Probleme mit dem Team

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Starscream, 26.11.2009.

  1. Starscream

    Starscream Junior-Mitglied

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    Hallöchen,
    hab gerade einen Praxiseinsatz in der allgemeinen Psychiatrie mit Schwerpunkt Borderline. Ist mein aller erster Einsatz überhaupt. Bin frisch im Oktober angefangen und hab so gut wie keine Vorerfahrung im Gesundheitswesen.
    Ich dachte eigentlich das ich mit meinen Kollegen ganz gut klar komme, aber heute meinte dann die Stationshilfe zu mir - mit der ich mich ganz gut verstehe - das die in meiner Abwesenheit über mich gesprochen haben. Sie hat mir den Tipp gegeben das ich mich nie im Dienstzimmer allein hinsetzen soll, weil das anscheinend nicht gut aussieht. Weder für Kollegen, Patienten oder auch für "die da oben" (sprich Stationsleitung). Ich soll immer nachfragen ob ich was tun kann oder mich sonst beim Essen zu den Patienten setzen und mit denen reden.
    So an sich ist das natürlich richtig, aber ich fühle mich trotzdem etwas ungerecht behandelt. Ich bin gerade mal den vierten Tag auf der Station und hab einen kleinen Durchblick vom Tagesablauf und Therapieprogramm, kann mir also meine Aufgaben nicht selbst suchen.
    Für mich sind zwei Praxisanleiter zuständig, die sich meine Anleitung teilen wollen, da einer ja nicht immer da sein kann. Jedenfalls redet der eine ziemlich gerne, erklärt mir auch alles soweit, nur lässt mich zwischenzeitlich einfach mal stehen ohne zu sagen wo er nun hin geht und ob ich mit kann. Und ich lauf dann natürlich nicht ständig hinterher. Jedenfalls is er dann einfach mal länger verschwunden und ich bleib im Dienstzimmer hocken und beschäftige mich mit Akten und Ordern. Das ich da etwas mehr Ahnung von habe.
    Bei der anderen Anleiterin is es so, dass sie hin und wieder sagt das sie sich jetzt konzentrieren muss - heißt für mich ja eigentlich ruhig sein - also beobachte ich, damit sie nicht durcheinander kommt und falsche Medikamente stellt oder so. Da sitz ich dann auch rum und guck ihr zu, weil ich die Medikamente noch nicht stellen darf und ohnehin keine Ahnung davon habe. Sie hat mir auch gesagt das ich da nicht helfen kann. Nachdem ich dann losgeschickt wurde um einem Patienten beim duschen zu unterstützen, sollte ich dann alles mögliche desinfizieren. An sich ja kein Problem. Nur hab ich dann erstmal Ärger von der Putzfrau bekommen, weil meine Anleiterin mir den falschen Eimer hingestellt hat.
    Nachdem ich dann noch ein Bett ausgewaschen hab und die Blutdruckgeräte desinfiziert habe, wurd ich dann zum Sport mitgeschickt, obwohl ich natürlich keine passende Kleidung mit hatte. Als ich wieder kam war unten auf meiner Ebene keiner zu finden, oben war dann eine Schwester am telefonieren. Hab ich mich da ins Dienstzimmer gestellt und gewartet bis sie fertig ist um zu fragen, was ich jetzt noch machen kann. Hab ich für sie paar Sachen gefaxt, bin hinter nem Therapeuten hergelaufen, der noch was unterschreiben musste und bin dann nach unten um einen Brief abzuschicken. Gerade als ich die Adresse drauf geschrieben hab und den Stempel der Klinik drauf machen wollte, kam dann meine Anleiterin und hat mir über die Schulter geguckt. Meinte dann "Ach wie süß. Wir machen das hier aber anders.". Da frag ich mich nur woher ich das wissen soll und keiner da ist den ich fragen kann.
    So und hinter dem Stationsleiter lauf ich nun auch hinterher, weil ich keinen Schlüssel für die Schränke hab. Mein Anleiter hats ihm am ersten Tag gesagt, ich hab ihn am zweiten Tag nochmal gefragt und heute nochmal drauf angesprochen. Und er hat zu mir gesagt das er mir den Schlüssel nachher runter bringt. Und ich hab das Teil noch nicht.

