgemeinstationen werden sie gemäss der Positviliste für Schwangere eingesetzt - jede Station sollte eine solche haben.

    In der Dialyse machen sie normalerweise den Orgadienst und manches vorbereiten.

    Meine Erfahrung mit Schwangeren ist sehr unterschiedlich, viele müssen eher eingebremst werden, manche sind vom ersten Tag an schon so schwanger, dass man sie gerne heimschicken würde, weil sie sich fühlen als wären sie am Tag vor der Entbindung obwohl sie erst in der 8. Woche sind und sie mit dem Transport eines Essenstabletts schon an ihre Grenzen stossen, aber jede empfindet sicher ihre Schwangerschaft unterschiedlich.
     
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