Recht auf 7,7 Stunden bei Vollzeit?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Andreas_S, 26.04.2016.

  1. Andreas_S

    Andreas_S Newbie

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    Hallo zusammen,

    ich habe mal eine Frage zur Arbeitszeitgestaltung.

    Das die Schichten in einem Krankenhaus überall ein wenig anders sind ist klar.
    Was aber, wenn eine Vollzeitkraft drauf besteht, das sie Vollzeitkraft ist und somit auch täglich mit 7,7 Stunden eingesetzt werden will?

    Bei uns gibt es auch Zwischendienste um Überstunden und Spitzen auszugleichen (mal halt nur ein 4 Stunden-Dienst oder mal halt ab 8 Uhr und nicht ab 6 Uhr usw.).

    Wenn aber genau diese Ausgleichszeiten eine Vollzeitkraft nicht möchte, kann sie auf einen Einsatz mit 7,7 Stunden bestehen?
    Das Arbeitszeitgesetz gibt da nicht viel her in Richtung "Recht auf einen 7,7-Stunden-Einsatz".

    Ist es nicht eher so, das in einem Krankenhaus ein Mittelwert berechnet wird über 3 oder 6 Monate, der dann am Ende halt immer eine fast ausgeglichene Arbeitszeit hergeben sollte oder muss?

    Mir ist nun nicht bekannt, dass es eine Regelung oder gar ein Gesetz gibt, was dem Arbeitgeber vorschreibt, das er in einem Krankenhaus einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin täglich mit 7,7 Stunden einzusetzen hat, wenn darauf bestanden wird.

    Habt ihr da mal einen Gesetzestext zur Hand oder wie wird das bei euch gehandhabt?

    Gruß
    Andreas
     
  2. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Was steht denn in deinem Arbeitsvertrag? Da muss ja drin stehen, wie sich die Stunden einer Vollzeit-Kraft zusammen setzen, wie es bei Überstunden mit Freizeitausgleich ist etc.
    Gibt es bei dir im Haus einen Betriebsrat o.ä.? Dann frag da doch mal nach.
    Ich wüsste von keinem Gesetz, dass verbietet dass eine Vollzeitkraft auch kurze Dienste machen darf. Wenn freie Tage eingehalten werden, du auf deine monatlichen Stunden kommst sehe ich da keine Gesetzeswidrigkeit.
    Im Zweifel kannst du dir aber auch einfach Rat bei einem Anwalt für Arbeitsrecht holen. Der wird dir anhand deines Vertrages und der Gesetzeslage sicher eine Auskunft geben können.
     
  3. supetrosu

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    Nun, ich wuerde mich auch bedanken wenn ich fuer 4 Stunden zum Arbeiten kommen muesste. Denn das bedeutet ja auch das man an mehr Tagen im Monat zur Arbeit kommen muss. Je nach Anfahrtsweg kann das ausserdem ganz schoen nervig sein fuer die paar Stunden zum Arbeiten kommen zu muessen. Wuerde ich auch nicht machen.
    Auch wir machen in Notsituationen Zwischendienste. Aber die haben die gleiche Stundenzahl wie die normalen Dienste. Und sind nur fuer extreme Notsituationen, sprich, wenn Kollegen kurzfristig ausfallen und niemand gefunden werden kann zum Einspringen.
    Fuer mich hoert sich das an, als ob der Arbeitgeber Personal einsparen will. Ist billiger jemanden nur fuer ein paar Stunden kommen zu lassen als neue Leute ein zu stellen. Als naechstes kommt dann der geteilte Dienst?
    Ich wuerde auch den Personalrat fragen ob das rechtens ist. Und meinen Vertrag mal genau lesen. ;) Und mich schonmal vorab nach anderen Stellen umschauen.
     
  4. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Wenn diese Dienstzeiten nicht nach gutdünken des Arbeitgebers verändert werden, sondern bereits so festgelegt sind und dann nur entsprechend geplant werden wirst du nichts dagegen machen können.