    Ich würd jetzt gerne von euch wissen, ob ich mich einfach bescheuert anstelle oder ob meine Anleiter irgendwie zu viel von mir erwarten. Ist es als Auszubildende meine Pflicht ständig hinter meinem Anleiter her zu laufen oder ihn/sie zu suchen, um dann gesagt zu bekommen, dass sie grad beschäftigt sind?

    Ich streite ja nicht ab das ich hin und wieder im Dienstzimmer sitze und mich selbstständig sinnvoll beschäftige und mir halt Patientenakten und so durchgucke, wenn ich gerade niemanden finde dem ich nachdackeln kann. Oder wenn eine Besprechung ist, stell ich mich dazu und bin ruhig. Wäre meiner Meinung nach etwas unhöflich dazwischen zu quatschen und zu fragen was ich machen kann. Und zu den Patienten will ich mich auch nicht unbedingt setzen wenn die am Essen sind. Die brauchen keine Hilfestellung und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen das die beim Essen mit mir quatschen wollen. Ich persönlich hab zum Beispiel lieber meine Ruhe beim Essen und kanns nicht leiden wenn jemand vor mir sitzt und mir dabei zuguckt.
    Mich regt es außerdem etwas auf, dass die mich dann nicht direkt darauf ansprechen. Ich hab beim Einführungsgespräch gesagt, dass eine meine Erwartungen ist, das ich sofort drauf angesprochen werde, wenn etwas nicht so ist wie es sein sollte damit ich noch eine Chance habe das zu ändern. Ich habs am Anfang so gemacht, dass ich meinem Anleiter wirklich auf Schritt und Tritt gefolgt bin und er dann öfter mal sagte ich soll warten, da er telefonieren muss oder sonst was machen muss. Wenn kein anderer Pfleger da ist, geh ich da halt ins Dienstzimmer und beschäftige mich. Ist das falsch?

    An dem etwas umfangreichem Text sieht man, dass mich das gerade wirklich beschäftigt. Ich bin wütend und irgendwie auch enttäuscht, dass man mir das dann nicht einfach sagt. Soll ich nun alle zwei Minuten fragen ob ich was machen kann oder was kann ich machen um das Bild von meinem Team zu ändern?
     
  2. Neuron

    Neuron Stammgast

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    Hallo Starscream,

    du schreibst, dass du da erst einige Tage bist und den Auftrag erhieltest, dich beim Essen zu den Patienten zu setzen. Deiner Meinung nach brauchen die Patienten dich da nicht.

    Es könnte aber sehr gut möglich sein, dass der Auftrag einen tieferen Sinn hat. Die Patienten sollen dich mal locker beim Essen kennenlernen und deine Anleiter wollen sehen wie du mit dieser Aufgabe umgehst.

    Das ist nur so eine Idee.

    Wenn man dir gesagt hast, nicht allein im Stationszimmer dich aufzuhalten, so würde ich mich tunlichst daran halten. Stell dir vor, da kommt jemand, du denkst, dass ist irgend jemand "von oben" und holt da Dinge raus, die ihn gar nichts angehen. Außerdem schaue mal in deinen Ausbildungsvertrag. Du wirst da wahrscheinlich sowas finden wie, den Anweisungen ist Folge zu leisten.

    Na nimm meine diese Gedanken nicht zu krumm. Ich denke du bist sehr interessiert bei der Sache und das wird man sicher registriert haben.

    Gruß Neuron
     
  3. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Lieber Starscream, ich kann sehr gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst - Du hast Deine Situation wirklich sehr ausführlich und verständlich geschildert. Und weißt Du was? Ich würde das, was Du geschrieben hast als Brief allen Betroffenen zukommen lasse. Beginne den Brief mit liebe Kollegen und gib jedem, mit dem Du dort zu tun hast ( auch der Reinigungskraft ) ein Exemplar. Gehe in die Offensive, und versuche, Dich nicht allzu sehr davon tangieren zu lassen, dass während Deiner Abwesenheit über Dich geredet wird...Deine Kollegen und Mentoren haben gegenüber den Azubis eine Fürsorgepflicht und manchmal müssen sie genau daran erinnert werden...Wünsche Dir Zuversicht und Gelassenheit.
     
