Reanimation auf Station - unorganisiert

Dieses Thema im Forum "Interdisziplinäre Notfälle" wurde erstellt von kathi0815, 09.12.2007.

  1. kathi0815

    kathi0815 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    02.10.2007
    Beiträge:
    37
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- & Krankenpflegerin
    Ort:
    Essen
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensiv Herz-Thoraxchirurgie
    Folgendes ist mein Problem:

    Wir bilden das Reateam und rennen zusammen mit dem intenistischen AVD auf die entsprechenden Stationen, mit Rucksack und Defi.
    Letzte Woche hatte ich zwei Reas.
    Bei einer war es so, dass unser Notfalltelefon ging und die Pforte uns mitteilte, dass es einen Notfall gebe, hat uns Etage und Zimmernummer genannt und uns darauf hingewiesen, dass die Station uns nicht erreicht hätte (komisch, denn über Pforte ging das ja - Station weiß Nummer nicht!!!). Da es im Spätdienst war, bin ich mit einer Kollegin los gerannt.
    Auf Station angekommen, haben wir Defi angeschmissen, Pat. verkabelt, Supra vorbereitet etc. Leider war es der Station durchgegangen ihren eigenen Koffer zu holen, wir hatten keinen O2-Anschluss und keine Absaugung. Unsere Ärztin haben sie auch nicht gerufen, erst nachdem ich den Pfleger ca. 5 mal gesagt habe, er solle das machen.
    Als ich dem Pat. dann schon mal Supra geben wollte, stellte sich heraus, dass es keinen Zugang gab, obwohl 2 Ärzte anwesend waren, von der Station. Erst eine zufällig vorbeikommende Chirurgin hat dann einen gelegt...
    Die anwesenden Pfleger standen nur herum, anstatt uns zu helfen, beim "Drücken" beispielsweise... Sie haben es noch nicht mal hingekriegt, den Mitpatienten aus dem Zimmer zu holen, so dass dieser alles mitbekommen hat.

    Ich erwarte ja nicht, dass die das genauso können wie wir, dazu passiert es einfach viel zu selten bei denen. Aber leider war es nicht das erste Mal, dass es auf dieser Station schon an manchen Materialien gefehlt hat (zB Absaugung oder O2-Anschluss)...

    ist euch auch schon so was passiert? Wenn ja, was habt ihr gemacht?
     
  2. sigjun

    sigjun Gast

    Nach dem Ereignis mit den Beteiligten zusammengesetzt, analysiert was gut und weniger gut gelaufen ist, gemeinsam Lösungen gesucht und umgesetzt.
    Scheint ja sowohl die Pflege als auch die Medizin zu betreffen.
    Die Pfleger standen vielleicht deshalb "nur herum", weil sie nicht wussten was sie tun sollten. Klare Anweisungen in Notsituationen können wahre Wunder bewirken und Handlunsgunfähigkeit (aus welchen Gründen auch immer) optimal auffangen.


    BTW: Ich empfinde es als seltsam, dass das Reateam nicht komplett über einen Ruf benachrichtigt wird und der zuständige Arzt extra benachrichtigt werden muss.
     
  3. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    82
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Ist leider bei uns auch so :-/

    Zum Thema: Ich würde dringlicvhst an oberster Stelle mal vorschlagen eine zusätzliche Schulung abzuhalten. Oder nur ne Rede über den gesamten Ablauf bei euch im Haus!!

    "Nur" die Standard-Rea Fortbildungen scheinen ja nicht zu reichen...
     
  4. kathi0815

    kathi0815 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    02.10.2007
    Beiträge:
    37
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- & Krankenpflegerin
    Ort:
    Essen
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensiv Herz-Thoraxchirurgie
    Das Problem ist, dass es diese Rea-FoBi nur für uns gibt... die anderen lernen Erste Hilfe in der Ausbildung... traurig aber wahr.

