Psychoterror auf Station

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Mitsubishi-Freak89, 06.04.2013.

  1. Mitsubishi-Freak89

    Mitsubishi-Freak89 Junior-Mitglied

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    Hallo,
    ich habe vor einem Jahr die Station gewechselt, weil dort zu viel Machtkampf herrschte. Ich wechselte dann auf eine Station, wo mich wirklich jeder vor der Wohnbereichsleitung warnte. Trotzdem wollte ich mir ein eigenes Bild machen. Naja, meine Kollegen versprachen nicht zu viel mit der Wohnbereichsleitung, sie ist wirklich wie ihr Ruf - total daneben. Aber ich habe endlich 2 engagierte Praxisanleiter und auch sehr nette Bewohner mit denen das arbeiten Spaß macht und das war für mich wichtiger, als alles andere.
    Ich kam mit der WBL aus, auch wenn sie kein Lob, kein "bitte", kein "danke", kein "tschüss" und kein "guten morgen" kennt. Bei kleineren Fehlern rastete sie aus und selbst als ich mich entschuldigte und Besserung gelobte wurde ich auf gut deutsch "mit dem Ar... nicht mehr angesehen". Toll waren solche Situationen bestimmt nicht, aber ich versuchte damit umzugehen. Aber mir fiel auf, dass ich mich immer weniger auf die Arbeit freute und fragte mich, woran das liegen könnte und stellte fest, das dies immer der Fall war, wenn diese WBL im Dienst ist.
    Nun habe ich im Rahmen meiner Ausbildung ein paar mal die Schichtleitungen übernommen und das feedback der Kollegen war, dass sie sich sehr gefreut haben, dass konstruktive Kritik kam, das die Kritik zeitnah kam und das sie auch für ihren Einsatz gelobt wurden. Diese Eigenschaften stärkten wohl das Vertrauen zwischen den Pflegehelfern und den FSJ'lern. Jedenfalls kam letztens ein FSJ'ler zu mir und erzählte mir im Vertrauen, dass er sich 3x übergeben müsste, wenn er mit der WBL Dienst habe und er einfach das Gefühl hat, niemandem etwas Recht machen zu können. Ich versprach ihm, dass ich mich darum kümmern werde und sprach mit einer eingeweihten Kollegin darüber, die dies aber als "Schule des Lebens" abtat, was ich anders sehe, denn ich denke nicht, dass "die Schule des Lebens" einen krank machen sollte. Und während ich noch so überlegte, was ich für ihn tuen könnte, kam eine Pflegehelferin (sie arbeitet schon seit über 6 Jahren auf dieser Station) zu mir und erzählte mir, dass sie diesen Psychoterror dort nicht länger aushalten würde, und das auch sie sich vor gewissen Diensten übergeben würde.
    Ich sehe es nun irgendwie als meine Pflicht an, den beiden und letztlich auch dem ganzen Team und auch mir zu helfen, nur weiß ich ehrlich gesagt nicht wie! Mit der WBL kann man schlecht Gespräche führen, wäre aber normalerweise der erste Schritt. Auf der anderen Seite muss dieser Kreislauf mal unterbrochen werden und irgendjemand muss damit ja mal anfangen. Fakt ist auch, dass die WBL auch über uns in ihren Diensten "ablästert" und uns herablassend behandelt, das was sie da "abgelästert" hat, würde sie uns aber nie ins Gesicht sagen. Ich würde mich jedenfalls in Grund und Boden schämen, wenn sich meine Kollegen aus Angst vor dem Dienst mit mir übergeben würden. Zudem ist auch das gesamte Team in 2 Lager gespalten, was so auch nicht richtig sein kann.

    Ich bin zwar bald weg von dieser Station, aber ich denke auch an die Generationen von Schülern, FSJ'lern und Pflegehelfern, die nach mir kommen.
     
  2. Basmyr

    Basmyr Junior-Mitglied

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    Hallo Freak, aus eigener Erfahrung möchte ich Dir raten, dich nicht um die Probleme anderer zu kümmern. Tu es einfach nicht, gerade als Schüler ist dahingehend eher negative Resonanz zu erwarten. Was du aber tun kannst, ist, Deine eigenen Probleme anzusprechen. Ich selber hatte mal ein ähnliches Problem und habe es folgendermaßen gelöst.

