Prophylaxen in der Pflegegeschichte

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 23.08.2013.

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  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Seit einiger Zeit beschäftige ich mich auch immer mal wieder mit den Ursprüngen unseres Berufes. Dabei fällt mir auf, dass man zwar so manche Geschichte zu hören bekommt bei der man dann aber eher zweifelt, ob es wirklich Geschichte ist.
    Manches hält sich trotz neuer Erkenntnisse hartnäckig. Welche Wurzel gibt es für diese Hartnäckigkeit?

    Beispiel: Immer mal wieder taucht im Rahmen der Dekubitusprophylaxe das "Föhnen und Eisen" als Prophylaxe auf. Ich habe 1979 in Neufünfland meine Ausbildung abgeschlossen und das erste mal von dieser Methode 10 Jahre später nach der Wende gehört. Angewandt habe ich sie nie gesehen.

    Frage: Wer hats erfunden? Und wie muss ich mir das in der Praxis vorstellen?

    Elisabeth
     
  2. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Hi Elisabeth,
    das hieß Eisen und Fönen, also anders rum. 1982 selbst am Steißund Ferse erlebt: Umgebung des Dekubitus wurde mit Eiswürfeln abgerieben, dann mit Mercuchrom bepinselt und zum Schluß mit dem Fön der Wundrand, also Mercucrom trocken gefönt. Es handelte sich also mehr um eine Wundumgebungsbehandlung denn um eine Wundbehandlung. die wurde meistens noch durch Verkleistern mit Desitin getoppt.
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Eis tat gut, klar, Rest brennt.
    Angewandt wurde die Methode in 2 mir bekannten KH's; ob es die gängige Behandlung war, kann ich nicht sagen, gelehrt aber noch bis weit in die '80. Da es aber auch immer zu einer Druckentlastung kam (man wollte ja nicht die schöne Krankenhausbettwäsche mit dem roten Zeig einsaun und hat den Pat. entsprechend gelagert) erholten sich die Wunden tatsächlich trotz der hartnäckigen Behandlung und die Pflege hatte den Eindruck, ihr Tun würde helfen.
    Das zur Behandlung.
    Prophylaxen: ja wenn denn eine Rötung sichtbar war, wurde ebenfalls erst geeist, dann gefönt, mit dem
    Hintergrund, dass so die Durchlutung angeregt werden könnte. Bei vorgeschädigtem Gewebe Quatsch, aber wie so oft, hat Blödsinn eine lange Mindesthaltbarkeit.
    Tja, und wer hat's erfunden? Kann ich Dir nicht sagen.
     
  3. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Ich kenne die Behandlung eines Deku`s mit Mercucrom auch noch ähnlich und das wurde von den alten Schwestern auch noch bis ca. Mitte der 1990er Jahre den SchülernInnen beigebracht. Auch das Fönen erlebte ich noch....das eisen nicht mehr. Da war wohl der Aufwand dies zu besorgen zu groß. Nicht jede Station hatte eine Eismaschiene. In den 90igern erlebte ich allerdings noch Dekubitus 3 und 4 Grades und das sehr häufig und häufig musste auch der Chirurg intervernieren.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die flotte Idee mit dem Eisen und Föhnen muss ja i-wo herkommen. "Evidencebasiert"? Einer hat damit Erfolge gehabt und hat das i-wo publiziert und so hat es sich verbreitet? Wie war die Verbreitung bezüglich alte und neue Länder? Gab es da Unterschiede?

    Druckentlastung vor über 20 Jahren: zwei Matratzen- z.T. schon durchgelegen- übereinander. Unter den Po wurden Luftringe gelegt. Musste man immer schön aufpassen, dass man nicht aus Versehen den Luftring hernimmt, der sonst für das Atemtraining gedacht war.

    Druckentlastung vor über 50 Jahren: Wasserbetten. Sahen aus wie überdimensionierte Wärmflaschen. Da sie schwer zu füllen und vor allem zu entlüften waren, wurden sie wohl net häufig eingesetzt. Fersenringe wurden aus Watte gemacht welche mit Mull umwickelt waren.