    Normalerweise aht der Arzt den Notfallfunk und dieser ruft dann uns... weil der internistische AVD fürs ganze Haus zuständig ist, und somit meist überall und nirgends...Ist zwar recht umständlcih, hat sich aber wohl herausgestellt, dass es so besser ist...
     
  5. uefchen71

    uefchen71 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    04.07.2006
    Beiträge:
    40
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Fachkrankenpfleger AnInt
    Ort:
    Iserlohn
    Hi, welcher Depp hat denn sowas verfügt? Kaum zu glauben. Bei uns auf Int ist es 2 Mal im Jahr Pflicht, und auf Normalstion einmal im Jahr. Und das ist auch gut so.

    Gruß aus Iserlohn
     
  6. synapse

    synapse Stammgast

    Registriert seit:
    28.06.2007
    Beiträge:
    250
    Zustimmungen:
    2
    Hi,
    ich verstehe das auch nicht so ganz. Auch bei uns ist die FB einmal im Jahr Pflicht. Und so sind mittlerweile auch die Kollegen, an denen eine Rea immer vorbeigeht, relativ gut fit in diesen Dingen.
    Wenn Du monierst, das es diese FB bei Euch nur für das Rea-Team an sich gibt, dann seit ihr aus meiner Sicht ruhig in die Pflicht zu nehmen, Euch darum zu kümmern.
    Kontaktiert die Person, falls es die geben sollte, die bei Euch für die innerbetrieblichen Fortbildungen zuständig ist und schlagt ihr regelmäßige FB´s vor. Die müssen ja gar nicht den Rahmen sprengen, die Regelmäßigkeit macht es.
    Falls es keinen IBF-Mann gibt, wendet Euch an die PDL.
    Der sollte es schon alleine im Rahmen des Qualitätsmanagements wichtig sein, das auch ihr Personal auf den peripheren Stationen fit ist für die "Kunden".
    Schildert ruhig die chaotischen Umstände, die ihr häufig vorfindet.
    Ich meine, was macht so eine Station denn, wenn sie Euch benötigt und ihr gerade ganz woanders reanimiert?

    Gruß
    synapse
     
  7. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.09.2007
    Beiträge:
    105
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Fachkrankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    ITS
    Hi,
    unorganisierte Rea`s auf Station, gab es auch mehr als genug bei uns im KH.
    Seit dem müssen alle Stationen alle 6Monate zur Rea-fortbildung.Seit dem laufen die Rea`s nicht perfekt, aber besser.
     
  8. muckmuck

    muckmuck Newbie

    Registriert seit:
    13.10.2007
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Kinderkrankenschwester
    Ort:
    Hamburg
    Akt. Einsatzbereich:
    interdisziplinäre ITS
    hi,

    also ich hab sehr unterschiedliche erfahrungen bei reas auf peripheren st. gemacht.
    bei manchen war es eine perfekte vorbereitung(schwestern drücken und beuteln schon wenn wir kommen).
    auf der anderen seite hatten wir es auch schon,das wir auf st. kamen und die schwester heulend :cry1:und händchenhaltend neben dem pat. hockt und wir erstmal überlegen müssen wen wir als erstes helfen müssen:gruebel:.

    Also wenn wir merken das die schw. hilflos rumstehen,sagen wir einfach was sie machen sollen (nachbarpat. rausbringen,infusionen vorbereiten,pat. beuteln,beim drücken ablösen->so lernen sie es auch gleich am lebenden objekt und haben beim nächsten mal vielleicht weniger berührungsängste))

    natürlich is das doof,wenn noch nich mit CPR begonnen wurde wenn wir kommen,weil ja doch kostbare zeit verloren geht, die dann evtl. zum hypoxischem hirnschaden führt.aber ich finde man muss sich auch mal in die situation der schw. versetzen.

    Wie oft hat man auf normaler st. schon mal ne Rea?!
    Und wenn dann noch Nachtdienst is und man mutterseelen alleine is und vielleicht noch ni einen rea-pflichtigen pat. hatte,dann kann ich verstehen, das man da erstmal wie schwein ins uhrwerk guckt!

