Sämtlichen Schmuck vor OP ablegen?

carmen

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Einen schönen Guten Morgen und eine nette Dienstwoche an @all,

hab da mal ne Frage. :?: :roll:

Welchen Hintergrund hat es, dass Jeder, der operiert wird, also in den OP muß, Allen Schmuck abzulegen hat :?: :?: :?:

Danke für Eure Antworten, bin sehr gespannt darauf.

Carmen
 

Rabenzahn

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Hallo Carmen !

Der Hintergrund ist der, dass Schmuck im Op unhygienisch ist, leicht abhanden kommen kann und bei der Operation bzw. der Verwendung eines Kauter Verbrennungen entstehen.

PS. Ich warte auf deine Frage was ein Kauter ist
 

carmen

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Die Erklärung wegen dem Schmuck ist geklärt und mir nun restlos einleuchtend.Hi Rabenzahn, hab da mal ne Frage.
Bitte WAS ist ein Kauter :?:

Hätte ich Dich sowieso gefragt :P

Tschüßi

Carmen
 

carmen

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Hallo Rabenzahn :D

noch einmal: und was ist denn nun ein Kauter :?: :?: :?:

Tschöö

Carmen
 

Rabenzahn

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Hallo Carmen,
ich hatte eigentlich gehofft, dass die operativen Kollegen diese Frage beantworten würden.

Ein Kauter ist ein Gerät das die Blutgefäße verschweisst. Basis ist Hochfrequenz. ( So weit ich weiss )

Damit wird das Gewebe "verkocht" und Gefäße verschweisst.

Laienhaft erklärt ein Elektromesser, mit dem auch geschnitten werden kann.
 

carmen

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IGITT IGITT IGITT :?

und damit wollen die Chirurgen nächsten Monat an meinen Kadaver ran 8O 8O :?: :eek1:

Wenn Die da zuviel Zaster drauf geben, schnurze ich noch mehr ein :razz1:

Tschöö

Carmen
 
S

Salamon

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Hi
Hier der Auszug aus der Unfallverhütungsvorschrift "Gesundheitsdienst"

§ 22
Tragen von Schmuck
In Arbeitsbereichen mit erhöhter Infektionsgefährdung dürfen an Händen und Unterarmen keine Schmuckstücke, Uhren und Eheringe getragen werden.
 

Mäuschen

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Hallo,

also das mit dem Schmuck kann ich ja noch verstehen.

Aber was ich schon immer mal wissen wollte:

Als ich vor kurzem die Nasen-OP hatte, haben die mir ja dieses Hemd das hinten offen ist und diese seltsame "Netz"-Unterhose gegeben. Also das mit dem Hemd hab ich ja verstanden..aber diese Unterhose 8O :?:
Ich meine die verdeckt ja nix...überhaupt nix. Nicht das es mich groß gestört hätte aber interessieren würde es mich schon was das denn nun für einen Sinn hatte. Ich konnte mir bis jetzt keinen Reim drauf machen.

Grüße
Mäuschen
 

Gerry Raßmann

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Hallo Leute,

Hier Auszüge aus einem Artikel (Die Schwester/Der Pfleger 7/2002 S. 550), der zu aktuellen Thema sehr Aufschlussreich ist und evtl. auch zu Umdenken bewegt!! :wink:

Infektionen durch Fingerschmuck?
Dr. R. Hayes und Mitarbeiter vom Cook County Hospital untersuchten zusammen mit Mikrobiologen des Bundesamtes für Infektionskontrolle der USA (Centers for Disease Control and Prevention, CDC) in Atlanta, USA, die mikrobiologische Flora der Hände von 66 Schwestern und Pflegern auf einer chirurgischen Intensivstation.
Die Studie wurde über 14 Wochen durchgeführt, wobei dokumentiert wurde, ob die Mitarbeiter einen oder mehrere Ringe trugen, Hautkrankheiten hatten, Nagellack oder aufgeklebte Fingernägel trugen oder besonders lange Fingernägel hatten.
... Die Ergebnisse waren wie folgt:
- 71% der Hände waren mit methicillin-resistenten koagulase-negativen Staphylokokken besiedelt,
- 15 % mit gram-negativen Stäbchenbakterien,
- 4 % mit S. aureus und
- 12 % mit Candida spp.
- Vancomycin-resistente Enterokokken fanden sich immerhin noch bei 2,2 % der Personen.
Die Multivarianzanalyse zeigte, dass nur das Tragen von Ringen ein unabhängiger, d.h. für sich allein bedeutsamer Risikofaktor für die Besiedlung mit transienten Mikroorganismen war.
Im Vergleich zu unberingten Händen ergab sich folgende Verteilung:

Besiedlung der Hände (%)

Gram-neg. Stäbchenbakterien
Mit Ring 25%
Ohne Ring 9,6%

S. aureus
Mit Ring 25 %
Ohne Ring 9,5%

Candida spp.
Mit Ring 21%
Ohne Ring 8,6%

Besiedlung der Hände (mittlere Keimzahl pro Hand)

Gram-neg. Stäbchenbakterien
Mit Ring 325
Ohne Ring 50

Candida spp.
Mit Ring 120
Ohne Ring 10

Auch die Anzahl der Ringe spielte eine Rolle. War kein Ring vorhanden, waren nur 29 Prozent der Hände kolonisiert, bei einem Ring 76 Prozent; bei zwei und mehr Ringen 94 Prozent.

Schlussfolgerung der Autoren
Die Untersucher folgerten, dass das Tragen von Ringen in der Tat ein signifikanter Risikofaktor für die Besiedlung der Hände mit potentiell gefährlichen Erregern ist.
 