  4. Starscream

    Starscream Junior-Mitglied

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    Hey Neuron,
    danke für deine Antwort, aber ich glaub du hast mich da etwas missverstanden. ;)
    Das war die Küchenhilfe die mir das gesagt hat. Wir quatschen morgens vor Dienstbeginn ein bisschen und sonst hab ich eigentlich kaum was mit ihr zu tun. Also war nicht mein Anleiter der das gesagt hat und auch keine Pflegerin. Und sie hat das auch nur als gut gemeinten Tipp gesagt. Ich weiß jetzt auch nicht wer da gesagt hat, dass ich wohl zu wenig Interesse zeige und nur rumsitze, aber ich mach mir da jetzt natürlich voll den Kopf drüber.
    Also wenn ich mich mal ins Dienstzimmer setze dann hab ich halt keinen gefunden den ich fragen kann was ich nun machen soll. Und mein Anleiter hat mal gesagt ich soll mir mal 'ne Akte schnappen und mich damit vertraut machen wo was steht und welche Zettel wo eingeheftet werden. Und ist ja nicht so das ich da sitze und Däumchen dreh.

    Mein Problem ist jetzt das mir keiner von meinen Bezugspersonen sagt, dass ich da nicht rumhocken soll, sondern das hinter meinem Rücken irgendwie gesagt wurde anstatt mich drauf anzusprechen.
    Und die Patienten haben eigentlich so bei den Therapien die Gelegenheit mich 'locker' kennenzulernen. Ich hab da ja mitgespielt und nicht nur rumgesessen.

    Und um Gottes Willen, ich würde nie einen Auftrag von meinem Praxisanleiter oder einem anderen Pfleger verweigern, solang es nicht etwas unabdingbares ist. Ist halt so das ich mich zwischenzeitlich irgendwie wie abgestellt fühle. War auch ma so das ich Verlaufprotokoll schreiben sollte zu den einzelnen Patienten und ich nicht alle gesehen hab und so. Oder noch nicht alle Namen und Gesichter auseinander halten kann. Und das hab ich ihr auch gesagt und sie meinte dann das ich fragen soll wenn ich zu jemandem was nicht weiß. Okay war kein Problem, aber dann ist die auf einmal wieder weggelaufen und ich hab da ratlos rumgehockt. Also bevor ich dann was falsches schreib, lass ichs lieber erstmal.

    Edit: @ Hypertone_Krise
    Ich denk das wäre etwas was ich in Erwägung ziehen könnte, aber ich kann mir auch gut vorstellen das sich da der ein oder andere vor den Kopf gestoßen fühlt, wenn ich sowas schreibe. Dann sagen meine Anleiter sicherlich das ich zu wenig Engagement hab oder sie halt viel zu tun haben. Und ich kann mir sowas echt nicht leisten. Bin ja noch in der Probezeit und da will ich nicht gleich beim ersten Einsatz Streß haben oder eine schlechte Bewertung abstauben...
     
  5. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Dein Brief würde lediglich Deine Unsicherheit und Orientierungslosigkeit , aber vor allem den guten Willen, etwas daran zu ändern, signalisieren. Spekuliere nicht allzu viel über deren Reaktionen und Erwartungen sondern bemühe Dich um Klarheit...Das schaffst Du schon...:daumen:
     
  6. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Nach vier Tagen würde ich niemals so einen Brief schreiben....Ich würde immer wieder nach Aufgaben fragen, an allem Interesse zeigen und vielleicht gegenüber den Mentoren mal erwähnen, dass du dich nicht gut fühlst wenn es für dich nichts zu tun gibt.
     
  7. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Ich habe starscream so verstanden, dass er sich durchaus bemüht, Interessen und Engagement zu signalisieren und ich finde es sehr bedenklich, dass er auf sein ( in Augen der Kollegen nicht korrektes Verhalten ) nicht direkt angesprochen wird. Stattdessen steckt ihm jemand inoffiziell - nach erst vier Tagen - dass man sich über ihn ärgert...Ich finde, dass ihn ein offensiver Umgang mit dieser Situation langfristig weiterbringt und auch zeigt, dass er ein ernstzunehmender Mitarbeiter ist.
    Starscream, ich bin wirklich sehr gespannt, wie sich das weiterentwickelt.
     
