Schlechte Pflege vom Sozialdienst!

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von anindal, 04.10.2010.

  1. anindal

    anindal Newbie

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    Ich bin im Rahmen meiner Ausbilung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin zur Zeit im ambulanten Eingesetzt.
    Ich mache meine Ausbildug im Krankenhaus und war
    entsetzt über die Zustände bei diesem privaten Sozialdienst.

    Am ersten Tag fuhr ich mit einer ungelernten Schwester mit. Beim ersten Patienten musste man nur Körperpflege durchführen. Sie schrubbte erst den Hintern, dann den Intimbereich und dann die Beine... alles mit dem selben paar Handschuhen, dem selben Waschlappen und ohne Händedesinfektion. Ich dachte mir "naja Zuhause wasch ich mich auch nicht nach Schulbuch". Doch als sie dann mit den Handschuhen, mit denen sie den Hintern gewaschen und geputzt hatte auch noch die Frühstückssemmel aufschnitt war ich entsetzt.
    Doch es kam noch viel Schlimmer. Puffi-VW von einer ungelernten Pflegekraft. Sie sprüte einmal mit Desinfektionsmitten, wischte irgendwie hin und her, mit den Kompressen, die sie aus der sterilen Packung auf das Nachtkästchen legte. Nach dem desinfizieren fummelte sie noch mit ihrem Handschuh an der Einstichstelle rum (es war kein steriler Handschuh) um die trockene Haut zu entfernen. Sie mobilisierte den Katheterschlauch letztlich ohne zu desinfizieren ca. 10 cm in die Blase (keine Ahnung warum).
    Der Urin im Katheter war total konzentriert, grünlich und im Schlauch war eine Menge Grieß. Sie dokumentierte dies nichtmal.
    Auf die Frage woher sie den VW kann, kam ein "das ist mir im Büro mal erklärt worden".
    Ich fuhr am selben Tag noch bei der SD Tour mit. Die Schwester eine APH, ich dachte das kann ja nur besser werden. Weit gefehlt...
    Wir waren bei einem Patienten zum Zuckermessen und Insulin spritzen. Sie ermittelte den Zuckerwert ohne den Finger vorher zu desinfizieren... Wert über 500mg%. Schwester war damit ziemlich überfordert und überlegte... auf der Anordnung stand bei >250 Zucker 12 IE. Dann meinte die Schwester "dann muss ich ja dass doppelte spritzen bei über 500 oder?".
    ich erklärte ihr das Schema und schlug vor das die Patientin sich die Finger wäscht und wir nochmals messen... Wert knapp über 200mg% !!!

    Ich kann das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, daneben zu stehen und zu wissen das die Schwestern nur Mist bauen.
    Klassenkameraden von mir waren bei christlichen Sozialdiensten und haben ganz andere Erfahrungen gemacht.

    Ich beschwerte mich bei der Schule und bat darum zu einer anderen Sozialstation zu kommen.

    Nun meine Fragen:

    1. Müssen die nicht vom MDK überprüft werden? / Soll ich eine Beschwerde schreiben?
    2. Dürfen Hilfskräfte alleine SD fahren, wenn keine andere examinierte Pflegekraft im Hintergrund ist?
    3. Dürfen ungelernte Kräfte Insulin spritzen und Verbände machen? Ohne das je jemand zugesehen hat?
    4. sind Sozialstationen von christlichen Trägern "besser" (bzw. werden diese anders Kontrolliert)?
    5. Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht?

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen
     
  2. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Deine schrecklichen Erfahrungen tuen mir leid, das ist wirklich nicht normal.

    vielleicht erstmal zu deinen Fragen:

    1. der MDK überprüft zwar die Pflegeeinrichtungen, dieses ist aber mehr eine Dokumentationsvisite. Der MDK überprüft, ob alles in der Doku steht (auch der Verbandswechsel ordendlich in der Wunddokumentation aufgezeichnet ist), mehr aber auch nicht. Mehr würde auch eine Beschwerde nicht bringen. Wie der Patient tatsächlich gepflegt wird, interessiert den MDK nämlich nicht / ist ihm zu umständlich zu prüfen. Maximal was erreichen könntest du, wenn du dich über den VW durch eine Pflegehilfskraft beschwerst. Dann werden die Handzeichen mit kontrolliert. Aber wie leicht das zu fälschen ist weist du sicherlich selber.