    Druckentlastung vor über 100 Jahren: Lagerungsringe wurden aus Stroh, umwckelt mit Binden, hergestellt.

    Ergo: das der Dekubituis was mit Druck zu tun hat, ist keine Entdeckung der Neuzeit.

    Elisabeth

    PS Bezüglich Mercucrom- können wir statt des Handelsnamens die Inhaltsstoffe nehmen damit auch die Jüngeren nachvollziehen können, was das gewesen sein mag?
     
  5. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Evidenz ? Wikipedia . dem Augenscheine nach, naturwissenschaftlich (noch) nicht nachvollziehbar.

    Eisen und Fönen... Linderung der Schmerzen durch Kühlen? Vielleicht wurde im Ursprung der Fön gar net auf heiß gedreht?

    Zu Florence... hat sie wirklich den Zusammenhang Dekubitus und Druck gekannt? Oder ist sie auch dem Irrglauben- jede Hautschädigung im Sacralbereich ist ein Wundliegen- erlegen? Hat sie nicht auch ein Intertrigo, ein Ekezem mit einem Dekubitus gleichgesetzt?

    Elisabeth
     
  7. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Eisen und Fönen war vor meiner Zeit, aber meine Lehrer hatten es z.T. noch gelernt.

    Wenn ich es richtig im Kopf habe, ging es um Behandlung bei noch intakter Haut, also höchstens Deku Stadium 1. Der rasche Wechsel Heiß-Kalt sollte die Durchblutung fördern, ähnlich wie bei Kneipp'schen Wechselbädern.
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Nachtrag: Hab gerade mit meiner Mutter telefoniert, die 1963 ein FSJ im Krankenhaus absolviert hat. Die kannte Eisen und Fönen nicht und ist sich recht sicher, dass sie noch wüsste, wenn sie Patienten mit dem Fön hätte am Hintern herumfuhrwerken müssen.

    Merchurochrom bekam ich in den 1970er, 80er Jahren ständig auf aufgeschlagene Knie gepinselt. Wurde wohl bevorzugt bei Kindern angewandt, weil es nicht brennt. (Es gab auch Jod, aber das tut weh.) In dieser Zeit oder etwas später bekam ich aber auch Amalgam in die Zähne; bei beidem hat sich kein Mensch Gedanken um das Quecksilber gemacht.
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Merchurochrom ... Merbromin ? Wikipedia .

    Lässt sich denn gar net herausbringen, wer es erfunden hat? So langsam kommt mir der Gedanke, dass das Eisen und Fönen einen ähnlichen Ursprung hat wie der Waschwasserwechsel... es ist eine der vielen Wandersagen, die man nur schwer ausrotten kann.

    Elisabeth
     
  10. HHS

    HHS Poweruser

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    Dafür seltsamerweise in einem pflegewissenschaftlichen Buch las geschichtlicher Hintergrund und als Begründung für Pflegewissenschaft genannt wird. Den Waschwasserwechsel habe ich auch noch gelernt.....
     
  11. calypso

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    Aber die Mercurochrom-Anwendung war doch keine Prophylaxe. Vermutlich haben Ärzte das angeordnet, wie damals eben Wunden aller Art versorgt wurden. Pflegende (in Deutschland) müssen doch offiziell bis heute die Anwendung jeglicher Lokaltherapeutika ärztlich absegnen lassen.

    Eine Weile war auch Ultraschall zur Dekubitustherapie ganz schick.

    Die Dekubitusprophylaxe rückte wohl auch erst seit Beginn der Antibiotika-Ära in den Vordergrund. Vorher starben viele Bettlägerige schon an einer Pneumonie und an anderen Infektionen.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Florence kannte das Wundliegen schon. Vermutete nur andere Ursachen.

    Gibt es eigentlich ein Origionalzitat von ihr, dass besagt, dass das 2stündige Entlasten zu Prophylaxe des Wundliegens was bringt? Oder ist das auch eine "Wandersage".