  8. matteo

    matteo Junior-Mitglied

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    Du musst dich daran gewöhnen, das es in diesem Beruf viele verschrobene Gestalten herumlaufen. Eigentlich sollte dich ein Mentor oder Praxisanleiter "an die Hand" nehmen und dir alles wichtige zeigen, erklären, Aufträge geben, für dich da sein. Mindestens für ein paar Tage. Man muss auch beachten das es dein erster Einsatz in der Ausbildung ist !

    Rede mit deinen Mentoren/Praxisanleitern !

    Ich denke aber auch das es vielleicht einfach die "Wirren" der ersten paar Tage sind. Du musst dich erst einmal einleben.
     
  9. papu

    papu Gast

    Hallo starscream

    nun atme erstmal durch und betrachte die Situation genau.
    Eine Stationshilfe hat dir mitgeteilt, dass über dich "negativ" gesprochen wird und rät dir zur "Unauffälligkeit"
    Wenn sie schon soetwas sagt, sollte sie auch sagen wer, ansonsten empfinde ich diese Form der Einmischung fatal.
    Du kannst jetzt mit der Geschichte offensiv umgehen und mit dem Praxisanleiter deines Vertrauens sprechen.Einen Brief halte ich ich für keine gute Idee.Das geschriebene Wort, so gut wie du es gemeint haben kannst, wird zu leicht fehlinterpretiert und führt zu Ärger über dinge um die es eigentlich nicht geht.Das passiert hier in diesem Forum auch oft.
    Erzähle was dir widerfahren ist, sprich in der Ich-Form und beschreibe deine dadurch entstandene Unsicherheit.Frage nach den Erwartungen an dich und welche Möglichkeiten es gibt mit dir eine Art Ablaufplan zu besprechen.
    Als Berufsanfänger auf einer Borderliner Station zu landen ist schon besonders.
    Lese über das Krankheitsbild nach und halte dich im Kontakt mit den Patienten mit allzu großen Reden oder Stellungnahmen in Gesprächen zurück.Das ist einfach wichtig.Ich weiß nicht, ob deine Anleiterin mit dir darüber gesprochen hat.
    Also bitte um ein Gespräch und berichte was dabei rum kam.
    Oft ist den Pflegenden bzw. in deinem Fall der Stationshilfe gar nicht bewußt, was für eine Dynamik sie durch gut gemeinte Ratschläge auslösen und wie sehr sie den anderen damit verunsichern. (oder es ist gewollt, aber das ist die höhere gelebte Kunst in diesem Beruf.)
    Zudem glaubst du jetzt, dass du Probleme mit dem Team hast, aber du weißt ja gar nicht wer und wieviele gesprochen haben.sind die die geredet haben überhaupt das Team?
    Du siehst es ist sehr komplex und ich muss irgendwiie sogar schmunzeln, dass dies auf einer Borderliner Station geschieht.
    LG
    papu
     
  10. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    @Starscream

    Wenn ich das so lese, fühle ich mich in so manche Zeiten zu meiner Ausbildung zurück versetzt. Aber vielleicht ein kleiner Trost:

    Wenn du erst vier Tage auf Station bist, ist das normal, das man über dich spricht, wie der erste Eindruck von dir ist, und das gerne über dich Kritisiert wird, anstatt mit dir zu reden.

    Vielleicht währe es gut, wenn du deine Mentoren am Schichtbeginn mal nach nem Tagesplan für dich fragst? Dann sind die im Zugzwang, du bekommst deine Aufgaben und Termine, und wenn du das alles erfüllt hast kannst du dir immer noch sinnvolle Tätigkeiten selber suchen, evtl mal mit Patienten ein Brettspiel spielen oder ähnliches.

    Ebenso wird immer gerne Interesse gesehen, wenn Patienten Termine haben, frag nach, ob du sie begleiten kannst und dir die verschiedenen Therapien mal ansehen kannst

    Und wenn alles nicht hilft, mach dir nix draus, du bist nur Schüler, und nicht ewig da, es gibt immer Einsätze, die mehr oder weniger angenehm sind.