    2. Hilfskräfte dürfen ohne Probleme alleine SD fahren, solange sie keine Behandlungspflegen erbringen. Und der Hintergrunddienst (nicht mit einer Rufbereitschaft zu verwechseln) muß 24 Std. am Tag über eine examinierte Fachkraft abgedeckt werden. Diese muß in Medizinischen Notfällen immer erreichbar sein und Entscheidungen wie z.B. Krankenhauseinweisungen fällen können.

    3. ein klares Nein. Aber auch hier gilt: 1. wo kein Kläger, da kein Richter. 2. Faken von Leistungsnachweisen ist so einfach. Und wenn der einmal gefälscht wurde... siehe 1.

    4. Nein, und Nein. Die Christlichen Sozialstationen haben zwar den Vorteil, keinen Gewinn erwirtschaften zu müssen im Gegensatz zu privaten Trägern, und sie haben (meistens) einen größeren Verwaltungsapparat hinter sich, aber das ist auch schon alles. Wie gut ein Pflegedienst organisiert ist, hängt vom Dienst selber ab. Und natürlich auch von seinen finanziellen Ressourcen. Ausserdem kostet eine gute Qualität auch viel Zeit. Aber geprüft werden sowohl private Dienste wie auch Christliche Dienste und die anderen paritätischen Wohlfahrtsdienste (z.B. AWO oder DRK) genauso gut (oder schlecht) vom gleichem MDK. Und glaube mir, es gibt immer bessere Pflegedienste wie die christlichen.

    5. Leider ja. Habe auch schon so einen raffgierige Inhaberin erlebt, welche sogar Krankenhauseinweisungen verboten hat, weil ihr dann die Kohle gefehlt hat. Die hat z.B.: sogar die Ports von ungelernten versorgen lassen und dann selber auf den Leistungsnachweisen unterschrieben. Und viele weitere Schocker. Aber beweise das mal. Und der MDK war bei seiner (Dokumentations)kontrolle auch noch hochzufrieden.

    Ich sag nur immer: scher nicht alle ambulanten Pflegedienste über einen Kamm. Was sagt den deine Schule dazu? Oder dein Praxisanleiter? Bei dehnen würde ich mich zuerst beschweren und evtl um eine Versetzung beten.

    Noch was: Die Regelungen können von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein. Was ich geschrieben habe gilt nur für NRW.

    Ich hoffe, das konnte dir erstmal deine Fragen beantworten.

    lg
     
  3. Akhran

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    Also falls du etwas ändern möchtest kannst du mal schauen bei welcher Kasse die betreffenden Pat. sind wo die Behandlungspflege durch Ungelernte durchgeführt wird und dich dorthin wenden ob sie ein Pflegefehlerteam haben bzw. dort dich mit jemand übergeordneten unterhalten und auf die Zustände aufmerksam machen.

    Berlin hat außerdem noch eine Patientenvertretung die sehr aktiv ist gibt es das bei euch auch!?

    mfg
     
  4. anindal

    anindal Newbie

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    erst mal danke für die Antworten.

    @ycassyy: Ich schere keinesfalls alle Pflegedienste über einen Kamm, da andere Schüler meiner Klasse bei anderen Sozialdiensten sehr positive Erfahrungen gemacht haben. Ich denke es gibt immer vereinzelt schwarze Schafe egal in welchen Bereichen. Aber das es wirklich solche krassen Dinge in der Pflege gibt, hät ich nie gedacht.

