Psycho-Terror! Kündigung in der Probezeit

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von ranna, 04.09.2009.

  1. ranna

    ranna Newbie

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    Hallo zusammen,

    ich möchte gerne mal mein Problem schildern, welches ich gerade habe.
    In meinem ganzen Leben wurde ich noch nie so menschenunwürdig behandelt, wie jetzt.

    Seit dem 01.04. mache ich eine Ausbildung zur Krankenpflegerin in der Uniklinik XYZ. Meine Noten waren immer gut bzw. befriedigend. im Schnitt bin ich nicht schlechter als 3.Einige Lehrer lobten mich,ich sei stets interessiert und beteilige mich sehr gut am Unterricht.In meinem Praxiseinsatz wurde ich mit 2.0 bewertet, mit der Anmerkung,ich könne sehr gut mit Patienten umgehen.
    Leider habe ich Fehlzeiten aufgrund einer Gastritis gehabt.Hält sich aber alles im Rahmen und alles mit AU bescheinigt.

    Am 25.08. hatten wir unser Probezeit gespräch, welches bei mir recht positiv verlief.Mir wurde gesagt, dass alles gut ist nur auf meine Fehlzeiten solle ich achten.Im schlimmsten Fall,müsse ich einmal zum Betriebsarzt gehen und mich untersuchen lassen.Als nach meiner Erkrankung gefragt wurde, habe ich leider erzählt, dass ich eine Gastritis habe und am 27.08. eine Gastroskopie bekomme.Den Befund der Magenspiegelung wollte die KPS dann noch erfahren.

    Am 30.08. dann der Schock, ich soll nach dem Unterricht zur stellvertretenden Schulleiterin.Erst dachte ich, sie wollen wissen, was bei der Gastroskopie rausgekommen ist.Nein, dies war leider nicht der Grund.
    Mir wurde nur gesagt: " Sie haben bis morgen zeit sich zu entscheiden, ob wir sie kündigen, oder Sie selber kündigen möchten".Ich habe versucht Gründe zu erfahren, jedoch immer wieder den selben Satz als Antwort bekommen " Sie haben bis morgen zeit sich zu entscheiden, ob wir sie kündigen, oder Sie selber kündigen möchten. " Ich konnte nur noch weinen, da mir der Boden unter meinen Füßen weggerissen wurde.Diese Ausbildung war mein Traum!

    Am nächsten Tag (01.09.), waren die stellvertretende Schulleiterin und eine weitere Lehrerin (nach langem gespräch mit unseren Klassensprechern) bereit, mit mir noch einmal zu sprechen und mir Gründe zu nennen.
    Mir wurde vorher von mehreren geraten, den Personalrat hinzu zuziehen. habe auch gleich einen Termin erhalten für(01.09.) 11:30 Uhr.Als ich dies vor dem Gespräch mit stellvertretende Schulleiterin und weiteren Lehrerin mitteilte, wurde mir gesagt "Sie wissen, dass es ein absoluter Vertrauensbruch uns gegenüber ist, wenn sie den Personalrat hinzuziehen!" Ich ließ mich einschüchtern, in der Hoffnung, eine zweite Chance zu erhalten.
    In dem Gespräch wurde mir gesgat, bzw die Diagnose gestellt, die Fehlzeiten hätten was mit der zu hohen Belastung für mich zu tun und ich könne nicht damit umgehen und habe daher die Gastritis bekommen.Ich habe erklärt, dass ich ein 7 monatiges Praktikum im Bereich der Pflege in der geschlossenen Psychiatrie gemacht habe und der höchsten Belastung ausgesetzt war und sehr gut damit zurecht gekommen bin. Keine Antwort der Lehrer. Als ich nochmal den Personalrat angesprochen habe, wurden beide nervös und meinten " Wenn sie den Personalrat hinzuziehen, wissen sie, dass dann nur dieser noch für sie verantwortlich ist.Was meinen sie, halten die Stationen davon, wenn bei Ihren Endgesprächen einer vom Personalrat sitzt, statt einer Lehrerin der Schule.Außerdem, denken Sie nicht, dass sich der Personalrat sich darüber freuen wird, wenn dieser durch Sie so viel Arbeit bekommt?!" " Kündigen Sie jetzt lieber,bis 11 Uhr muss diese abgegeben werden, da die Sacharbeiterin in Urlaub fährt." Ich habe nichts mehr gesagt und meine eigene Kündigung selber schreiben müssen, obwohl dieser Beruf mein Traum war.