    Sollen Dienstzeiten geändert werden, muss der Personalrat zustimmen.
    Klar sind kurze Zeiten, vor allem bei langen Anfahrtszeiten blöd, aber wenn die kurzen Dienste so genehmigt sind, wirst du nichts machen können.
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Allein durch unterschiedliche Wochenarbeitszeiten (zwischen 35 und 42h bzw. zwischen 4,75- und 6-Tage-Woche) müsste deutlich werden, dass der Gesetzgeber keine bestimmte Stundenzahl für einen Arbeitstag festgelegt hat. Es gilt lediglich die maximale Arbeitszeit von 10 Stunden, die in Ausnahmefällen überschritten werden kann.

    Ergo: Ein entsprechendes Gesetz gibt es nicht, eine tarifliche Regelung wäre mir auch unbekannt, und betriebsinterne Vereinbarungen - die es geben könnte! - müssten vor Ort erfragt werden.
     
  6. Andreas_S

    Andreas_S Newbie

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    Hallo,

    danke zunächst für die Antworten.

    Kurz zur Information:
    Unser Haus hatte damals die üblichen Dienstzeiten (N, N1, N2, S, S1, F, F1, wenn ich das noch so richtig zusammenbekomme).
    Dann kam bei uns die Zertifizierung und zudem die tollen "familienfreundlichen Arbeitszeiten" mit dem dazugehörigen Zertifikat. Bevor das so kam wurden viele neue Arbeitszeiten hinzugefügt. Der oben benannte Dienst mit 4 Stunden ist nur einer von etlichen für Frühdienste und Spätdienste. Einzig in der Nachtwache hat sich da nichts geändert.

    Zudem wurden noch viele T-Dienste dazugepackt (TF1, TF, TF2, TS1, TS" usw.), welche eigentlich für Teilzeitkräfte sind, jedoch auch von Vollzeitkräften verwendet werden dürfen.

    Ziel angeblich: Die Familienvereinbarkeit ist zumindest auf dem Papier gegeben mit vielen Auswahlmöglichkeiten von Diensten um Familie und Beruf besser zu koordinieren.

    Praxis: Fast unmöglich, weil ja halt immer jemand da sein muss und wenn nunmal die Nacht der Nachtwache um 6:15 Uhr endet, kann bei einer Station, welche auch alleine arbeiten darf keiner um 8 Uhr, 8:15 Uhr oder gar um 10 Uhr bis 16 Uhr anfangen. Zudem würden die Vollzeitkräfte ja gar nicht auf ihre Stunden kommen, wenn man das einige male in Anspruch nimmt.

    Wie auch immer... mir ging es halt darum, dass wenn jemand als Vollzeitkraft darauf besteht, Vollzeit eingeplant zu werden pro Tag, dies ja eigentlich gar nicht möglich ist, weil man ja auch mal mit 2 oder 3 Leuten Personal plant, weil die Stationsleitung zur Besprechung muss und somit dann 2 Mann Personal da sein müssen. Der eine könnte aber um z. B. 8 Uhr kommen und muss nicht um 6 Uhr kommen. Das macht dann die Stationsleitung um 6 Uhr bis sie um z. B. 10 Uhr zur Besprechung muss. Da könnte man dann jemanden um 8 Uhr anfangen lassen, der bis 14 Uhr macht. Also einen verkürzten Dienst um das abzufangen. Und wenn nun genau dieser Mitarbeiter/in aber sagt, ich bin Vollzeit und will auch nur Vollzeit geplant werden, würde derjenige auch um 6 Uhr kommen müssen (normaler Dienst bis 14:15) obwohl von 6 bis 8 das eine Kraft locker alleine schafft.

    Da es aber keine gesetzliche Vorschrift dahingehend gibt, wie ihr meint, kann eine Vollkraft nicht auf einen Einsatz von 7,7 Stunden bestehen.

    Aber ich werde das nochmal beim Betriebsrat erfragen.

    Danke euch.
     