    Mit der Schule habe ich gesprochen, mein Klassenleiter war auch ziemlich schockiert, weil wohl in dem Ausmaß sich noch keiner Beschwert hat wie ich (ob es den anderen egal war oder ob es bei denen diese Hilfskräfte noch nicht gab weiß ich nicht). Die Woche findet ein Gespräch mit dem Sozialdienst statt und dann entscheidet sich ob ich die Sozialstation wechseln kann.



    @Akhran: Ob wir eine Patientenvertretung haben weiß ich nicht, ich werde mich informieren. Aber ich denke das Problem an der Sache ist ja, die Patienten wissen nicht das der Pflegedienst falsch pflegt, ihnen fehlt das Fachwissen. Die Patienten werden sich warscheinlich nie beschweren, da die Schwestern einen freundlichen Eindruck machen.
     
  5. Mila

    Mila Gast

    Kleine Anmerkung:
    Ungelernte dürfen sehr wohl Behandlungspflege erbringen.
    Sie müssen entspr. angelernt werden und das muß dokumentiert sein. In manchen Bundesländern können Leistungen wie AEStrümpfe anziehen und Insulingabe auch mit den Kassen abgerechnet werden(zum verminderten Satz) In anderen Ländern zahlt die Kasse das nicht, aber es ist nicht verboten. Klar, daß die das ordentlich machen sollten.

    Ich hab mal gelernt, daß nach dem fingerdesinf. der BZ-Wert verfälscht sein kann. Waschen vorher ist nützlich. Du glaubst gar nicht wie viele Leute solchen "Firlefanz" rundheraus ablehnen. Wir erkären was, wie, warum( gerne auch 3x) dann wirds dokumentiert und nach Kundenwunsch ausgeführt. Sonst ist der Kunde irgendwann wech:eek1: Die Ärzte sehen solche Dinge ja auch immer sehr entspannt.

    Du hast wohl einen der schlechteren Dienste erwischt. Das tut mir leid für Dich.
    Einen schönen Tag noch
     
  6. Arantyr

    Arantyr Newbie

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    Bin momentan auch auf einer Sozialstation eingesetzt.
    War anfangs auch etwas irritiert von den Unterschieden zum Krankenhaus.
    So werden die Nadeln der Insulinpens nur 1x täglich gewechselt, eine Hautdesinfektion wird weder bei s.c.Injektion oder BZ messen durchgeführt. Viele Patienten benutzen auch keine Tupfer oder ähnliches nachdem messen, sondern nehmen kurzerhand den Finger in den Mund :wink:
    Auf meine Frage hin, warum nicht desinfiziert wird etc. , wurde mir erklärt, das man das ganze so durchführt wie der Pat. es wünscht. So wünscht eine Pat. auch, dass das Insulin in den Oberarm gespritzt wird, obwohls keinen Grund gibt nicht am Bauch oder Oberschenkel zu injizieren.
    Trotzdem würde ich nicht sagen, dass auf der Sozialstation schlecht gepflegt wird.

    Was mich jedoch interessiert, inwiefern der Patientenwunsch über einer korrekten Durchführung steht?

    Gruß Arantyr
     
  7. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Ich würde die Frage gerne etwas anders formulieren: In wie weit muß ich dem Patientenwunsch folgen?

    Grundsätzlich ist der Patient Herr über seinen Körper. Niemand kann ihn zu irgendetwas zwingen (Im KH wird ja auch nicht operiert, ohne das der Patient sein Einverständnis dazu gibt).

    Also wird auch solange nach Wunsch des Patienten die Leistung erbracht, wie er es wünscht und es nicht für den Patienten gefährlich wird. Wenn sich der Patient beispielsweise über die ärztliche Anordnung hinwegsetzen möchte, so brauchst und darfst du dem nicht Folge leisten (Wenn der Patient z.B. abends 20 anstatt 10 IE Insulin verabreicht bekommen möchte). In diesem Falle darfst und must du das selbstverständlich verweigern. Du kannst ihn dann nur vor die Wahl stellen entweder nach Anordnung zu verabreichen oder es ganz zu lassen. Ansonsten muss eine neue ärztliche Anordnung her.