    Ich habe als erstes mit meiner Schule kontakt aufgenommen, die Situation geschildert und nach Tipps gefragt, was man da tun könnte (hauptsächlich, damit sich meine Lehrerin erstmal damit befasst). Geraten wurde mir, mit der SL das Gespräch zu suchen, was ich auch tat. So habe ich Stationsleiterin um einen Termin gebeten und ihr dann mein Erleben geschildert, was sie aber kategorisch von sich wies (habe mit eigenen Ohren gehört was sie sagte, da sie dachte ich wäre am anderen Ende der Station) und mir verschiedene (nicht so schöne) Vorwürfe an den Kopf warf. Da das nichts brachte, bin ich zur Schule und habe darum gebeten, das mich eine Lehrerin zur PDL begleitet. Bei der PDL dann habe ich auch wieder alles erzählt und bekannt gegeben, das ich das Praktikum abbrechen werde, wenn ich dort noch einen Tag unter dieser Leitung arbeiten muss. Derweil haben auch andere "Leidtragende" gemerkt, das sich jemand wehrt, offensichtlich Mut gefasst und ihrerseits das Gespräch mit der PDL gesucht.

    Ende vom Lied ist, dass die Stationsleitung nun im Steri arbeitet, das Personal, welches das arbeitsklima aktiv mitgestaltet hat, gekündigt wurde und diese Station nun langsam wieder Aufwind bekommt, da sich nun auch wieder Personal dort bewirbt :-)

    Such dir also vertrauenswürdige und neutrale Zeugen (am allerbesten eine Lehrerin deiner Pflegeschule, bei mir war's die Direktorin ;)) und gehe die Befehlskette hoch. Bleib aufrichtig mit deinen Aussagen, mach dir besser vorher Notizen, wer z.B. dabei war. da kannst du natürlich andere Leidtragende erwähnen, wenn sie Zeugen waren. Auch kannst du Situationen benennen, bei denen du anwesend warst. Darüber hinaus erzähle nicht, wie sehr Pflegehelferin XY leidet, das wirkt unseriös, außerdem macht es dann ein echt bescheidenes Bild, wenn XY dann aus Angst alles leugnet.
     
  3. Mitsubishi-Freak89

    Mitsubishi-Freak89 Junior-Mitglied

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    Danke dir, für deine Tipps und Erfahrungswerte!

    Für mich gibt es dort auch immer wieder belastende Situationen und bei mir ist es zum Glück noch nicht so, wie bei dem FSJ'ler und der Pflegehelferin (im übrigen wirklich 2 sehr tolle Kollegen). So werden bei mir z.B. diverse pflegerische Handlungen angemahnt seitens der WBL (ich stehe kurz vor meiner Prüfung, von daher sehe ich schon zu, dass ich alles korrekt durchführe, auch abgesehen von der Prüfung natürlich) und wenn die WBL diese pflegerischen Handlungen durchführt denk ich mir oft: "Ach du sch... auf was für einer Schule war die denn?"

    Leider komme ich mit meiner Kursleitung nicht gut klar (das hat sich bei mir wie auch bei Mitschülern gezeigt, dass sie Probleme oft ab tut, wie z.B. das ich damals die Station wechslen wollte, für meine PDL war das gar kein Thema), ist für mich ehrlich gesagt keine Option, aber mit meiner PDL komme ich sehr gut aus, wie auch mit meinen beiden Anleitern.

    Wie gesagt ich bin nicht mehr allzu lange auf dieser Station, mindestens noch 2 Monate, höchstens noch 4 Monate, aber der Kreislauf wird ja so immer weiter gehen auf dieser Station. Und mit meiner PDL werde ich wohl auch definitv darüber sprechen, wenn es nochmals zum Einstellungsgespräch kommt und die Frage aufkeimt, wie ich denn meine Ausbildungszeit erlebt habe...
     
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