  7. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Was steht denn nu in deinem Arbeitsvertrag? Wenn du mit dem Arbeitsvertrag die entsprechende Dienstgestaltung unterschrieben hast und auf deine monatlichen Stunden kommst, wirst du vermutlich kaum wirksam gegen angehen können. Auch wenn es dir nicht schmeckt.
     
  8. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    lt. meinem Arbeitsvertrag habe ich eine 5-Tage-Woche, 38,5h in 4 Wochen
    - so im Durchschnitt als Vollzeit -
    macht auf 1 durchschnittlichen Arbeitstag eben Eure 7,7h.
    Angenommen das sind in 4 Wochen 22 Arbeitstage.
    Hab ich dann angenommen regelmäßig 4 kurze Dienste - arbeite ich dann voraussichtlich regelmäßig 24 Arbeitstage in 4 Wochen und habe damit regelmäßig eine 5,5 Tage Woche.
    Ist das korrekt? Ich befinde - Nein.
    Angenommen, mit den kurzen Arbeitstagen werden Überstunden abgebaut - wär das ohne Auswirkung auf die durchschnittliche Tage-Woche und fast o.k., wenn der Arbeitnehmer da zustimmt. Er kann gute Gründe dagegen haben.
    Angenommen, jemand der warum-auch-immer in Teilzeit arbeitet, Kinder sind ja nur 1 Variante, sagt:
    Super, 4-6h DAS ist mein Rhythmus - wär es o.k.
    Wenn man es ernst nimmt mit der Begründung Familienfreundlichkeit, dann kann ich nicht dem Mitarbeiter vorschreiben mehr Tage als sein Soll zu arbeiten, was dann möglicherweise auch richtiggehend familienfeindlich wär - sondern erfrage und berücksichtige die tatsächlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter, welche sich verändern können.
    Ob der Arbeitgeber/ der Arbeitsablauf auf der Station da tatsächlich mit so viel Flexibilität aufwarten kann - ich zweifle grade. Korrigier mich, bitte!
    DEIN Einwand ist ja schon mal, dass um 6.15 nix los ist, deswegen braucht es bis 8 nur 1 Pflegekraft, das muss die Stationsleitung sein. O.k., interessant, läuft hier nicht so. Die Zeit bis um 8 Uhr ist darüber hinaus sehr arbeitsintensiv. Wie erklärt sich das bei Euch, dass es nicht so ist?
    Ließen sich anfallende Arbeiten anders aufteilen? Wie flexibel wär man da?
    Warum kann niemand um 7:00 oder 8:00 anfangen UND 7,7h arbeiten? Versteh ich nicht, ein (zugegeben selten geplanter) Dienst fängt gar um 9:00 an. Wer um 7 oder 8 Uhr anfängt ist nachmittags länger da, exakt dann zusätzlich, wenn regelmäßig sehr viel los ist. Bei Euch ist das nicht so, wieso?
    Wir hatten mal mehr kurze Dienste, 6h. 6h sind praktisch, da ist keine Pause drin. Jedoch mit der Zusatzoption - falls der Bedarf da ist, KANN verlängert werden. War oft da, der Bedarf.
    Keine Ahnung wie oft bei Euch es bei exakt den 4 oder 6 Stunden bleibt?
    Ich sehe grad nicht so wirklich deutlich, wo es hier konkret um Verbesserungen FÜR den Arbeitnehmer geht, was doch das Ziel sein sollte, bei der Umsetzung familienfreundlicher Arbeitszeiten. Ich KANN mich aber auch täuschen.
     
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  9. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Es hat aber nicht jeder Deinen Arbeitsvertrag. Die 5,5- oder auch die 6-Tage-Woche sind in der Pflege nicht unüblich.

    In der Regel dauert der Nachtdienst über 7,7h; was sollte rechtlich gesehen also gegen kürzere Dienstformen sprechen? Immer vorausgesetzt, dass die Mitarbeitervertretung zustimmt. Auf Mitarbeiter- oder Familienfreundlichkeit gibt es keinen Rechtsanspruch. Abgesehen davon kann es ja durchaus eine Verbesserung meiner Arbeitsbedingungen darstellen, dass ich zu Stoßzeiten nicht allein auf weiter Flur stehe.

