Probleme als FSJ in der Praxis

Dieses Thema im Forum "Ausbildung in der Altenpflege und Altenpflegehilfe" wurde erstellt von Alphamieze, 29.12.2007.

  1. Alphamieze

    Alphamieze Newbie

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    Hallo!

    Das Thema Probleme im FSJ wurde hier bestimmt schon öfters angesprochen aber ich muss mich jetzt mal irgendwo aus****en.

    Ich bin 20 Jahre alt und mache seit 3 Monaten FSJ. Davor 2 Monate Praktikum im gleichen Altenheim. Vorher war ich noch NIE in einem solchen Beruf tätig da ich dachte das dass eh nix für mich wäre. Ein Versuch war es aber dann doch wert und siehe da, mir macht es Spaß! Oder besser gesagt, es hat mir bis vor 2 Wochen Spaß gemacht.

    Ich wusste von Anfang an das der Beruf kein Zuckerschlecken ist da meine Mutter seit fast 30 Jahren Exam. Altenpflegerin ist und wir selber einen schweren Pflegefall zu Hause hatten.
    Der Schichtdienst ist zwar wirklich gewöhnungsbedürftig aber 10% verlusst gibt es ja immer :D
    Ich habe mich schnell eingearbeitet und kam auch gut mit den Mitarbeitern zurecht. Bis auf meine Betreuerin... die machte mir jede Schicht zur Hölle aber naja... Augen zu und durch...

    Das eigentliche Problem liegt jetzt darin das ich für die nächsten Wochen ALLEINE auf einem Wohnbereich eingeteilt bin. Dort wohnen knapp 20 Leute + 4 die im Bett liegen. Das Haus ist noch relativ neu von daher ist es noch nicht voll belegt. Gestern hatte ich meine erste Schicht alleine und es war ein Horrortrip. Es klingelte im Minutentakt, andauernd kamen Angehörige die was von mir wollten, ich musste die Leute Lagern, Essen anreichen, Windeln wechseln und pünktlich um 3 sollte es dann noch Kaffee geben was ich aber leider nicht geschafft habe. Der Kaffee kam dann erst um halb 4 und die Bewohner waren sauer und haben mich regelrecht zur S** gemacht. Dazu musste ich dann noch Bettlegerische mobilisieren und alle 5 Minuten mit jemandem auf Toilette rennen. Es war einfach zu viel für mich und von der Station oben drüber wollte mir niemand helfen obwohl ich mehrmals gefragt habe. Ich saß irgendwann im Schwesternzimmer und hab geheult. Die Chefin meinte das wenn ich das nicht schaffen würde, ungeeignet für diesen Beruf wäre. Stimmt das?
    Mir war es zu viel und ich hab jetzt erst mal einen Krankenschein. ich weis nicht mehr was ich machen soll... ist der Beruf wirklich nix für mich? Oder ist es einfach nur so das sie mir im Moment zu viel zumuten. Wenn ich mich dazu entscheide nicht mehr alleine auf Station zu arbeiten, leidet mein zeugnis darunter und die Cheffin drohte sogar mit "Kündigung". Was soll ich machen?? Bin ich zu "schwach"?? ist es normal das FSJler so einem Druck ausgesetzt werden??
     
  2. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    hallo,

    das hört sich ja schrecklich an.8O
    Du bist keine Altenpflegerin, warum in aller Welt solltest du alleine einen Wohnbereich versorgen müssen. Das ist unter aller Kanone von diesem Heim.
    Wenn meintest du mit Chefin? Die Stationsleitung oder PDL?
    Ich würde das ganze der PDL melden. Mit Gespräch suchen ist hier wohl wenig geholfen, aber ich würd trotzdem mal erwähnen das du FSJ bist und keine neue Pfelegkraft und das du mithilfst aber keinen Wohnbreich übernimmst. Wenn das nichts nützt da mach dein FSJ in einem anderem Heim oder ganz woanders.

    lg mary jane
     
  3. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Aber hallo, du bist ja nur FSJler und keine ausgebildete Kraft!

