Schmerzen im Arm bei Hemiparese

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Neurologie / Neurochirurgie" wurde erstellt von Kathissima, 27.11.2011.

  1. Kathissima

    Kathissima Newbie

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    Hallo ihr Lieben,

    meine Frage dreht sich um einen Patienten, der nach einem Schlaganfall rechtsseitig mit einer Hemiparese zu kämpfen hat. Grobmotorik ist in Ordnung, allerdings hat er Schmerzen bei feineren Bewegungen. Er nutzt die Hand durchaus trotzdem, er ist auch Rechtshänder.

    Der Hausarzt beäugt jeden Vorschlag sehr sehr skeptisch, und da der Patient sonst keine Schmerzen hat, halte ich es für zweifelhaft, das in irgendeiner Form eine Schmerztherapie möglich/ vom Hausarzt für nötig erachtet ist.

    Meine Idee wäre, ihm ein Bewegungs- und/ oder Wahrnehmungsangebot zu machen, das ihn die Hand positiv wahrnehmen lässt und evtl. die Schmerzempfindung bei Aktivität reduziert. Ich sehe diesen Patienten je nach Schicht 1-2 mal pro Tag, eine gewisse Eigenmotivation ist vorhanden, wenn man ihm schlüssig erklärt, warum man etwas von ihm verlangt.

    Habt ihr Ideen oder Vorschläge dazu? Wie geht ihr mit solchen Patienten um?

    Vielen Dank im Voraus für Eure Ideen und Anregungen :-)

    Liebe Grüße, einen schönen 1. Advent,
    Katharina
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wann treten die Schmerzen auf? Wenn er anfängt feinmotorische Bewegungen zu machen?
    Treten die Schmerzen dann bei jeder Bewegung auf?
    Sind dei Schmerzen rückläufig, wenn er die Hände eine Weile lang nutzt?
    Wie reagiert er, wenn er die Hände in warmen Wasser bewegt? Wie im kalten?
    Gibt es Anfänge von Kontrakturen in dem Bereich?
    Gibt es Schwellungen in dem Bereich?
    Können rheumatsiche Erkrankungen ausgeschlossen werden?
    Kann Gicht ausgeschlossen werden?

    Elisabeth
     
  3. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Der Hr. Dr. stellt fest: In Ruhe hat der Patient keine SZ - somit braucht er auch nix (keine SZ-med ?) - beäugt Euch sehr kritisch - Mittelalter lässt grüßen :wut::angryfire:- I' m lovin it
    Beim Patienten ist eine "gewisse" Eigenmotivation vorhanden
    will heißen - eigentlich macht er nichts selbst um seinen Zustand zu verbessern. Schonhaltung, macht keine Übungen, antriebsgemindert?
    Rätselraten, vermuten, spekulieren.....

    Therapeuten sind keine "mit an Bord"?

    Stellt sich auch die Frage wie lang der Hirninfarkt schon her ist
    WIE geht er denn mit seinem paretischen Arm um?
    WIEVIEL nimmt er von ihn wahr, spürt ihn (Hypo, Hyper, Par, Oberfläche, Tiefe, Temp, Druck, Lage, der Tonus, distal, proximal...)???
    Gezielt fördern und
    die Idee positive Anreize zu setzten, Wahrnehmungsförderung - gefällt mir.
    Ob das Ziel erreichbar ist - hm
    Mit Euch, Therapeuten und Pat. Plan erarbeiten - ups - schon wieder Therapeuten.
    Trotzdem fragen?
     
  4. Kathissima

    Kathissima Newbie

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    Hey :-)

    Erstmal danke für die Antworten. Leider ist es superschwierig mit diesem Hausarzt zu reden, egal wie gut man vorbereitet ist bzw. wie gut die Argumente sind. Habe da entsprechende Beispiele, die noch mittelalterlicher sind, als einem Patienten, der "nur" Bewegungsschmerzen hat, keine Schmerzmittel zu verabreichen.

    Die Hand an sich ist leicht ödematös, keine Kontrakturen erkennbar, auch keine anfänglichen, soweit ich das beurteilen kann. Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis meines Wissens nach nicht bekannt, Gicht weiß ich grad aus dem Stehgreif nicht.

    Warmes Wasser scheint die Schmerzen zu mildern, kälteres, auch laues Wasser lehnt der Patient generell eher ab. Druck auf die Handinnenfläche wird als schmerzhaft empfunden (lösen der Rollstuhlbremse). Er berührt seine rechte Hand und führt sie mit der anderen. Der Apoplex ist etwas mehr ein Jahr her, der Patient erhält abschnittsweise Ergotherapie, z.T. auch KG und Lymphdrainage (Beine). Auf die Idee, die Ergotherapeutin zu fragen, bin ich gar nicht gekommen, muss ich zu meiner Schande gestehen. Dadurch, das wir in der Ambulanten Pflege wenig mit den Therapeuten verknüpft sind, ist das schon immer schwierig. Auf KHStationen bzw. im Pflegeheim habe ich das auch als wesentlich einfacher erlebt. Das waren wohl die berühmten Scheuklappen, die ich da aufhabe...

