Reinste Willkür des MDK

Dieses Thema im Forum "Gesetze und Rechtsfragen in der Altenpflege" wurde erstellt von Atalante, 28.12.2010.

  1. Atalante

    Atalante Junior-Mitglied

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    hallo, ich war lange nicht mehr hier und muss unbedingt Dampf ablassen.
    Mein heutiger RR sprengt mir alle meine Blutgefäße.

    Grund:
    Einstufungen von 2 Patienten

    Pflegestufe II:
    91jähriger Mann
    eigenes Haus (am See)
    kann gehen (auch spazierengehen (!)
    kocht selbst
    lässt einkaufen gehen, weil er es nicht mehr tragen kann
    1x wöchentlich wünscht er sich eine Dusche in unserem Beisein

    Pflegestufe I
    80 jährige Frau
    Rente + Grundsicherung
    mit Ehemann ( ja, objektiv gesehen an der Grenze zur Demenz)
    kann nicht mehr selbständig aus dem Bett
    kann nicht mehr stehen, amputierte Zehen an einem Fuß
    Arthritis an beiden Händen, kann kaum greifen

    Beide wohlgemerkt: geistig mobil, keinerlei Ausfälle

    Und da soll ich diesen unseren Staat noch als gerecht, justitiabel, demokratisch, sozial und als hervorragend betrachten? Sch.... drauf.
    Ich bitte Euch!
    Klar, der Staat sind wir alle, UNSERE Angestellten sind das, die in der Pflegeversicherung beurteilen.
    Was haben die Krankenkassen (wir) denn für Angestellte, sind die blind, doof, unterbelichtet oder gleich von der Sonderschule rekrutiert?

    Ich höre jetzt mal auf, sonst werde ich noch ganz renitent.

    Grüsse,
    Atalante
     
  2. indy J

    indy J Poweruser

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    Hallo

    Ich kann deine Wut vollkommen verstehen. Ich bin auch regelmäßig an die Decke gegangen, wenn bei uns vollkommen abstrakte Einstufungen vorgenommen wurden. Was immer ein guter Anfang ist: Einspruch einlegen! Nur dann besteht die Chance auf Neueinstufung.
    Auf den ersten Blick ist diese Einstufung so nicht nachvollziehbar, das seh ich auch so. Aber wer weiß, was da alles dahinter steckt.
     
  3. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

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    hallo

    willkommen im Club....

    ich arbeite jetzt seit ca. etwas mehr als einem Jahr im Altenheim, vorher über 20 Jahre Zentralambulanz

    was da in dem Altenheim so passiert, an Doku, an MDK, es wird jegliche Entscheidung einer ex. Krankenschwester angezweifelt, denn sonst müßte ich mich ja nicht an 1000 Stellen rückversichern und dokumentieren

    zugleich wird erwartet, das ich besser bin als jeder Arzt, denn wann kommt mal ein Arzt.....
    ganz zu schweigen davon, das der Arzt alles ohne Kommentar am Telefon glaubt und blind Medis verordnet, weil ich ihm was erzähle.....

    der MDK ist so blöd, das sie glauben jeder Mensch im Altenheim braucht eine Schelle, auch wenn ein Blinder schon bemerken würde, dieser alte Mensch wird nie wieder eine Schelle benutzen.....

    aber nach 2 Min.Trallala wissen sie genau wieviel Arbeit wir mit einem Bewohner haben.....

    ich komme ab und zu aus dem Staunen nicht raus

    neuester Fall.... Rückverlegung aus dem KH nach operierter Ellbogenfraktur, mit Oberarmgipsschiene auf Heiligabend...

    als ehemalige Ambulanzschwester wollte ich natürlich unter diese Schiene schauen.. OP Wunde und so...

    nein um Gottes Willen, der Doktor, aber der hat bis zum 3.1. Urlaub....

    heute ist mir der Kragen geplatzt, ich habe die Schiene abgemacht, neuen Verband drauf, (der dringend nötig war) und wieder angewickelt...
    eine Katastrophe......

    viele Grüsse
    Bully
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Betroffene müssen unbedingt geschult werden vor dem Besuch des Gutachters. Zu viel können ist in jedem Falle schädlich für die Einstufung. dein 91jähriger hat es offensichtlich richtig gemacht. Der Dame wirds, wie fast immer, peinlich gewesen sein, einzugestehen, dass man Hilfe braucht.

