Prostituierte in der Krankenpflege?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von wilmi, 06.03.2008.

  1. wilmi

    wilmi Junior-Mitglied

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    Hallo,
    ich muss mich ganz aktuell mit folgenden brisanten Themen und Fragen beschäftigen und würde gerne eure Meinung dazu wissen:
    1. Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr erfahrt, dass eine Kollegin früher als Prostituierte gearbeitet hat? Hättet ihr ein Problem damit oder wäre es euch egal?
    2. Würdet ihr sie auf ihre frühere Tätigkeit ansprechen?
    3. Würde sich eure Meinung ändern, wenn ihr wüsstet, dass sie nebenberuflich oder gelegentlich weiterhin als Prostituierte arbeitet?
    4. Gibt es Fälle, bei denen aufgrund einer Tätigkeit in der Prostitution eine Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Krankenschwester nicht erteilt wurde, sie zurückgenommen wurde oder (bei ausländischen Frauen) eine Ausbildung nicht als gleichwertig anerkannt wurde?
    5. Gibt es Krankenpflegeschulen, die frühere Prostitierte aufnehmen bzw. Institutionen, bei den Prostituierte sich zur Krankenschwester ausbilden lassen können?
    Eure Meinungen, auch die von möglichen Betroffenen, würden mir sehr weiterhelfen.
    Herzlichen Dank und viele Grüße
    wilmi
     
  2. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

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    Mir wäre es egal. Es gibt ja auch schon Modellversuche, die bewiesen haben (wenn ich mich richtig erinnere) das solche Frauen besonders für die Altenpflege geeignet sind, da sie sehr gut mit Menschen umgehen können bzw. gut auf Menschen eingehen können. Warum dann nicht auch in der Krankenpflege?
     
  3. adalbert

    adalbert Stammgast

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    Zu 1: Wäre mir vollkommen egal...

    Zu 2: Warum nicht?

    Zu 3:Ja, weil es einerseits den Ruf des Hauses beschädigen könnten (öffentliche Einrichtung) und andererseitsbesteht m. M. ein erhöhtes Infektionsrisiko (Hepatitis, HIV, STD). Das muss dann regelmäßig Überwacht werden.

    Zu 4: Mir nicht bekannt. Warum sollten ausländische Krankenschwestern nich anerkannt werden?? Die deutsche Ausbildung wird doch nahezu nirgends anerkannt... Was die Ausbildung betrifft sind wir international gesehen die Dummen.

    Zu 5: Bestimmt. Die Voraussetzungen (s. 3) müssen halt stimmen.

    Gruß
     
  4. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    Erstmal wäre es mir völlig egal was sie in einem früheren Leben mal gearbeitet hat.Wenn es sich in einem Gespräch ergäbe, hätte ich keine Probleme mal neugierig zu sein und detaillierter nachzufragen. Eine meiner besten Freundinnen arbeitet als Domina und hat so einige interessante Geschichten zu erzählen. Wüßte ich daß sie nebenberuflich ihrer Tätigkeit nachgeht, würde ich sie wahrscheinlich darauf hinweisen, daß ein Nebenjob beim Arbeitgeber angezeigt werden muß. Ich habe vor laaaaaanger Zeit bei einem öffentlichen Träger angefangen und mußte mit meinem Arbeitsvertrag einen Hinweis unterschreiben daß mein Lebenswandel dem ansehen meines Brötchengebers nicht schaden darf. Damals wäre es ein fristloser Kündigungsgrund gewesen wenn eine Schwester als Nutte gearbeitet hätte.
    Wenn ich eine Bewerbung schreibe möchte ich einen möglichst guten Eindruck machen, und solange ich keinen Gewerbeschein als Prostituierte habe und regelmäßig meine Steuern bezahlt habe, gilt dies als Freizeitbeschäftigung und was ich in meiner Freizeit mache muß ich in keiner Bewerbung angeben.
    Es gibt bei einigen Arbeitsämtern extra Umschulungprogramme für Prostituierte für die Altenpflege.
    Warum sollte mir die Berufsbezeichnung Krankenschwester genommen werden nur weil ich als Prostituierte arbeite, solange ich angemeldet bin und meine Steuern zahle ist der Beruf inzwischen völlig legal. Wenn ich mein Examen im Ausland gemacht habe muß ich ( je nach dem woher ich komme)hier eine Zeitlang im Krankenhaus arbeiten um meine Anerkennung zu bekommen, das hat nichts mit einer früheren Tätigkeit zu tun.
     
