Schwanger auf Onko-Station, wer hat Erfahrungen?

_Kathrin_

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Hallo!

Ich bin im moment in der 5. SSW. Heute habe ich der stellvertretenden SL Bescheid gesagt. Die meinte, unter Berücksichtigung sämtlicher Vorsichtsmaßnahmen könne ich weiterhin auf der Onko arbeiten, allerdings unter der Voraussetzung, dass ich das auf eigene Verantwortung tue (muss das schriftlich bestätigen).
Ich solle dann überwiegend "Bürodienst" machen, keine Chemos ab- bzw. anhängen, nicht mit Ausscheidungen usw. umgehen und großzügig Handschuhe tragen (arbeite 20 Stunden/Woche).
Ich möchte sehr gerne auf dieser Station bleiben, andererseits plagt mich doch die Sorge, ob es dem Baby vielleicht schaden könnte. Bisher gab es einen solchen Fall (die Ohren des Babys waren missgebildet). Einige andere Kolleginnen haben gesunde Kinder auf die Welt gebracht.
Was meint ihr dazu? Hat jemand Erfahrungen und kann mir darüber berichten?
Wie muss ich die Gefahr für das Baby einschätzen, wenn ich alle Vorsichtsmaßnamhen beachte? (Haut-) Kontakt zu den Pat habe ich ja trotzdem.
Bin über jeden Rat dankbar!

LG von Kathrin
 

flexi

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_Kathrin_ schrieb:
Hallo!

Ich bin im moment in der 5. SSW. Heute habe ich der stellvertretenden SL Bescheid gesagt. Die meinte, unter Berücksichtigung sämtlicher Vorsichtsmaßnahmen könne ich weiterhin auf der Onko arbeiten, allerdings unter der Voraussetzung, dass ich das auf eigene Verantwortung tue (muss das schriftlich bestätigen).
Um Kindes Willen nicht !!! Nein, du kannst nicht erklären, das du bereit bist, dich gefahren auszusetzen, das Mutterschutzgesetz sieht ganz klar vor, das du dort im Normalfall nicht mehr arbeiten darfst !!!! Der Arbeitgeber MUSS dich an einer Stelle einsetzen, an denen du keiner Gefahr ausgesetzt bist!! Das Gewerbeaufsichtsamt kontrolliert mittlerweile besonders im Krankenhaus solche Arbeitsplätze!!

Bisher gab es einen solchen Fall (die Ohren des Babys waren missgebildet). Einige andere Kolleginnen haben gesunde Kinder auf die Welt gebracht.
*kopfschüttel*: und was ist da nächste mal dran? ---deswegen gibt es die Mutterschutz-Bestimmungen!! Du arbeitest dort mit zell-tötenden Substanzen, die auch als Partikelchen in der Luft vorhanden sein können!

Ich wünsche dir alles Gute für dein werdendes Kind!
 

Zucken71

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Hallo!
Also, bei uns war es jetzt so, daß die schwangere Schwester keinen Kontakt zu den onkologischen Patienten haben durfte. Sie durfte weder in die Zimmer, geschweige denn irgendetwas an den Patienten machen. Ich halte dies auch viel zu gefährlich. Laß Dich nicht dazu überreden, irgendwas zu unterschreiben. Denk an Dein ungeborenes Kind!!! Schon allein dieses "Angebot" finde ich absolut nicht diskussionswürdig!!! Vermeide jeden Kontakt und Du bist auf der sicheren Seite!

Liebe Grüße
 

_Kathrin_

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Hallo ihr beiden!

Vielen Dank für eure Antworten!

Ich habe mich dazu entschieden, mich versetzen zu lassen. Ihr habt recht, was sind ein paar Tage Arbeit auf einer anderen Station im Gegensatz zum gesunden Leben meines Babys?!?!

Am Montag werd ich meinem Chef bescheid sagen. Das wird zwar erst nochmal n Spießrutenlauf für mich, aber den überstehe ich auch! Und wenn der mich deswegen ankackt, dann k.... ich zurück!

Vielen Dank nochmal und LG von Kathrin mit Knausel (heute5+2)
 

nightnurseBritta

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Hallöchen zusammen,

ich arbeite auch auf der Onko und bei uns waren jetzt shcon 5Schwangere,davon zwei mit Zwillingen.Sie haben bis zuletzt bei uns gearbeitet,sich aber an das Mutterschutzgesetz gehalten(keine injektionen,keine chemos,kein Umgang mit Ausscheidungen usw.)Es gab nie Probleme,denn unser Team hat immer darauf geachtet das die werdenden Muttis nur die Arbeit machen die sie dürfen....

LG Britta
 

vollderhorst

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nightnurseBritta schrieb:
Hallöchen zusammen,

Sie haben bis zuletzt bei uns gearbeitet,sich aber an das Mutterschutzgesetz gehalten(keine injektionen,keine chemos,kein Umgang mit Ausscheidungen usw.)Es gab nie Probleme,denn unser Team hat immer darauf geachtet das die werdenden Muttis nur die Arbeit machen die sie dürfen....

LG Britta
das war bei uns auch so... gibt genug tätigkeiten auf station, wo auch schwangere den kollegen helfen können, telefon, kurven schreiben, ausarbeiten Blut stellen und und und....
 

Nordlicht

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arbeiten bringt Spass, aber Du bist ja auch mehr als nur KS!

Moin zusammmen,
ich habe früher auf einer Gyn gearbeitet und war dort für die Chemopat. zuständig. Während der Schwangerschaft macht man sich ja schon Gedanken über Stillen ja/nein und meine Ärztin sagte mir, dass einzelne Substanzen auch noch nach einem halben Jahr in der Muttermilch nachweisbar sind. Prima. Letzendlich war es keine Frage mehr für mich, dass "wir" nicht mehr zur Station gehörten (wo ich übrigens´auch sehr gerne gearbeitet habe!), aber Familie ging einfach vor. Inzwischen hat mein Knausel noch zwei Knauselchen dazu bekommen und ich arbeite im amb.PD (übrigens auch wieder mit vielen Onko-Pat).
Die Gesundheit meiner Kinder ging mir damals vor und heute hat Arbeiten einfach einen anderen Stellenwert.
Eine schöne Schwangerschaft!
 

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