    Schließlich ist es für jeden von uns mal das erste mal gewesen.ich bin froh das ich meine erfahrungen auf ITS sameln konnte.Da is immer jemand da und man kann am anfang erstmal nur zuschauen und dann nach und nach mit einbringen.

    Reakurse sind natürlich sehr wichtig und es müsste sie einfach viel häufiger geben,aber ich denke jeder wird mir zustimmen,das es doch einen unterschied zw. Übung und ernstfall gibt.


    LG muckmuck
     
  9. Lin

    Lin Poweruser

    Registriert seit:
    28.12.2007
    Beiträge:
    1.528
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie
    Finde auch dass eine REA-Fortbildung für das gesamte Personal 1 mal im Jahr Pflicht sein sollte. Würde auch das Putzpersonal und die Krankentransporte dazu verpflichten, kann auch am Gang passieren, dass ein Pat. "zusammenklappt". Wäre super, wenn sie zumind. die Grundvorgehensweise, wie Notfallnummer kennen würden (aber frag bei uns mal ne Reinigungskraft nach der Herzalarm-Nummer :gruebel:). Da rennen sie dann lieber wie aufgescheuchte Hühner rum, statt das ich zum nächsten Telefon renne und diese Nummer wähle!

    Bin selber noch nie bei einer REA dabei gewesen *aufholzklopf*, aber besuche den Kurs jährlich, damit die Angst vor dem Eintreten eines solchen Falles weniger wird. Auch wenn man vieles eh schon weiß, wird die Sicherheit einfach größer, wenn man alles im Schlaf herunterbeten kann. Dazu kommt dann noch die Schocksituation, die man dann sicher leichter überwinden kann. Leider sehe ich bei diesen Fortbildungen immer die gleichen Personen :( (und dass sind nicht viele - ca. 20 bei einem Personal von ca. 1500).
    Echt traurig!!!

    Eine über diesen Zustand sehr enttäuschte,
    Lin
     
  10. sisteract75

    sisteract75 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    12.02.2008
    Beiträge:
    49
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Ingolstadt
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivstation interdisz.
    Hallo!
    Geb auch mal meinen Senf dazu :-)
    Bei uns ist es so. Bei Notfall geht einer von der Pflege mit dem diensthabenden Arzt der Intensivstation auf die rufende Station. Die Schwestern dort bekommen 2 mal im Jahr eine PFLICHT-FO , und werden darin vor allem dazu angehalten
    1. Notruf absetzen
    2. Notfallwagen,Absauger ,Defi und Sauerstoff ranzuschaffen und dann mit REA zu beginnen = HDM und Ambubeatmung + evtl Defi anschließen

    muss dazu sagen .das das Rea-Team meist aber innerhalb 2-3 Min. vor Ort ist und deshalb schnell übernehmen kann. Mit dem Ranschaffen des nötigen Equipments klappt es recht gut - denn wie ein Vorgänger schon bemerkte,gibt es auf Normalstation einen sehr hohen Unsicherheitsgrad-und solche festen Vorgaben die immer wieder vorgepredigt werden ,erleichtern im Notfall die richtige Handlung.
    Hab selbst schon Schulungen auf Station abgehalten und kam mir am ANfng etwas doof vor - Schwestern, die 20 Jahre Diensterfahrung haben -zu agen was zu tun ist, aber ich hab gemerkt, das sie das brauchen und auch dankbar dafür sind

    Vor allem wenn man nicht allgemein etwas runterbrabbelt sondern auch mal praktische Tips gibt...und es klapt zum großen Teil wirklich gut

    Will jetzt nix schönreden, hatte auch schon Situationen wo ich gewisse Damen am liebsten .... naja ihr wißt schon...z.B. kein Supra mehr da - und 3 Schwestern sitzen im Stützpunkt und als Antwort auf die Frage "habt ihr noch Supra ?" kam "ne-da mußte mal auf andren Stationen rumfragen..." gut - REA ging vor in dem Moment- aber danach hab ich mir die Damen schon noch zum Gespräch geholt....kam nie wieder vor...

