Schüler fit machen, aber wie?

Ellen

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Hallo alle zusammen!
Ich habe gerade folgendes Problem. Ich selbst habe erst seit Oktober ausgelernt und wurde von meiner Stationsleitung gebeten mich eíner Schülerin anzunehmen, da sie sehr langsam arbeitet und sich gelegentlich auch um die Arbeit drücken soll. Ich soll sie also Zitat: Fördern und fordern. Hab dazu drei Wochen Zeit. Ich selbst kenne die Schülerin erst von zwei Spätdiensten.
Nun meine Frage: Wie stelle ich das am besten an. Hab mir schon viele Gedanken darüber gemacht und freue mich auch darauf, aber ich habe keine Ahnung wie.
 

Lillebrit

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Hallo,
also....ich kenne weder die Situationen noch die Schülerin....aber
meine Ratschläge wären folgende:

- Leg Deine Diesnte mit Ihr zusammen und beobachte erstmal, ob es bestimmte Arbeiten oder Situationen sind, in welchen das Problem auftaucht....oder ob es ein generelles Problem ist.

- Wenn Du "das Problem" verbal näher beschreiben kannst und auch selber zu dem gleichen Eindruck kommst wie die Kollegin, dann sprich die Schülerin gezielt dauf an...."Mir ist aufgefallen, dass...."

- Versuche, sachlich im Gepräch abzuchecken, was die Ursachen sein könnten (Unsicherheit, Überforderung, "null Bock " etc.)

- Biete bei Unsicherheiten gezielte Praxisanleitung (mal einen VW machen... oder eine Ganzkörperwäsche schulisch) an... eventuell wird die Schülerin sicherer und damit auch schneller...


Das waren jetzt erstmal so erste Ideen....
 

Ellen

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Ich bin mit ihr die drei Wochen fest eingeteilt sodas ich mir die Zeit auch für sie nehmen kann. Den Eindruck den ich von ihr in den zwei Diensten hatte, war eher eine Null Bock Einstellung. Sie will am liebsten alles mit Ärzten abklären, organisieren und hält sich halt viel mit Gesprächen auf. Aber jetzt nicht Gespräche mit Patienten und deren Angehörigen, sondern mit anderen Mitarbeitern und vergisst dabei die eigentliche Arbeit. Was mir von anderen Kollegen auch bestätigt wurde.


Hab vergessen zu schreiben das ihre schulischen Leistungen auch nicht die besten sind sie ist im 2. Lehrjahr und sie kurz davor ist das Jahr wiederholen zu müssen.
Auch auf Nachfragen von mir über bestimmte Krankheitsbilder wusste sie keine Antwort und zeigte an Erklärungen von mir nicht wirklich Interesse.
Ziel soll auch sein, dass sie lernt die Arbeit "zu sehen" und sie auch von sich aus macht, ohne extra darauf aufmerksam gemacht zu werden. Natürlich nur ihrem Ausbildungsstand entsprechend.
 

Cami

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Hallo Ellen,

vielleicht kann deine Schülerin mal einen Ablaufplan schreiben für eure Tätigkeiten, sagen wir mal für einen Zeitraum von 3 Stunden. Gib ihr soviel Raum allein zu planen wie möglich, damit sie selbst lernt an alles zu denken.
Sag ihr direkt: Jetzt bist du verantwortlich (natürlich mit dir im Hintergrund). Sie soll wissen, dass sie dafür gerade steht, dass es läuft.

Und bevor du jetzt sagts: Hast du eine Ahnung was bei uns auf Station los ist?

Sag ich lieber: Nein, natürlich nicht. Aber dem Fortschritt deiner Schülerin zu liebe, findet sich vielleicht mal die Möglichkeit sowas auszuprobieren.

Grüße und schreib wie es läuft,
Cami
 

Joerg

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Es ist natürlich nicht gerade leicht, wenn ein Schüler, dessen Leistungen ohnehin nicht die berühmtesten sind, auch noch eine Null-Bock-Stimmung an den Tag legt und seine primäre Aufgabe in Diskussionen mit den Kollegen und Ärzten sieht. Da ist ein gezieltes Fördern nicht wirklich leicht. Ob es von Deiner Stationsleitung so glücklich war, eine frisch Examinierte für so eine Schülerin zu nehmen ist fraglich. Ich weiß nicht in wieweit Du selbst schon den "totalen" Überblick über die Station hast, dass Du Dich noch um eine Problemschülerin kümmern kannst.
Ich würde mit der Schülerin den Stationsablauf genau durchsprechen und die ersten Tage sie zu allen möglichen Tätigkeiten mitnehmen (GKW, VW, Spritzen etc.) um ihr den Ablauf auch praktisch besser zu vermitteln. Das Ganze würde ich mit fachspezifischen Fragen spicken um einen Bogen zwischen Theorie und Praxis zu bekommen. Zwischendurch immer wieder auf Kleinigkeiten hinweisen, die man gern mal übersieht, die aber trotzdem gemacht werden müssen. Oftmals ist es ja auch so, dass die Schüler einfach überfordert sind und gar nicht richtig in den Ablauf der Stationen eingewiesen werden und dann rumstehen. Sicher sollte man von einem Schüler, der nicht gerade seinen ersten Tag im ersten Einsatz hat, erwarten, dass er nachfragt, aber das scheint bei einigen nicht so selbstverständlich zu sein.
Nach ein paar Tagen wäre es Zeit zu schauen, ob die Schülerin dann auch die Arbeit von sich aus sieht und nachfragt ob sie das ein oder andere schon erledigen soll. Sollten diese Erfolge ausbleiben, würde ich noch mal ein Vieraugengespräch mit der Schülerin durchführen um herauszubekommen, woran es liegt. Ist ihr dann dieses Gespräch mehr oder weniger egal würde ich die Stationsleitung und ggf. die Schule hinzuziehen.
 

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