Röntgenplakette über Röntgenschürze tragen?

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von schnuppi, 04.10.2007.

  1. schnuppi

    schnuppi Junior-Mitglied

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    Hallo Alle!
    Heute haben wir einen gefässchirurgischen Eingriff mit DSA gemacht und da kam unser Anästhesist mit Röntgenschürze hereinspaziert (sehr löblich), denn meistens wird erst nach mehrmaligen Androhen von Röntgenstrahlen langsam eine Schürze geholt. Was mich aber etwas stutzig machte, war, dass er seine Röntgenplakette/- Dosimeter über der Schürze trug. Ich habe ihn gleich angesprochen, und er meinte, das wäre eine neue Verordnung. Häh, was habe ich denn jetzt verpasst? Wenn es so eine neue Verordnung oder was auch immer gibt, kann mir dann jemand helfen, an diese zu gelangen?

    Vielen Dank
    Schnuppi

    :knockin:
     
  2. th.giese

    th.giese Junior-Mitglied

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    Also diese Verordnung wäre mir auch neu......
    Sinn macht das ja nicht wirklich. Wenn da jemand fundierte Informationen habt wäre ich dankbar.
     
  3. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    jetzt mal zum Verständnis (ich arbeite weder im OP noch im Röntgen):
    Die Rötgenplakette trägt man doch um zu sehen, ob man Strahlen abbekommen hat? So läuft es jedenfalls bei uns im Haus. Aber man zieht ja die Schürze an, um sich zu schützen-> also müsste meinem Verständnis nach die Plakette UNTER der Schürze getragen werden um zu sehen, ob und wieviel Strahlung man abkriegt, trotz Schutzmaßnahmen, oder???
     
  4. th.giese

    th.giese Junior-Mitglied

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    Eben drum 8)
     
  5. medizin_mann

    medizin_mann Stammgast

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    um mal kurz auf den titel des tread zu antworten :

    NEIN !

    die begründung wurde schon gegeben.

    sonst soll dein teilzeitröntgenschürzenträger mal seine begründung hören lassen...
     
  6. anästhesieschwester

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    Hallo!

    :?:Jetzt mal ne andere Frage: sollte die Anästhesie auch ne Röntgenplakette tragen, wenn sie die OP-Bereiche regelmäßig wechselt? Also Wechsel zwischen Bereichen in denen es Röntgen gibt und solchen in denen net geröntgt wird.
    Wie wird das bei euch gehandhabt?

    Gruß.

    Die Anästhesieschwester
     
  7. berina

    berina Newbie

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    hallo.also ich arbeite im Röntgenbereich.ich trage meine Plakette definitiv unter der schürze!!!!!Und ich trage sie den ganzen tag auch wenn ich nicht röntge.
    Die anästhesie die bei uns narkosen macht die hat keine plakette an.frag mich nicht warum.

    gruss berina
     
  8. medizin_mann

    medizin_mann Stammgast

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    hallo
    nach röntgenschutzverordnung (StrlSchV, RöV) muss sich doch sicher jeder im bereich einer röntgenanlage beschäftigte einer dosimetrie unterordnen. das sollten die beschäftigten vorangig zum selbstschutz beachten. zudem benötigen sie eine jährlich zu wiederholende röntgenschutzeinweisung durch den strahlenschutzbeauftragten der klinik.

    es kommt auch darauf an, wie das anästhesiepersonal während des röntgen tätig ist, befinden sie sich im kontrollbereich ?
    meist trägt das anästhesiepersonal ja röntgenschutzkleidung. wenn das der fall ist, ist es nur konsequent sich auch einer überwachung zu unterziehen.

    hier noch etwas aus dem gesetzbuch:

