Rutschbrett

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Spritze, 14.09.2007.

  1. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Hallo,
    ich arbeite bei einem ambulanten Pflegedienst. Meine Tour ist jeden Tag gleich. Das Problem ist, ich darf 3x täglich den selben Patienten vom Bett in den RS heben bzw umgekehrt. Mein Pat. hatte einen Apoplex und ist fürchterlich schmerzempfindlich und außerdem nicht gerade leicht. Nun habe ich mir überlegt, es mal mit einem Rutschbrett zu probieren. Allerdings müsste ich mir soetwas kaufen, würde es dann halt bei mehreren Pat. einsetzen. Ich habe bisher noch nicht mit so einem Hilfsmittel gearbeitet. Vom Bett in den RS kann ich mir ja noch vorstellen, dass es funktioniert. (Pflegebett kann ich hochfahren) Aber funktioniert es auch vom RS ins Pflegebett???? Gibt es vielleicht noch andere, geeignetere Hilfsmittel? Lifter kommt nicht in Frage, lehnen Angehörige ab.
    Im voraus vielen Dank für die Antworten
    Spritze
     
  2. Hülsi

    Hülsi Gast

    Hallo Spritze,

    Alle benötigten Hilfsmittel sollen auch beim Patienten vorhanden sein, der bekommt sie auch, wenn er sie benötigt ( schau dir mal den folgenden Link an:
    Glossar und Wörterbuch - Pflegehilfsmittel )
    Aber wieso wollen die Angehörigen keinen Lifter ?
    Es ist dein Rücken, der kaputt geht, also wenn er einen Lifter bekommen kann, dann können die Angehörigen doch nichts dagegen haben (sie müssen ihn ja nicht selbst bezahlen...)

    Hülsi
     
  3. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Hallo Hülsi,
    der Pat. wird schon länger durch diesen Pflegedienst versorgt. Ich bin erst neu bei diesem Pflegedienst. Die Angehöigen sind der Ansicht, bis jetzt ging es auch, die Anderen haben auch es auch geschafft. Nur warum muss ich Rückenschmerzen in Kauf nehmen, wenn es auch andere Möglichkeiten gibt??!! Deshalb würde ich mich halt für mich persönlich selber drum kümmern. Klar schaffe ich es auch, aber wenn es irgendwie leichter gehen könnte??? Ach ein Lifter wäre wunderschön, ich würde dann sogar freiwillig 5 mal am Tag zu diesem Pat. gehen. Aber wie gesagt, Angehörige lehnen es ab und der Platz im SZ würde auch nicht reichen. :wut:
    Schöne Grüße
    Spritze
     
  4. synapse

    synapse Stammgast

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    Hi Spritze,
    ein z.B. Easy-Trans zum Transfer Bett-RSt ist nicht übel, der Patient sollte jedoch noch einige Compliance haben. Bis Du eine akzeptable Gerätelösung hast, kannst Du dir ja vielleicht mit einem Handtuch als eine Art Drehteller am Fußboden helfen.

    Gruß
    Synapse
     
  5. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo spritze,
    der Pat. hat einen Apoplex...welche Ressourcen hat er ? Kann er den weniger (nicht) betroffenen Arm bewegen? Kann er das weniger (nicht) betroffene Bein benutzen?
    Wenn, ja, dann sind das gute Voraussetzungen für einen Transfer ohne Hebe-und Trageaktionen.
    Ich habe mir in meiner Zeit im amb. PD so geholfen, dass ich mich neben den Pat. an den Betrtrand auf dessen eingeschränkte Seite gesetzt habe.
    Nun habe ich mich mit dem Pat. gemeinsam am Bettrand in Richtung Rollstuhl bewegt.
    Der Pat. kann nun seinen gesunden Arm nutzen, umn sich an der Rollstuhllehe in den Rolli rüber zu ziehen...das gesunde Bein stützt ihn.
    (Du musst dafür die Lehne auf der Seite zum Bett hin abbauen).


    Die grundlegende Überlegung ist die Tatsache, welche Positionen der Pat. einnehmen und halten kann.
    Dieses ist die Grundlage für Fortbewegungsaktivitäten. Wenn er sitzen, aber nicht alleine stehen kann, dann unterstütz ihn da, "wo er kann"...
    Fortbewegung kann man auch im sitzen gestalten!

