Psychiatrie geschlossene Abteilung

Trisha

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Hallo,

während meiner Ausbildung hatte ich das "Glück" :wink: , vier Wochen einen Einsatz in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie abzuleisten.
Ich muss sagen, es war furchtbar, schlimm, es war der erste und letzte Einsatz, bei dem ich gesagt habe: Dort willste nie hin, weder als Pflegekraft noch als Patient 8O !
Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber es war so, dass ich die meiste Zeit im Stationszimmer verbrachte, welches aus Sicherheitsgründen immer verschlossen war, hatte aber Überblick über die gesamte Station und das Geschehen.
Als ich dort die ersten Tage war, hiess es immer nur, bei dem und dem musste aufpassen, wenn du dies und jenes machst musste aufpassen etc.
Als ich sämtliche Akten der Pat. las, war ich dann soweit, dass ich nur im Beisein eines Pflegers die Station betreten habe :roll: . Fast nur Gewaltverbrecher und sonstige Kriminelle, Unzurechnungsfähige, die wenigsten Pat. waren "harmloser" Natur 8O !
Apropos Pflegekräfte: von ungefähr 10 "Pflegekräften" hatte eine eine Ausbildung. Sie war keine Krankenschwester, sie arbeitete zuvor in einem Gesundheitsamt im Labor...und wurde in der geschl. Abt. Stationsleitung. Alle anderen waren SchwesternhelferInnen 8O .
Der Umgangston mit den Pat. seitens des Personals war unmöglich. Es fielen nicht selten Schimpfwörter von der übelsten Art, es wurde geschrien. Das Personal war schlichtweg selbst am Ende.
Ich finde Psychiatrie ein absolut interessantes Fachgebiet. Leider musste ich die bittere Realität erfahren, wie es in (manchen) Psychiatrien zugeht.
Ich würde gerne von anderen Pflege(fach)kräften und SchülerInnen wissen, ob sie auch schon ihren Einsatz in einer Psychiatrie hatten und welche Erfahrungen gemacht wurden.

LG
Trisha
 

Kartoffelbrei

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Hi Trisha!

Ich selber habe meine Ausbildung in der Psychiatrie absolviert und habe nach meinem Examen zum Glück auch eine Anstellung in einem Psychiatrischen Krankenhaus erhalten. Für mich wäre es nie in Frage gekommen, in der Somatik zu arbeiten. Man muß halt ein ganz bestimmter Typ von Mensch sein,wie in jedem anderen Beruf auch(z.B. könnte ich nicht den ganzen Tag an einer Maschine stehen oder hinter einem Schreibtisch hocken!). Tut mir leid,daß du so einen schlechten Eindruck von der Psychiatrie hast. Wie lange ist das denn schon her?


MFG,
Kartoffelbrei
 

Trisha

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Hallo kartoffelbrei,

das ist jetzt ca. 10 Jahre her und ich weiss nicht, was aktuell aus dieser Station geworden ist. Habe nicht mehr nachgefragt.
Wie gesagt, Psychiatrie finde ich auch nach diesem Einsatz weiterhin sehr interessant und wäre einer Anstellung in einer solchen Einrichtung nicht wirklich abgeneigt. Jedoch unter den beschriebenen Umständen schon.

LG
Trisha
 

sarahzankl

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Hall Thrisha,
ich arbeite in der Psychiarie und ich muss sagen es tut mir sehr leid das Du so schlechte erfahrungen gemacht hast.Das der Umgangston vom Personal so schlimm ist,finde ich ein unding.Nätülich muss man bei den Patienten vorsichtig sein,da viele sehr agressiv sind aber gerade deshalb ist es wichtig eine Beziehung zu ihnen aufzubauen um diese agressivität zumindest auf Station reduzieren zu können.Ich kann Dir sagen das bei uns ein sehr gutes Klima und wir gehen mit den Patienten sehr rücksichtsvoll um,also Du hast glaube ich wirklich Pech gehabt mit der Station,denn nicht überall ist es so.Wenn Du Psychiatrie immernoch interresant findest,dann versuche nochmal auf eine andere Station zu kommen,vielleicht ist es dort besser.Ich wünsche Dir viel Glück und lass Dich von Schwestern die mit sich selbst unzufrieden sind nicht ermutigen.
 

Sinclaire

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Hallo Trisha,

solche Psychiatrien gibt es heutezutage nicht mehr - hoffe ich jedenfalls. Ich bin jetzt seit 17 Jahren in der Psychiatrie tätig und weiß von den Landeskrankenhäusern in Bremen, Niedersachsen und Hamburg, dass es solche Zustände nicht mehr gibt.

Auch der Ausbildungsstand dürfte sich nach der Psychiatrie Enquete deutlich gewandelt haben. Solche Zusammensetzung - wie du sie kennengelernt hast - darf es nach der Psychiatrie Personalverordnung nicht mehr geben und diese gilt seit 1990.