  5. Cassiopaia

    Cassiopaia Junior-Mitglied

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    Schräges Thema! Warum intressiert dich das denn so brennend?
    Zur Einstellung: Mir wäre das völlig schurzegal, was meine Kolleginnen vorher oder neben der Arbeit tun. Solange das nicht die direkte Arbeit beeinträchtigt....was geht mich das an?
    Zu3 und 4 hab ich adalberts Bemerkungen nichts hinzuzufügen........
    echt schräges Thema:knockin:

    Lg
     
  6. Chefkoch

    Chefkoch Gast

    @wilmi: Ich kann Cassiopaia ganz Recht geben und finde dieses Thema ebenfalls komisch. Es mag zwar interessant sein, was eine Kollegin früher gemacht hat, aber das geht nun wirklich niemanden etwas an. Noch dazu ist es ihre Privatsache, was sie außerhalb der Dienstzeit macht. Ansonsten habe ich dem Beitrag von Cassiopaia nichts mehr hinzuzufügen!
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich möchte dir nur auf #1 antworten, weil das Thema damit erledigt ist:

    Finde das geht mich nichts an (und auch sonst Niemanden) und ist mir auch völlig wurscht. Ansprechen halte ich für sehr frech und ggf auch verletzend!

    #5 finde ich eine sehr blödsinnige Frage; meinst es gibt ne extra Scule nur für Prostituierte??
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Antworten darauf finde ich schon interessant. *g* So ein bischen Bildreporter steckt wohl in jedem von uns. *gggg*

    Elisabeth
     
  9. Lin

    Lin Poweruser

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    Ich würde dir Person schon ansprechen, vorrausgesetzt ich verstehe mich persönlich gut mit ihr (das nehme ich mal an, da sie dir ja gesagt hat, dass sie diesen Beruf ausübte). Mich würde schon interessieren warum sie das gemacht hat und wie es für sie war (ohne jegliche Vorurteile).
    Aber ich würde das nicht in der Arbeit machen, sonder außerhalb.

    Gruß,
    Lin
     
  10. flexi

    flexi Administrator
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  11. wilmi

    wilmi Junior-Mitglied

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    Hallo,
    herzlichen Dank für eure Antworten.
    Ich möchte euch auch mitteilen, warum mich dieses "schräge" Thema interessiert.
    In letzter Zeit haben sich einige Frauen, die in der Prostitution gearbeitet haben, bei mir gemeldet und nachgefragt, ob es Schwierigkeiten geben könnte, wenn sie eine Ausbildung in der Krankenpflege beginnen oder wieder in ihren erlernten Beruf einsteigen möchten.
    Jede dieser Frauen hatte Befürchtungen, dass es bei Bekanntwerden ihrer früheren Tätigkeit als Prostituierte zu Problemen mit Behörden, Vorgesetzten und Kollegen kommen könnte.
    Die Frage nach der Schule oder Einrichtung habe ich zusätzlich gestellt, weil es eine konkrete Anfrage gab.
    Viele Grüße
    wilmi
     
  12. Frany4

    Frany4 Senior-Mitglied

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    Halloechen,
    Zu 1 ihere fruehere Taetigkeit ist ihre Privatsache und sollte es auch bleiben. iIch habe kein Problem damit.
    Zu2 nein, es sei denn sie moechte von sich aus darueber sprechen.
    Zu Frage 3 wer bin ich, dass ich mir erlauben darf die Kollegin deshalb anzuprangern oder gar ueber sie zu richten? Ich sehe sie als Mensch mit allen Fehlern und Schwaechen.
    4.) mir nicht bekannt.
    Lb. Gruesse Frany:streit:
     
