Rhabdomyolyse - Was ist pflegerisch speziell zu beachten?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von pflege richi, 11.01.2007.

  1. pflege richi

    pflege richi Junior-Mitglied

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    Hallo zusammen,

    ich habe hier ein Problem, ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Wir haben heute einen Pat. mit ST-Hebungsinfarkt und TAA bekommen. Und natürlich noch eine Rhabdomyolyse, diese hat sie weil sie 24 Stunden in der badewanne lag -> diverses Dekubitie + CK 30.000

    Nun meine Frage: Was muss man pflegerisch beachten, aufgrund der Rhabdomyolyse?

    Bin für alle Ratschläge dankbar!

    Danke, der pflege richi
     
  2. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Hallo ,
    vor allem mußt Du auf ausreichende Diurese achten , besser gesagt forcierte Diurese , ansonsten " verstopft" die Niere...
    Also viele Infusionen und Lasix geben , natürlich in Absprache mit den Docs. Dabei engmaschigere Elektrolytkontrollen bezügl des Lasixs.Es wird vermehrt Kalium ausgeschieden , evtl Substitution...
    Hat der Pat. Monitoring? Ansonsten natürlich Pflege bei Infarkt durchführen, die setze ich mal als bekannt voraus...
    LG Ernie
     
    #2 ernie, 11.01.2007
    Zuletzt bearbeitet: 11.01.2007
  3. pflegenotfallteam

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    ernie hats eigentlich aufm´ punkt gebracht kurz knapp knackig bis denn Gruß Andreas
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wurde nicht nach pflegerischen Besonderheiten gefragt? Seit wann ist das ansetzen einer forcierten Diurese mittels Infusion und Lasix Aufgabengebiet der Pflege?
    Das Anhängen von Infusionen und die Gabe von (i.v.) Medikamenten ist wohl generell eine Heilhilfsleistung die durch Pflegekräfte erbracht wird.

    Pflege: Welche Einschränkungen gehen mit der Erkrankung einher. Bei diesen Gedanken sind wahrscheinlich die ATLs ganz nützlich zur Strukturierung. Oder man geht nach Orem vor: Hilfe zur Selbsthilfe.

    Elisabeth
     
  5. narde2003

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    Hallo Pfleger Richi,

    welche Probleme hat der Patient durch seine Erkrankung und welche stehen im Vordergrund?
    Welche Ressourcen hat der Patient?

    Wurde ein Faszienspaltung auf Grund der Rhabdomyolyse durchgeführt?

    Wodurch ist der Patient am meisten eingeschränkt? Wo braucht er am meisten Unterstützung?

    Die forcierte Diurese, sehe ich ähnlich wie Elisabeth nicht als unsere Hauptaufgabe.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  6. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Mag sein , das das nicht unsere " Hauptaufgabe" ist , aber in der Akutsituation , die wohl da ja gerade vorlag , kann das auch für die Pflege zu einem Problem werden. Ich finde , auch wenn nach pflegerischen Besonderheiten gefragt wurde , kann man das nicht immer explizit nach Zuständigkeitsgebieten trennen. Und Urinbeobachtung fällt nun mal auch in den Pflegebereich...
    Ggf. durch die Rhabdomyolyse entstandene Schmerzen und damit verbundene Einschränkungen für den Patienten minimieren ( schonende Lagerung, Schmerzmittel etc). Ich weiß , letzteres auch im Grunde Doc - Sache ( nicht gleich wieder hauen ;) )
    LG Ernie
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wieso sollten wir...

    Krankenbeobachtung ist unser Feld. Dazu gehört auch die Beobachtung von Urin und Schmerzen. *g*

    Ich denke aber trotzdem, dass hier noch mehr pflegerelvante Aspekte sind als nur Krankenbeobachtung. Stichwort: Pflegerisiken.

    Elisabeth
     
  8. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Liebe Elisabeth ,
    da hast Du sicherlich recht . Aber ich habe es erstmal auf die Akutsituation bezogen , danach ergeben sich andere pflegerische Aspekte.
    LG Ernie
     
  9. pflege richi

    pflege richi Junior-Mitglied

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    hallo narde,

    versprochen ist versprochen:-)

    also, die frau war in ihrer bewegung fast komplett eingeschränkt, man konnte sie nur mit viel geduld und ,leider auch viel schmerzmittel, bewegen.besser gesagt, eine leichte lageveränderung vornehmen. sie hatte so eine art spastig in den extremitäten.

    eigentlich kann ich dir sonst nicht viel dazu sagen, denn die frau hatte dann ihren herzkatheter und durfte bis zum ende meiner schicht ja nur rückenlage einhalten, wegen schleuse. und am im nächsten dienst war sie leider wieder in die andere klinik verlegt wurden.

    wegen der faszienspaltung kann ich leider auch nix sagen, ich weiss nur das die weiter diagnostik und so in der anderen klinik vorgenommen wurde, war ja nur zur coro bei uns.

    aber könnt mir trozdem, vielleicht die häufigsten problem mit maßnahmen(allgemein, wenn das geht) schreiben, falls ich wieder mal nen patienten mit rhabdomyolyse habe.

    danke euch, der pflege richi
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das verstehe ich jetzt nicht. Ein Patient in einer Akutsituation hat keine Pflegerisiken wie z.B. Dekubitus, Pneumonie, Thrombose, Obstipation, Zystitis, usw.,usw.,usw.. Pflege begrenzt sich ja nicht nur auf waschen, füttern usw..

