Q-Fieber

Dieses Thema im Forum "Hygiene im Krankenhaus / Infektionskrankheiten" wurde erstellt von Rabenzahn, 05.05.2002.

  1. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo,

    in Hessen ist wieder einmal das Q-Fieber ausgebrochen.
    Wer weiss mehr über diese Erkrankung ?
    Was ist der Unterschied zur normalen Grippe ?
     
  2. carmen

    carmen Poweruser

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    Hallo Rabenzahn,
    die Antwort kommt zwar ein bischen spät, doch sie kommt.
    Das Q-Fieber wird auch Krim- oder Balkan-Fieber genannt und wird durch Rickettsien verursacht, die eine Zoonose auslösen.
    Das Q-Fieber kommt weltweit vor, ist aber regional sehr unterschiedlich und meldepflichtig.
    Die Dunkelziffer ist sehr hoch.
    Meist wird das Q-Fieber berufsbedingt ausgelöst, durch die Arbeit in der Landwirtschaft im Umgang mit Rindern, Schweinen, Ziegen, Schafen aber auch Kamele, Hunde, Büffel und Ratten sind Überträger.
    Die Übertragung erfolgt durch die Inhalation von Staubpartikeln, getrockneter tierischer Ausscheidungen, wie Kot, Urinbestandteile, Lochien und Milch und hat eine unwahrscheinlich hohe Kontakgiosität.
    Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten.
    Die Inkubationszeit beträgt zwischen 3 - 32 Tagen.
    Das Q - Fieber beginnt mit hohem Fieber, Myalgien, starke Kopfschmerzen, Bradycardien und Lungeninfiltraten.
    Es muß eine Differenzialdiagnostik erstellt werden, indem eine Erregerisolatin (Meerschweinchen-Tierversuch oder Eikultur) aus Zitratblut des Pat. vom 1. - 3. Fiebertag erfolgen. Eine Liquorpktn ist ebenfalls sehr sinnvoll.
    Um Q - Fieber sicher zu diagnostizieren muß Fleckfieber, Thyphus, Meningitis, Malaria, grippale Infekte und Pneumonien ausgeschlossen werden.
    Medikamentös behandelt man Q - Fieber mit Tetrazyklinen und Chloramphenicol.
    Einen chronischen Verlauf von Q - Fieber gibt es sehr selten.
    In den seltensten Fällen kommt es zu Komplikationen, wie Hepatitis, Orchitis, Pleuritis oder Enzephalitis.
    Die Ausschaltung der tierischen Infektionsquellen muß gewährleistet sein, die Desinfektion der Ausscheidungen des Pat. ist unerläßlich wegen der sehr hohen Resistenz der Erreger.
    Eine Impfprohylaxe für besonders gefährdete Personengruppen Labor,- Schlachthof,-Personal, Tierärzte ist möglich, doch nicht uneingeschränkt empfohlen.

    Carmen
     
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