    Du schaffst das!

    lg Cassy
     
  11. sigjun

    sigjun Gast

    Ich kann verstehen, dass es Dich sehr beschäftigt, wenn Dir jemand erzählt, dass über Dich geredet wird.
    Was die Stationshilfe Dir erzählt hat ist aber widerum gefärbt durch ihre eigene Wahrnehmung und es bleibt offen, wieviel davon mit eingeflossen ist, als sie Dir meinte einen guten Tip geben zu müssen.
    Niemals würde ich auf Grund dieser Situation einen Brief schreiben, zudem noch an alle Kollegen, weil Du überhaupt nicht weißt, was und wie etwas über Dich erzählt wurde. Das könnte Dir am Ende mehr Schwierigkeiten einbringen, als Du jetzt zu haben glaubst.
    In einem Gespräch mit Deinen Anleitern würde ich zur Sprache bringen, dass Du lernwillig bist viel mitnehmen möchtest und sie fragen welche Arbeiten Du übernehmen kannst, wenn es keine direkten Anleitungssituationen gibt. Du kannst auch offen darüber reden, dass Du auf keinen Fall den Eindruck erwecken möchtest nicht arbeitswillig zu sein und Du von daher ein schlechtes Gefühl hast, wenn Du beispielsweise im Dienstzimmer sitzt und in die Akten schaust und nachfragen wie sie das sieht, bzw. welche Idee sie hat was Du dann tun könntest.
    Ich persönlich würde nichts davon erzählen, dass Dir jemand gesagt hat es würde über Dich geredet werden.
    Wer weiß, was passiert, wenn derjenige, der Dir das "gesteckt" hat reagiert, wenn er dazu stehen muss.

    Du kannst ein solches Gespräch durchaus so aussehen lassen, dass Du selbst Dir diese Gedanken gemacht hast.

    Nach 4 Tagen ist noch gar nichts verloren und Du kannst bis zum Ende des Einsatzes noch bestens beweisen, dass, sofern dieses über Dich reden so statt gefunden hat, ganz und gar nicht faul bist.
     
  12. Tante Doll

    Tante Doll Gast

    Es ist durchaus nicht unüblich, dass Jemand ( der Praxisanleiter zum
    Beispiel ? ) nach 4 Tagen einfach mal mit Anderen im Team über den "Neuling" redet - Nicht unbedingt um gemeinsam über die betreffende Person in deren Abwesenheit abzulästern, sondern um einfach mal so die ersten Eindrücke Aller anzuhören und zu sammeln, um sich so eine erste, momentane Meinung zu bilden, um mit dieser weiterarbeiten zu können und erst dann
    bei Bedarf den Entsprechenden mit einbeziehen !!!

    Ich halte das für durchaus legitim und nützlich !

    P.S. Auch ich halte die Brief-Alternative für ungeeignet. Diese Form ist einfach zu unüblich und würde wahrscheinlich alleine schon ihrer selbst wegen für mehr Missverständnisse sorgen als der ganze Inhalt.
     
  13. Starscream

    Starscream Junior-Mitglied

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    @Papu:
    Ich geh mal stark davon aus das es das Team war. Also die Pfleger arbeiten da halt ziemlich eng mit Therapeuten und Stationsleitung zusammen, aber die Pfleger sind eigentlich die die sich die meiste Zeit in der Küche aufhalten.
    @Ycassyy
    Kann gut möglich sein das die gerne mal den ersten Eindruck besprechen, hab ich ja kein Problem mit. Nur wenn die was zu kritisieren haben, dann sollen die mir auch die Chance geben mich zu bessern. Oder zumindest mal nachfragen warum ich da zwischenzeitlich mal allein sitze. Das ist so das was mich total aufregt.
    Sowas wie ein Tagesplan gibts da wohl eher nicht. Also da gibts schon eine Stationsstruktur, aber da sind halt stundenlange Lücken zwischen. Und meine Anleiter wissen ja auch nich so ganz was am Tag auf sie zukommt.
    @Sigjun
    Also ich hab jetzt mit meinem Anleiter geredet. Den mit dem ich mehr zu tun hab und der gestern nicht da war. Ich hab das jetzt nicht unbedingt so direkt angesprochen, sondern so angedeutet und es schien auch gleich so zu sein das er wusste wovon ich spreche. Die Kollegen haben ihn also anscheinend auch drauf angesprochen. Jedenfalls sind meine Anleiter nächste Woche nicht da, haben beide Urlaub und er hat dann halt eine andere Pflegerin drum gebeten, mir ein bisschen was zu erklären. Und er meinte dann zu mir, dass ich mich selbstständig drum kümmern soll wenn ich in Therapien mit will und halt immer fragen ob ich was machen kann. Und ich hab dann gesagt das ich das ja auch mache, nur hin und wieder keiner da is den ich Fragen kann, weil auf einmal alle vom Erdboden verschluckt sind oder in Besprechung sind. Hab dann nochmal beteuert das ich da dann nich blöd rumhocke, sondern Akten und so anschau. Aber er scheint die Problematik nicht so ganz zu verstehen, dass ich nicht fragen kann wenn keiner da ist. Da meinte er nur "Das ist hier halt manchmal so".

