Rauchgasvergiftung und Pneumonie

C

carolin2101

Gast
Hallöchen

Hab mal eine Frage!
Haben zur Zeit eine 83 Jahre alte Patientin, der Ihr Haus ist abgefackelt und sie atmete schätzungsweise 15 min CO ein. Nun hat die Patientin eine Pneumonie entwickelt die zwar ausgeheilt ist, aber mittlerweile Tracheotomiert, gestaltet es sich sehr schwierig sie von der Beatmungskiste abzubekommen. Wir Weanen jetzt seit vier Tagen und kommen nicht vorwärts.
Habt Ihr irgendwelche Vorschläge? Hoffe schon, denn wenn sie nicht bald etwas tut wird sie wohl an ein Heimbeatmungsgerät ins Altersheim gesteckt.

Gut, dann lasst von Euch hören.

Schönen Abend noch Carolin:megaphon:
 

Mobitz

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Stellt sich halt die Frage, was ihr bislang so alles gemacht habt.
WIE habt ihr sie denn versucht zu entwöhnen?
Welche Beatmungsform hat sie? Welche Vorgehensweise habt ihr gewählt? Wie hat die Patientin darauf reagiert?
Ist halt sehr schwierig so etwas zu beraten, wenn man nicht vor Ort ist und sieht, wie es ausschaut.
 

Dirk Jahnke

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Moin carolin2101

Ihr weant seit 4 Tagen - und das ist lange?

Wie weant ihr denn? Kontinuierlich - also CPAP/ASB oder ähnliches ?
Ist die Patientin ansprechbar, kooperativ?
Wie wird sie denn im Moment also im "Weaning versagen" beatmet.
Wie lange ist sie beatmet?
Ist sie motorisch aktiv?
Wie äußert sich das "Weaning versagen" - klinisches Bild ?

Nach Langzeitbeatmung kenne ich von z.B. COPD Patienten auch Weaningphasen von z.B. 3 Wochen. Im komplizierten Weaning nutzen wir dann ein diskontinuierliches Vorgehen nach Plan!

Tschau
Dirk Jahnke
 

Elisabeth Dinse

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83 Jahre- der eigene Haushalt Opfer der Flammen- alle Erinnerungen, alles ist weg? Man kann nicht mehr sprechen. Andere entscheiden über einen.
Wohin also zukünftig? Zu den Kindern? Den wollte man nie zur Last fallen. ...

Die Lunge und die Atemmechanik sind ein kleiner Teil eines Menschen. Vielleicht liegts nicht nur am somatischen, sondern auch mit am psychischen???

Elisabeth
 

Mobitz

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Elisabeth Dinse schrieb:
83 Jahre- der eigene Haushalt Opfer der Flammen- alle Erinnerungen, alles ist weg? Man kann nicht mehr sprechen. Andere entscheiden über einen.
Wohin also zukünftig? Zu den Kindern? Den wollte man nie zur Last fallen. ...
[...]
Vielleicht liegts nicht nur am somatischen, sondern auch mit am psychischen???
Kein unerheblicher Aspekt. Spielt sicher mit rein. Auch zur fremden Umgebung, ein komisches "Loch im Hals", Beatmung ansich ist ja auch unangenehm, fremde Menschen, die einen in intimen Bereichen berühren, usw usw!!
Keine Frage.
Aber 4 Tage Weaning sind halt auch nicht wirklich viel.
Und ohne Kenntnisse ihres Verhaltens, des momentanen Allgemeinzustandes (und NATÜRLICH soweit beurteilbar des psychischen Zustandes), des Weaningvorgehens, der allgemeinen Situation ist es schwierig hier überhaupt etwas zu sagen.
Das wäre viel mehr etwas für eine Pflegevisite vor Ort. Online lässt sich das wohl nur SEHR schwer klären
 

Elisabeth Dinse

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Ich hab kaum Ahnung von Weaning- habe aber im letzten Seminar Kollegen von unserer neu eröffneten Weaningstation gehabt.
Ich bin deren Einladung ihre Station anzusehen gerne gefolgt. Ich war sehr beeindruckt: keine weißen Wände, Bilder, kein ständiges Alarmgedudel, viel Platz (1-2 Bettzimmer), Nasszelle im Zimmer, kaum Flügelhemden (nur bei Patienten ohne Angehörige), Therapierollstühle in denen angezogene Patienten saßen (ggf. mit Klinikskasack und -hose), Fernseher, Stühle für Besucher, biographische Anamnesen, nachvollziehbare Tagesabläufe mit Tag und Nachtrhythmus... . Vieles, was ich auf meiner Intensiv oft vermisste. Hier stand der MENSCH im Mittelpunkt und nicht die Maschine. Die Erfolge der Kollegen sprechen für sich. Die Liegedauer ist aber auch nicht in Tagen zu rechnen.

Elisabeth
 

narde2003

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Hallo Carolin,

wielange ist die Patientin schon bei euch?
Bei dieser Vorgeschichte, finde ich 4 Tage auch nicht so lange.

Die Beatmung bei Patienten mit Pneumonie, kann schon mal länger dauern, dann dauert auch das Weaning länger.

Ansonsten schliesse ich mich meinen Vorschreibern an, es ist für einen Patienten nicht einfach, plötzlich mit einem "Loch im Hals" wach zu werden, sich nicht adäquat äußern zu können und nur Fremde um sich zu haben.

CU
Narde
 

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