    Ich würde mal deine "Chefin" fragen, ob das überhaupt rechtens ist, wenn sie dich alleine arbeiten lässt? Ich kann es mir nicht vorstellen - als FSJler bist du ja sozusagen auch nur ein Praktikant.

    Ich denke mir die Verantwortung liegt dann in der Person, die für dich zuständig ist, die dich so einteilt und die das von dir verlangt. Genauso, wie bei unseren Pflegeschülern, die zwar selbständig arbeiten, aber die Bezugsschwester bzw. Bereichsschwester hat die Verantwortung für sie und muß sich vergewissern, daß alles korrekt abläuft und muß ansprechbereit sein.

    Wer ist verantwortlich, wenn auf Station oder mit einem Patienten passiert? Kannst du entsprechend reagieren, wenn ein Bewohner umkippt, sei`s Herzinfarkt / Schlaganfall etc. Du hast keine Ausbildung und kannst nicht alles wissen und können.

    Ich finde es verantwortungslos, von deinen Kollegen und v.a. deiner Betreuerin. Ihr geht es an den Kragen, wenn etwas passiert.

    Als ich FSJ gemacht habe, durfte ich auch total viel machen, von dem ich keinerlei Ahnung hatte; im Nachhinein, finde ich es sehr fahrlässig. Und würde heute keine Schülerin oder Praktikantin so arbeiten lassen!

    Ich kann dich sehr gut verstehen, wie du dich fühlst, daß dir einfach zum heulen war und dass du an dir zweifelst. Aber ich denke, des ist ganz normal, so wie die mit dir umspringen; aber bedenke, wenn du das alles einmal richtig in einer Ausbildung gelernt hast, ist es wieder was ganz anderes und in der Regel (so ist es zumindest bei uns) hilft man sich ja auch gegenseitig, wenns mal dicke kommt und lässt die anderen nicht hängen.

    Im Zweifelsfalle, wende dich an die Stelle, die für dich verantwortlich ist, die dir die FSJ-Stelle vermittelt hat (bei mir wars früher die Diakonie, wenn ich mich nicht irre) und schildere ihnen die Sachlage und wenns wirklich nicht klappt laß dich woanders hinversetzen. Weil das grenzt ja schon an mobbing.

    Ich wünsch dir alles Gute und laß den Kopf nicht hängen. Wenn dir der Job Spaß macht, dann laß dich davon nicht abbringen und mach die Ausbildung. Es gibt ja nicht überall SOLCHE Leute.:schraube:
     
  4. Alphamieze

    Alphamieze Newbie

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    Danke für deine Antwort! =)

    Ja, ich bzw. meine Mutter hat mit der PDL geredet und die meinte halt das ich dann ungeeignet für diesen Beruf wäre. Meine Mutter ist zu der PDL weil sie wütend war und nicht verstehen konnte wie man einen FSJler alleine lassen kann. Meistens ist es sogar so das nur eine Examinierte in der Schicht da ist. Die arbeitet dann meistens auf der Wohnebene 2. Auf den anderen beiden WE sind meistens Praktikanten. Man sollte dazu sagen das darunter auch ein Bereich für Demenzkranke ist und da arbeiten fast nur Praktikanten. Es ist sehr selten das in einer Schicht mal 2 oder 3 Examinierte arbeiten. Am Wochenende ist es halt immer so das nur eine Examinierte da ist und das für 3 Bereiche. Der Rest sind Praktikanten und FSJler....
    Im Januar steh ich wieder eine Woche alleine auf der Schicht. Also auf einer Wohnebene... und unser Verwalter hat mir gesteckt das im Januar mindestens 8 neue Bewohner dazu kommen und das in der zeit wo ich alleine bin!! Wie soll das gehn???
     