    Die Einstufung dürfte wenig mit dem Geldverhältnissen zu tun haben.

    Was ist eigentlich aus der Petition geworden, in der darauf aufmerksam gemacht wurde, dass nur Pflegekräfte einen Pflegebedarf erheben können. ... Obwohl- das ist auch noch keine Garantie für die richtige Einstufung wenn ich so sehe, wer da im MDK so rumschwirrt.

    Elisabeth
     
  5. indy J

    indy J Poweruser

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    Hallo

    Gibt solche und solche, egal ob nun Pflegekräfte oder sonst wer die Einstufung übernimmt. Beschwerden kommen halt nur über ungerechte Einstufungen.
    Der extremste Fall, der mir bzw. einer unserer Patienten passiert ist: Der Gutachter überprüft die Sehfähigkeit dieses Mannes und hält zunächst drei Finger in 2 Meter Entfernung hoch. Der Mann kann nichts erkennen, also geht der MDK-Mensch noch einen Meter näher dran, bis er schließlich 20 cm vor den Augen des Pflegebedürftigen war und dieser keine Probleme mehr hatte die drei Finger zu erkennen. Das wurde uns nachher von den Angehörigen berichtet. So ähnlich muss auch wohl der Rest des Besuches abgelaufen sein. Der folgende Widerspruch war übrigens erfolgreich.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Passt zwar jetzt nur bedingt: Kind wird zum Einschulungstest im Kindergarten auf Sehtauglichkeit getestet ... und einseitig für blind befunden. Wir waren total entsetzt. Zu hause ließ sich die Blindheit net mehr reproduzieren. Auf nachfragen kommt raus: die Sr. hat ja net gesagt, dass ich die Hand aufs andere Auge legen soll.

    Ähnlich stell ich mir das bei den Gutachten vor. Der Betroffene weiß gar net, was die Frage für Hintergründe hat. Er will alles möglichst richtig machen und ist dabei total verunsichert. So kommt man schnell zu einem Ergebnis, dass weit von der Realität liegen kann.
    Angehörigen geht es übrigens oft net anders. Der Gott in weiß und sein mächtiges Gefolge... . Die wenigsten verstehen, dass es hier net um Erkrankungen geht. Es wird erwartet, dass der Gutachter weiß, welche Einschränkungen die Erkrankung mit sich bringt... und sind entsetzt, wenn der Gutachter dies anders sieht, als es tatsächlich ist.

    Gepflegt werden Menschen und net Krankheiten. *grübel* Tun wir uns damit nicht auch immer schwer? Stichwort: Pflegeplanungen für Erkrankungen statt für das Individuum.

    Es scheint, dass noch viel passieren muss auf beiden Seiten bis man das Wort Pflegebedarf tatsächlich mit realen Inhalten füllen kann.

    Elisabeth
     
  7. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Es gibt immer zwei Welten: Die, wo die Patienten noch anständig und aufopfernd gepflegt werden, die Schwester unter Pflege mehr als nur satt und sauber versteht, der Patient als ganzes erfasst und versorgt wird.

    Und dann noch die Welt des MDK, wo jeder Depp pflegen kann, aber das dokumentieren bestens gelernt sein will.

    lg
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die Qualifikation des Pflegepersonals hat aber doch mit den Einstufungskriterien des MDK nichts zu tun? Die Pflegestufe bezieht sich nur auf die Hilfen bei der Grundpflege.
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Erklär mir, wie man mit einer Checkliste den Pflegebedarf feststellen kann: **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt** . Die Geister, die wir riefen holen uns und unsere Kundenjetzt ein.

    Erklär mir, wie man mit einer Checkliste den Pflegebedarf feststellen kann? Die Geister, die wir riefen, holen uns und unsere Kunden jetzt ein.
    Fachwissen brauchst net- wenns lesen und schreiben kannst, dann bis du eine Fachkraft die einen Pflegebedarf erkennen kann und Maßnahmen planen kann.

    Elisabeth

    PS So tickt der MDK: Pflege - MDS - Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.
     
  10. the fatalist

    the fatalist Junior-Mitglied

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    Das kann und darf auch keine Lösung sein.
     
  11. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Die andere Möglichkeit wäre den Gutachter entsprechend zu schulen...