    Elisabeth
     
  11. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Wir sprachen doch davon , daß forcierte Diurese kein primäres pflegerisches Problem sei...bzw die Gabe von Infusionen etc.
    Das sehe ich halt etwas anders...
    Aber mit dem anderen , was danach folgt , gebe ich Dir recht.
    LG Ernie
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich verstehe dich richtig? Die Pflegerisiken werden erst beachtet, wenn alle ärztlichen Aufträge abgearbeitet sind? Erst das Wichtige (medizinische) und wenn dann noch Zeit ist - der Rest.
    Wunderbar forcierte Diurese durchgeführt ... und ggf. KKH Aufenthalt verlängert durch z.B. ne Nosokomiale Infektion wie ne Pneumonie. Ist auch ein Ergebnis.

    Elisabeth
     
  13. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Nein, mag sein , daß ich mich falsch ausgedrückt habe...
    Oder wir reden aneinander vorbei...

    Ich möchte mich nicht so darstellen lassen , als sei mir die Pflege egal. Ganz im Gegenteil. Für mich hat es sich in der Fragestellung lediglich so dargestellt , als sei im Moment das Hauptproblem die erhöhte CK , der Muskelabbau etc und was damit zusammenhängt...

    In allen anderen Punkten , die danach aufgeworfen wurden wie zB Pflegerisiken , habe ich Dir doch zugestimmt, oder ist mir da was entfallen...

    LG Ernie
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Dann wäre mein Mißverständnis ja geklärt.

    Stellt sich für nun die Frage: Welche Auswirkung hat die Rabdomyolyse auf die genannten und weitere Pflegerisiken?


    Symptome waren bereits genannt: Crush Niere und Schmerzen.
    Für die Pflege relevante Symptome: massive Bewegungseinschränkung und starke Muskelschmerzen.

    *grübel* Hab ich was vergessen?

    Fällt mir ein: Beeinflusssung
    - Virchow Trias --> Erhöhung Thrombosegefahr
    - primäre Risikofaktoren Dekubitus (Bewegungsminimierung, Schmerzmedis)
    --> Erhöhung Dekurisiko
    - sekundäre Risikofaktoren Dekubitus (anaboler Stoffwechsel in der Akutphase, Sauerstoffprobleme (?), Hautprobleme)
    --> weitere Erhöhung des Dekurisikos
    - Eigenversorgungsfähigkeiten- Mundpflege --> Erhöhung Pneumonierisiko
    - Belüftung der Lunge (Lagerung) --> Athelektasenrisiko
    - der Peristaltik (mangelnde Bewegung, Schmerztherapie mit Opiaten)
    --> Obstipationsrisiko
    Desweiteren: Blasenkatheter --> Risko Zystitis
    Zentraler Venenzugang --> Risiko Infektion
    Und nicht zu vergessen: psychische Belastung durch die Erkrankung hat Einfluss auf das körperliche Geschehen.

    Das wären allgemeine Tatsachen. Spezielle, durch den Pat. und seine Persönlichkeit bedingte bzw. Auswirkung von Nebenerkrankungen (siehe hier auch Ursache der Rhabdomyolyse) fehlen bei der Aufzählung noch.

    Elisabeth
     
  15. narde2003

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    Hallo,
    welches Pflegeproblem würdet ihr jetzt im Vordergrund der Pflegeplanung sehen?
    Ich würde die liegende Schleuse des HK und die Schmerzen in den Vordergrund stellen.
    Zu dem Zeitpunkt als die Patientin in der Klinik von Richi lag zumindest.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie immer ist es schwierig eine Entscheidungskaskade zu bestimmen: was hat die größte Bedeutung? *g*
    Aber ist es nicht so, dass der Mensch nicht aus Einzelpropblemen besteht, sondern diese sich ineinander verzahnen- Stichwort: ganzheitl. Betrachtung.

    Schmerzen haben diverse Auswirkungen: Wohlbefinden, Bewegung. Schmerzmedis wirken auf Bewegung, Peristaltik. Mangelnde Bewegung hat Auswirkungen auf Lungenbelüftung, Dekubitusentsehung.

    Pflege scheint tatsächlich eine Kunst zu sein, die man nicht mit Standards beschreiben kann. *fg* Ergo kann man keine Pflegeplanung für eine Krankheit schreiben, sondern nur für den Menschen der diese Erkrankung hat.

    Elisabeth
     
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