    Ebenso verhält es sich natürlich mit Moralischen Ansprüchen. usw.

    Sofern jedoch keine direkte Gefahr ausgeht mußt du dem Wunsch des Patienten Folge leisten. Typisch für sowas ist z.B. die Kompressionsstrümpfe. Laut MDK-Vorschrift müssen diese bei entstauten Vehnen angezogen werden. Das bedeutet, der Patient muß vorher eine halbe Stunde liegen. Wenn der Patient aber alleine lebt und keinen Schlüssel abgeben möchte, muß er aufstehen und die Türe öffnen. In diesem Falle berätst du den Patienten darüber (Protokoll nicht vergessen, sonst wird der MDK wieder meckern) und dokumentierst die Verweigerung. Dann ist dem Wunsch des Patienten entsprochen und die ärztliche Anordnung seinen Wünschen nach abgeändert.

    lg
     
  8. anindal

    anindal Newbie

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    natürlich verstehe ich es wenn man versucht die Wünsche des Patienten zu erfüllen, wenn ein Patient sich erst den Hintern und dann das Gesicht wäscht und das alles mit einem Waschlappen, solls mir auch recht sein, wenn der Patient geistig in der Lage ist das zu entscheiden. Aber trotzdem werde ich versuchen ihm zu erklären, dass er seine Keime so überall hinschmiert und ihm auch sagen das ich das nicht gut finde.
    Aber wenn es um Behandlungspflege geht, hat halt nun mal die Schwester das sagen und nicht der Patient (außer er kennt sich auch z.B. mim Insulinspritzen). Und wenn Menschen darüf bezahlen, dass sie gepflegt werden, ist es doch nicht zu viel verlangt, dies annähernd ordentlich zu machen.
    Weil warum bezahlt jemand, dass ihm ein Verband gemacht wird, wenn die Schwester das total unsteril macht. Das könnten dann Angehörige, Nachbarn, Eheleute genauso machen ohne n haufen Geld loszuwerden. Und dann werden die Schwestern von den Patienten angehimmelt, da sie sich so nett mit ihnen Unterhalten können, dabei haben sie keine Ahnugn wie man richtig Pflege, dass find ich einfach nur traurig.

    Ich will jetzt niemanden angreifen, sondern die Erfahrungen habe ich bei EINEN Soziladienst gemacht und ich glaube nicht das alle so sind.
     
  9. Akhran

    Akhran Stammgast

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    Da magst du recht haben aber wenn ich auf Arbeit schaue man kann nicht alle Sozialdienste über einen Kamm scheren vor allem da das Quark ist.
    Die Menschen machen die Fehler und da gibt es in jeder Station mind. Einen(eine Behauptung). Ob diejenigen das aus Unwissenheit, Desinteresse, Zeitdruck, Mutwillig oder Kopflosigkeit machen ist eigentlich egal außer wenn man es ändern möchte dann braucht es unterschiedliche Mittel.

    mfg
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Irrtum. Der Pat. muss sich gar nichts sagen lassen. Einzig und allein der Arzt darf, kann, muss alles entscheiden, wenn es um die Therapie geht. Lehnt ein Pat. die Therapie ab, dann ist der Arzt darüber zu informieren. Vorgehen wurde oben schon mal beschrieben.

    Pflegekräfte sollten mal so langsam davon weg kommen, dass sie die Entscheidungsgewalt haben wollen. Selbst ein Arzt macht von dieser Gewaltform nur dann Gebrauch, wenn das Leben des Betroffenen unmittelbar bedroht ist. Das dürfte bei einem unsterilen VW wohl net der Fall sein.

