Schwanger vor Ausbildungsbeginn

Blackberry

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Hallo ihr Lieben!
Kurz zu mir : Ich bin 24 und beginne am 1.4.2015 meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, ich bin tierisch aufgeregt und bin auch immer noch so euphorisch, dass ich diese Ausbildung absolvieren darf.

Nun, knapp 1 Monat vor Beginn der Ausbildung, habe ich erfahren, dass ich in der 11 Woche schwanger bin. Ich freue mich natürlich über das kleine Würmchen, aber ich stehe jetzt einfach vor dem Problem, dass ich absolut überfragt bin wie ich das ganze jetzt angehen kann. Ich will diese Ausbildung um jeden Preis absolvieren, aber mich deswegen gehen das Kind zu entscheiden, würde für mich nicht in Frage kommen.

Ich habe direkt am 1.4 die Einstellungsuntersuchung und muss mich beim Betriebsarzt vorstellen.

Ich weiß nun einfach nicht, wem ich es ️️wann wie sagen soll und wie die Konsequenzen für mich sein werden. Dass es für einen Arbeitgeber nicht gerade die beste Nachricht ist, ist mir klar und auch, dass es garantiert nicht einfach sein wird. Aber ich will es schaffen und beides unter einen Hut bekommen.

Ich wäre euch unendlich dankbar, wenn ihr mir Tips, vielleicht eigene Erfahrungen oder sonstiges geben bzw mir mitteilen könntet. Ich bin total durch den Wind und bin über jede Nachricht dankbar!


Ganz liebe Grüße und ein Lob, dass es diese Seite und dieses Forum gibt, das gibt einem Hoffnung anhand der Erfahrungen anderer nicht alleine da zu stehen.
 

Fena

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hast du schon mit dem arbeitgeber/ der schule gesprochen? die wären meine erste anlaufstelle bei sowas
 

-Claudia-

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Ich denke auch, dass Du mit der Schule reden solltest.

Durch die Schwangerschaft genießt Du Kündigungsschutz. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, im April zu starten und ein halbes Jahr danach die Ausbildung unterbrechen zu müssen. Mutterschutz muss zumindest nach der Geburt eingehalten werden. Und was machst Du mit einem wenige Wochen alten Säugling, wenn Du im Drei-Schicht-System arbeiten musst?

Du kannst die Ausbildung durch Erziehungszeit unterbrechen. Vielleicht wäre es jedoch in Deinem Fall sinnvoller, den Ausbildungsstart um ein Jahr zu verschieben.
 

FLORA.BLEIBT

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gilt der kündigungsschutz auch in der probezeit?? ich glaub eher dass wird nix werden.. trotzdem viel erfolg
 

renje

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gilt der kündigungsschutz auch in der probezeit??
nach selbstverständlich!

@Blackberry: Geh mal in dich und überlege in Ruhe ob das wirklich Sinn macht?
2 Schichtbetrieb - nicht drei - kannst du das wirklich abdecken?
von ca. 5 Uhr bis ca. 20 Uhr, Sa/So im Schauckeldienst?
Ein Säugling der dir den Schlaft kostet, gesäugt werden will, evtl. krank ist und dann noch eine stressige Ausbildung.
Evtl. Ausfallzeiten in der Schwangerschaft usw.
Du mußt sowieso mindestens 4 Jahre Ausbildungszeit einplanen, wenn nicht noch länger, wegen Fehlzeiten, die du garantiert überschreitest.

Ich würde die Ausbildung verschieben bis der Kleine in die KITA geht und selbst da wirds schwierig, selbst wenn du ein funktionierendes soziales Umfeld hast, mit Eltern, Omas, Tanten etc.

Man kann nicht auf 2 Hochzeiten gleichzeitig tanzen und muss im Leben Prioritäten setzen, vor allem dann, wenn es um ein neues Erdenleben geht, die Ausbildung läuft dir nicht davon.
 

Fena

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jap der kündigungsschutz gilt auf jeden fall auch, bin im 1. jahr und klassenkameradin ist im dezember, also der probezeit, schwanger geworden und darf nu nicht gekündigt werden.
 

schlitzkompresse

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Hallo blackberry,
ganz ehrlich, kümmere dich zuerst um dein kleines das geht vor. Auch wenn ich es nicht immer gerne sage, der Staat unterstütz dich dabei und du wirst sicher nicht auf der Strasse landen :-) Pflegekräfte werden auch noch in 4-5 Jahren gesucht. Ich weiß dass es eine schwierige Entscheidung ist, aber Familie geht meiner Meinung nach vor.
Wie renje schon sagte. Vrsuch eine Krippe bzw Kita zu bekommen, schau das du dein Kind aufwachsen siehst.
Wenn das alles im Lot ist such dir eine Ausbildungsstelle und die wirt du mit Sicherheit finden.
 

Anna456

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Azubi
Glückwunsch zur Schwangerschaft und zu Ausbildung.
Ich sag es dir durch meine Erfahrungen:
Du gehst in einem Beruf rein wo sich nur Krankheiten befinden und das während deiner Schwangerschaft.

Wie hast du dir es in der Praxis vorgestellt? Nicht bei allen Patienten wird ein MRSA (Isolierte) abstrich gemacht, da stehst du da, warst knapp 2 Wochen für dieses Zimmer verantwortlich, machst alles wie es sich gehört. Kommt der Arzt ja der Pat. Verdacht auf MRSA. Der sich schlimmer weise beschäftigt.

