Rea von Kindern: Mund zu Mund oder Ambu-Beutel

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von Rebecca2, 01.07.2007.

  1. Rebecca2

    Rebecca2 Junior-Mitglied

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    Hallo,

    ich benötige für eine KiTa den Unterschied zwischen Mund-zu-Mund-Beatmung bei Kindern ( 3-6 Jahre) und Ambu-Beutel.
    Gibt es Statistiken, welche Methode erfolgreicher ist?
     
  2. Meggy

    Meggy Stammgast

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    Hallo,

    in einer KiTa in der überwiegend medizinische Laien arbeiten, würde ich keinen Ambubeutel in den Einsatz bringen, da der Umgang hiermit ausreichend erlernt werden muss.
    Bei der Laienreanimation ist die Komplikationsrate mit der Mund-zu-Mund-Beatmung sicherlich geringer, weil kein Überdruck aufgebaut werden kann.
    Werden in der KiTa behinderte und besonders gefährdete Kinder betreut, sollte die KiTa entsprechend mit Kinderkrankenschwestern als Integrationsfachkräfte arbeiten. Diese Kinder würden dann ihr eigenes Material mitbringen. Besitzen die Kinder einen Ambubeutel kann dieser von den Kinderkrankenschwestern vor Ort auch verwendet werden.

    Pädagogisches Personal darf per Gesetz sowieso nur sehr eingeschränkt Erste-Hilfe leisten, in manchen Einrichtungen dürfen die Pädagogen noch nicht einmal Pflaster kleben. Daher dürfen sie vermutlich garantiert auch keine Ambubeutel verwenden.

    Lg,
    Meggy
     
  3. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo,

    in der praktischen Anwendung ist für den med. Laien die Durchführung einer Mund zu Nase Atemhilfe leichter praktikabel als die Mund zu Mund Technik.
    60 % der Menschen lassen sich wegen Septumdefekte nicht über die Nase beatmen, daher ist die Mund zu Mund Technik Mittel der Wahl.
    Kinder neigen zu Infekten, was die Möglichkeiten der Mund zum Nase Beatmung zusätzlich einschränken wird.
    Die Empfehlung geht doch zu einer Mund zu Mund Technik.
     
  4. Meggy

    Meggy Stammgast

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    Hallo,

    die für Kleinkinder empfohlene Mund-zu-Mund-Nase-Technik, also der gleichzeitigen Beatmung von Mund und Nase, lässt sich bei manchen Kindern ohne Probleme bis zum fortgeschrittenen Kindergartenalter einsetzen (so lange es anatomisch noch geht, also etwa so lange das Kindchenschema noch zu erkennen ist, Mund und Nase eng beieinanderliegen und die Nase noch eher eine "Stupsnase" ist).

    Diese Technik ist am leichtesten, da die Beatmungsluft nicht auf dem anderen Wege wieder entweicht und ein Atemweg immer geht.

    Wichtig ist natürlich dass man nicht so viel Luft braucht wie bei Erwachsenen und die Kopfposition irgendwo zwischen "Schnüffelstellung" (für Säuglinge und Kleinkinder empfohlen) und der für Erwachsene empfohlenen Überstreckung liegt.

    Ich empfehle in meinen Schulungen in Schnüffelstellung vorsichtig mit der Beatmung zu beginnen, wenn die Luft nicht einströmen kann, ist die Kopfposition falsch, dann den Kopf langsam nach hinten überstrecken bis die Beatmungsluft einströmen kann. Diese Position festhalten!

    Es gibt für diese Altersstufe keine allgemeingültige Empfehlung für die richtige Kopfposition bei der Beatmung, verständlich, weil die Kinder unterschiedlich wachsen.
    Oder kennt hier im Forum jemand solche Empfehlungen -würde mich sehr interessieren.