    Ich kann schon nachvollziehen, dass man sein handlungsorientiertes wissen an den Mann/Frau bringen will. Aber mit dem Kopf durch die Wand wird das nix. Im Gegenteil. Im Gegensatz zum KH ist der Kunde in der Lage, frei zu wählen, ob er sich einen Dienst sucht der seinen Willen respektiert oder nicht. Ambulante Pflege ist eine Dienstleistung- dass sollte man nie vergessen. Und viele Menschen erwarten von der Pflegekraft eben nicht die exquisite somatische Versorgung sondern einen Menschen, der ihnen zuhört, der sie versteht. Da ist es ihnen egal, ob steril oder net gearbeitet wird, solange sich da nix verschlechtert. Er lebt zuhause mit seinen eigenen Keimen und net im KH wo der Bettnachbar ggf. ne ganz andere Flora mitbringt.

    Ich glaube, die Schule täte gut daran, die Azubis mal aufzuklären über die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede bei der Pflege in den verschiedenen Bereichen.

    Elisabeth
     
  11. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Das habe ich unseren Kooperationsschulen schonmal vorgeschlagen. Habe mich sogar angeboten, mal für ein paar Stunden die Unterschiede zu erklären. Weil der Stundenplan aber zu eng ist, wäre für sowas keine Zeit.

    Wir haben nämlich auch ständig gerade mit den Azubis der GuK das Problem, das diese Krankenhaus mit amb. Betreuung verwechseln.

    lg
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Zu Insulin-Pen: http://www.dgkh.de/Nutzerdaten/File/empfehlungen/2010_09_01_pen_papier.pdf

    @ycassi- wie ist das eigentlich mit den Materialien? Was bezahlt die Kasse? was nicht?

    Wenn ich mich als Pat. tgl. zweimal spritzen muss und ich bekomme kostenlos von der Kasse die notwendigen 2 Pen-Nadeln zur Verfügung gestellt, warum nutze ich dies dann nicht?

    Liege ich mit meiner Vermutung richtig, was die Kosten betrifft?

    Pennadeln bei diashop.de im Online Shop
    22,90 für 100 Stück. Macht rund: 22 Cent pro Nadel. 100 Stück reichen bei zweimaligen spritzen ca. 1,5 Monate.
    http://www.lilly-pharma.de/fileadmin/media/lilly/gesundheit/diabetes/memoir.swf
    Bei jeder neuen Nadel muss ich neu entlüften. Im obigen Beispiel werden 2 Einheiten angegeben. Macht 4 Einheiten am Tag. bei 100 Stück sind schon 200 I.E.. Wieviel war nochmal in einer Patrone? Und wieviel muss man da zuzahlen?

    Elisabeth
     
  13. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Grundsätzlich muß die KK alles bezahlen (außer der gesetzlichen Zuzahlung) Allerdings rufen die Kassen dann gerne mal die Ärzte an, und fragen, ob nicht z.B. eine Nadel am Tag ausreichen würde o.ä. (machen se aber nicht nur bei Insulin)

    s.o. sonst kommt auch der Arzt sehr schnell drauf, das die Nadeln wie auch das Insulin von seinem Buget abgezogen werden. Und die Docs wollen sich ja nicht für die Patienten ruinieren.

    Von daher würde ich die Frage gerne anders stellen: Wie wahrscheinlich ist es, das die Patienten 2 Nadeln pro Tag verschrieben bekommen?

    Pro Patrone hast du meist 300 IE, schwankt aber auch bei den Herstellern. 1 ml im Pen sind 100 IE, 3 ml haben meist die Patronen. Es gibt aber auch welche mit 1,5 ml, die haben dann dementsprechend nur 150 IE.

    Und ich glaube kaum, das sich schonmal ein Arzt über das entlüften Gedanken gemacht hat, bzw wieviel dabei verballert wird. Hab ich in 15 Jahren amb. Pflege noch nicht einmal erlebt. Der Doc meckert dann eher wenn die Neubestellung zu früh reingereicht wird.

    lg
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich bin seit geraumer Zeit ja vermehrt auch auf z.T. sehr teure Medis angewiesen. Ich habe mittlerweile gelernt, dass man es verteilen muss, wer was aufschreibt in welcher Menge. Bis dato funzt das ganz gut.

