Schmerztherapie am Knie?

Careless

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08.10.2009
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Gütersloh
Hallo ihr lieben.
Ich habe mal eine ganz doofe Frage. Es geht um eine Bekannte von mir.
Sie hatte vor einigen Wochen eine OP am Knie, da sie seit sehr langer Zeit
an starken Schmerzen litt. Nach der OP gab man ihr nicht viel Zeit, bis sie wieder mit denselben Problemen dastehen würde. Der Arzt sagte, dass man versucht hat soweit es geht, alles wieder herzurichten, dass jedoch alles sehr "abgenutzt" wäre.
Gleich nach der OP, nachdem alles verheilt war, hatte sie diese Schmerzen wieder. Die OP hätte man sich quasi vom Gefühl her sparen können sagte sie. Man sagte das sie eine Knie-TEP bekommen würde und war jetzt insgesamt 2 mal zu einer OP Vorbesprechung im KH. Gestern aber wurde sie abgelehnt, weil der Prof dort schon beim ersten Termin äußerte, dass er ein Problem mit ihrem Alter hätte - sie ist 39 Jahre alt.
Jetzt soll sie eine Schmerztherapie am Knie bekommen und kann sich da nicht so richtig was drunter vorstellen. Kann jemand von euch vielleicht kurz erklären, was sie in etwa erwartet.
Ich bin da noch nicht im Stoff drin, als das ich ihr da groß was zu sagen könnte :knockin:
Danke für eure Hilfe!
 
Hi, Careless,
hab selbst Arthrose an beiden Knien, aber noch gehts mit sehr wenig Schmerzmitteln.
Deshalb bin ich ein bißchen im Thema drin.
Diese OP/Arthroskopie mit Gelenktoilette rangiert unter den Eingriffen, die Ärzte nicht an sich vornehmen lassen würden, an eine der ersten Stellen. Sie ist wohl weitestgehend nutzlos. Warum dann doch? Tja, Geld?
Alle anderen Dinge, wie Einreibungen, Pülverchen etc. sind bei fortgeschrittenem Befund nix. Wobei es Studien gibt, das Akkupunktur helfen soll.
Aber, bei weit fortgeschrittener Arthrose gibts wohl nur noch Gelenkersatz.
Und da sollte Lebensqualität und Schmerzintensität und nicht nur das Alter Maßstab sein.
Wichtig ist es, eine gute Klinik und Arzt zu finden mit einer großen Anzahl an (erfolgreichen) OP´s.
Es gibt im Netz ein großes Selbsthilfeforum mit vielen Betroffenen, die erstens gute Tipps haben und zweitens auch Mut machen. (Googlen unter Arthroseforum)
Also, viel Glück und nicht zurückweisen lassen.
Gruß, Marty
 
Danke für die Antwort Marty.
Ja, ich denke auch, das nicht nur das Alter ausschlaggebend sein sollte.
Wobei ich anders rum die Argumentation teilweise verstehen kann.
Allerdings ist es bei meiner Bekannten wirklich so, das sie vor wenigen Wochen operiert wurde, um gewisse Dinge im Knie zu richten und schmerzlinderung zu erzielen.
Fakt ist, das sich an den Schmerzen nichts geändert hat und ihr täglich Brot Schmerztabletten sind und das geht ja mal gar nicht finde ich.
Gestern haben sie das Knie noch einmal geröngt und kein Unterschied zum Bild vor der OP sehen können.
Natürlich ist sie noch sehr jung für ein Knie Tep, das verstehe ich, aber sie hat so unglaubliche Schmerzen, das sie es selbst mit Schmerztabletten gerade so aushalten kann.
Ihr Hausarzt war von der Ablehnung nicht so begeistert und will sie nun evtl an eine andere Klinik ein paar Kilometer weiter weg verweisen. Vielleicht hilft man ihr dort weiter. Aber das muss wohl erstmal noch besprochen werden.
Der Arzt von gestern besteht nun erstmal darauf, eine Schmerztherapie zu versuchen, bevor sie einem neuen Knie zustimmen.
 
