Schwanger als Praxisanleiter

Dieses Thema im Forum "Praxisanleiter und Mentoren" wurde erstellt von Sternchen123, 07.11.2011.

  1. Sternchen123

    Sternchen123 Newbie

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    Hallo und Guten Abend!

    Ich bin neu hier und habe auch schon viel darüber gegoogelt und leider keine passende Antwort auf meine Frage erhalten!

    Vielleicht kann mir hier einer weiterhelfen und zwar es geht um folgendes:

    Wie ist es, wenn ich als "Praxisanleiterin" schwanger werde und ich im ambulanten Dienst tätig bin? Ich habe gelesen laut Mutterschutzgesetz ist es so dass man im ambulanten Dienst ein Beschäftigungsverbot bekommt (meistens zumindest?!).

    Jetzt meine konkrete Frage an Euch:

    Wie handhabt oder habt ihr es gehandhabt, als ihr Schwanger wart und hattet einen Azubi an eurer Seite der Eure Unterstützung braucht? Theorie und Praxis. Theorie wäre ja kein Thema, aber wie sieht es denn mit der Praxis aus?! Wenn ich ein Beschäftigungsverbot bekomme, kann ich ja eigentlich nicht mitfahren mit dem Azubi um einfach nur nebendran stehen zu bleiben?!
    Also fehlt ihm einen gewissen Teil um ihn Vernünftig etwas beizubringen!

    Vielen Dank für Eure Antworten (PS: ich bin nicht Schwanger, aber was nicht ist kann ja irgendwann mal werden und daher ist mir das Thema sehr sehr wichtig für meine Zukunft)

    Liebe Grüße, das Sternchen
     
  2. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    1. Du bekommst nicht automatisch ein Beschäftigungsverbot wenn du schwanger bist.
    2. Wenn du eins bekommen solltest, muss eben jemand anderes den Azubi anleiten.
     
  3. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

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    Ein Beschäftigungsverbot muss nur erteilt werden, wenn das Risiko für die werdende Mutter und/oder das Kind zu hoch ist. Das ist im ambulaten Dienst oft der Fall, weil man alleine ist und die körperliche Arbeit nicht bewältigen kann. Als PA bist Du arbeiteset Du zu zweit, daher sind das gute Voraussetzungen kein Beschäftigunggsverbot zu bekommen.

    Und wenn doch: Siehe Bluestar
     
  4. Sternchen123

    Sternchen123 Newbie

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    vielen lieben dank für eure antworten...okay gut zu wissen, dass wenn ich den azubi mitführe, dass ich dann wohl vllt glück habe und kein beschäftigungsverbot bekomme!

    wäre es dann möglich, dass ich für theorie da bin für den azubi, aber praxis dann jemand anderst übernimmt, indem ich mich mit meiner kollegin zusammen sitze und wir darüber genauestens drüber diskutieren, evtl. einmal im monat z.B. dass ich dann ein feedback bekomme, wie er sich in der praxis anstellt?!
     
  5. renje

    renje Poweruser

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    @sternchen:

    Entschuldige, auch du bist Ersetzbar, wie jeder andere auch!

    Wenn die Ausbildung einzig und alleine mit einer Person steht und fällt, dann würde ich mir mal über meine Einstellung und Organisation d. Ausb. Gedanken machen.

    Denn jeder kann zu jeder Zeit ausfallen!

    Da gibt es wohl ein Missverständnis.
    Für die Theorie ist die Schule zuständig,
    der Praxisanleiter, wie es der Name schon so trefflich besagt, für die Praxis.
     
  6. Sternchen123

    Sternchen123 Newbie

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    selbstverständlich ist theorie sache der schule, ich meinte eigentlich...dass ich dass mit ihm dann nochmal durchgehe und es dann weitergebe an die kollegin, was sich aktuell z.B. verändert hat für die praxis...versteht ihr mich?! also worauf dann in der praxis wirklich aufgepasst werden sollte, ohne dass er den falschen stiefel weiterzieht!

    ja natürlich kann nicht alles nur an mir hängen bleiben, wenn ich mir das bein brech dann bin ich eben auch mal für eine längere zeit nicht da.

    man mancht sich anscheinenend viel zu viele gedanken, da man einfach mehr verantwortung für den azubi hat und man möchte das alles glatt über die bühne geht..
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Elisabeth
     
  8. Sternchen123

    Sternchen123 Newbie

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    ich danke dir für dein "augen öffnen"8O, elisabeth!

    also gut dann seh ich nach deinem satz, eine schwangerschaft mit evtl. beschäftigungsverbot gelassen hingegen. ist ja nicht für immer, sondern nur für eine gewisse zeit!

    vielen vielen dank!:daumen:
     
  9. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Das sehe ich mal ganz anders. Auch als PA frage ich dich: Was machst du, wenn der Patient fällt? Daneben stehen und sagen, ich darf den Patienten nicht aufheben, sage aber dem Schüler, wie er den Patienten aufhebt? Oder es werden offensichtlich Falsche IE verabreicht, sagst du nur halt oder zeigst du dem Schüler an der Spritze die falschen iEs?