    Diese Problem wird einem erst dann bewusst, wenn man selbst betroffen ist. Man begreift nachhaltig die Probleme von chronisch kranken Pat.. Der Arzt müsste... tja, er müsste... in dem Fall viel Zeit ans Bein binden um der Kasse den Bedarf zu verklickern. Die zeit fehlt dann wieder am Pat.. Ein Kreislauf ohne Ende.

    Elisabeth
     
  15. Mila

    Mila Gast

    Die Nadeln sind Einwegartikel. Wie das Leute handhaben, die sich selbst spritzen ist mir egal. Doch wenn wir die Injektion gegen Geld vornehmen dann müssen wir uns an die Regeln halten.
    Bein Recapping besteht Verletzungsgefahr! Auch deshalb muß die Nadel nach Gebrauch runter und entsorgt werden.
    Die Docters sparen gern, aber die KS hat die Durchführungsverantwortung und hält den Kopf hin.
    Lg Mila
     
  16. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Nun bist du auch vom Fach und weißt, wie du das System umgehen mußt. Leid tuen mir alle die, die das nicht wissen.

    lg
     
  17. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Und du glaubst wirklich, das die Patienten alle ständig recappen?

    Neenee, ich hab schon oft genug gesehen, wie einfach keine Kappe auf die Nadel kommt und gut ist es (Passt bei verschiedenen Pens auch nicht). Trotzdem wurde die Nadel noch Tagelang benutzt. Auf meine Anfrage wg. Sterilität, Infektion usw. kam nur: Der Arzt hat gesagt, ich soll einfach die Penhaube wieder drauf machen (nicht die Nadelhaube) dann könnte ich die Nadel ruhig mehrmals benutzten.

    Sonst höre ich da auch schonmal gerne: Ich mach das schon jahrelang so und habe bis heute keine Infekte bekommen.

    Tja, da machste nix, ausser immer fleißig alles dokumentieren...

    lg
     
  18. Arantyr

    Arantyr Newbie

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    Ich denke der Einsatz in einer Ambulanten Pflegeeinrichtung ist doch bereits die Aufklärung über die Unterschiede, sonst wäre der Einsatz ja auch ziemlich sinnlos oder?
    Und um mal etwas uns GuK-Schüler in Schutz zu nehmen, klar werden die meisten Schüler die Amb. Pflege mit dem Krankenhaus "verwechseln", da man ja bis dato (so ist es zumindest bei mir) nichts anderes kennt. Da liegt doch dann eindeutig die Verantwortung bei der Pflegekraft, die mit mir unterwegs ist, mir die Unterschiede zu erklären (Wieso/Weshalb/Warum).

    Würde gerne mal wissen, inwiefern euch da die Schüler Probleme machen?

    Gruß Arantyr
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Als ich das erste mal damit in aller Härte konfrontiert wurde, bin ich fast hinten über gekippt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es Menschen geht, die sich im System net auskennen.
    ------

    Der Azubi bekommt net nur eine praktische Ausbildung, sondern auch eine theoretische. Wenn ihm der Umgang im KH bis ins Detail erklärt wird, dann hat dies auch für den ambulanten Bereich zu erfolgen. Oder bilden wir GuK nach wie vor nur fürs KH aus? Dann sollten wir ehrlicherweise die Praktika im ambulanten Bereich sparen.

    Elisabeth
     
  20. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Das fängt an mit Kathederlegen nur mit Sterilen Handschuhen (sind leider selten vor Ort) geht über in Pat kann nicht eine halbe Stunde liegen um die Kompressionsstrümpfe angezogen zu bekommen weil er die Türe öffnen muß bis hin zu lagern alle zwei Stunden ist unmöglich.

    Könnte noch mehr Beispiele aufzählen, aber die wirst du selber kennen.

    Vielleicht wäre es gut, wenn die Schüler auch mal die Vorteile sehen würden anstatt (wie es leider viele machen) schon mit einer negativen Grundeinstellung an die Sache ran zu gehen. Das würde doch mal einen Schulbesuch vorab lohnen, meinst du nicht auch?

    lg
     
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