    Arbeitszeitmodelle, die Stoßzeiten abdecken sollen, sind eine mögliche Lösung, bei augenblicklichen Personalnotstand noch eine vernünftige Betreuung der Patienten zu gewährleisten. Du kannst nicht einfach Leute einstellen - dazu brauchst Du Geld und Personal auf dem Arbeitsmarkt, und beides ist nur in begrenztem Umfang verfügbar.
     
  10. Bachstelze

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    Die kurzen Dienste sind ja oft von der Geschäftsleitung oder PDL gewünscht.
    Damit kann man die Leute wunderbar ins Minus fahren, und dann müssen sie zusätzliche Tage arbeiten oder länger bleiben, damit sie auf ihre Stunden kommen. Dann sind es auch keine Überstunden mehr, sondern Mehrarbeit, die nicht extra vergütet werden muss.

    Sehr praktisch für den Arbeitgeber.

    Langfristig aber eine Milchmädchenrechnung. Ich habe wegen so eines Gebarens schon den Arbeitsplatz gewechselt. Die Leute kommen jeden Tag zur Arbeit und sind trotzdem im Minus. Wer hat denn darauf Bock?

    Der damalige Betriebsrat hat das durchgewunken und vor den Kollegen damit argumentiert, das man ja durch die dadurch entstehenden planbaren Dienstplänen schliesslich wunderbar noch einen Nebenjob ausüben könne. Man hätte ja viel mehr Zeit.

    Blöd nur, wenn durch Erkrankungen die Dienste ausfallen und nicht besetzt werden können, weil die Leute sagen, für die paar Stunden komme ich nicht.
     
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  11. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Wie immer gilt:Wer solche Arbeitsverträge unterschreibt hat selber Schuld.Gilt auch für solche die sowas stillschweigend mitmachen.
    Sorry,aber jeder hat die Wahl, sich einen Arbeitgeber zu suchen der seine Fachkräfte auch zu schätzen weiß und sie nicht behandelt wie bessere Sklaven.Das ist der Vorteil am Personalmangel in der Pflege.
     
  12. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wer sagt denn, dass die Dienstzeiten schon bei Vertragsabschluss so existierten? Es soll Betriebe geben, die sich an veränderte Situationen anpassen!

    Was ist Eure Lösung zur Arbeitsorganisation bei Personalmangel, wenn ihr gegen die angepassten Dienstzeiten seid? Zusammenlegung kleinerer Stationen in größere? Aufgabendelegation an Servicekräfte? Ersatz von dreijährige ausgebildetem Personal durch Krankenpflegehelfer oder Pflegehelfer? Was?
     
  13. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Es würde in manchen Stellen schon helfen, wenn frei werdende Stellen zügig nachbesetzt werden. Man könnte z.B. sobald die Kündigung des Mitarbeiters, der ja normalerweise Fristen einzuhalten hat, auf dem Tisch liegt, nach Ersatz suchen.
    Wenn man allerdings von Hause aus eine Stelle sechs Monate lang unbesetzt lässt und danach erst nach Ersatz sucht, hat man eben auch mal locker einen Engpass für ein Jahr. Das Mitarbeiter das nicht mit Freude mittragen, ist wohl verständlich.
     
  14. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Kannst Du Personal backen? Oder neue Finanzquellen für Pflegestellen erschließen?
     
  15. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Es ist keine neue Pflegestelle in diesen Fällen. Sondern es geht um welche, bei denen man weiss, das sie bald frei werden. Wo kostet das zusätzlich Geld? Es spart aber tüchtig ein, wenn man erst nach sechs Monaten Sperre zu suchen anfängt.
     
  16. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ganz abgesehen davon, dass Du erstmal Bewerber benötigst, um freie Stellen besetzen zu können: Glaubst Du, dass alle aktuellen Pflegestellen in Deinem Betrieb durch die laufenden Einnahmen gedeckt werden können? Ich weiß, dass es bei uns nicht so ist. Pflege ist im DRG-System nur sehr unzureichend abgebildet.
     