    Als ich am selbigen Taag meine Kündigung um 11 Uhr abgegeben habe, wure ich im Anschluss von der Sacharbeiterin gefragt, warum ich überhaupt kündige.Ich erzählte ihr alles.Als sie dies alles gehört hatte ist sie fast vom Sthul gefallen.Der Personalrat wurde eingeschaltet.Alle waren fassungslos.Mir konnte nicht geholfen werden, ich hatte meine Kündigung schon abgegeben.

    Was soll ich denn jetzt machen?Wer stellt mich denn jetzt mit ner Kündigung in der Probezeit ein?Was soll ich in der bewerbung schreiben?
    ich bin total verzweifelt!!!!
     
    #1 ranna, 04.09.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 04.09.2009
  2. flexi

    flexi Administrator
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    Tja, hier bleiben nur die Fakten über:

    DU hast deine Kündigung rechtswirksam abgegeben, hättest besser nicht tun sollen.
    Wenn deine Schilderung wahr ist, grenzt das ganze schon sehr an Nötigung.

    Nichtdestotrotz:
    erste Weg am Montag: zum Arbeitsamt und arbeitslosmelden, dennen kannst du dann auch gleich eine Beschreibung deiner Eigenkündigung mitnehmen, um nicht eine ALG-Sperre zu bekommen.
     
  3. ranna

    ranna Newbie

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    dann werde ich wohl am montag zum arbeitsamt gehen... :(

    eine andere frage ist:

    dürfen die nach meiner erkrankung überhaupt fragen

    und diagnosen darüber aufstellen?(dachte, dies wäre aufgabe von einem arzt)

    ist es rechtens, dass ich mich in viel weniger als 24 h entscheiden muss, ob ich kündige oder die mich?

    ist es nicht mein recht, jemanden vom personalrat hinzuziehen zu dürfen?
     
  4. flexi

    flexi Administrator
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    Nein
    Es ist faktisch ein Angebot, dem man folgen kann oder nicht.
    natürlich kannst du jemand hinzuziehen, aber wenn du es nicht sofort tust, sondern erst nach Abgabe deiner Kündigung...


    Auch wenn es schmerzt:
    buch es unter gemachte Lebenserfahrung und schau nach vorn, telefonier die für dich in Frage kommenden Ausbildungsangebote ab und freu dich auf was neues.
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Man darf in der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen oder gekündigt werden. Deine Krankheit brauchen die dazu nicht.

    Es ist aber nicht rechtens, von Dir eine Kündigung zu verlangen oder Dich so unter Druck zu setzen. Natürlich wäre es Dein Recht gewesen, den Personalrat hinzu zu ziehen. Der hätte dann wohl verhindert, dass Du selbst kündigst (aber dann hätte die Schule das sicherlich übernommen).
     
  6. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    wenn das stimmt, was du schilderst, kannst du deine Kündigung (natürlich schriftlich) widerrufen, denn du wurdest hier ungebührlich unter Druck gesetzt, evt. reden wir sogar von Nötigung.

    In der Praxis wird es dir aber nicht viel helfen, da du in der Probezeit bist und der Arbeitgeber dir "ohne Angabe von Gründen" kündigen kann.

    Den Weg zum Arbeitsamt must du in jedem Fall sofort unternehmen.

    Gruß

    medsonet.1
     
  7. renje

    renje Poweruser

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    Hallo medsonet,

    ich bitte um Vorsicht mit solchen Begriffen wie Nötigung, davon kann ja wohl überhaupt keine Rede sein.

    @ranna: du kannst nur zum Personalrat bzw. Jugendvertretung gehen und mir denen nochmals reden. Aber stelle dir die Situation vor der Persrat würde es schaffen mit Druck dich wieder in dieses Ausbildung zu bringen, was hättest du für einen Stand die nächsten 21/2 Jahre?