Die Psychiatrie hat sich sehr gewandelt. Der professionelle Anspruch ist beträchtlich gestiegen, wie dies auch Schädle-Deininger/Villinger darstellen. Es werden Pflegetherapeutische Gruppen durchgeführt und auch die Forensik sieht inzwischen sehr viel anders aus.

Cheers

Ingo :wink:
 

Trisha

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Hallo Ingo,

ich habe gerade mal genau zurück gerechnet, wann ich dort meinen Einsatz hatte: 1996....also muss ich meinen obigen Beitrag korrigieren, es sind nur acht Jahre her.
Ich hoffe natürlich, dass sich die Zustände inzwischen geändert haben, habe jegliche Kontakte verloren und deshalb nicht nachgefragt.
Trotzdem denke ich mir, dass auch Psychiatriefachkräfte auf einer geschlossenen Abteilung mit so mancher Situation überfordert sind, oder?
Und dass es ihnen nicht immer leicht fällt, stets freundlich zu bleiben...?

LG
Trisha
 

Sinclaire

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Hallo Trisha,

es kommt nicht immer auf den freundlichen Ton an, sondern professionelles Handel, kognitive Empathie und Kongruenz sind ausschlaggebend. Auf jeden Fall sollte man eine deskalierende Haltung einnehmen und nicht andersherum - wie in der Psychiatrie von der du berichtet hast.

Cheers

Ingo :wink:
 

Katana

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Der Einsatz in der Psychiatrie (auf einer forensichen Station) war der schönste von allen in der ganzen Ausbildung. Wie ein Beitrag weiter oben man muss ein Typ dafür sein, klar wird da manchmal gebrüllt und es kommt zur gewalt aber das ist nicht die regel. :hippy:
 

chaot

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habe viele jahre in der psychiatrie gearbeitet und vermisse sehr die menschen dort. ich kam aus de somatik dorthin und stellte fest es gibt nicht viel verschiedenes nur der ansatz war ein anderer.als gefährlich habe ich es nie empfunden und das thema gewalt wurde im gegensatz zu anderen somatischen abteilungen sehr erst genommen.wustest du das mehr zwischenfälle auf den sogenannten normalen abteilungen passieren und die schwestern werden da nicht geschützt bzw so ernst genommen. das finde ich sehr bedenklich
 

Nicci

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Ich bin gerade in meinem Psychatrie Einsatz und ich muss sagen es macht mir sehr sehr viel Spaß.Die Station wo ich bin ist eine geschlossene Medikamenten und Alkoholsucht Station.
Es ist sehr sehr interessant und ich kann mir sehr sehr gut vorstellen später dort zu arbeiten.In der Somatik wird es meiner Meinung nach immer schlechter besonders das Verhältnis und die Zeit zum Patienten fehlen mir in der Somatik.
In der Psychatrie kann man auch mal zu hören wenn ein Patient sich einem anvertraut das wäre in der Somatik gar nicht möglich.Ich stelle mir nur die Frage ob man mich auch in der Psychatrie nehmen würde wenn ich mich dort nach meinem Examen bewerbe????
Mit freundlichen Grüßen Nicci
 

margarethe

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in der psychiatrie kann es auch ganz anders sein.ich selbst war als patientin für 3 monate dort ( essstörungen ),und es war gut für mich.jetzt bin ich wieder ok,habe die sache bemerkenswert schnell wieder hingekriegt und werde jetzt selbst krankenschwester.-ob ich später mal in eine psychiatrie gehe,weiß ich noch nicht.vielleicht wenn mehr zeit vergangen ist...
 

Schülerin

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Ähm...soll ich wirklich diesen Beruf ausüben!

Hey Trisha, um mich kurz vorzustllen::-) Ich bin erst 15 und interssiere mich echt für den beruf als Theapeutin! Jetzt bitte nicht völlig abblocken da ich so jung bin und von wegen ich weis noch lange nicht was ich will! :idea: Ich muss für die schule eine Tagesablauf über meinen Wunschberuf schreibe und da bin ich auf dich gestossen! Könntest du mir bitte schildern wie so ein Arbeitstag bei dir so ausschaut???Bitte würdest mir ehr weiter helfen! Vielleicht auch noch genau sagen was du überhaupt Berulich macht und welche Ausbildungen/Studium??? oder so brauchtest! Ich such zur zeit noch inen Ausbildungs Platz in den Bereich! Ist HOffungslos, denkst du nicht??? Naja würde mich aufjedenfall sehr freuen wenn du so schnell wie möglich zurück schreibst!!!:P
 

Sinclaire

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Hallo Schülerin,

ich glaube, du wirfst da jetzt einiges durcheinander. Trisha beschwerte sich über ihren Einsatz auf der geschlossen Station, welchen sie als sehr negativ erlebt hatte. Sie arbeitet jetzt als Krankenschwester in der Somatik, hat also mit dem Bereich nichts mehr zu tun.