Hallo Careless,

es gibt die Möglichkeit, mit "Schmerzkathetern" zu behandeln. Das ganze ist eine Art längerfristige Regionalanästhesie (wird auch unter OP-Bedingungen angelegt). Mit einer stumpfen Kanüle wird unter lokaler Betäubung und ggf. Sedierung der entsprechende Nerv aufgesucht, indem eine geringe Strommenge über die Kanüle geleitet wird. Ist man richtig, fängt das Bein an bestimmter Stelle an zu zucken. Der Strom wird abgestellt, man führt einen Katheter durch die Kanüle und die Kanüle selbst wird entfernt. Über den Katheter kann man als Bolus-Gaben oder kontinuierlich über eine Pumpe Lokalanästhetika direkt an den Nerv applizieren.
Ist eine schöne Sache, allerdings nur in Verbindung mit einem stationären Aufenthalt möglich, weil die Motorik und Sensibilität der Extremität herabgesetzt sein kann und wie immer bei invasiven Verfahren Infektionsgefahr besteht.

Gruß
Die Anästhesieschwester
 
Hallo Careless,

wichtig ist in meinen Augen erstmal die Überweisung deiner Freundin an einen anerkannten Schmerztherapeuten, diese haben meistens mehr Möglichkeiten konservativ scherztherapeutisch tätig zu werden. Wenn das ausgereizt ist muss man über die Knie TEP nachdenken. Bei uns im Haus werden auch jungen Menschen bei entsprechender Indikation Prothesen "eingebaut"

Gruß aus OWL

Bernie68
 
Prinzipiell ne logische Sache.
Im ersten Augenblick erscheint eine Schmerztherapie kostengünstiger als ein Gelenksersatz.
Zudem in dem Alter.

Da wird aber nicht mit einberechnet, das evtl Arbeitsausfall auch massive Kosten verursacht. Und das dauerhaft SZ-Medikation auch ein Kostenfaktor ist. Denn wahrscheinlich geht es über Paracetamol, Novalgin, Voltaren, Tramal.... hinaus.

Gab letztes Jahr eine "Diskussion"/ Studie über Arthroskopie vs. Schmerztherapie/ Physio...
Mit der operativen Methode konnte kein Vorteil bestätigt werden.

Nebst dem wird deine Bekannte auch schon viele Erfahrungen bezüglich SZ-Therapie gemacht haben.
Es passiert schnell, das man in nem Chronifizierungsprozess ist.

Zweite Meinung, auf jeden Fall.
 
Danke für eure Antworten!

@anästhesieschwester: Jetzt kann ich mir auch gut was drunter vorstellen und ihr das erklären :daumen:

@Bernie68: Was heißt bei uns im Hause ;)? Ihr Hausarzt will sie ja nun wie gesagt an eine andere Klinik verweisen - oder er denkt zumindest darüber nach. Genaueres folgt erst Ende der Woche, wenn sie dort einen Termin hat.

@blubbblubb: Ja das dachte ich mir, das man in erster Linie das so sieht, das eine Schmerztherapie - zumindest für den Moment - günstiger erscheint als ein neues Gelenk.
Sie ist ja schon lange bevor sie jetzt operiert wurde mit Schmerztabletten und Creme ruhig gestellt worden. Aber das kann ja nun wirklich keine Lösung auf Dauer sein. Zumal sie selbst sagt, das sie immer noch Tabletten brauch um die Schmerzen auszuhalten, die Schmerzen aber nie ganz weg sind. Sie glaubt also, das die Tablette gar nicht mehr richtig anschlagen.

Eigentlich kann man ja fast nur hoffen, das sie wirklcih einen Termin in der anderen Klinik bekommt und die nicht nur das Alter sehen sondern auch ihre Lebensqualität, die durch ständige schmerzen u.ä. nun wirklich nicht gerade berauschend ist.
 
Danke für eure Antworten!


@Bernie68: Was heißt bei uns im Hause ;)? Ihr Hausarzt will sie ja nun wie gesagt an eine andere Klinik verweisen - oder er denkt zumindest darüber nach. Genaueres folgt erst Ende der Woche, wenn sie dort einen Termin hat.

Verstehe Deine Frage nicht?
 
Sorry, war vielleicht nicht gut formuliert!
Wollte eigentlich nur wissen wo du denn arbeitest. Da du meintest "Grüße aus OWL" :-)
 
Diese OP/Arthroskopie mit Gelenktoilette rangiert unter den Eingriffen, die Ärzte nicht an sich vornehmen lassen würden, an eine der ersten Stellen. Sie ist wohl weitestgehend nutzlos. Warum dann doch? Tja, Geld?