    Ich Frage mich allerdings ob das alles war was du hier schilderst? Ich mag mir schwer vorstellen, dass eine SL sich einen solchen Ärger einfängt nur um eine gute bis durchschnittliche Schülerin zu kündigen?

    Kann allerdings auch nicht verstehen, dass du gekündigt hast.

    Gruß renje
     
  8. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Medsonet hat ja nicht unterstellt, dass eine Nötigung vorliegt, sondern nur diese Möglichkeit in der Raum gestellt ("eventuell reden wir sogar von Nötigung."). Ich finde es sehr wichtig, diese Möglichkeit in Erwägung zu ziehen. Im Arbeitsleben kommt das öfter vor als man meint.
    Ich meine auch durchaus, dass dies alles sehr merkwürdig ist. Das ist doch kein normales Vorgehen der Schule! :-?
    Es könnte aber auch sein, dass sie Dir die eigene Kündigung nahegelegt haben, weil es vielleicht mal besser aussieht, wenn Du Dich wieder bewirbst. "Ausbildung abgebrochen aus persönlichen Gründen" klingt einfach besser als "Ist nach der Probezeit gekündigt worden".
    Vielleicht kannst Du noch einmal ein klärendes Gespräch mit der Schulleitung suchen?
    Und gib nicht auf, vielleicht kannst Du erst einmal ein FSJ o.ä. machen und Dich dann erneut an einer anderen Schule bewerben.
    Ich wünsche Dir alles Gute! :troesten:
     
  9. medsonet.1

    medsonet.1 Poweruser

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    Hallo,

    ich bin vorsichtig, ich sagte eindeutig: eventuell

    Natürlich hat "Nötigung" auch den zitierten strafrechtlichen Aspekt, mein Gedankengang bezog sich jedoch auf den vertragrechtlichen Nötigungsbegriff, der besagt, daß eine Vertragshandung (hier Kündigung) "nichtig" ist, wenn "Nötigung" im Spiel war.

    Laut Strafrecht ist Nötigung "die Androhung eines Übels, wenn ...". Wie würdest du denn diesen Vorgang bewerten, wenn dir der Arbeitgeber die Kündigung androht, außer du kündigst selbst?

    Gruß

    medsonet.1
     
  10. renje

    renje Poweruser

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    Hallo,

    kannst du mir weiterhelfen, den finde ich werder im BGB noch im Handelsrecht definiert?

    Sehr frei zitiert?

    als Entgegenkommen und Hilfe des AG, selbst in dieser Situation den AN/Schüler nicht im Regen stehen zu lassen und ihm die Möglichkeit zu geben bei einem Vorstellungsgespräch eine geeignete, plausible Erklärung abgeben zu können und was draus zu machen!

    Ich würde den Vorgang auch nicht als Rechtswidrig im Sinne des § 240 STGB bewerten.

    Gruß renje
     
  11. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Ausserdem hilft es der ARGE sparen, da 3 Monate kein ALG bezahlt werden muss...
    Eigene Kündigung = 3 Monate Sperre beim ALG1.
     
  12. ronja1982

    ronja1982 Gast

    Hat der neue Arbeitgeber überhaupt das Recht zu fragen, ob sie selbst gekündigt hat oder ob ihr gekündigt wurde?

    Rechtlich gesehen wird man da wohl nichts machen können, da beide Seiten ohne Angabe von Gründen während der Probezeit kündigen können.

    Falls es sich wirklich so zugetragen hat, wie es geschildert wurde, verstehe ich das Verhalten der Schule absolut nicht.
     
  13. renje

    renje Poweruser

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    Hallo narde,

    aber nur wenn die Anwartschaftszeiten erfüllt gewesen wären, was bei Azubis eher die Ausnahme ist.

    @ronja:
    Der AG hat das "Recht" alles zu Fragen! Nur du brauchst nicht auf alles Antworten. Bei manchen Fragen kannst du sogar lügen.

    Gruß renje
     
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