    Elisabeth
     
  13. calypso

    calypso Stammgast

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    Hatte auch gar nicht behauptet, dass das Wundliegen nicht bekannt war.
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Mir ging es um die Prophylaxe. Laut meinem Zitat von Florence hat sie gedacht, es ensteht durch Feuchtigkeit und Mazeration. Wann und wo hat sie also geschrieben, dass man entlasten muss? Ich kann nur finden, dass sie darauf aufmerksam macht, dass es auf die Achtsamkeit der Pflege ankommt, ob ein Dekubitus entsteht.

    Wer hat eigentlich in seiner Ausbildung neben dem Fönen und Eisen auch die Kennzeichen eines Deku Gr.I kennengelernt: Rötung, Schwellung, Schmerz?

    Elisabeth
     
  15. HHS

    HHS Poweruser

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    Probiere es mal mit den englischen Originaltexten, und den Erinnerungen der Soldaten im Krimkrieg.

    oder Google: Dann kommst zu diesen Beitrag in dem Forum, das seltsamerweise den gleichen namen wwie dieses hier trägt:

    Zitat:
    aus: http://www.krankenschwester.de/foru...ekubitusprophylaxe-sinnvoll-2.html#post124949
     
  16. calypso

    calypso Stammgast

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    Im "Juchli"-Lehrbuch von 1983 gibt es die noch heute gültige Gradeinteilung. Druckeinwirkung steht am Anfang der Kausalkette, als Risikofaktoren werden u.a. "Abnahme der spontanen Beweglichkeit" und "mangelnde Blutzirkulation" genannt. Die Prophylaxe besteht aus

    - "Druck ausgleichen oder aufheben durch Weichlagerung und Umlagerung im Wechsel 30° rechte Seite - Rücken - 30° linke Seite"
    - "Blutzirkulation fördern durch das erwähnte Eisen & Fönen, Einreibungen z.B. mit Kampfer, Kamillebäder u.ä.m."
    - "Haut schützen durch einwandfreie Körperpflege, sorgfältige Mobilisation ohne Reißen und Zerren, da Scherkräfte schädigen"
    - und "saubere, trockene, weiche Wäsche."


    In der Ausgabe von 1987 wird als Neuerung nach dem Eisen & Fönen noch eine Einreibung mit Olivenöl empfohlen, außerdem wird auf eiweiß- und vitaminreiche Kost hingewiesen.

    Die älteste Ausgabe ist 1973 erschienen, vielleicht hat die jemand und schaut da mal nach?
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    1840 >>> Archiv für die homöopathische Heilkunst - Google Books .

    1857 empfahl man halbaufgeblasene Ochsenblasen als druckverteilenden Hilfsmittel. Jahresbericht über die fortschritte der gesammten medicin in allen ländern ... - Google Books

    1852- Beschreibung des Vorläufers der Weichlagerungsmatratze: Beiträge zur Lehre von den Knochenbrüchen: Mit fünf lithographirten Tafeln - Albrecht Theodor Middeldorpf - Google Books

    Es scheint fast so, als wenn man im 19. Jahrhundert eher wusste, worauf es ankommt: Druckentlastung und Verhinderung eines Intertrigos.

    *ketzerisch* Damals gab es keine Pflegewissenschaft.

    Elisabeth
     
  18. HHS

    HHS Poweruser

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    Damals zu Anfang des 19 Jhdt. gab es die Pflege auch noch nicht als echten Beruf. Die Lehrmeinungen entstanden durch die Ärzte, die damals die Pflegenden ausbildeten. Die waren damals ja schon Wissenschaftler, und forschten an Krankheiten und deren Ursachen.
    Die damaligen Ausbildungsbücher wurden auch nur von Ärzten geschrieben.

    Das Pflegende (wissenschaftliche) Bücher über Pflege ohne Hilfe von Ärzten schreiben, war sogar bis Mitte des 20. Jhdt. alles andere als selbstverständlich! (Denken ja heute noch genügend Menschen, das wir nur von Ärzten ausgebildet werden- ich bekomme immer noch irritierte und überraschte Blicke, wenn man erklärt das es den Beruf des Pflegelehrers gibt....)

    Erst später, anfang des 20 Jhdt. merkte man das Pflege weitaus komplexer ist, und eigenes Wissen aufbauen sollte. Bekannteste Vorreiterin Florence Nightingale, später dann Hildegard Peplau und weitere....