    RöV - Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen



    § 19 Strahlenschutzbereiche

    (1) Bei genehmigungs- und anzeigebedürftigen Tätigkeiten nach dieser Verordnung sind Strahlenschutzbereiche nach Maßgabe des Satzes 2 einzurichten. Je nach Höhe der Strahlenexposition wird zwischen Überwachungsbereichen und Kontrollbereichen unterschieden:
    1.
    Überwachungsbereiche sind nicht zum Kontrollbereich gehörende betriebliche Bereiche, in denen Personen im Kalenderjahr eine effektive Dosis von mehr als 1 Millisievert oder höhere Organdosen als 15 Millisievert für die Augenlinse oder 50 Millisievert für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße und Knöchel erhalten können.
    2.
    Kontrollbereiche sind Bereiche, in denen Personen im Kalenderjahr eine effektive Dosis von mehr als 6 Millisievert oder höhere Organdosen als 45 Millisievert für die Augenlinse oder 150 Millisievert für die Haut, die Hände, die Unterarme, die Füße und Knöchel erhalten können.

    (2) Kontrollbereiche sind abzugrenzen und während der Einschaltzeit zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung muss deutlich sichtbar mindestens die Worte "Kein Zutritt - Röntgen" enthalten; sie muss auch während der Betriebsbereitschaft vorhanden sein.

    (3) Aus anderen Strahlenquellen herrührende Ortsdosen sind bei der Festlegung der Grenzen des Kontrollbereichs und des Überwachungsbereichs einzubeziehen.

    (4) Die zuständige Behörde kann anordnen, dass weitere Bereiche als Kontrollbereiche oder als Überwachungsbereiche zu behandeln sind, wenn dies zum Schutz Einzelner oder der Allgemeinheit erforderlich ist.

    (5) Die Bereiche nach den Absätzen 1 und 4 gelten als Strahlenschutzbereiche nur während der Einschaltzeit des Strahlers.

    (6) Beim Betrieb ortsveränderlicher Röntgeneinrichtungen oder Störstrahler nach § 5 Abs. 1 ist ein nach Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 einzurichtender Kontrollbereich zu kennzeichnen und so abzugrenzen, dass unbeteiligte Personen diesen nicht unbeabsichtigt betreten können. Kann ausgeschlossen werden, dass unbeteiligte Personen den Kontrollbereich unbeabsichtigt betreten können, ist die Abgrenzung nicht erforderlich.
    Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
    § 20 Röntgenräume

    (1) Eine Röntgeneinrichtung darf nur in einem allseitig umschlossenen Raum (Röntgenraum) betrieben werden, der in der Genehmigung oder in der Bescheinigung des Sachverständigen nach § 4a bezeichnet ist.

    (2) Abweichend von Absatz 1 darf eine Röntgeneinrichtung zur Untersuchung außerhalb des Röntgenraumes betrieben werden, wenn der Zustand der zu untersuchenden Person oder des zu untersuchenden Tieres oder dessen Größe dies zwingend erfordert. Dabei sind besondere Vorkehrungen zum Schutz Dritter vor Röntgenstrahlung zu treffen.

    (3) Absatz 1 ist nicht anzuwenden auf den Betrieb von Röntgeneinrichtungen
    1.
    für technische Zwecke, wenn sie den Vorschriften der Anlage 2 Nr. 2 oder 3 entsprechen,
    2.
    für den Unterricht an Schulen, wenn sie den Vorschriften der Anlage 2 Nr. 4 entsprechen,
    3.
    bei denen in der Genehmigung ausdrücklich festgestellt ist, dass sie zum Betrieb außerhalb eines Röntgenraumes bestimmt sind, und
    4.
    in sonstigen Fällen, wenn es im Einzelfall zwingend erforderlich ist, die Röntgeneinrichtung außerhalb eines Röntgenraumes zu betreiben, und die für die Genehmigung nach § 3 oder für die Entgegennahme der Anzeige nach § 4 zuständige Behörde den Betrieb außerhalb eines Röntgenraumes gestattet.

    (4) Die Behörde kann für Störstrahler nach § 5 Abs. 1 festlegen, dass sie nur in allseitig umschlossenen Räumen betrieben werden dürfen.