Man muss da differenzieren: Arthroskopie als Schmerztherapie ist wohl sinnlos, jedoch ist sie vor allem eine diagnostische Op, um eine genaue Ursache und den Grad der Arthrose feststellen zu können. Einen Erguß, eine Blutung, eine Kreuzbandruptur oder Schäden der Menisken lassen sich sehr wohl gut arthroskopisch operieren. Früher musste man dazu das Knie komplett eröffnen.
 
@Careless

In der Nachbarstadt: Wiedenbrück:hicks:
 
Hallo zusammen!
Ich weiß leider nicht wie weit die Diagnostik schon fortgeschritten ist, aber das bei einem postoperativen Röntgen keine Bessrung zu sehen ist, ist fast klar. Ich meine, dass bei einer umfassenden Kniediagnostik noch immer das MRT das Mittel der Wahl ist. Und wenn die Patientin erst 39 Jahre alt ist, soll sie ja noch sehr lange ihre Knie belasten können!

@Anästhesieschwester: Ich glaube kaum, dass der Femoraliskatheter ein obligates Mittel zur längerfristigen Therapie von chron. Schmerzen dieser Art ist. Es gilt doch eher den Grund zu beseitigen und wahrscheinlich wäre der Pat. eher mit einem guten Schmerztherapeuten geholfen, der sie bis zur OP und danach begleitet.

@careless: vielleicht kannst Du auf Deine Freundin einwirken und ihr behilflich sein, einen Spezialisten auf dem Gebiet zu finden. Damit meine ich eben nicht sich ins Krankenhaus in der nächsten Stadt zu begeben, sondern sich seinen Arzt auszusuchen. Dafür muss man vielleicht ein paar Stunden Fahrt auf sich nehmen, aber ich glaube das grad die Gelenkchirurgie ein sehr spezielles Gebiet mit ausgewiesenen "Cracks" ist.

So, ich weiß wohl das ich etwas spät dran bin, aber eben solch eine 8jährige Odyssee an Knieproblemen habe ich grad mit meiner Ma durch.
Vielleicht lag mir diese Antwort deshalb so am Herzen.

Einen wunderschönen Tag!
great
 
Hallo great,

ich habe nicht gesagt, dass der Fem. für eine längerfristige Behandlung gedacht ist. Wie du schreibst, ist der Grund für die Schmerzen zu finden und zu therapieren. Es ging nur darum, Careless ein paar Infos zu geben weil sie das nicht kannte.


Gruß

Die Anästhesieschwester
 
Hallo ihr lieben.
Danke für eure Antworten. Ob spät oder nicht, bin noch immer für Antworten dankbar! Ob das mit dem Katheter eine langfristige Lösung oder nicht, war mir in erster Linie nicht so wichtig :-)
In erster Linie wollten wir erstmal wissen, wie eine Schmerztherapie am Knie überhaupt aussehen könnte, da wir uns da nicht so richtig was
drunter vorstellen konnten!

Nunja, nachdem sie von dem Prof. in der Klinik abgelehnt wurde, aufgrund des Alters, ist sie von ihrem Hausarzt noch einmal in eine andere Klinik verwiesen worden. Also ich weiß jetzt nicht genau wie sich das schimpfte, ich weiß gerade nur noch, das es sich bei ihrem Knie um den 4. Grad ging (hört sich doof an, aber ich kenn mich damit eben noch nicht aus :kloppen:)
Auf jeden Fall sagte der Arzt in der anderen Klinik, nachdem er die Aufnahmen des Knies sah, das er schon viel gesehen hätte, aber schon lange nicht mehr solch eine Ruine! Diverse "Dinge" die in dem Gelenk normalerweise vorhanden sein sollten (Bänder, Miniskus, etc) sind teilweise überhaupt nicht mehr da. So sagte man ihr das zumindest.
Letztlich hat sie ihre OP genehmigt bekommen und soll am 2. März ein neues Knie bekommen!

LG Careless
 
Nabend!

Das hört sich doch nach einem guten Plan an!

@Anästhesieschwester: ich nahm auch schon an, was falsch verstanden zu haben, allerdings finde ich die Vorstellung eines "Langzeitfemoraliskatheters" ganz amüsant. Es gibt ja leider nix was es nicht gibt...:up:
 

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