    Es ist häufig so, dass Patienten ihr "bestes" geben, wenn der Gutachter anwesend ist, was eben nicht erfolgsversprechend ist.

    Der Lebensgefährte meiner Mutter, der jetzt vor kurzem verstorben ist, war auch so ein Modell.

    Trotz intensiver Schulung durch uns, an dem Tag nicht zu übertreiben, erklärte er dem MDK, dass alles kein Problem darstelle.

    Langjähriger Diab. mell mit vielen Begleiterscheinungen unter anderem Blind.

    Der Herr erklärte dann dem MDK, dass er problemlos sich noch waschen könne und eigentlich sich total selbst versorgen kann.

    MDK stufte ihn dann mit 1 ein, obwohl er ein eigenes Haus hatte und sich seine Gehstrecke auf 3 Schritte bezog. Er regelmässig stürtze. Ausserdem nur noch gelegentlich es schaffte alleine sich an die Bettkante zu setzen.

    Im Endeffekt kam bis zu seinem Tod der Pflegedienst 5 mal täglich - bezahlte er selbst, er war das Huhn das goldene Eier legt für den PD. Die Rechnungen waren horrend und selbst für mich nicht immer nachvollziehbar.


    Also nur am Geld macht es der MDK sicher nicht fest.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und in so einer Situation erwarte ich einfach vom Gutachter, dass Erkennen kann anhand der Körpersprache, dass hier eine Diskrepanz vorliegen muss.

    Ein Arzt wird dies nur beherrschen, wenn er eine Psychologieausbildung hat. Pflegekräfte sollten diese Fähigkeit in der Grundausbildung erwerben durch das intensive Schulen der Wahrnehmung. Aber da fängt das Problem leider schon an. Nach wie vor werden Pflegeplanungen (wenn überhaupt) für Krankheiten geschrieben und net für das Individuum, dass diese Krankheit hat. Diverse Fallbeispiele werden theoretisch konstruiert, welche oft weit von der Realität entfernt sind. Dabei kann man keine Wahrnehmung schulen. *grmpf*

    Ergo: Eine Pflegekraft im MDK braucht eigentlich eine Grundausbildung, die auf die Schulung des Erkennens von PFLEGEproblemen ausgerichtet ist. *grübel* das wäre doch eine neuen Ausbildungsweg wert analog zu OTA, ATA, I-PK usw.. Sparsamer Bildungsweg bei max. Erfolg.

    Elisabeth
     
  13. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Wer beauftragt (und bezahlt) denn den MDK??? Richtig, die Pflegekasse. Und was ist deren Ziel? Die Versorgung der Betroffenen etwa? Oder gibt es noch andere (wichtigere und vordergründigere) Ziele?

    Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ichn glaube kaum, dass es darum geht, Geld nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen- siehe das neispiel mit dem 92jährigen vs. 80jährigen. Das ist nämlich auch ein teures Verfahren.

    Mir fallen da immer Pat. ein, die alles im Hausahlt alleine machen... außer der Körperpflege. Die Pflegestufe wurde mal zuerkannt im Rahmen einer schweren Erkrankung die längst ausgeheilt war. Den Leuten konntest noch nicht mal abverlangen, sich das Gesuicht selbst zu waschen. Argument: dann verliere ich meine Pflegestufe... und den einzigen sozialen Kontak am Tag. Soziale Kontakte dieser Art zu bezahlen finde ich mehr als überteuert. Das Geld brauchen wir für wirklich bedürftige Menschen. Soziale Netze müssen sich anders bauen lasen. Stichwort: 1-Euro-Jobber.

    Elisabeth
     
  15. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wie lange dauert solch ein Gutachten, eine halbe Stunde? Kannst Du innerhalb einer kurzen Zeit die Pflegebedürftigkeit eines Dir vorher unbekannten Patienten zweifelsfrei abschätzen? Wenn der Patient sich zusammenreißt und Dir einen besseren Zustand vorgaukelt?

    In der stationären Aufnahme kommt es nicht selten vor, dass der erste Eindruck täuscht und der Patient sich am nächsten Tag als ein komplett anderer - zum besseren oder zum schlechteren - herausstellt. Auch Behinderungen oder Verwirrtheitszustände können von Patienten oft gut überspielt werden. Wir beobachten den Patienten über längere Zeit und können unseren ersten Eindruck revidieren. Der MDK-Gutachter kann das nicht.

