Salbei - zwischen Wundermittel und Aberglauben?

narde2003

Board-Moderation
Teammitglied
Mitglied seit
27.07.2005
Beiträge
13.389
Standort
München
Beruf
FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
Akt. Einsatzbereich
HOKO
Funktion
Leitung HOKO
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Salbei - eine seit langer Zeit bekannte Heilpflanze, die viele gute Eigenschaften hat. In der Medizin gerne eingesetzt aber auch immer wieder verspottet.

Was kann Salbei wirklich?

Inhaltsstoffe des Salbei - Salvia officinalis
Monoterpene bis 12%
Sesquiterpene
Monoterpenole
Sesquiterpenole
Monoterpenketone bis 60%
Ester
Oxide
Wichtige Eigenschaften
spezifisch antibakteriell gegen B-hämolysierende Streptokokken, Staph. aureus, Kolibakterien, Klebsiella, Pseudomonas
stark antiviral
mukolytisch - Candida albicans
östrogenähnlich
epithelisierend
tonisierend und stimulierend
Hauptindikationen
Sinusitis, Angina Tonsillaris, Grippe, Bronchitis, virale Enteritis, Virale Neuritis, virale Meningitis, Amenorrhö, Oligomenorrhö, Prämenopuse, Hitzewallungen, Schwitzen, bremst Laktation, Zellulite, Wunden, Narben, Herpes genitalis, Herpes labiales
Quelle für diese Angaben: Aromatherapie für Pflege- und Heilberuf, Elaine Zimmermann

Die Rezepte für die Anwendung von Salbei sind sehr weitreichend, es reicht von Tinkturen bis Halsbonbons.
In der Klinik wird Salbeitee oder Tinktur gerne zur Mundpflege benutzt oder bei Patienten die sehr stark schwitzen zu Waschungen. Allerdings gibt es auch Aussagen, dass bei starkem Schwitzen der Salbeitee getrunken werden soll und er als Waschung nicht hilft.
Prinzipiell gilt, dass die tägliche Menge an Salbei 6,5g nicht übersteigen sollte und es sich um keine dauernde Anwendung halten sollte, da das im Salbei enthaltene Thujon Krämpfe auslösen kann. Das Thujon kann auch zu Fehlgeburten führen, weshalb Salbei nicht in der Schwangerschaft angewendet werden sollte, genauso wie er nicht für Patienten mit Epilepsie genutzt werden soll.
In England ist der Salbei übrigens wegen seines Gehalts an Thujon aus der Aromatherapie verschwunden.

Liebe Grüsse
Narde
 

Sr.Katja

Senior-Mitglied
Mitglied seit
22.08.2006
Beiträge
133
Standort
NRW
Beruf
Krankenschwester, Kinderpflegerin
Huhuuuu !!!

Also ich nutze Salbei auch viel . Meistens als Tee bei erkältungen und Halsschmerzen. Er schmeckt zwar nicht so gut aber wenns hilft ist es erträglich. Auch bei Herpes labialis hab ich eine Zeitlang Salbei angewendet und das Hilft sehr gut. Nur das man den z.B. in der Schwangerschaft nicht anwenden sollte das wußte ich nicht. Also das was narde geschrieben hat ist sehr informationsreich.


Gruß Katja
 
U

UlrichFürst

Gast
Er schmeckt zwar nicht so gut aber wenns hilft ist es erträglich.
Frische junge Blätter (neu getriebene) nehmen und nur kurz (bis 5 Min. ziehen lassen). Die getrockneten großen (=alten) Blätter, die man als Tee kaufen kann, schmecken in der Tat grausam (am besten dann noch 20 Min. ziehen lassen... *würg*)

Ulrich
 

narde2003

Board-Moderation
Teammitglied
Mitglied seit
27.07.2005
Beiträge
13.389
Standort
München
Beruf
FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
Akt. Einsatzbereich
HOKO
Funktion
Leitung HOKO
Hallo Ulrich,

was ich noch viel wichtiger finde, keine fertig Teebeutel benutzen, sondern "lose Blätter" z.B. aus der Apotheke.
In den Teebeuteln befinden sich leider keine ganzen Blätter, sondern nur "gemahlene" Teile der Blätter.

Liebe Grüsse
Narde
 
U

UlrichFürst

Gast
was ich noch viel wichtiger finde, keine fertig Teebeutel benutzen, sondern "lose Blätter" z.B. aus der Apotheke.
Ich bin sogar von "frisch gepflückt" ausgegangen. Woher sollte ich sonst wissen, ob es kleinere hellgrüne oder größere dunkelgrüne Blättersind:daumen:

Ulrich

P.S. mir war das klar:freakjoint:
P.P.S. beim nächsten schreib ich's vielleicht sogar dazu:D
 

narde2003

Board-Moderation
Teammitglied
Mitglied seit
27.07.2005
Beiträge
13.389
Standort
München
Beruf
FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
Akt. Einsatzbereich
HOKO
Funktion
Leitung HOKO
Hallo Ulrich,
jetzt wird es aber schon fast utopisch, ich habe in der Klinik leider kein Salbeibeet, da muss ich mich schon auf die Qualität des Apothekers verlassen.

Liebe Grüsse
Narde
 

Aloha

Poweruser
Mitglied seit
28.06.2006
Beiträge
482
Ulrich, hier koenntest Du Dich austoben - vor der Klinik, mit der ich hier naehere Bekanntschaft geschlossen habe, waechst Salbei, Thymian, riesige Rosmarinstraeucher, Lavendel - alles da !!! :wink: 8)
 

BiMie

Junior-Mitglied
Mitglied seit
31.05.2006
Beiträge
50
Hallo Ulrich,

was ich noch viel wichtiger finde, keine fertig Teebeutel benutzen, sondern "lose Blätter" z.B. aus der Apotheke.
In den Teebeuteln befinden sich leider keine ganzen Blätter, sondern nur "gemahlene" Teile der Blätter.

Liebe Grüsse
Narde
Hallo Narde,
auf unserer Station werden fast alle unserer Stomatitis geplagten Onkologischen Patienten mit Salbeitee versorgt.
Je nachdem, was die Apotheke vorrätig hat, gibt es losen oder Teebeuteltee.
Beides muss ca.8-10 Minuten ziehen und obwohl man ja immer sagt, dass die Beutel weniger helfen, ist da bei uns eigentlich kein Unterschied zu merken.
Weder gurgeln die Beutelbenutzer länger, noch haben die Frischteebenutzer eher wieder eine intakte Mundschleimhaut .
Naja,hauptsache Salbeitee wird überhaupt benutzt :wink1: .
LG
 
Mitglied seit
26.04.2013
Beiträge
5
Zumindest bei mir wirkt Salbei wahre Wunder. Salbei-Tee mit Honig hat mir schon einige Halsschmerzen gelindert.
Auch auf Station verwenden wir ihn regelmäßig und er wird auch oft nachgefragt. Selbst wenn sich seine Wirkung in Grenzen hält, gibt es den Patienten doch scheinbar ein gutes Gefühl in zu trinken.
Privat empfehle ich sogar sich selbst Salbei anzubauen und die Blätter dann direkt im heißen Wasser ziehen zu lassen. Schmeckt mir auf jeden Fall noch einmal ein Stückchen weit besser.
Hier ein guter Artikel dazu: Salbei: Wie Sie ihn pflanzen, ernten und trocknen
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!