Psychiatrische Patienten in der Notaufnahme

Dieses Thema im Forum "Interdisziplinäre Notfälle" wurde erstellt von narde2003, 21.06.2006.

  1. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    in unserer "normalen" Aufnahmestation, nehmen wir sehr viele Patienten mit psychischen Erkrankungen auf.

    Wie ist es in euren Aufnahmestationen, ähnlich, oder ist es nur bei uns so?

    Wenn man es sich recht überlegt, wo würde ich hingehen, wenn ich glaube vergiftet worden zu sein? Sicher in ein somatisches Krankenhaus, oder?

    Ich bin mal neugierig, wie eure Erfahrungen so sind.

    Schönen Abend
    Narde
     
  2. Suprarenina

    Suprarenina Stammgast

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    Hallo,

    auch wir nehmen viele psychisch Kranke auf. Das Problem ist, dass der Rettungsdienst sie nicht direkt in die Psychiatrie bringen darf, sondern die Patienten erst eine Einweisung haben müssen.

    Teilweise ist das schon echt schwierig, weil wir uns alle im Fachgebiet Psychiatrie nicht sonderlich gut auskennen und die Leute wirklich fehl am Platze bei uns sind. Sie werden erst internistisch angeschaut und dann neurologisch. Der Neurologe stellt dann die Einweisungsdiagnose. Allerdings müssen wir auch erst Rücksprache mit der Psychiatrie halten, und die entscheiden ob sie den Patienten aufnehmen. Ansonsten bleibt er bei uns.

    Wenn sie körperlich nicht aggressiv werden ist das ja noch ok, aber wir können ja nicht immer auf die Patienten aufpassen und da ist uns der Eine oder Andere " entwischt ".

    Im ganzen ist diese Situation nicht zufriedenstellend... Von beiden Seiten.

    Grüßle
     
  3. staiger11

    staiger11 Senior-Mitglied

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    Hallo,

    wir haben Glück, dass die ca. 25 Km entfernte Psychiatrie eigentlich die Patienten schnell aufnimmt. Die kommen mit dem DRK in die innere Notaufnahme (unserer Intensiv angegliedert) und werden dann nach Rücksprache mit der Psychiatrie gleich weitergefahren.

    War aber nicht immer so, früher hatten wir ziemlich viel psychiatrische Fälle, da die nicht gleich aufgenommen haben, sondern immer erst einen Tag später. Inzwischen klappt das aber ganz gut.

    Grüsse Franko :hicks:
     
  4. eunerpan

    eunerpan Senior-Mitglied

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    Hallo zusammen!

    Ich muss sagen ich find das ganz gut, dass ein paar unserer Patienten erst in der Somatik waren und einmal durchgecheckt wurden. Auch wenn das für euch nicht immer einfach ist.....
    Aber wenn meine Patienten mir was von einem Globusgefühl erzählen oder von anderen somatischen Beschwerden und die vorher bei euch waren, kann ich zumindest schon mal sagen, dass das alles untersucht wurde und nichts festgestellt wurde. Das hilft dann für einen Moment.

    Zum anderen ist es auch meist schwierig - je nach Zustand der Patienten - die von uns aus zu Untersuchungen zu begleiten (das Personal wird ja immer knapper...).

    Wir ja haben nur eine Internistin und die hat nicht wirklich viele Untersuchungsmöglichkeiten bei uns im Haus .... ist halt eine reine Psychiatrie....

    Also ein Dank an die Aufnahmekräfte in der Somatik!!!!

    Grundsätzlich sind solche Verlegungen ziemlich selten....


    Lieben Gruss:klatschspring:
     
  5. Tobias

    Tobias Poweruser

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    Moin!
    Bei uns kommen alle vergifteten in die Notaufnahme --> Entgiftung auf ITS --> psych. Konsil.--> nach Hause oder Psychiatrie.
    Andere melden sich gleich in der Pyschiatrie, da sie meist dort schon bekannt sind und ihnen dort adäquat geholfen werden kann. Die Psychiatrie kommt z.B. auch ohne einem CCT oder MRT aus :gruebel: , was in der Notaufnahme nicht immer der Fall sein muß, kann ja z.B. auch eine SAB sein, wenn man etwas wirr redet.:kloppen:

    LG Tobias :spopkorns:
     
  6. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo!

    Unsere interne Notaufnahme nimmt alles auf. Suizidgefährdete, schwer Depressive, alle Formen und Schweregrade von Psychosen, Schizophrenie etc., etc... Das Beste war ein junger Mann der vollständig in Alufolie gewickelt war um den gefährlichen Strahlen der Aliens zu entgehen. Eingewiesen werden die Leute von den Hausärzten mit geradezu phantastischen internen Diagnosen vorzugsweise Freitagabend oder während der Feiertage.

    So dürfen wir uns auf der internen Abteilung ohne jegliche psychiatrische Qualifikation mit diesem Klientel beschäftigen. Zu 99% sind die internistisch vollständig gesund. Finde ich meist ziemlich gefährlich für Patienten und Pflegepersonal. Eine offene Station, über 30 Patienten, Nachts nur eine Pflegekraft und das alles im 4. Stock. Nicht nur einer hat da ein Fenster aufgemacht und ist rausgesprungen. Schuld war natürlich immer das Pflegepersonal, weil nicht genug aufgepaßt.

    Nur schwere Intoxikationen kommen auf die Intensivstation.

    Eine Einweisung in die Psychiatrie bekommt nur jemand der einen Arzt tätlich angreift oder der ausdrücklich darum bittet. Wir Schwestern sind selber schuld wenn ein "Kunde" auf uns rumschlägt, weil er glaubt wir sind der Feind. Klingt vielleicht gefrustet, aber ich habe eine Horrornacht hinter mir, mit einem kräftigen Mann der mit Polizeibegleitung in unsere Notaufnahme kam, da er erst seine Frau verprügelte und mit dem Messer verletzte, dann die Sanis bedrohte die seiner Frau helfen wollten. Weil er aber plötzlich Herzschmerzen bekam, durfte er ins Krankenhaus. Trotz einwandfreien Befunden durfte ich einen "ich bring euch alle um" schreienden Mann in Empfang nehmen, die Polizisten brachten ihn noch ins Zimmer, der Doc verschwand nach 3 Minuten mit den Worten "sie machen das schon, fixieren sie ihn einfach". Hallooo!!! Alleine!!!??? Wo vorher 3 Männer nötig waren um ihn zu bändigen. Nach einer Stunde Mund fusselig reden am Patienten, (m)einem geschwollenen Auge, einer handfesten Schlägerei um 2 alte Damen im Nachbarzimmer zu schützen, 20 Telefonaten und Androhung einer Anzeige, später wurde besagter Patient nach 2,5 Stunden in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Er hatte dem diensthabenden Internisten ein paar gutgezielte Fußtritte verpaßt (Freude) nachdem dieser mir beweisen wollte wie gut der Patient zu händeln sei, und ich nur alles falsch mache.

    Alesig

    P.S. Patient ist übrigens Krankenhaus bekannt, und die "alten" Internisten die ihn kennen schicken ihn in diesem Zustand gleich in die Psychiatrie. Aber neuer Doc wußte alles besser, weil auf dumme Krankenschwestern muß Akademiker ja nicht hören.
     
  7. Ben Peridol

    Ben Peridol Gesperrt

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    Narde,
    Tschuldige bin neu und habe den Baum verwechselt.
    In dem Thread den ich meinte, ging es um den Angriff eines Betrunkenen auf eine Schwester, vielleicht reden wir deshalb aneinander vorbei.

    Da versteh ich nämlich keinen Spass.
     
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