    Dieses fördert das Selbstbewusstsein sowie die Selbstkontrolle in einer Aktivität..Du musst ihn nicht mehr "wuchten", was widerum dazu führt, dass er weniger Schmerzen hat.
    Du hebst Pat. nicht nicht= Pat. hat weniger Schmerzen = weniger Anspannung= mehr Bewegung möglich=er kann sich aktiv einbringen = Du hast auch keine Schmerzen, WEIL du nicht hebst....

    Ich empfehle Dir einen Kinaesthetics-Grund- und Aufbaukurs.



    Kinaesthetics Association
     
  6. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Hallo,
    der Pat. kann seinen rechten Arm und sein rechtes Bein noch relativ gut bewegen. Er kann am Waschbecken kurze Zeit stehen, (vielleicht 1 min.), dabei hält er sich mit der rechten Hand am Waschbecken fest. was ich noch erwähnen muss, mein Pat. ist über 80 Jahre und dement, er kann auch nicht alle Anweisungen von mir umsetzen. Also ich möchte den Transfer so weit wie möglich ohne seine Hilfe duchführen, weil ich mich nicht draufverlassen kann, dass er sich z.B. auf seinem rechten Bein hält. Nun habe ich mir gerade mal so die Preise von einem "Beasy Trans" angeschaut (dieser wäre, glaub ich ideal)- 450€- kommt überhaupt nicht in Frage.
    Wäre ein "einfaches " Rutschbrett den Kauf wert???:?::?:
    Schöne Grüße
    Spritze
     
  7. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    bei dem von mir geschilderten Vorgehen kannst Du mit oder ohne Rutschbrett arbeiten...je nach Zustand des Pat.
    Ich persönlich halte es schon für wichtig, ihn mit einzubeziehen udn nicht alles abzunehmen.

    Probier es wirklich mal über das sitzen aus.

    Habe gerade mal nachgeschaut...so ein Rutschbrett kostet neu zwischen 50 und 90 Euro.
    Musst es zwischendurch halt nru desinfizieren, wenn Du es "von Pat. zu Pat. trägst".
     
  8. *Lena*

    *Lena* Newbie

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    Hey,
    ich hätte auch mal eine Frage zum Rutschbrett.
    Weiß jemand was die Kontraindikationen für das Rutschbrett sind? In den ganzen Büchern und im I-net find ich einfach nix :cry:
     
  9. lisabet

    lisabet Junior-Mitglied

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    Ich dachte das ein Rutschbrett auch als Hilfsmittel zählt und daß das auch zur Verfügung gestellt wird wie ein Lifter auch.
     
  10. nurse-nicolle

    nurse-nicolle Junior-Mitglied

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    Hallo Spritze,
    Kinästhetik ist ein guter Ansatz. Damit kannst Du bei Dementen mehr erreichen, als mit Hilfsmitteln. Auf diese reagieren die Pat. oft mit Angst und Unsicherheit. Wie von Lillebrit beschrieben,
    - setzt Du Dich auf die linke Seite Deines Pat.
    - Der Rollstuhl dicht neben dem Bett.
    - Sein li. mehr betroffenes Bein legst Du über Dein re. ("Du leihst es ihm
    sozusagen").
    - Seine li. Hand liegt auf seinem Schoß.
    - Gib ihm kurze genaue Anweisungen.
    - In mehreren kurzen Rutschbewegungen rutscht Ihr gemeinsam Richtung
    Rollstuhl.
    - Re. Hand des Pat. zieht sich mit auf den Rollstuhl.
    - Re. Bein stellt Pat. selbstständig, im gleichen Moment rutschst Du mit
    Deinem "geliehenem Bein" nach.
    - So gelangt Dein Pat. ohne körperliche Anstrengung für Dich und minimale
    Schmerzen für ihn in den Rollstuhl.
    - Sobald Pat. rumpfstabil sind, ist dies eine gute Möglichkeit des Transfers.
    - Vom Rollstuhl zurück habe ich immer einen Stuhl neben den Rollstuhl
    gestellt.
    - Der Pat. greift dann mit seiner re. Hand zum Bett und rutscht so mit Dir
    gemeinsam in dieses. Du sitzt dann am Ende auf dem Rollstuhl.

    Probiere es mal aus. Übung macht den Meister.:flowerpower:
     

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