    (5) Röntgeneinrichtungen zur Behandlung dürfen nur in allseitig umschlossenen Räumen (Bestrahlungsräumen) betrieben werden. Diese müssen so bemessen sein, dass die erforderlichen Verrichtungen ohne Behinderung vorgenommen werden können. Bestrahlungsräume, in denen die Ortsdosisleistung höher als 3 Millisievert durch Stunde sein kann, sind darüber hinaus so abzusichern, dass Personen, auch mit einzelnen Körperteilen, nicht unkontrolliert hineingelangen können. Es muss eine geeignete Ausstattung zur Überwachung des Patienten im Bestrahlungsraum vorhanden sein.
    Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
    § 21 Schutzvorkehrungen

    (1) Der Schutz beruflich strahlenexponierter Personen vor Strahlung ist vorrangig durch bauliche und technische Vorrichtungen oder durch geeignete Arbeitsverfahren sicherzustellen. Bei Personen, die sich im Kontrollbereich aufhalten, ist sicherzustellen, dass sie die erforderliche Schutzkleidung tragen.

    (2) Im Kontrollbereich von Röntgeneinrichtungen, die in Röntgenräumen betrieben werden, dürfen Arbeitsplätze, Verkehrswege oder Umkleidekabinen nur liegen, wenn sichergestellt ist, dass sich dort während der Einschaltzeit Personen nicht aufhalten. Dies gilt nicht für Arbeitsplätze, die aus Gründen einer ordnungsgemäßen Anwendung der Röntgenstrahlen nicht außerhalb des Kontrollbereichs liegen können.
    Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
    § 22 Zutritt zu Strahlenschutzbereichen

    (1) Personen darf der Zutritt
    1.
    zu Überwachungsbereichen nur erlaubt werden, wenn
    a)
    sie darin eine dem Betrieb der Röntgeneinrichtung dienende Aufgabe wahrnehmen,
    b)
    an ihnen nach § 25 Abs. 1 Röntgenstrahlung angewendet werden soll oder ihr Aufenthalt in diesem Bereich als Proband, helfende Person oder Tierhalter erforderlich ist,
    c)
    bei Auszubildenden oder Studierenden dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist oder
    d)
    sie Besucher sind,
    2.
    zu Kontrollbereichen nur erlaubt werden, wenn
    a)
    sie zur Durchführung oder Aufrechterhaltung der darin vorgesehenen Betriebsvorgänge tätig werden müssen,
    b)
    an ihnen nach § 25 Abs. 1 Röntgenstrahlung angewendet werden soll oder ihr Aufenthalt in diesem Bereich als Proband, helfende Person oder Tierhalter erforderlich ist und eine zur Ausübung des ärztlichen, zahnärztlichen oder tierärztlichen Berufs berechtigte Person, die die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, zugestimmt hat,
    c)
    bei Auszubildenden oder Studierenden dies zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich ist oder
    d)
    bei schwangeren Frauen, die nach Buchstabe a oder c den Kontrollbereich betreten dürfen, der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche oder der Strahlenschutzbeauftragte dies ausdrücklich gestattet und durch geeignete Überwachungsmaßnahmen sicherstellt, dass der besondere Dosisgrenzwert nach § 31a Abs. 4 Satz 2 eingehalten und dies dokumentiert wird.

    Die zuständige Behörde kann gestatten, dass der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche oder der zuständige Strahlenschutzbeauftragte auch anderen Personen den Zutritt zu Strahlenschutzbereichen erlaubt. Betretungsrechte auf Grund anderer gesetzlicher Regelungen bleiben unberührt.

    (2) Schwangeren Frauen darf der Zutritt zu Kontrollbereichen als helfende Person abweichend von Absatz 1 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe b nur gestattet werden, wenn zwingende Gründe dies erfordern. Schwangeren Frauen darf der Zutritt zu Kontrollbereichen als Tierhalterin nicht gestattet werden.
     