    Insofern kann ich mir gut vorstellen, dass die falsche Einstufung nicht auf Bösartigkeit beruht, sondern auf der guten Schauspielerei des Patienten. Der Gutachter ist eine Art Amtsperson. Vor solchen Menschen gibt man seine Schwächen nicht zu.

    War bei meinen Großmüttern ähnlich; allerdings war da der körperliche Verfall zu augenscheinlich, als dass sie mit ihren Aussagen hätten überzeugen können.
     
  16. narde2003

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    Die Dauer des Gutachtens hängt vom Gutachter ab.
    Eine Bekannte macht solche Gutachten, sie kann sich soviel Zeit lassen wie sie will, da sie einen Festbetrag pro Gutachten bekommt.
    Der natürlich nicht sonderlich hoch ist, also muss das Gutachten zügig abgeschlossen sein, sonst wird es zur ehrenamtlichen Aufwandsentschädigung.
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Der Laie dürfte in so einer Situation Probleme haben- der Fachmann sollte auf solche Situationen geschult sein.

    Ein Berufsanfänger dürfte es hier auch schwieriger haben als ein Erfahrener. Das Erkennen einer Inkongruenz zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation braucht Übung.

    Elisabeth
     
  18. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

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    hallo

    also wäre die einzig wahre Art, der MDK kommt morgens um 7:00, holt den zu begutachtenden Menschen allein aus dem Bett, versorgt ihn und beobachtet ihn beim Frühstück

    wenn ich diese Art von Beobachtung kann, dann besteht die Möglichkeit mir in einer Stunde ein halbwegs klares Bild zu schaffen

    ich würde mich freuen soetwas mal zu erleben

    viele Grüsse
    Bully
     
  19. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Naja, oftmals liegt eine (vom MDK angeforderte) Pflegedokumentation vor Ort, in die aber nicht reingeschaut wird. Oder diese wird gelesen, aber für die Minutenzählerei nicht mit berücksichtigt. Dafür wird dann dem Pflegedienst potenziel eine Urkundenfälschung unterstellt, wenn aus der Dokumentation (auch für Laien) andere Zeiten zu finden sind, wie der MDK in seinem Gutachten feststellt. Getreu dem Motto: Der MDK macht keine Fehler, der PD natürlich schon. Deswegen darf der MDK auch die PDs kontrollieren, und nicht umgekehrt (was ich mal echt interessant fände). Achja, beschweren darf man sich natürlich, aber was bringt das? Richtig, nichts.

    Es ist bei vielen Patienten zu augenscheinlich. Leider stellt sich der MDK sehr gerne mal blind an.

    Ich habe mal ein Gerücht gehört, das die Gutachter Prämien für Ablehnungen bekommen oder nur eine vorgeschriebene Anzahl an Pflegestufen für x Patienten geben dürfen. Bei den unverständlichen Gutachten glaube ich da so langsam dran.

    lg
     
  20. -Claudia-

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    Beispiel aus dem Alltag:

    Kollegin kommt nach ein paar Tagen im Frei zu Patientin. "Na, Frau Dingsbums, wie geht es Ihnen?" Antwort: "Super! Viiiieeel besser als zu Anfang. Die Schmerzen sind mit den neuen Medikamenten praktisch weg, und ich kann wieder essen..." usw. usw.

    Kollegin verlässt das Zimmer und lässt die Pflegeüberleitung eintreten (ebenfalls Krankenschwester, etliche Jahre Berufserfahrung, davon fast zehn in der Überleitung). Diese spricht, wie mit Frau Dingsbums verabredet, die Entlassung und nachstationäre Versorgung an. Zwanzig Minuten später kommt sie 'raus und ist stinksauer über den viel zu frühen Termin. Frau Dingsbums ginge es doch viel zu schlecht, um schon entlassen zu werden. Die Schmerztherapie sei noch unzureichend, sie könne keine Nahrung bei sich behalten, könne vor lauter Schwindel nicht mal allein zum Bad usw. usw.

    Was ich sagen will: auch mit viel Berufserfahrung und Übung ist man nicht immer davor gefeit, einen falschen Eindruck zu bekomen. Ob nun zum Guten oder zum Schlechten.
     
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