    Im Großen und Ganzen muss ich aber sagen das es recht gut klappt - und es - wie auch schon bemerkt- hilft klare Anweisungen zu geben - wenn man merkt das jemand helfen möchte aber nicht weiß wie

    gruss sisteract75
     
  11. srgomez

    srgomez Newbie

    Registriert seit:
    10.01.2008
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Also, um nochmal den ursprünglichen Beitrag aufzugreifen!
    Bei uns ist es so, dass das Team der Inneren Intensivstation für Reanimationen auf Inneren Stationen und das Team der Anästhesie ( betreut auch die operative Intensiv ) für Reas auf der chirurgischen Seite zuständig ist. Beide besitzten ein entsprechendes Notfalltelefon! Sobald ein Anruf eingeht rücken mind. 2 Pflegekräfte und GLEICHZEITIG der jeweilige Intensivarzt mit aus! Ich finde es eine unnötige und unmögliche Zeitverschwendung einen jeweiligen Arzt seperat zu verständigen! Desweiteren funktoniert die Kette auch soweit gut, dass nach einigen Minuten auch der zuständige kardiologische Oberarzt erscheint und über Fortführen oder Absetzen der Maßnahmen entscheidet.
    Rea - Fortbildungen sind auch bei uns im Haus einmal pro Jahr Pflicht!Doch leider genügt es meiner Ansicht nach nicht, nur den neuesten CPR Standard auswendig zu kennen, wenn man mit den wichtigsten Dingen wie, Notfallwagen, Absauger, Notfallbrett, ausreichend Supra, Sauerstoff.....nichts anfangen kann!
     
  12. Küken82

    Küken82 Newbie

    Registriert seit:
    15.11.2007
    Beiträge:
    12
    Zustimmungen:
    0
    Bei uns ist das auch so, wir laufen auch mit 2 pflegekräften, Arzt dem Rea wagen und noch einer Notfaltasche los. Wir bringen also alles mit was wir brauchen. Auf unserem Wagen sind Medis, Defi, Sauerstoff, Absaugung, Intubtion, Demand-Ventil mit Beutel uns sowas alles mit drauf, amit die pflege auf Station nicht alles einzeln ran schafft.Pflegekraft und Arzt mit Tasche sind in höchstens 2 Minuten auf Station, Pflegekraft mit dem Wagen ist je nach Station kurz (ca 1-2 Minuten) danach auf Station. Das was mich an den Rea´s auf peripherie stör ist, das oft gesagt wird, das man nicht wisse, wie lange der Patient schon so da lieg. Ist auch schon vorgekommen, das wir zu ner Rea gerufen werden, die Schwestern mit HDM angefangen hatten und wir dan gesehen haben, das der Patient schon steif ist. Das ist doch echt peinlich!
    Und das obwohl reelmäßig geschult wird. Aber haptsache immer mehr Personal abbauen, das man noch weniger am Bett zeit hat und es in der peripherie im Nachtdienst manchmal nur 2-3 mal in ein zimmer sehen kann vor lauter stress!!!!:knockin:
     
  13. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    82
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Klar, wenn man ne halbe Stunde nciht im Zimmer war, woher soll man das wissen?
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Reanimation Station unorganisiert Forum Datum
Reanimation auf der Intensivstation Intensiv- und Anästhesiepflege 24.03.2008
Werbung ACLS Provider Kurs: Erweiterte Maßnahmen der kardiovaskulären Reanimation der American Heart Assoc. Werbung und interessante Links 11.04.2016
Kinderreanimation/Kindernotfall: Dosierungstabelle gesucht Kinderintensivpflege 22.12.2013
Alarmierung im Reanimationsfall Intensiv- und Anästhesiepflege 17.06.2013
Reanimation und aufgeblähter Bauch Interdisziplinäre Notfälle 28.12.2012

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.