Rauchgasinhalation

Schnabel

Junior-Mitglied
Mitglied seit
18.11.2007
Beiträge
44
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
6
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflege
Akt. Einsatzbereich
Forensik
Hallo,

wir haben im Moment das Thema Verbrennungen.

Jetzt frag ich mich aber, wie die Sofortmaßnahmen bei Rauchgasinhalation aussehen.
Wird man auch Folgeschäden haben?

Im Internet finde ich leider nichts dazu
 

Elisabeth Dinse

Poweruser
Mitglied seit
29.05.2002
Beiträge
19.812
Punkte für Reaktionen
178
Punkte
63
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
Was meinst du mit Rauchgas? Wodurch entsteht das? Was sind die Inhaltsstoffe?

Elisabeth (die denkt, dass du gerade eine Denkblockade hast *fg*)
 

narde2003

Board-Moderation
Teammitglied
Mitglied seit
27.07.2005
Beiträge
13.387
Punkte für Reaktionen
111
Punkte
63
Standort
München
Beruf
FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
Akt. Einsatzbereich
HOKO
Funktion
Leitung HOKO
Hallo Schnabel,

du solltest mal dein Google updaten, meines bietet mir:
[SIZE=-1]Personalisiert Ergebnisse 1 - 10 von ungefähr 2.520 Seiten auf Deutsch für Rauchgasintoxikation . (0,22 Sekunden) [/SIZE]
Mein Suchwort: Rauchgasintoxikation
Wenn du gleich den ersten angebotenen Link nimmst, bekommst garkeine soooo schlechte Antwort.

Liebe Grüsse
Narde
 

Dura

Junior-Mitglied
Mitglied seit
30.12.2007
Beiträge
64
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
6
Standort
Gelsenkirchen
Beruf
Fachkrankenpfleger A/I
Akt. Einsatzbereich
Innere Intensivstation
Funktion
stv. Stationsleitung
Mal so auf die Schnelle zum Thema Rauchgas:
Gasgemisch, das bei einem Verbrennungsvorgang entsteht und in der Regel aus mehreren äußerst toxischen Komponenten besteht. Häufig kommen im Rauchgas vor: CO, CO2, Chloride, Nitrose Gase, Blausäure.
Rauchgasinhalation ist i.d.R. die eigentliche, häufigste Todesursache bei Brandopfern. Erst sekundär entstehen die äußerlich sichtbaren Zeichen der Verbrennung des Körpers.
Neben den thermischen Folgen bei der Einatmung des Rauchgases entstehen in der Lunge in Verbindung mit der physiologisch dort vorhandenen Feuchtigkeit neue giftige Stoffe (z.B. Salzsäure, ...). Das bedeutet, die hohe Temperatur zerstört funktionales Lungengewebe, die entstehenden chemischen Verbindungen führen zu Vergiftungen und zerstören ebenfalls die Alveolen. Im geringsten Fall kommt es zu einer Vergrößerung der Diffusionsstrecke für den Gasaustausch (durch z.B. tox. Lungenödem) und zu einer Verringerung der Diffusionsfläche (durch z.B. Bildung von Atelektasen).
Sofortmaßnahme
Bei leichten Vergiftungserscheinungen ist die sofortige O2-Gabe und die Inhalation eines Kortikoids angesagt.
Ein Brandverletzter mit Verdacht auf schwere Rauchgasinhalation gehört intubiert und beatmet, da die Folgen der Inhalation nicht unbedingt initial sichtbar werden, aber im weiteren Krankheitsverlauf dramatische Verschlimmerungen (wie z.B. schweres Lungenödem, ARDS, Blausäureintoxikation ...) erfahren.
Als Medikament gegen die Blausäurevergiftung sei hier noch das Natriumthiosulfat genannt, das Bestandteil eines jeden Antidotkoffers im Rettungsdienst ist und in jedem Fall auch präklinisch zum Einsatz kommen kann.
Alle weiteren Details würden den Rahmen dieses Forums sicher sprengen. Ich hoffe, dass ich helfen konnte mit den wenigen Infos.
liebe Grüße

Uli
 

Steinlaus

Newbie
Mitglied seit
26.11.2005
Beiträge
3
Punkte für Reaktionen
0
Punkte
1
Standort
Rheinland-Pfalz
Beruf
Krankenpfleger & RettAss
Akt. Einsatzbereich
Notaufnahme/CPU
Im Rettungsdienst wird (zZt noch) bei Rauchgasintox und inhalativen Intoxikationen mit Reizstoffen die zu einem toxischen Lungenödem führen können Ventolair/Junik (Beclometason Aerosol) gegeben, initial 4 Hübe, weitere 4 Hübe nach Aufnahme in der Klinik, weitere 4 Hübe alle 2h bei fortbestehenden Beschwerden.

Beclometason ist ein Glukokortikoid und erzielt entsprechende Effekte:
- Membrandurchläßigkeit wird herabgesetzt und so der vermehrte Flüßigkeitsaustritt aus den Blutgefäßen gehemmt
-Empfindlichkeit auf die körpereigenen Katecholamine (insb. Adrenalin) wird erhöht
- direkte kapillare Vasokonstriktion
- Hemmung der Histaminfreisetzung

Basics seien nicht weiter ausgeführt, Lagerung, Sauerstoff etc.
 
S

Sassi

Gast
Ausschlaggebend in der Notaufnahme war natürlich das Ergebnis der Blugasanalyse (v.a. HbO2), je nach Wert gabs dann Sauerstoff.
Alle 15 min Inhalieren eines Corticoid-Aerosols für insgesamt 2h - regelmäßige BGA, O2-Monitoring.
Die meisten Pat sind dann meistens gegen ärztlichen Rat nach relativ kurzer Zeit (bis 2h) wieder nach Hause gegangen
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!