Elisabeth Dinse

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Hi Gerry,

danke für deinen sehr aufschlußreichen Beitrag. :-) Der würde auch sehr gut in die Diskussion zu Piercings und Tatoos passen. :wink: Vielleicht sollte man beide verlinken. :wink:

Elisabeth
 

Mäuschen

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Hallo,

kann mir trotzdem jemand erklären was es mit diesen seltsamen Unterhosen auf sich hat? Es interessiert mich wirklich.
Ich konnte mir keinen Reim daruf machen.
Ich meine ich kann auch warten bis ich mit der Ausildung anfange, aber ich bin neugierig. :lol:

Grüße
Mäuschen
 

Mäuschen

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Hallo,

weiß es niemand?? Oder ist es so simpel das ich selber drauf kommen sollte?
Vielleicht mag es mir jemand per PN erklären wenn nicht hier??


Grüße
Mäuschen
 

david

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Hi M.!

Wir verwenden diese Höschen zwar nicht, wenn wir Leute in den OP schicken. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass das was für die Psyche ist. Auch wenns nix verdeckt, hat man doch das Gefühl man liegt den ganzen Leuten nicht völlig ohne was an vor der Nase rum.
Im OP kann man die dann einfach durchschneiden und wegschmeissen...

+lg, david
 

Rabenzahn

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Hallo Mäuschen,
da Dich diese Höschen so interessieren, will ich Dir sagen, warum es sie gibt.
1. die Unterwäsche eines Patienten ist sicherlich eines der Kleidungsstücke, die mit dem meisten Keimmaterial behaftet ist.
Deshalb ist sie im Op nicht unbedingt erwünscht.

2. die Konsequenz früher war, dass die Leute unten ohne im Op lagen, nur mit einem dünnen Tuch bedeckt. Das war auch für die Patienten manchmal peinlich.

3. die Alternative sind diese Einmalnetzhöschen, die blickdicht sind, wenn sie nicht extrem gezogen werden. Der Patient hat etwas an, fühlt sich also nicht nackt. Diese Höschen sind keimarm, da Einmalmaterial. Und das Op -Personal wird auch nicht durch nackte Tatsachen belästigt. Obwohl es für die im Op tätigen KollegINNen ein alltäglicher Anblick ist, über den Niemand ein Wort verliert.

Deshalb verwendet man diese Netzhöschen.

Auf Wunsch sende ich Dir eines zu :lol:
 

Mäuschen

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Hallo Rabenzahn,

danke nein, ich hatte ja vor kurzem so ein Ding an da ich eine Nasen-OP hatte und hab mich halt gewundert. Irgendwie fand ich die Dinger halt seltsam.

Nett von Dir mir zu sagen warum es diese Dinger gibt. Aber wenn ich ehrlich bin hat es keinen Unterschied gemacht ob mit diesem Höschen oder unten ohne. :lol:

Danke..

Grüße
Mäuschen
 

Rabenzahn

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Hallo Mäuschen, das es keinen Unterschied macht, mag für manche Patienten sein.
Aber mit dem Höschen an fühlen sich viele sicherer.

Das ist wie ein Balanceakt auf einem schmalen Brett. Spannt man eine dünne Schnur parallel zum Brett und man kann die Hand an die Schnur legen, fühlt man sich sicherer als ohne. Obwohl sie einen nie halten kann.

Speziell die weiblichen Patienten fühlen sich sicherer, männliche Patienten erinnern manchmal an Rollbraten ( Sie mögen es mir verzeihen )
Männern tuen die Hosen auch manchmal sehr weh !
 

carmen

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Hallo,
hatte außer dem OP-Hemd gar nichts an als ich eingeschleust wurde und als ich im AWR zu mir kam, war ich auch unten ohne.
Aber wißt Ihr, wie wurscht mir das war???

Tschüß

Carmen
 

Kelle

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Hallo Carmen !

Der Hintergrund ist der, dass Schmuck im Op unhygienisch ist, leicht abhanden kommen kann und bei der Operation bzw. der Verwendung eines Kauter Verbrennungen entstehen.

PS. Ich warte auf deine Frage was ein Kauter ist
hallo leute,

der entscheidende grund für das ablegen des schmucks ist die kaustik(Kauter)
beim gewebe schneiden oder koagulieren strömt ne menge strom zwischen kauter- handgriff und neutralelektrode.
solange der fliessende strom nicht irritiert wird, indem er durch metallische gegenstände am körper umgeleitet wird, kann nichts passieren und der strom verlässt den körper über die neutrale.
der strom sucht sich immer den geringsten widerstand, um den körper zu verlassen. wenn es der ring ist, nimmt er ihn als ausgang.
leider sind solche verbrennungen selten als solche zu erkennen-----wer schaut schon unter den ring nach der op?-----
die neuen generationen der geräte sind inzwischen so empfindlich, dass sie eine fremdableitung merken.
zwischen stromquelle(kauter) und neutralelektrode findet ein ständiger informationsaustausch statt und es wird permanent abgeglichen, ob der eingang mit dem ausgang harmonisch ist. wenn nicht, macht die maschine sofort dicht........ganz einfach erklärt.
hier noch ein link, wo man genauer nachlesen kann.


http://www.sempermed.com/fileadmin/img/sempermed/content/medical/pdf_datei/Inform_pdfs_75dpi/D/D_Nr.5_04.pdf

http://www.ivepa.at/nachlese/2004_strobl/grundlagen_hf_chirurgie.pdf
hier ist auf punkt 2.2 und 3.4 zu achten
gruss kelle
 
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Bluestar

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Schön dass wir nach SIEBEN Jahren nochmal so ne ausführliche Antwort bekommen....:mrgreen:
 

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