Nun ist die Frage, was verstehst du unter einer Therapeutin? Der Berufsbegriff "Pychotherapeut" ist momentan noch ein ungeschützter Begriff, d.h. jeder kann sich so nennen. Deswegen nennen sich Psychologen auch psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte, Facharzt für Psychiatrie - Psychotherapeut.

Letztlich meint der Begriff Therapeut nur, dem Patienten Hilfestellung zu leisten in seiner psychischen Problemstellung von A nach B zu kommen. Dazu arbeiten Psychologen, Ärzte, Pflegende, Ergotherapeuten, Bewegungstherepeuten etc. pp therapeutisch.

In der allgemeinen Sichtweise wird unter dem Therapeuten derjenige verstanden, der dem Patienten in der Gruppen- oder/und Einzeltherapie behandelt. Dies sind zumeist Diplom Psychologen (Studium der Psychologie - entweder mit psychoanalytischer oder verhaltenstherapeutischer Ausrichtung) oder Mediziner (Studium der Medizin - dann vier bis sechs Jahre Ausbildung mit Facharzt für Psychiatrie und Neurologie). Als Universaltalent wird da eher in der Psychiatrie der Mediziner gesehen, der nicht nur Gruppentherapie machen kann, sondern auch eine medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka durchführt. Ein Arzt benötigt dabei keine Psychologen im klinischen Bereich, ein Psychologe schon (zu Erhebung des körperlichen und labortechnischen Befunden, pharmakotherapie etc. pp.).

Hier auf Krankenschwester.de geht es uns eher um psychiatrische Pflege und die pflegetherapeutische Arbeit von Pflegenden mit psychisch Kranken im ambulanten und klinischen Sektor.

Vielleicht solltest du jetzt deine Frage noch einmal spezifischer formulieren.

Cheers

Ingo :wink:
 

mindtomind

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Also ich kann weder in Hessen noch jetzt hier in Bremen solche Sachen bestätigen , es gibt sicher leider immer wieder traurige Einzelfälle aber ich denke es sind Einzelfälle.
Ich habe seit mehr als 15 Jahren Erfahrungen in der Psychiatrie und würde nur zu gerne wieder Fest dort arbeiten .
Ich empfinde es als menschlicher dort wie auf den somatischen Stationen wo man kaum Zeit für einen guten Tag hat .
Liebe Grüße aus Bremen
Elke
 

monimu

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klingt nach einer station aber um was geht es da genau???hab morgen ein vorstellungsgespräch und würde gern mehr darüber erfahren.
lieben dank
monimu
 
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kamel

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Hallo, ich bin neu hier und habe eine Frage an die Leute die auf einer Geschlossenen Abteilung eines Heimes arbeiten.
Mich würde interessieren wie die Leute bei euch untergebracht sind( Gitter vor den Fenstern? Nur in Räumlichkeiten die z.B. keine Fenster haben aus denen man fliehen könnte wenn man sie einhaut,ob Kontakt zu den Bewohnern der offenen Gruppen besteht...)
Außerdem würde mich interessieren wie ihr als Personal abgesichert seit,das heißt was habt ihr für Möglichkeiten bei Auseinandersetzungen der Bewohner unterienander oder Bewohner gegen Personal?Ich arbeite im Moment in einer neu eröffneten Einrichtung in der ich echt am Zweifeln bin ob das rechtlich alles O.K. ist,kenne mich aber leider mit diesen Gesetzmäßigkeiten nicht aus.
Ich freue mich auf eure Antworten,viele Grüße Kamel
 

grobi1309

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Von was für einem Klientel sprichst du Kamel ? Da gibts ja schon Unterschiede ;)

- geschlossene gerontopsychiatrische Einrichtung
- forensische Einrichtung
- geschlossene Einrichtung für psychiatrisch Kranke
- geschlossene Einrichtung für Essgestörte oder Borderliner
- geschlossene Einrichtung für Kinder und Jugendliche
usw
 

kamel

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Hallo, das ist ein Heim für Menschen mit psychischen Erkrankungen verbunden mit aufmerksamkeitsfordernden Verhaltensweisen.Es gibt da verschiedene Diagnosen der Bewohner und eine offene sowie geschlossene Stationen.
Lg kamel
 

Snowell

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Hallo, ich arbeite zwar nicht in einem geschlossenen Heim, aber dafür in einer geschlossenen akut psychiatrie. In der Regel sind aber keine Gitter vor den Fenstern, Verschlossene oder mit Nieten zugetackerte Fenster sind eher die Regel. Und verschlossene Türen aus Sicherheitsglas.

(Du willst gar nicht wissen wie es auf unserer akutstation aussieht oO)
 

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