    Das bei Dekubitus Druck die Hauptursache ist, ist wissenschaftlich erwiesen. Wie aber genau sich das alles im Detail verhält, welche Faktoren es gibt und in welcher Stärke, dagegen immer noch nicht. Aber gerade Dinge die bei der Verhinderung des Dekubitus ganz hilfreich wären.
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *ggg* Ich weiß ja, dass man Fliedner am liebsten unter den Teppich kehren möchte, wenn es um die Pflege in D geht aber er gehört nun mal zur Geschichte >>> Theodor Fliedner ? PflegeWiki . Er hat ausgebildt.

    Gerne wird Florence als erste "Pflegewissenschaftlerin" gesehen... sollten wir vielleicht auch korrigieren. Sie hat die Erkenntnisse der Ärzte wiederholt- nicht mehr, aber auch net weniger. Auch sie hat die Erkenntnisse weiter gegeben.

    Auch zukünftig werden Pflegewissenschaftler net ohne die Bezugswissenschaften auskommen- auch das sollten wir net negieren.

    Und net zuletzt... auch hier sollten wir die Kirche im Dorf lassen: auch heute noch wird viel zu viel medizinisch orientieres Wissen vermittelt. Es wird net besser, wenn dies durch Pflegepädagogen geschieht. Wir erstellen immer noch Pflegeplanungen für Krankheiten und nicht indivdiuell am Pat. orientiert.

    Aber kommen wir wieder zurück zur Geschichte der Prophylaxen.

    Elisabeth
     
  20. HHS

    HHS Poweruser

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    Ich hab da nix unter den Teppich gekehrt, wer sich mit Florence Nightingale beschäftigt hat, weiß auch wo sie Ihre Ausbildung gemacht hat. Die Schule trägt ja heute Ihren Namen, und das Fliedner für die Pflegegeschichte national, wenn nicht sogar international wichtig war, sollte bekannt sein. Pflege war trotzdem in Deutschland sehr lange kein Beruf mit einheitlichen Ausbildungsregeln- da überholten uns andere Länder recht bald.


    Bedaure, sie hat auch eigene Untersuchungen gemacht, die ersten statistischen Untersuchungen in der Pflege und daraus Handlungen abgeleitet. Da war nix abgekupfert. Vielleicht nicht auf den Niveau von heute, aber für die damalige Pflege ein Meilenstein und Grundstein für alles was danach kam.
    Im übrigen hat sie die Erkenntnisse weitergegeben, von der sie auch überzeugt war.

    Aber Du kannst ja gerne ein "NightingalePlag" eröffnen!

    :roll::wut:

    "Auch in Zukunft wird die Schifffahrt nicht ohne Wasser auskommen - aus das sollten wir net negieren."

    Ist nix negatives, und Pflege ist da nicht die einzige Wissenschaftsdisziplin. Und es ist auch nicht unwissenschaftlich aus anderen Wissenschaftsdisziplinen Ergebnisse zu nehmen und zu schauen, ob sie auch die eigene Disziplin übertragen lässt. Es ist nicht weniger Leistung die Ergebnisse zu untersuchen, auf Ihre Anwendbarkeit zu untersuchen, zu adaptieren, Schwächen zu finden, zu hinterfragen oder zu diskutieren. Im Gegenteil- genau das ist Wissenschaft.

    Sagtest Du gerade nicht, das Pflege nicht ohne Bezugswissenschaften auskommt? Ohne med. orientiertes Wissen kann ich bestimmte Pflegeinterventionen nicht verstehen und ansetzen. Zu allen anderen nicht-med. Wissen fehlt oft genug noch immer der endgültige Nachweis der Wirksamkeit.

    Und mir ist neu, das Pflegeplanungen für Krankheiten erstellt werden. Da muss ich irgendwas falsch gelernt haben. Sicher ist jedenfalls das bestimmte Krankheiten auch bestimmte Pflegeprobleme mit sich bringen.


    Wird besser für Dich sein - Du darfst hier an der Stelle das berühmte Zitat von Dieter Nuhr selber denken.
     
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