  9. schnuppi

    schnuppi Junior-Mitglied

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    Vielen Dank für Eure Antworten!
    Ich werde unseren Anästhesisten noch mal auf die "Quelle" ansprechen.
    Aber Euren Antworten entnehme ich auf jeden Fall, dass das Dosimeter unter der Schürze getragen wird. Wollte nur noch mal ne Bestätigung meines vielleicht veralteten Wissens (durch Strahlenschutzkurs).
    Unser Anästhesiepersonal hat einen eigenen Strahlenschutzbeauftragten (stellt jede Abteilung bei uns selbst), der sich u. a. auch um das Einschicken der Dosimeter kümmert. Finde ich ja auch i.O.! Sollen doch ruhig ihre Dosimeter tragen. Tragen sogar Schilddrüsenschutz (Muss das eigentlich sein bei Abstand über 2 Meter?).
    Also, im Kontrollbereich halten sich unsere Anästhesisten eigentlich nicht auf. Da befinden sich eigentlich nur Operateur und Instrumentierende. Ausserdem sollen die Geräte ja heute auch schon so gut sein, dass es keine Streustrahlung mehr gibt.
    Also danke noch mal,

    schnuppi :daumen:
     
  10. Röntgenbär

    Röntgenbär Junior-Mitglied

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    Hallo erstmal. Ich habe mich ja nur wegen dem Thema angemeldet!

    Die Frage sollte lauten: Muß ein Schilddrüsenschutz überhaupt sein? Dieser Schutz ist ja nicht an einen Abstand gebunden und auch nicht gestzlich vorgeschrieben.
    Ich persönlich habe nur einmal einen getragen und als zutiefst unangenehm empfunden.

    Vorsicht! Diese Aussage ist zu 100% und mehr falsch!!!!!
    Das glauben zwar viele Menschen und beruhigt mitunter die Patienten, aber Streustrahlung entsteht immer - unabhängig vom Gerät.
    Der Grund ist einfach: Wenn die Röntgenstrahlung auf ein Gewebe trifft, egal ob Mensch oder OP-/Röntgentisch oder sonstwas wird ein Teil absorbiert. Ein anderer Teil wird eben gestreut. Diese Streustrahlung kann zwar (bzw. muss sogar!) minimiert werden, entsteht aber immer. Z.B. die Rückstreuung vom Rö-/OP-Tisch oder die Streuung im Patienten selbst.

    Und um auf die Eingangsfrage des Themeneröffners zu kommen:
    Soll doch jder der will sein Dosimeter über der Röntgenschürze tragen! So lernt man halt auch andere Arbeitsplätze innerhalb des Klinikums kennen - und manche Leute sollen ja Schreibtischarbeit favorisieren. :D
    Nee, im Ernst! Das Dosi gehört definifiv unter die Bleischürze, die Begründung wurde ja oben schon gegeben, ich möchte sie nur erweitern.
    Jeder Dositräger darf pro Jahr eine bestimmte Dosis "abbekommen". Dazu werden die Filme des Dosimeters ja regelmäßig ausgewertet. Wird diese Dosis überschritten, war's das erstmal mit der Arbeit in der Nähe einer Strahlungsquelle. Da meine Ausbildung schon ein wenig her ist weis ich jetzt nicht auf Anhieb wie lange der betroffene Dositräger aussetzen darf. Aber ich glaube es kam an ein Jahr schon ran.
     
  11. hannelore

    hannelore Newbie

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    Hallo,
    ja das mit dem Dosimeter ist so eine Sache...
    Es kommt nämlich darauf an, für welchen Bereich die Messung mit dem Dosimeter bestimmt ist. Dort muß es getragen werden. Unsere Kardiologen haben bei der Manipulation eines Herzkatheter 3 Dosimeter zu tragen:
    1. am Rumpf unter der Schürze
    2. am Rumpf außen an der Schürze
    3. als Ringdosimeter an der Hand

    Also, vielleicht hat euer Anästhesist irgendeinen wissenschaftlichen Bericht gelesen und wollte besonders schlau sein und zeigen wie gut er auf dem "neuesten" Stand ist.