  5. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Also echt, mir stellen sich die Haare zu Berge!

    Praktikanten führen einen Wohnbereich, ich finde das verantwortungslos. Dann brauchen wir ja gleich keine examinierten Kräfte mehr! Wozu die Ausbildung, wenns auch ohne geht?!

    Aber Praktikanten sind billige Arbeitskräfte, daran wirds wohl liegen.

    Wie schon gesagt, wende dich an die Stelle, die dir diesen Platz zugeordnet hat und da gibt es bestimmt auch irgendetwas schriftliches, was in den Verantwortungsbereich eines FSJler fällt und was nicht.


     
  6. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    hallo,

    das beste ist wohl dch sozusagen versetzen zu lassen. In einem Heim in dem solche Zustände herrschen wirst du nicht glücklich. Ich würd das auch der FSJ-Stelle melden. Vielleicht kommt dann keiner mehr in dieses Heim. Sowas macht mich echt sprachlos.
     
  7. behid

    behid Gast

    Halo Alphamieze,
    um auf deine Fragen zu anrworten. Nein du bist nicht zu schwach und es ist keinesfalls normal einen FSJler so unter Druck zu setzen.

    Streng genommen darfst du gar nichts alleine machen für was du nicht ausgebildet bist und wenn du diese Aufgaben übernimmst greift meines Erachtens die Durchführungsverantwortung. Also auch du, und nicht nur deine Vorgesetzte, könntest zur Verantwortung gezogen werden.
    Ich würde auch zu der übergeordneten Stelle für FSJler gehen, wenn ein klärendes Gespräch mit der Stationsleitung und der PDL nicht zum Erfolg führt.

    Ruh dich erst mal aus und lass dich nicht unterkriegen. FSJler werden ja nicht überall ausgenutzt und lass dir nach so kurzer Zeit nicht einreden, dass du nicht geeignet bist.

    Schönes Wochende und einen guten Start ins neue Jahr.

    Behid
     
  8. Gego

    Gego Poweruser

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    Hallo Alphamieze!

    Ich bin sprachlos!

    Laß Dich nicht unterkriegen! Zu behaupten, daß Du nicht geeignet wärst für den Beruf, ist unter den Umständen eine Frechheit!

    Das ist absolut unverantwortlich und unzulässig von der Heimleitung! Mir scheint, sie hat von einer Fachkraftquote noch nichts gehört. Gerade im Dementenbereich hauptsächlich PraktikantInnen einzusetzen, wo doch genau da die Kompetenz der Fachkräfte gefragt ist! Mir scheint, da machen sich einige die Arbeit etwas sehr leicht, auf Kosten von anderen.

    Da muß die Heimaufsicht eingeschaltet werden!


    Sprachlose und entsetzte Grüße, Gego.
     
  9. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    auch ich möchte dir sagen, dass Du auf keinen Fall ungeeignet bist, es ist einfach nur katastrophal und fährlässig, was sie mit dir machen. Es gibt doch mit Sicherheit eine Ansprechperson, die für euch zuständig ist im Rahmen des FSJ. Bei mir war das damals die Person, die auch die Seminare geleitet hat. Mit ihr zusammen würd ich auf ein Gespräch mit PDL und Stationsleitung/Wohnbereichsleitung bestehen. Aber ich würd an deiner Stelle auf keinen Fall so weitermachen und schnellstmöglich das Gespräch suchen, um dein Beurteilungszeugnis musst du dir keine Gedanken machen. Die nehmen das nur als Vorwand, dich unter Druck zu setzten. Aber wie gesagt, ich würde das Gespräch auf keinen Fall alleine führen sondern mit einem Ansprechpartner deiner Organisation!
     
  10. mtammy

    mtammy Junior-Mitglied

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    hallo Alphamieze,

    da geht es dir wie es mir einst gegangen ist... und mir wurde auch gesagt ich sei ungeeignet- das ist totaler schwachsinn. Nicht mal eine exam. AP kann einen Wohnbereich mit 20 Bewohnern + Schwerstpflegebedürftige alleine versorgen. :schraube:
    Wolltest du in dem Heim ne Ausbildung machen nach dem FSJ?
     