    Heute hab ich dann wirklich alle fünf Minuten gefragt ob ich was machen darf. Auch wenn mein Anleiter halt mit Medikamenten beschäftigt war und ziemlich viel mit Aufnahme und Überleitung und so zu tun hatte. Jedenfalls hab ich dann mal wieder 'ne Aufgabe gekriegt mit der ich leicht überfordert war. Mir wurden Medikamente vorgesetzt die ich in den Medizinschrank einsortieren sollte. An sich kein Ding, wenn da schon Packungen von stehen. Aber dann wusste ich nich wo die Hälfte der Dinge hin soll, weil davon nix im Schrank steht. Ich hab von den Medikamenten noch nie was gehört, kenn die Ordnung im Schrank nur grob und wusste da nicht wirklich was ich wo hinpacken sollte. Hätte ja nachgefragt, aber Anleitung plus Personal war mal wieder Lost.
    Wir haben auf Station drei Ebenen und ich schätze mal das die dann immer oben bei Therapeuten oder Stationsleitung sind. Und da will ich dann nicht unbedingt reinplatzen.
     
  14. Neuron

    Neuron Stammgast

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    Hallo Starsceam, ja ich mal wieder ;)

    Ja, haben die denn nicht irgend 'was gesagt hinsichtlich Haltbarkeitsdatumsvergleich und wohin stellen, nach hinten, wenn ganz neu?
    Oder nach Wirkstoffgruppen sortieren, oder alphabetisch wie in der Apotheke? Oder einen betriebsverbindlichen Einsortierplan o.ä. einsehen?

    Ich verstehe das Prozedere nicht so ganz. Du bist doch da auf Station, um praktisch ausgebildet zu werden. Arzneimittelkunde oder -Lehre gehört, wenn ich richtig informiert bin, in die theoretische Ausbildung hinein.

    Na, warte halt noch eine Weile ab, wie es denn so weiter geht. Du wirst ja sicher noch andere Stationen kennenlernen. Vielleicht hast du ja einen halbwegs verbindlichen und genauen Ausbildungsplan bekommen.

    Aufmunternde Grüße

    Neuron
     
  15. Starscream

    Starscream Junior-Mitglied

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    Hey,
    find ich super das du fleißig Beiträge schreibst. ;)
    Naja ich hab gefragt ob ich noch was helfen kann. Und er hat gerade die bestellten Medikamente reingeholt und dann gesagt das ich die einräumen kann. Hat den Schrank aufgemacht und gesagt das halt angebrochene Packungen nach oben kommen. Hab ich halt immer die gleichen Packungen gesucht und die neuen da hinter bzw. drunter geschoben. Dann hab ich gefragt ob das irgendwie aufgeteilt is und er hat gesagt, das oben Lager is, da soll ich nix hinstellen, Mitte Bedarfsmedikation und unten halt so das was momentan gebraucht wird.
    Ich hab dann zwischenzeitlich mal gefragt wo was hin soll und er war sich manchmal anscheinend auch nich ganz so sicher. Jedenfalls ist er dann während ich da zugange war, rausgegangen und kam nich wieder. Hab dann die Sachen stehen lassen wo ich nicht wusste und habs ihm später beim Frühstück gesagt. >.<
    Klar gehören die fachlichen Dinge dazu in die Theorie, aber bisher hatten wir ja nur Grundpflege was mir da nicht sonderlich hilft. Mal abgesehen davon das wir einen Patienten haben, der bisschen Unterstützung beim duschen braucht und auf den hat man mich auch direkt losgelassen. xD

    Klar kommen noch ein paar Stationen, aber da ich noch in der Probezeit bin macht sich da eine negative Bemerkung bestimmt nicht so gut. Bin erstmal froh das ichs Wochenende frei hab.
     