  13. Touhy

    Touhy Stammgast

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    Ich verstehe den Sinn der Ausgangsfragen nicht.
    Was hat mich das Privatleben, das Vorleben oder was auch immer meiner
    Kollegen zu interessieren? Jeder hat seine Gründe, Dinge zu tun oder getan zu
    haben. Nichts gibt mir das Recht, so etwas zur Rede zu stellen. Und
    Prostitution ist kein Verbrechen. Eine Prostituierte oder eine ehemalige
    Prostituierte ist ein Mensch. Einfach nur ein Mensch. Dinge sind so wie sie
    sind und gut ist.

    Anders wäre es, wenn eine Person vorbestraft ist in einem Bereicht, der einen
    gewissen Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf hat. (BTM Verstoß,
    Diebstahl, Unterschlagung) Aber auch hier hat jeder Mensch eine zweite
    Chance verdient.
     
  14. Instrumentiermelli

    Instrumentiermelli Junior-Mitglied

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    Also ich finde auch, dass jeder machen kann, was er will.
    Allerdings muss da schon auf die Gesundheit geachtet werden!:nurse:
     
  15. penni

    penni Newbie

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    Ich finde das ist total egal was man vorher gearbeitet hat, solange wie jeder seine Arbeit macht und natürlich auf die Gesundheit der Angestellten und der Patienten geachtet wird.
    Ansprechen würde ich die Kollegen nur wenn mich ihre Vorgeschichte interessiert um blödes gerede hinter dem Rücken vorzubeugen, ansonsten ist es total privat und hat mit der Arbeit nichts zu tun.
     
  16. FBKSchütte

    FBKSchütte Newbie

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    Hey sind wir nicht alle ein bischen Prostituierte??? :gruebel:
    Wir geben doch auch gegen Bezahlung Liebe und Zuneigung, halten die Hand, erfüllen Wünsche und orientieren uns in der Pflegeplanung an den Bedürfnissen des Patienten...
    Außerdem gehören wir ebenfalls zu einer gesundheitlichen Risikogruppe, stehen also genau wie die Prostituieren mit einem Fuß im Grab und mit dem anderen Fuß im Knast...und wenn ich da so die eine oder andere Trägerschaft ansehe, habe ich sogar das Gefühl, dass sich zwischen einem Zuhälter und einem Geschäftsführer sogar Parallelen ergeben...:gruebel:
    Also so große Unterschiede sehe ich da zwischen den Berufsgruppen nicht... und daher Toleranz für die Frauen bzw es soll da ja auch Männer geben :eek1:
     
  17. Touhy

    Touhy Stammgast

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    sehr gut, das gefällt mir :mrgreen:
     
  18. Aceton

    Aceton Stammgast

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    Ich stell mir grad vor, wie es wohl wäre, wenn ein Pat. oder sogar ein Arbeitskollege die Prostituierte auf der Arbeit im KH "wiedererkennt".
     
  19. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Praxisleitung
    Ich hätte kein Problem damit.
    Wozu? Ich spreche andere auch nicht auf evtl. frühere Berufe an.
    Nein meine Meinung würde sich nicht ändern.
    keine Ahnung, ich hoffe die gibt es nicht.
    Hier hoffe ich, dass es solche Schulen gibt.

    Also mal grundsätzlich: Was meine Kollegin evtl. noch alles für Berufe hatte, geht mich überhaupt nichts an. Ein Urteil zu fällen, nur weil die Kollegin einem Beruf nachgegangen ist, der allgemein nicht unserer "Moral" entspricht, steht niemandem zu. Menschen, die derart intolerant sind, haben meiner Meinung nach nichts in der Pflege zu suchen.
     
  20. Touhy

    Touhy Stammgast

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    Beruf:
    Bürokauffrau
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    Buchhaltung
    Ich vermute mal, dass das beiden so peinlich ist, dass man sich anschließend
    ziemlich aus dem Weg geht.
     
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