    Und letztendlich: Wenn du dich im Auto anschnallst wo führt der Bauchgurt her? Richtig, direkt am Ungeborenden. Beim Unfall ist das wie ein Tritt von einem Pferd in den Bauch. Deswegen sagt das Muschu auch aus, das man nach dem dritten Monat nicht mehr auf "auf Beförderungsmitteln" arbeiten darf. MuSchG - Einzelnorm

    Und noch jede Menge mehr, was dich auch beim Anleiten mit Schülern betrifft. Ließ dir das einfach mal durch.

    Grundsätzlich sollte jede Schwangere nicht mehr in der ambulanten Arbeiten, zum Schutz der Ungeborenden!

    lg
     
  10. renje

    renje Poweruser

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    Hallo ycassy,

    jetzt wollen wir mal nicht übertreiben.

    Dann dürfte keine Schwangere in welches Auto auch immer, privat oder beruflich einsteigen. Der Gurt bleibt der selbe.

    Ausserdem beziehst du dich auf den Passus - auf Beförderungsmitteln - der ist aber anderst definiert und mit einer Zeit von mind. 50% angegeben.

    Unter 50% heißt das - mit Beförderungsmitteln - und da gibt es keine generelles Verbot, sondern nur Einzelfallentscheidungen.

    Für die anderen Tätigkeiten das stimme ich dir zu, da wird man über ein Beschäftigungsverbot in den meisten Fällen nicht drum rum kommen.
    Das ist schlichtweg bei Einhaltung des MuSchu eine Arbeit nicht mehr möglich.

    http://www.arbeitsschutz-sachsen.de/publications/broschueren/ambulante_pflege.pdf
     
  11. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Einer Schwangeren darf man das Autofahren, und sich der Gefahr eines Unfalls mit Folgen auszusetzten, nicht verbieten. Korrekt.

    Aber: Darf ich eine Schwangere zum Autofahren zwingen???? Was in der amb. zur Diensttätigkeit zwangsläufig dazugehört?

    lg
     
  12. renje

    renje Poweruser

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    @ycassy:

    Da würde ich mal sagen - JA.

    Wie sollte sie ihre Tätigkeit sonst ausüben?

    Eben weil sie zwangsläufig dazu gehört.

    Es sei denn, per Attest wird ein generelles "Fahrverbot" empfohlen, das aber dann auch für in den privaten Bereich Gültigkeit hätte.

    Es ist nicht generell vom Gesetzgeber verboten.
    Es ist auch in amb. Pflege eher selten, dass ich mehr als 50% im Auto sitze.
    Es liegt kein Beschäftigungsverbot vor.
    Die AN muss ja auch zum Dienst kommen, das ist explizit ausgenommen.
    Da sieht der Gesetzgeber wohl kein erhöhtes Risiko generell beim Autofahren, sondern nur in der Zeit, egal wie lange der AN zur Arbeit braucht.

    Das gehört für mich zum normalen Risiko des Lebens.
     
  13. Vielleicht hilft ein Gedanke weiter, der deutlich abseits des eigentlichen Themas liegt:
    Es gibt sehr viele Medikamente, deren Beipackzettel den Hinweis enthalten, daß "die Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen und zur Teilnahme am Straßenverkehr" beeinträchtigt sein kann. Solche Pillen gibt es auch als Dauermedikation und auch ich nehme sowas mehrmals täglich.
    Die bgw hat das schon mal thematisiert. Juristisch stehe ich auf dem Schlauch. Der Betriebsarzt äußert sich nicht konkret, was ich verstehen kann. Schließlich kann er nicht jeden Mitarbeiter in der Verwendung einschränken, der, wie ich, ein Mittel gegen Bluthochdruck einnimmt. Bei Zwischenfällen am Arbeitsplatz bin ich der Dumme, weil ich Maschinen bedient habe, obwohl mir bekannt war, daß diese Fähigkeit bei mir eingeschränkt sein könnte.
    Natürlich ist es nicht empfehlenswert, als Schwangere einen Verkehrsunfall zu erleiden. Bist Du im Winter im achten Monat, solltest Du auch nicht draußen herumlaufen, denn Du könntest auf Reifglätte ausrutschen und Dich wegen Deiner dicken Pocke und der damit verbundenen Unbeweglichkeit nicht abfangen können.
    Verstehe mich nicht falsch: Du sollst und mußt Dich und Dein Kind schützen, was aber nicht heißt, daß Du vierzig Wochen das Haus nicht mehr verlassen sollst. Als Taxifahrerin kannst Du bestimmt nicht arbeiten, aber in der ambulanten Pflege doch sicher zum Patienten fahren. Du donnerst dabei ja wahrscheinlich nicht mit 160 über die Autobahn. Und wenn Du nicht schwer heben darfst, darfst Du nicht schwer heben. Dann machst Du es auch nicht. Wenn der Patient stürzt, hebst DU ihn NICHT auf. Und das muß Deinem Chef klar sein.
    Aber am normalen Leben und, eingeschränkt, am Arbeitsleben kannst Du doch normalerweise teilnehmen. Bestehe darauf, daß Du das, was Dir verboten ist, nicht machst. NIE!
     
  14. Schwester Rabiata 2

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    @ ycassyy: So eine PDL wie dich hätte ich gerne. :-)
     
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