  16. karola1

    karola1 Stammgast

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    hallo,
    kann es sein, daß es genau dieses Problem anzugehen gilt?

    Es kann sein.......
    ich gehe davon aus........
    es schien so..............
    nicht unbedingt direkt angesprochen, sondern so angedeutet..........

    Mach doch mal ne klare Ansage, was dich bedrückt, verunsichert, aufregt usw. Deine Gedanken können all deine Kollegen nun mal nicht lesen. Klare Worte helfen da ungemein. Und auch du als ganz Neuer hast kein Verbot, solche zu benutzen.
     
  17. Nachdem mir eine Kollegin mal zugetragen hat, was über mich für Gerüchte kursieren, bin ich zurückhaltend damit, sowas zu glauben. Sprich Deinen Anleiter an: "Ich habe gehört, daß..." Dann bekommst Du eine wahre Antwort und weißt, woran Du bist.
    Oder er lügt Dich an und dafür kannst Du dann auch nichts und dann vergiß das Gerücht.
     
  18. sunnychucky

    sunnychucky Newbie

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    Hallo Starscream

    Ich finde es auch schon sehr schlecht von deiner Schule organisiert dich in deinem ersten Einsatz in die Psychiatrie zu stecken. Sollte es in den ersten einsätzen nicht um die Grundpflege gehen? Psychiatrie würde ich zur speziellenpflege zählen. Hast du die Mögliehtchkeit das in der Schule anzusprechen das du dich da "ÜBERFORDERT" fühlst. Beispiel Medikamente sortieren.

    Bei uns auf der Station ist es so das gerade Unterkursschüler sprichwörtlich an die Hand genommen werden und wirklich nur grundpflegeriche dinge vermittelt werden. Denn um mehr geht es in einem ersten Einsatz nicht. Die Schüler sollen eine gute Grundlage erhalten. Ausserdem dient die Probezeit dem Schüiler auch als möglichkeit erstmal zu sehen ob der Job überhaupt was für Ihn ist und ich finde auf einer Psychiatrichen Station ist das nicht gegeben.

    Ich finde es sehr gut das du trotzdem Interesse zeigst und wenn du mal keine Aufgabe von deinem Mentoren hast und nicht weißt was du tun sollst, dann setz dich doch einfach mal mit zu den Patienten in den Tagesraum und rede mit ihnen, frage ob sie was spielen wollen oder beobachte nur und wenn dir was auffällt wo du fragen zu hast bespreche das mit deinem Mentoren.

    Ich wünsche dir noch alles gute für deinen Einsatz

    Gruß Sunnychucky
     
  19. Starscream

    Starscream Junior-Mitglied

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    Ich bin jetzt nicht weiter auf die Gerüchte eingegangen und es hat auch keiner mehr was davon erwähnt. Kann gut sein, dass das gerade daran liegt das meine beiden Anleiter Urlaub haben und ich der einen das durchaus zutraue das sie das angesprochen hat. Ich hab für mich aber jetzt entschlossen das ich einfach 'rumnerve' und ständig frage ob ich noch was machen kann.

    Bei uns ist es so, dass wir innerhalb der Probezeit ohnehin in der Psychiatrie Einsätze haben, da wir ja von einer psychiatrischen Klinik eingestellt wurden. Also alle meine Klassenkameraden sind jetzt auf psychiatrischen Stationen. Geronto- oder Allgemeinpsychiatrie. Und mit den Patienten hab ich keine Probleme und auch nicht mit deren Krankeheitsbild. Ich kann mich da ganz gut einfühlen und auch verstehen was du für Probleme haben. Bei mir haperts gerad irgendwie nur an der Anleitung. Ich muss sagen das die 'normalen' Kollegen sich besser um mich kümmern als meine Anleiter...
     
  20. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Ich hab auch in einer psychatrischen Einrichtung gelernt, Im ersten Jahr waren wir aber alle auf Geronto oder Neurologie eingesetzt, im zweiten Jahr waren wir im Allgemeinklinikum auf Ausseneinsatz und erst im Dritten Jahr in der Psychatrie eingesetzt.

    Ich glaube, direkt am Anfang wäre ich mit der psychatrie auch überfordert gewesen und hätte wahrscheinlich ein vollkommen falsches Bild von der Pflege bekommen.

    lg Cassy
     
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