Salbei - zwischen Wundermittel und Aberglauben?

Dieses Thema im Forum "Naturheilkunde / Homöopathie" wurde erstellt von narde2003, 08.12.2006.

  1. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    Salbei - eine seit langer Zeit bekannte Heilpflanze, die viele gute Eigenschaften hat. In der Medizin gerne eingesetzt aber auch immer wieder verspottet.

    Was kann Salbei wirklich?

    Inhaltsstoffe des Salbei - Salvia officinalis
    Monoterpene bis 12%
    Sesquiterpene
    Monoterpenole
    Sesquiterpenole
    Monoterpenketone bis 60%
    Ester
    Oxide
    Wichtige Eigenschaften
    spezifisch antibakteriell gegen B-hämolysierende Streptokokken, Staph. aureus, Kolibakterien, Klebsiella, Pseudomonas
    stark antiviral
    mukolytisch - Candida albicans
    östrogenähnlich
    epithelisierend
    tonisierend und stimulierend
    Hauptindikationen
    Sinusitis, Angina Tonsillaris, Grippe, Bronchitis, virale Enteritis, Virale Neuritis, virale Meningitis, Amenorrhö, Oligomenorrhö, Prämenopuse, Hitzewallungen, Schwitzen, bremst Laktation, Zellulite, Wunden, Narben, Herpes genitalis, Herpes labiales
    Quelle für diese Angaben: Aromatherapie für Pflege- und Heilberuf, Elaine Zimmermann

    Die Rezepte für die Anwendung von Salbei sind sehr weitreichend, es reicht von Tinkturen bis Halsbonbons.
    In der Klinik wird Salbeitee oder Tinktur gerne zur Mundpflege benutzt oder bei Patienten die sehr stark schwitzen zu Waschungen. Allerdings gibt es auch Aussagen, dass bei starkem Schwitzen der Salbeitee getrunken werden soll und er als Waschung nicht hilft.
    Prinzipiell gilt, dass die tägliche Menge an Salbei 6,5g nicht übersteigen sollte und es sich um keine dauernde Anwendung halten sollte, da das im Salbei enthaltene Thujon Krämpfe auslösen kann. Das Thujon kann auch zu Fehlgeburten führen, weshalb Salbei nicht in der Schwangerschaft angewendet werden sollte, genauso wie er nicht für Patienten mit Epilepsie genutzt werden soll.
    In England ist der Salbei übrigens wegen seines Gehalts an Thujon aus der Aromatherapie verschwunden.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  2. Sr.Katja

    Sr.Katja Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    22.08.2006
    Beiträge:
    133
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester, Kinderpflegerin
    Ort:
    NRW
    Huhuuuu !!!

    Also ich nutze Salbei auch viel . Meistens als Tee bei erkältungen und Halsschmerzen. Er schmeckt zwar nicht so gut aber wenns hilft ist es erträglich. Auch bei Herpes labialis hab ich eine Zeitlang Salbei angewendet und das Hilft sehr gut. Nur das man den z.B. in der Schwangerschaft nicht anwenden sollte das wußte ich nicht. Also das was narde geschrieben hat ist sehr informationsreich.


    Gruß Katja
     
  3. Frische junge Blätter (neu getriebene) nehmen und nur kurz (bis 5 Min. ziehen lassen). Die getrockneten großen (=alten) Blätter, die man als Tee kaufen kann, schmecken in der Tat grausam (am besten dann noch 20 Min. ziehen lassen... *würg*)

    Ulrich
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo Ulrich,

    was ich noch viel wichtiger finde, keine fertig Teebeutel benutzen, sondern "lose Blätter" z.B. aus der Apotheke.
    In den Teebeuteln befinden sich leider keine ganzen Blätter, sondern nur "gemahlene" Teile der Blätter.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  5. Ich bin sogar von "frisch gepflückt" ausgegangen. Woher sollte ich sonst wissen, ob es kleinere hellgrüne oder größere dunkelgrüne Blättersind:daumen:

    Ulrich

    P.S. mir war das klar:freakjoint:
    P.P.S. beim nächsten schreib ich's vielleicht sogar dazu:D
     
  6. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo Ulrich,
    jetzt wird es aber schon fast utopisch, ich habe in der Klinik leider kein Salbeibeet, da muss ich mich schon auf die Qualität des Apothekers verlassen.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  7. Aloha

    Aloha Poweruser

    Registriert seit:
    28.06.2006
    Beiträge:
    482
    Zustimmungen:
    2
    Ulrich, hier koenntest Du Dich austoben - vor der Klinik, mit der ich hier naehere Bekanntschaft geschlossen habe, waechst Salbei, Thymian, riesige Rosmarinstraeucher, Lavendel - alles da !!! :wink: 8)
     
  8. Ist schon klar, aber
    klingt mir nicht nach klinischer Anwendung...

    Ulrich
     
  9. BiMie

    BiMie Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    31.05.2006
    Beiträge:
    50
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Narde,
    auf unserer Station werden fast alle unserer Stomatitis geplagten Onkologischen Patienten mit Salbeitee versorgt.
    Je nachdem, was die Apotheke vorrätig hat, gibt es losen oder Teebeuteltee.
    Beides muss ca.8-10 Minuten ziehen und obwohl man ja immer sagt, dass die Beutel weniger helfen, ist da bei uns eigentlich kein Unterschied zu merken.
    Weder gurgeln die Beutelbenutzer länger, noch haben die Frischteebenutzer eher wieder eine intakte Mundschleimhaut .
    Naja,hauptsache Salbeitee wird überhaupt benutzt :wink1: .
    LG
     
  10. Schwester_Lisa

    Registriert seit:
    26.04.2013
    Beiträge:
    5
    Zustimmungen:
    0
    Zumindest bei mir wirkt Salbei wahre Wunder. Salbei-Tee mit Honig hat mir schon einige Halsschmerzen gelindert.
    Auch auf Station verwenden wir ihn regelmäßig und er wird auch oft nachgefragt. Selbst wenn sich seine Wirkung in Grenzen hält, gibt es den Patienten doch scheinbar ein gutes Gefühl in zu trinken.
    Privat empfehle ich sogar sich selbst Salbei anzubauen und die Blätter dann direkt im heißen Wasser ziehen zu lassen. Schmeckt mir auf jeden Fall noch einmal ein Stückchen weit besser.
    Hier ein guter Artikel dazu: Salbei: Wie Sie ihn pflanzen, ernten und trocknen
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Salbei zwischen Wundermittel Forum Datum
News Landespflegekammer: Monatsbeiträge zwischen 2,50 und 25 Euro Pressebereich 26.04.2016
Glomerulonephritis: Unterschiede zwischen den Formen?! Pflegebereich Innere Medizin 23.04.2016
Altenpflege: Gehälter zwischen 2700€ u. 3000€ die Regel oder Ausnahme? Rund um Tarif- und Arbeitsverträge 02.04.2016
News Entbürokratisierung: Zwischenbilanz und Ausblick Pressebereich 10.02.2016
Kommunikationsverhalten zwischen geistig behinderten Menschen Talk, Talk, Talk 29.09.2015

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.