Regionale Heparinisierung

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Hallo,

hat jemand Erfahrung mit der regionalen Heparinisierung? Sie wird sicherlich selten durchgeführt, aber ab und zu müssen wir wegen starker Blutungsneigung (postoperativ oder Z. n. gastrointestinalen Eingriffen) darauf zurückgreifen. Wer kann mir berichten, wie das in anderen Häusern gemacht wird. Wir geben ACT-gesteuert eine Minimalmenge an Heparin im Perfusor vor die Kapillare und ca. die Hälfte an Protamin in einem Perfusor hinter der Kapillare. Würde mich freuen, andere Meinungen und Erfahrungen hierzu zu lesen. Danke
 

Ute

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Hallo DP,

regionale Heparinisierung führen wir nicht durch, bei uns wird von der Standard-, Minimalheparinisierung bis zur Heparinfreien Hämodialyse durchgeführt. Derzeit sind wir in der Probephase mit Zitrat.

Unsere Ziel bei der ACT-Messung ist 140-160 Sec. oder eine PTT von 60-80.

Hier findest Du etwas über ACT/Heparin
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
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Hallo Ute,

vielen Dank für Deine Antwort. Testphase mit Citrat? Das klingt auch gut, unsere Ärzte möchten das ebenfalls gerne machen. Ich bin schon angesprochen worden, für einen Tag in einem anderen Haus zu hospitieren, in dem u. a. mit Citrat antikoaguliert wird, um mir das von pflegerischer Seite mal anzuschauen. Wäre natürlich auch klasse, in diesem Forum davon zu hören, wie es wo anders läuft und welche Erfahrungen KollegInnen gesammelt haben. Ich freue mich auf eine interessante Diskussionsrunde.

mfg
 

lops15

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Wer wie eine Zitrone lächelt, kann auch sauer sein:-)

Hallo Ute,
mich würde brennend interessieren wie das bei euch mit dem Citrat gehandhabt wird. Bekommt ihr das Citrat (Na- Citrat?) aus der Apotheke? In welcher Form? (Trockenampullen,Stichampullen,Brechampullen in welcher Konzentration?)
Gebt ihr einen Bolus und oder kontinuierliche Gabe? Das sind alles böhmische Dörfer für mich. Konkrete Angaben kann ich selbst im Internet nicht finden.
Bin sehr gespannt auf Deine kurze Erläuterung.
Liebe Grüße
Peter
 

lops15

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grau schrieb:
Hallo Ute,
mich würde brennend interessieren wie das bei euch mit dem Citrat gehandhabt wird. Bekommt ihr das Citrat (Na- Citrat?) aus der Apotheke? In welcher Form? (Trockenampullen,Stichampullen,Brechampullen in welcher Konzentration?)
Gebt ihr einen Bolus und oder kontinuierliche Gabe? Das sind alles böhmische Dörfer für mich. Konkrete Angaben kann ich selbst im Internet nicht finden.
Bin sehr gespannt auf Deine kurze Erläuterung.
Liebe Grüße
Peter
Schade Ute. Hätte gerne etwas von Dir gehört.:megaphon:
Tschüss
grau
 

Tobias

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Hallo Grau,
1. Zitratdialyse ist sche.... ich meine ´ne Menge Arbeit:wut:

2. Das Calzium (Durchstechflasche) wird mit der spez. Dialyseflüssigkeit mitgeliefert (bei uns)
3. läuft kontinuierlich mit und muß ständig kontrollliert werden (vor und nach der Kapilare) ständig heißt 4 std. 1/2stdl. dann stündlich und wenn konstant dann 2stündl. (bei uns)
4. haben wir dann Richtwerte (CA++ und ACT ) und müssen die Geschwindigkeiten dementsprechen ändern. Die Werte habe ich nicht im Kopf, muß ich auch nicht:wink1::wink1:

Ich hoffe das reicht erst mal so!:gruebel:
LG Tobias

p.s. mit Heparin und Protamin spielen wir nicht noch rum (viel zu teuer und muß nicht sein, da ja Citrat:gruebel: :-)
 

lops15

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Citrat-Kalzium-Antikoagulation

Hallo Tobias,

danke für Deine Antwort.