  17. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Es ändert nichts daran, dass so ein Arbeitgeber von den Mitarbeitern nicht weiterempfohlen wird und das jeder, der die Möglichkeit hat, die Beine in die Hand nimmt.

    Denn eine oder mehr freie Stellen über Monate mit der eh zu eng gestrickten Personaldecke zu kompensieren, geht dann langfristig auf die Knochen der Mitarbeiter, die noch da sind. Dann werden die krank oder gehen.

    Ganz ehrlich? Ich sehe das nicht als meine Aufgabe an, die finanziellen Umverteilungsprobleme zu lösen. Ich muss sehen, das ich gesund bis zur Rente komme und möglichst eine Rente zu erhalten, die mich nicht in die Armut stürzt. Ich gehe arbeiten um Geld zu verdienen. Nur und ausschliesslich deswegen. Und nur, weil ich in der Pflege noch ein bisschen mehr verdiene, als als ungelernte Kraft irgendwo anders, bin ich überhaupt noch in der Pflege tätig.

    Helfersyndrom oder Mitleid mit der Klinikdirektion kann ich mir nicht leisten. Ich muss meine Familie ernähren.
     
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  18. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Du hast also auch keine Lösung.

    Und dann geht das Krankenhaus irgendwann zugrunde und die Gesundheitsreform hat ihr Ziel erreicht: wieder ein Haus weniger. Ist die Entwicklung seit zwei Jahrzehnten. Und die Pflege motzt über die böse Klinikdirektion, anstatt sich dem richtigen Ansprechpartner zuzuwenden. :gruebel:
     
  19. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Ich würde jetzt solche kurzen Dienste nicht grundsätzlich als negativ bezeichnen. Es kann Mitarbeiter geben, die von den kurzen Diensten profitieren.

    Wenn diese Dienste vom Arbeitgeber eingeführt werden wollen, muss er den Weg über den Betriebsrat wählen und sich das genehmigen lassen. Der Betriebsrat wird sich dann hoffentlich mit den Mitarbeitern beraten und dann entscheiden.

    offtopic
    Claudia, der wirtschaftliche Druck kann doch keine Begründung dafür sein, ich sag es mal ganz allgemein, Mitarbeiter schlecht zu behandeln und dies mit schlechten Arbeitsbedingungen zu kompensieren. Das System hat genug Geld, man müsste es vielleicht mal anders verteilen, aber da wagt sich ja keiner ran. Seit Jahren soll die Pflege diese schlechte Verteilung der Gelder kompensieren und ausbaden. Die Begründungen, sind die gleichen wie vor 30 Jahren.
    Die Pflegekräfte sind nicht Schuld am Versagen dieses Systems und der schlechten Finanzsituation der Kliniken schuld. Auch nicht daran, dass es zuwenige von uns gibt!
    Bessere Bezahlung und arbeitnehmerfreundliche Bedingungen wären ein Anfang, immer nur auf die Pflegekräfte einzutreten, wird das Problem nicht lösen...

    Und die Klinikdirektion wendet sich ja auch nicht an die Verursacher des Problems und lässt das Personalproblem die Pflegekräfte ausbaden, nötigt und setzt unter Druck! Ich habe wenig Verständnis für das Rechtfertigen dieser Verhaltensweisen und auch nicht dafür, wenn Mitglieder unserer Berufsgruppe die eigenen Kollegen ebenfalls noch unter Druck setzen und Unverständnis für das legitime Interesse für bessere Arbeitsbedingungen äußern.

    Es gibt ausreichend Ideen um Personallücken zu füllen, Pool von Pflegekräften, bezahlte Bereitschaftsdienste und ja das kostet Geld! Warum soll die Pflege das umsonst machen?
     
    #19 ludmilla, 29.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 29.04.2016
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  20. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Wer bitte schön ist der richtige Ansprechpartner, wenn nicht die eigenen Vorgesetzten oder die Klinikleitung? Soll ich Frau Nahles einen Brief schreiben?
     
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