Ich war auf der Pneumologie und da war eine Schwanger Schwester auf Station. Wir haben dann gemeinsam eine Frau betreut 35 Jahre alt war wegen starken Husten, da gewesen der nicht besser wurde. Nach 2 Wochen meinte der Arzt vielleicht hat die Dame eine Tuberkulose...

Meinen Schwangere Kollegien ist Ausgetickt da Sie als Schwanger ihr ungeboren Kind sorgen gemacht hat.
Ich möchte dir keine Angst aber ich Versuche dir klar zu machen, dass es nicht einfach wird du in der Praxis weitaus mehr Probleme haben wirst.
Wenn du zum Betriebsarzt gehst solltest du von deiner Schwangerschaft erzählen.

Ich wünsch dir alles gute
 
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MRSA ist nicht plazentagängig. Ich würde die Ausbildung verschieben. Das ist alles viel zu viel Stress. Hast du schon eine Ausbildung?
 

Kalimera

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Ich würde das Gespräch mit der Schulleitung suchen und mit ihr gemeinsam eine Lösung erarbeiten.
Jetzt schwanger mit der Ausbildung anzufangen würde letzten Endes bedeuten, dass Du zweimal eine halbe Sache machst.
Du kannst weder voll in die Ausbildung einsteigen, noch Dich voll auf das Baby konzentrieren.
Blöd, dass es jetzt passiert, aber die Ausbildung kannst Du jederzeit wieder anfangen, die Zeit mit Deinem Baby ist nicht nachzuholen.
Du musst Deinen Traum nicht aufgeben, nur etwas verschieben.
 
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Ich möchte dir mal aus meinen Erfahrungen berichten:

Nachdem ich die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegehelferin absolvierte, habe ich übergangslos in einem kleinen Krankenhaus gearbeitet. Als ich anfing, war ich auch schon ein paar Wochen schwanger, ohne es zu wissen.
Als ich es erfuhr, war ich dann im 3. Monat schwanger und habe natürlich direkt das Gespräch mit der PDL gesucht, welche nicht begeistert war. Auch alle anderen Kolleginnen waren nicht begeistert, da ich dann einige Aufgaben nicht mehr übernehmen konnte und das bekam ich auch zu spüren, um ehrlich zu sein.
Irgendwann musste ich ins Berufsverbot bis zur Entbindung.

Als ich dann in Elternzeit war und mein Kind 5 Monate alt, habe ich mich entschlossen, mein Fachabitur an einer Abendschule zu machen. Es hat 2 Jahre gedauert und ich habe es mit einem Schnitt von 1,7 hingekriegt.
Es war nicht leicht, weil ich auch noch alleinerziehend war und mein Kind auch oft krank war, da sie eine schwere Neurodermitis hat und nachts ständig aufwachte, sich kratzte und weinte und später im Kleinkindalter generell viel Aufmerksamkeit brauchte. Dazu kommen noch schwere Lebensmittelallergien, was bedeutete, dass ich immer frisch kochen und das essen genau planen musste. Das Lernen kam meistens mitten in der Nacht dran oder Mittags, als mein Kind noch Mittagsschlaf gemacht hat.
Da es finanziell zu dieser Zeit nicht anders ging, arbeitete ich am Wochenende noch bei einem Pflegedienst mit sehr flexiblen Arbeitszeiten und bis vor kurzem noch bei einer Eventgastronomie. Den Job beim Pflegedienst habe ich nicht lange gemacht, weil mir das alles dann doch zu viel wurde.

Ich habe Glück, dass ich so tolle Eltern habe, die mich immer unterstützt haben und Abends mein Kind betreuten.
Meinem Vater ging es dann leider nicht mehr so gut und ich musste mir eine Alternative suchen und ich hatte riesen Glück und fand über das Jugendamt eine tolle Tagesmutter, die mein Kind sogar bis Abends betreut hat und ich muss ehrlich sagen, dass ich ohne sie die Abendschule wohl nicht geschafft hätte.

Wenn du es wirklich willst, dann schaffst du es auch. Aber einfach wird es nicht, vor allem wenn du nicht genug Hilfe bekommst.
Du musst gut überlegen, ob du es wirklich hinbekommst deinem Kind auch genug Aufmerksamkeit zu schenken und dich auch ausreichend um dein Kind zu kümmern.
Du wirst immer genau planen müssen, aber auch dann kann mal alles anders kommen.

Dein Kind kann immer krank werden, aber das kann auch passieren, wenn dein Kind größer ist und so dürfte ja dann niemand mehr arbeiten gehen, der ein Kind hat, wenn man sich nur darum Sorgen macht.

Im Oktober fange ich auch noch mal eine Ausbildung als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin an und da habe ich schon einen Kindergartenplatz für mein Kind.

Ich wünsche dir alles gute für die Zukunft :-)
 

-Claudia-

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Irgendwann musste ich ins Berufsverbot bis zur Entbindung.
Ins Beschäftigungsverbot. Ein "Berufsverbot" (genauer: den Entzug der Erlaubnis, die Berufsbezeichnung zu führen) wird von einem Gericht erlassen. Eine Schwangerschaft ist keine Straftat.
 

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