Rauchgasinhalation

Dieses Thema im Forum "Interdisziplinäre Notfälle" wurde erstellt von Schnabel, 07.05.2008.

  1. Schnabel

    Schnabel Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.11.2007
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflege
    Akt. Einsatzbereich:
    Forensik
    Hallo,

    wir haben im Moment das Thema Verbrennungen.

    Jetzt frag ich mich aber, wie die Sofortmaßnahmen bei Rauchgasinhalation aussehen.
    Wird man auch Folgeschäden haben?

    Im Internet finde ich leider nichts dazu
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Was meinst du mit Rauchgas? Wodurch entsteht das? Was sind die Inhaltsstoffe?

    Elisabeth (die denkt, dass du gerade eine Denkblockade hast *fg*)
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    27.07.2005
    Beiträge:
    13.280
    Zustimmungen:
    63
    Beruf:
    FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    HOKO
    Funktion:
    Leitung HOKO
    Hallo Schnabel,

    du solltest mal dein Google updaten, meines bietet mir:
    Mein Suchwort: Rauchgasintoxikation
    Wenn du gleich den ersten angebotenen Link nimmst, bekommst garkeine soooo schlechte Antwort.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  4. Dura

    Dura Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    30.12.2007
    Beiträge:
    64
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Fachkrankenpfleger A/I
    Ort:
    Gelsenkirchen
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Intensivstation
    Funktion:
    stv. Stationsleitung
    Mal so auf die Schnelle zum Thema Rauchgas:
    Gasgemisch, das bei einem Verbrennungsvorgang entsteht und in der Regel aus mehreren äußerst toxischen Komponenten besteht. Häufig kommen im Rauchgas vor: CO, CO2, Chloride, Nitrose Gase, Blausäure.
    Rauchgasinhalation ist i.d.R. die eigentliche, häufigste Todesursache bei Brandopfern. Erst sekundär entstehen die äußerlich sichtbaren Zeichen der Verbrennung des Körpers.
    Neben den thermischen Folgen bei der Einatmung des Rauchgases entstehen in der Lunge in Verbindung mit der physiologisch dort vorhandenen Feuchtigkeit neue giftige Stoffe (z.B. Salzsäure, ...). Das bedeutet, die hohe Temperatur zerstört funktionales Lungengewebe, die entstehenden chemischen Verbindungen führen zu Vergiftungen und zerstören ebenfalls die Alveolen. Im geringsten Fall kommt es zu einer Vergrößerung der Diffusionsstrecke für den Gasaustausch (durch z.B. tox. Lungenödem) und zu einer Verringerung der Diffusionsfläche (durch z.B. Bildung von Atelektasen).
    Sofortmaßnahme
    Bei leichten Vergiftungserscheinungen ist die sofortige O2-Gabe und die Inhalation eines Kortikoids angesagt.
    Ein Brandverletzter mit Verdacht auf schwere Rauchgasinhalation gehört intubiert und beatmet, da die Folgen der Inhalation nicht unbedingt initial sichtbar werden, aber im weiteren Krankheitsverlauf dramatische Verschlimmerungen (wie z.B. schweres Lungenödem, ARDS, Blausäureintoxikation ...) erfahren.
    Als Medikament gegen die Blausäurevergiftung sei hier noch das Natriumthiosulfat genannt, das Bestandteil eines jeden Antidotkoffers im Rettungsdienst ist und in jedem Fall auch präklinisch zum Einsatz kommen kann.
    Alle weiteren Details würden den Rahmen dieses Forums sicher sprengen. Ich hoffe, dass ich helfen konnte mit den wenigen Infos.
    liebe Grüße

    Uli
     
  5. Steinlaus

    Steinlaus Newbie

    Registriert seit:
    26.11.2005
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger & RettAss
    Ort:
    Rheinland-Pfalz
    Akt. Einsatzbereich:
    Notaufnahme/CPU
    Im Rettungsdienst wird (zZt noch) bei Rauchgasintox und inhalativen Intoxikationen mit Reizstoffen die zu einem toxischen Lungenödem führen können Ventolair/Junik (Beclometason Aerosol) gegeben, initial 4 Hübe, weitere 4 Hübe nach Aufnahme in der Klinik, weitere 4 Hübe alle 2h bei fortbestehenden Beschwerden.

    Beclometason ist ein Glukokortikoid und erzielt entsprechende Effekte:
    - Membrandurchläßigkeit wird herabgesetzt und so der vermehrte Flüßigkeitsaustritt aus den Blutgefäßen gehemmt
    -Empfindlichkeit auf die körpereigenen Katecholamine (insb. Adrenalin) wird erhöht
    - direkte kapillare Vasokonstriktion
    - Hemmung der Histaminfreisetzung

    Basics seien nicht weiter ausgeführt, Lagerung, Sauerstoff etc.
     
  6. Sassi

    Sassi Gast

    Ausschlaggebend in der Notaufnahme war natürlich das Ergebnis der Blugasanalyse (v.a. HbO2), je nach Wert gabs dann Sauerstoff.
    Alle 15 min Inhalieren eines Corticoid-Aerosols für insgesamt 2h - regelmäßige BGA, O2-Monitoring.
    Die meisten Pat sind dann meistens gegen ärztlichen Rat nach relativ kurzer Zeit (bis 2h) wieder nach Hause gegangen
     

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.