    "gewisse Eigenmotivation" ist wirklich eine ungute Formulierung, gemeint war, das der Patient motiviert ist, Dinge zu tun, in denen er einen direkten Vorteil sieht. Ist der für ihn nicht direkt erkennbar, wirds schwierig ihn davon zu überzeugen. Er wirkt schnell demotiviert und sehr verzweifelt, wenn Dinge nicht so gut klappen wie sonst. Er legt auch großen Wert darauf, möglichst eigenständig zu sein. Ich versuche das auch in der Grundpflege so gut es geht zu fördern. Dass er Übungen macht, habe ich nocht nicht mitbekommen, ich denke, da existiert vor allem noch der Gedanke "die Therapeutin kommt ja einmal die Woche, muss ich nichts üben". Daher die Idee ein Angebot in die Pflege mit einzubauen.

    Viel Text, ich weiß. Vielleicht fällt euch etwas ein :-)

    Katharina
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du musst also alles versuchen, das Ödem zu reduzieren.
    - Pat. aufklären
    - Vermeidung, dass der Arm herunterhängt.
    - Hochlagerung- z.B. wenn Pat. liegt
    - auf physiologische Lagerung der Hand achten- kein Abknicken im Handgelenkbereich

    Für die Argumentation beim Arzt: handsyndrom hemiparese - Google-Suche . Der Pat. sollte noch einmal einem Neurologen vorgestellt werden. Der dürfte dann wahrscheinlich eine Lymphdrainage anordnen.

    Warmwasserangebote würde ich im Moment eher lassen. Dürfte keine Besserung bringen.

    Elisabeth
     
  6. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    War doch nicht viel....

    Was auf alle Fälle dazugehört - täglich dokumentieren SZ wann, wo, wie stark, NRS dokumentieren, auch für andere Tageszeit, SZ-Tagebuch führen lassen (?)
    bei Kontakt mit dem Arzt: Hausarzt informiert am...., auf .. hingewiesen am..., HA verordnet/ verordnet nicht am....usw
    kommt der HA zum Pat. nach Hause? Liest er die Doku....8O.
    Dann hast Du aber von dieser Seite aus Deiner Pflicht genüge getan.

    Ohne mehrfach täglich selbst darauf hinzuarbeiten kommt er wohl nicht recht weiter...wer bringt ihm das bei....
    mach DU/ macht IHR das mal (?) - jeden Tag für 1 Monat (?) - warum eigentlich NICHT

    Ihm muss das bewusst werden
    oder
    es wird weiter nicht akzeptiert und er wird SEINEN möglichen Anteil weiter niedrig halten, egal WAS Du/Ihr mit ihm macht
    - das könnt man dann auch rausfinden.

    Plan erstellen ohne/ besser mit den Therapeuten - was, wann, wie oft am Tag, er soll es dokumentieren - abhaken (oder was auch immer)
    nach 1 Woche (?) soll er berichten ob Maßnahme gar nicht, etwas, gut, sehr hilfreich war - nächste Maßnahme, veränderte, intensivierte........
    dazu müsste er wissen was er machen kann, was hinderlich ist, was gut tut, was lindernd wirkt und auch was zu vermeiden wäre
    - ausgedruckte Blätter, die mit ihm vorab besprochen werden, sind gut.

    ...der Infarkt ist jetzt 1 Jahr her - somit IST ihm voll bewusst was passiert ist, seine Einschränkungen und die Perspektiven:emba:
    - das ist einerseits gut, andererseits schlecht....
    Hat der Patient Anzeichen einer Depression die ihn in seinem Antrieb, seiner Motivation, Konzentration, Ausdauer behindern?
    Krankheitsbedingte/ krankhafte Veränderungen, oder nicht....

    ...Rollstuhl...kann er denn laufen oder sitzt er ausschließlich....
    was macht er den langen Tag lang alles so...

    ....lebt allein oder nicht....falls nicht dann ist da noch jmd. da der einwirken kann, Übungen unterstützen, motivieren.
    Mit den Einschränkungen jetzt noch nach 1 J. - war er nach der Akutklinik in einer Reha - hat von dort noch Infomaterial?

    Er hatte schon nach Reha ambulante Therapie - von dort nichts bekommen zum üben? Lässt sich nachholen - anrufen, zuschicken lassen?

    Deutsche Schlaganfallhilfe (als 1 Beispiel), örtliche Selbsthilfegruppe mit Möglichkeit der außerhäuslichen Aktivität (haben wir hier),
    mit Unterstützungsmöglichkeiten durch eine solche Gruppe für sämtliche Bereiche.....

    Zum Verständnis: Er kann mit der paretischen Hand die Rollstuhlbremse lösen, oder legt er die andere drüber und löst sie dann - aua.
    Kurzer - schwer oder ein langer - leichter bedienbarer Hebel...

    Da hast jetzt soviel geschrieben und trotzdem kommen noch mehr Fragen....:roll: vielleicht ist ja was dabei.
     
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