    Doch im Allgemeinen - aber das sollte auf dem Dosimeter draufstehen - sind die Dosimeter am Rumpf zu tragen und damit mit der Röntgenschürze abgedeckt.

    Lieben Gruß
    Hannelore
     
  12. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Also bei mir ist dieser "Strahlenschutzkurs" (war mir bis dahin neu, dass durch einen Kurs vor Strahlung geschützt werden kann) auch schon einige Jahre her. Aber ich erinnere mich auch, dass die Plakette unter der Rö-Schürze getragen werden soll um die Strahlen-Belastung der Person wiedergeben zu können....

    Bin gerne bereit was neues zu Erfahren!

    Greez Matras
     
  13. Haeck

    Haeck Junior-Mitglied

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    - max. 2 mSv/mon.
    - max. 20 mSv/Jahr

    Schwangerschaft:

    - max. 2 mSv innerhalb der Schwangerschaft

    Mfg

    Andre
     
  14. Dialyseheinz

    Dialyseheinz Senior-Mitglied

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    @Haeck - stimmt! gemeint ist aber hier die Ganzkörperbelastung.

    Die unterschiedlichen Gewebe des Körpers "vertragen" unterschiedliche Strahlenbelastung. Daher werden je nach Art der Strahlen, und zu erwartenden "geschädigten" Körperteilen unterschiedliche Dosimeter an unterschidlichen Körperstellen getragen.
    Arbeite ich im Herzkat. Bereich ist es sinnig einen Ringdosi als Arzt zu tragen. Klar - bin mit meinen Fingern im Strahlenbereich direkt drinn...
    Ausserdem ist es brauchbar ma zu kucken wie das mit meinen ei ei ei äh:eek1:- Gonaden so ist. Die gelten als besonders emfpindsam (die sensibelchen)
    Arbeite ich in der Nuklearmedizin hab ich recht wenig mit Rö strahlung zu schaffen, dafür mit radioaktivem Jod 313. Da ist der Schilddrüsenschutz eventuell geschickt (meiner Ansicht aber Schwachsinn) weil da eher die Atemluft überträger währe. Auf alle Fälle brauch ich aber ein anderes Dosi als die Plakette..
    Eigentlich ist es je nach arbeitsplatz vorschrift, wo man die dinger wie zu tragen hat! Sonst kann ja keine brauchbare Gesammtjahresdosis berechnet werden. Dran halten tut sich aber fast keiner...:knockin::knockin:
    Keinesfalls ist ein tragen über der Schürze sinnig... wie schon gesagt.
    Und dann noch schnell -streustrahlung...
    wenn ich ein Rö bild bekomme weil Strahlen im gewebe "hängen" bleiben, oder ich sach ma einfach "langsamer" wurden. Werden die Strahlen also auch "langsamer" durch die reflektierende Wand. Un nu treffen die mich... da bleiben die natürlich noch eher stecken... mit den entsprechenden Folgen. Ja die Geräte sind besser geworden... ja wir arbeiten mit wesentlich ernergie ärmerer strahlung als früher. Aber in der nähe der strahlungsquelle hab ich u.U. ein grösseres risiko als der bestrahlte selbst!!!
     
  15. lilli1978

    lilli1978 Newbie

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    1 mSv innerhalb der Schwangerschaft:-)
     
  16. Christin_STO

    Christin_STO Newbie

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    HI!