Zu 1. Ich finde die Antikoagulation mit Citrat einfach genial. Die Arbeit würde ich gerne auf mich nehmen. Die regionale Antikoag. Mit Heparin und Protamin ist bei unseren Intensivdialysen Standart wenn akute Blutungsgefahr besteht. Ist bestimmt nicht weniger Aufwand. Probleme gibt es trotzdem bei Heparinunverträglichkeit.( Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT)) Dann verwenden wir Refludan.(Hirudinderivat)

Zu 2. Mich würde die Zusammensetzung des Dialysekonzentrates interessieren. Ist das Citrat im Konzentrat? Ist dieses Kalzium-frei? Lasst ihr das Kalzium nach und das Citrat vor dem Dialysator einlaufen?

Zu 3. Da gibt es schon ein Monitoring für Regionale- Kalzim-Citrat-Antikoag.. Da wird das Citrat in den arteriellen Schenkel und das Kalzium in den venösen Schenkel gegeben. Die jeweiligen Mengen werden blutflußgesteuert und abhängig vom Serum-Ca zugegeben.

Zu 4. Kann man mit der ACT überhaupt einen genauen Gerinnungsstatus bei der Citrat-Antikoag. bestimmen?


ACT (activated clotting time => aktivierte Gerinnungszeit) ist eine Methode, den Gerinnungsstatus vor und während der Behandlung innerhalb kurzer Zeit festzustellen. Der Wert beschreibt die Gerinnungszeit des Blutes in einem mit Kieselerde durchsetzten Röhrchens in Sekunden. Die ACT-Bestimmung ist ausschliesslich für Heparin als Antikoagulanz ausschlaggebend; der Gerinnungsstatuts bei Medikamenten wie niedermolekulare Heparine (Fragmin, etc.) und Orgaran sind nur im Labor über die Anti-Faktor Xa-Aktivität zu bestimmen.
Quelle: http://www.forum-intensivpflege.de/index.htm?Standards/act.htm Link entfernt, existiert nicht mehr
Ich hätte noch 1000 weiterführende Fragen. Aber vielleicht können wir uns langsam an das Problem herantasten.

Schön wäre, wenn sich auch noch andere User in die Diskussion einklinken würden.

Liebe Grüße Peter
 

Ute

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Sorry, erst jetzt dazu gekommen!

Also, vorab ich arbeite nicht mehr in dem Bereich "Dialyse" und bin derzeit nicht mehr so auf dem aktuellen Stand der Dinge!

Ein Kollege, aus meiner alten Abteilung, hat mir am Freitag gesagt, dass derzeit die Citrat-Dialyse ohne Zusatz von Calcium durchgeführt wird. Das war mir neu, ich kenne es nur so, dass die Citrat-Lsg und Calcium über Perfusor laufen. Jetzt wird die Citrat-Lsg. von der Apotheke mit Calium angemischt. Das Citrat wird vor dem Filter und der Luftfalle mit Hilfe von einer Pumpe infundiert, angeglichen an die Blutpumpe.

Die Dialyse wird immer mit dem Geniusverfahren durchgeführt, somit hat man eine gute Möglichkeit das Calcium im Tank der Genius (Konzentrat-Lsg) zu steuern.
 

Tobias

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Hallo, meinem Mann ist bei der Erklärung der Citratdialyse ein Fehler unterlaufen. Das Calcium kommt bei uns in 10 ml Brechampullen und läuft als Perfusor in den ZVK. Die Citratlösung kommt in Beuteln und läuft über den Infusiomat und geht in die Kapillare der Dialyse. Ansonten stimmt alles, mit der halbstündlichen Abnahme anfangs. Man nimmt einen art. Astrup ab und eine Spritze hinter der Kapillare am Rückflussschenkel.
Viele Grüße
Katrin
 

lops15

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Citratdialyse

Danke Frau Tobias:lol1: ,

so hatte ich es mir auch gedacht. Die Dialysierflüssigkeit ist doch dann bestimmt Kalziumfrei? Es wird doch nur so viel Kalzium substituiert, dass das Serum -Ca (ionisiert) um die 1,1 mmol/l liegt?

Liebe Grüße
Peter
 
S

SteffenB

Gast
Regionale

Bei uns läuft "Regionale" über doppelläufigen Perfusor mit:

1. Heparin 10.000 IE (hängt am normalen Heparinschenkel des Schlauchsystems)
2. Protamin 10.000 IE (hängt am venösen Bubblecatcher)

In der Regel läuft das auf 800-1200 IE/h
 

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