    LG,
    Meggy
     
  5. Falk911

    Falk911 Newbie

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    Die o.a. Idee mit der Kinderkrankenschwester ist grundsätzlich nicht schlecht, wenn auch die KiTa´s heutzutage auch bei Risikokindern dies vermutlich nicht finanzieren können- und wenn doch würde ich eher einen exam. Rettungsassistenten empfehlen der entweder durch die Berufserfahrung oder eine entsprechende Fachfortbildung Erfahrung in der (Kinder-)Notfallmedizin aufweisen kann. Da ich (aus eigener Erfahrung) den direkten Vergleich der beiden Ausbildungen habe kann ich im Bereich der Notfallintervention sagen, daß RA´s darauf um Längen besser vorbereitet werden- was kein Angriff auf die Kinderkrankenpflege ist! (Bevor die Ersten schreien ;)
    Aaaaaber da Beides am Ende DOCH zu teuer für den Träger sein wird, empfehle ich die Fortbildung "Erste Hilfe am Kind" in jährlicher Wiederholung als Pflichttermin für alle Angestellten.
    Die Aufrechterhaltung der Vitalwerte bis der Rettungsdienst vor Ort ist sollte damit (insofern das Personal taff genug ist) auch machbar sein...

    LG!

    Falk
     
  6. Meggy

    Meggy Stammgast

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    Hallo Falk,

    im Netzwerk der freiberuflich und/oder präventiv tätigen Kinderkankenschwestern e.V. sind einige KollegInnen die als Kinderkrankenschwestern in pädagogischen Einrichtungen tätig sind, allerdings meistens zu Erziehergehältern.
    Dennoch ist es für KollegInnen die aus persönlichen, familiären oder gesundheitlichen Gründen aus dem Schichtdienst und Kliniksalltag herauswollen oder -müssen ein prima Alternative.

    Integrationsfachkräfte werden zum Teil aber auch über andere Träger finanziert und nicht über die Kiga-Träger.
    Aufgrund der ganzheitlichen Kinderkrankenpflegeausbildung, die auch Entwicklungsthemen, Rehabilitation usw. beinhaltet, ist für eine solche Stelle dann doch ein Rettungsassistent ohne pädagogische Qualifikation oder sonstiges Know-how über Kinder doch nicht bessern qualifiziert zumal die Bewältigung von Notfällen eine vergleichsweise seltenere Tätigkeit als die Bewältigung des Alltags von behinderten Kinder ist, z.B. Kathetrismus von Spina bifida- Kindern, tracheales Absaugen von Kindern mit Trachealkanüle, Sondieren von Nahrung über PEG, usw.

    Nichts gegen Rettungsassistenten! -
    Und den Erste-Hilfe-Kurs für das pädagogische Personal ersetzt die Integrationsfachkraft auch nicht.

    LG,
    Meggy
     
  7. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo

    da bei Kindern die Reanimationspflichtigkeit häufig in einer respiratorischen Insuffizienz begründet liegt, wäre eine Beatmung mit einem Beatmungsbeutel, wenn sie denn klappt natürlich besser.

    Die Beutelbeatmung erbringt ohne Anschluss an eine Sauerstoffflasche immerhin einen FiO² = inspiratorischen Sauerstoffanteil von 21 % ( Raumluft ) während die Mund-zu Mund oder Mund-zu Nase - Technik lediglich 17 % Sauerstoff in der Inspirationsluft enthält.

    Trotzdem ist es für den Laien sicherlich einfacher eine Mund/Mund/Nase - Technik durch zu führen als eine suffiziente Maskenbeatmung.

    Egal was gemacht wird, die Effektivität und der Erfolg sind wichtig.
     
    #7 Rabenzahn, 05.11.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 05.11.2007
    1 Person gefällt das.
  8. Krotob

    Krotob Stammgast

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    Hallo,
    ich denke zum Thema ist eh schon fast alles gesagt.
    Wer in Umgang mit dem Beutel eingewiesen ist, es erlernt hat, wie auch immer, nimmt natürlich den Beutel und natürlich mit der höchsten zur Verfügung stehenden Sauerstoffkonzentration.
    Laien sollten in die korrekte Mund-zu-Mund-Nase, oder wenn Kind schon etwas größer (d.h. ich mit meinen Mund nicht mehr Beides umfassen kann) die Mund zu Mund Beatmung unterrichtet werden. Und das von Leuten, die dazu berechtigt und ausgebildet sind. Den Tipp mit der Stellung des Kopfes, kann ich nur so bekräftigen.
    Kennt jeder den Trick mit der Erwachsenen Maske ?
    Wenn ich zufällig nur eine Maske für Erwachsene bei der Hand habe, dann kann man mit einer Drehung um 180° auch kleine Kinder damit beatmen.
    Genauso wie ich übrigens einen Erwachsenen AED auch für Kinder verwenden kann !

    Liebe Grüße

    8)
     
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