    Also ich bin ja angehende OTA und wir hatten erst so einen Strahlungsschutzkurs in der Schule und da wurde uns wichtig eingebläut ja die Plakette zu tragen und zwar egal in welchem Bereich im OP.
    Es wurde auch gemeint, dass wir wenn wir so neugierig auf die Strahlung sind uns gerne noch eine zweite Plakette zulegen dürfen, um zu schauen, wie viel Strahlung wir dann über der Schürze haben.
    Was den SChilddrüsenschutz angelangt, der ist es schon Pflicht den zu tragen, wurde gesagt, doch jetzt im Praxis bereich legen den nur wenige an.

    Was mich aber mehr irritiert ist die Gefahr für die Putzfrauen, den ich habe die jetzt öfter mal beobachtet, wenn die den Saal wischen und das Röntgengerät noch an war und über den C-Boden wischte und dann ihre Hand röntge und es nicht gemerkte ohne Schutz waren die da drinnen. Die trugen nicht mal einen Dosimeter. Müssen die normaler Weise nicht auch so eine Einweisung bekommen, wie gefährlich das zeug ist?

    Was ich aber auch bei den Schwestern oft gesehen habe, war, dass so viele auch nicht ihr Dosimeter tragen. Mit der Begründung, weil es lästig ist, da die ständig runterfällt oder in der Wäsche landet.

    Was micht aber nohc neugierg machen würde, ist so eine auswertung von einem Dosimeter. Wo kann man den beantragen, das man so einen Zettel bekommt, damit man mal so eine Kurve kriegt um zu sehen, wie viel Dosis man abbekommt?

    LG,
    Christin
     
  17. angie78

    angie78 Newbie

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    Wie- die haben ihre Hand geröntgt? Wer hat denn da bitte auf den Auslöser gedrückt?!?:mrgreen:
     
  18. Christin_STO

    Christin_STO Newbie

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    ja die eine hat vorne den C-Bogen abgfewischt und die andere das Fußbedall, also hat die eine Putzfrua die andere geröngt.
     
  19. medizin_mann

    medizin_mann Stammgast

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    Hallo
    naja einiges ist ja noch offen nach dem kurs in der schule ...
    wie ich in einem vorhergehenden posting schon schrieb, gibt es überwachungs- und kontrollbereiche.
    röntgeneinrichtungen dürfen nur in einem genehmigten und umschriebenen raum betrieben werden.
    warum sollte man also in den anderen bereichen, in denen keine strahlung entsteht, abgegeben wird eine überwachung durchführen ?!

    eine zweite plakette und/oder ein ringdosimeter macht nur sinn, wenn man zu einem exponierten personenkreis gehört, bei dem u.a. die strahlenbelastung aufgrund der tätigkeit sehr hoch ist und/oder die hände/unterarme durch die art der medizinischen behandlungen mit in den strahlengang geraten. das sind in der regel also ärzte, personal von hkl, rta.
    man kann sich durch einfache und effektive massnahmen schützen:


    zitat anfang:...


    quelle: RWTH Aachen - Abteilung 11.3 - Strahlenschutz-Strahlenschutz des Personals in der Röntgen-Diagnostik


    ALARA-Prinzip
    (as low as reasonable achievable / so niedrig, wie vernünftigerweise möglich)
    Oberstes Gebot:
    Jedes unnötige Quant an Strahlung vermeiden!

    Voraussetzungen:

    • künstliche Strahlenexposition von Personal und Bevölkerung wird minimiert
    • bauliche Maßnahmen
    • apparativer Strahlenschutz
    • Bereitstellung von Schutzausrüstungen für Personal
    • ausreichendes und geeignetes Personal
    • gründliche Kenntnisse
    • richtiges Verhalten
    • Organisation des Betriebsablauf: Erstellung von Strahlenschutzanweisungen
    • Maßnahmen nach Stand von Wissenschaft und Technik
    • Erfahrungen im Bedienen der Anlage und Geräte
    3 wesentliche Regeln (Die großen A´s des Strahlenschutzes) sind:

    • Nur so nah an den Patienten gehen, wie es absolut notwendig ist (Abstandsquadratgesetz) oder den größtmöglichen Abstand zur Strahlenquelle (Röntgengeräte) einnehmen.
    • möglichst kurze Strahlzeit (Aufenthaltszeit)
    • möglichst viele schwere (dicke) Abschirmungen zwischen Strahlenquelle und Personen
    Weitere Grundregeln:

    • Geräte gegen unbefugte Benutzung sichern
    • Nie ungeübtes Personal alleine tätig werden lassen
    • Verwenden der Dauereinrichtungen mit Zusatzschutz und Tragen der Schutzkleidung
    • Das Feld sollte so eng wie möglich eingeblendet werden (Streustrahlenreduktion)
    • gerätetechnische Strahlenschutzvorrichtungen (abnehmbar und nicht abnehmbar)
    • Begrenzung der Einschaltzeit oder der Dosisleistung an bestimmten Stellen (Schaltuhr, Belichtungsautomatik), Begrenzung des mAs-Produktes
    • bei Durchleuchtungsgeräten: Anzeige des Betriebszustandes (Strahlung!) und Maßnahmen gegen unbeabsichtigtes Einschalten oder versehentliches Nichtausschalten
    • Verhindern oder Erschweren der Annäherung an die Strahlenquelle
    • Strahlenschutzgehäuse für die Röntgenröhre, nur kleines Strahlenbündel tritt aus, Gehäusedurchlassstrahlung: max. 1 mSv/h in 1 in Abstand
    • Strahlenbündel durch Blenden und Tubusse weiter einengen, Tubusse garantieren zugleich einen Mindest-Fokus-Haut-Abstand
    • Zusatzfilter zur Aufhärtung der Röntgenbremsstrahlung, Mindest-Gesamtfilterung verlangt (2 mm Aluminiumgleichwert)
    • Verkehrswege durch potentielle Kontrollbereiche sollten vermieden werden, da Gefahr der unnötigen Strahlenbelastung
    • möglichst kein Generator, der zwei Arbeitsräume versorgt, wenn Strahlung von einem zentralen Punkt eingeschaltet werden kann, da Gefahr der Wahl des falschen Arbeitsplatzes
    • Dauereinrichtungen mit Zusatzschutz, wie z. B. Stellwände aus Blei oder Strahlenschutzkanzeln
    • an Angiographiearbeitsplätzen sollten schwenkbare, patientennahe Bleiglasscheiben und Bleigummisegel eingesetzt werden
    • Zusatzschutz ersetzt nicht die Schutzkleidung!
    • Tragen der Strahlenschutzkleidung (Schutz u. a. des roten Knochenmarks)
    • Bestimmung der Personendosimetrie
    • Ringdosimeter bei Angiographie und Arbeiten an chirurgischen Bildverstärkern sinnvoll
    • Es ist zu vermeiden, im ungeschwächten Strahlenfeld zwischen Röhre und Patienten zu arbeiten oder in das Strahlenfeld hineinzugreifen. Jede Arbeit im Primärkegel muss vermieden werden, da die Dosis um den Faktor 1000 höher liegt als in der Umgebung des Patienten.
    • Ein Halten des Patienten durch Personal sollte in der Regel vermieden werden.
    ... zitat ende

    ich hab mal in rot noch was gekennzeichnet :gruebel:

    die auswertung der dosimeter erfolgt in der regel in einem medizintechnischen institut. der wechsel der dosimeter erfolgt (bei uns) monatlich. die auswertung kommt ebenfalls monatlich. da sich die institute die auswertung bezahlen lassen, sollte man eben auch dahingehend über die indikation für ein zweites dosimeter nachdenken.

    die ota schüler in unserer klinik haben ein dosimeter aus ihrer ausbildungsstätte und dort wird es auch ausgewertet. da solltest du mal nachfragen ?!

    schönes wochenende
     
  20. TheSam

    TheSam Newbie

    Registriert seit:
    24.02.2009
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    19
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Danke an medizin-mann für die roten Hinweise. War dringend nötig.

    Grüße TheSam
     
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