  11. ~Steffi~

    ~Steffi~ Junior-Mitglied

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    Ich fass es ja wohl echt nicht! :wut:

    Wie können die dich nach 3 Monaten auf der Station allein lassen??? Und eine ganze Woche allein?

    Habe mein FSJ auch im Pflegeheim gemacht und nach 3 Monaten habe ich dann erstmal gelernt Bettlägerige zu waschen.
    Wann fängst du da an, wenn du frühs 20 Personen waschen musst? Oô Hab es ja gerade so geschafft 6 + 2 Bettlägerige bis zum Frühstück zu waschen von halb 7 an. Ich finde es unverantwortlich von der PDL dies durchgehen zu lassen!! Aber oft machen die das, um FSJler vom Hals zu kriegen. Aber lassen se dann schön ackern, denn's sind ja billige Arbeitskräfte.
    Habe sowas im FSJ auch schon erlebt, dass ich mit vielen Dingen allein gelassen wurde, wo eigentlich 2 Personen ran müssten und mein Rücken blieb dabei am wenigsten verschont. NAch der Arbeit hab ich mich meist gleich hingelegt um meine Füße zu schonen durch das ganze hin und hergerenne zwischen 2 Stationen. Und das Pflegepersonal lacht dann noch drüber.
    Naja...ich weiß zwar nicht ob es dadurch kam, aber nach nem halben Jahr FSJ lag ich im Krankenhaus.

    Alphamieze, frag doch mal bei deinem FSJ-Träger nach, ob du wechseln kannst, und wenn ja, wohin. Weiter in dem Pflegeheim arbeiten, würde ich nicht!
     
  12. Gizmo

    Gizmo Senior-Mitglied

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    Huhu!

    Meiner Meinung nach wurde schon so ziemlich alles Richtige genannt.

    Lass Dich nicht unterkriegen, mach nichts mehr, was Du nicht verantworten kannst, führe am Besten Buch über Deine Nachfragen, Gespräche etc. So was kann Gold wert sein - so traurig es ist.
    Und, vor allem: Scheue nicht, Deine FSJ-Betreuer und in der Konsequenz die Heimaufsicht einzuschalten - zur Not erst, wenn Du da raus bist.
    Eine Einrichtung, die im Aufbau zu sein scheint, wird dann hoffentlich erst recht im Auge behalten.

    Tja... Und lass Dir nicht Bange machen - da scheint Einer eine absolut phänomenale Möglichkeit gefunden zu haben, allen übrlichen Kalkulationen ein Schnippchen zu schlagen. Ist doch prima......

    Durchführungsverantwortung ist für eine nicht ausgebildete Kraft vielleicht noch nicht so relevant - woher sollen solche Kräfte auch wissen, wo es riskant wird - aber zumindest in meinem FSJ gab es einen Aufgabenkatalog, der zwar in Teilen recht offen war, aber etliches auch absolut klar verbot.
    An dieser Stelle könntest im Zweifel auch Du dran sein...

    Eigentlich wollte ich aus meiner FSJ-Zeit erzählen...
    Ich habe eines bei einer großen deutschen Hilfsorganisation gemacht. Ein betreutes Wohnen, ca. 90 Bewohner, nur wenige pflegebedürftig - dafür kam dann die Sozialstation.
    Es gab 2 Leitungen, zu Beginn 2 hauswirtschaftliche Kräfte (na klaro zahlen die Bewohner dafür extra, wie auch für jede Mahlzeit und sonstige Extras ;)) und als ich angefangen habe, neben mir als FSJlerin 3 Zivis.

    Die 24-Stunden-Bereitschaft, die hochgepriesen wurde - warum sonst sollte ich als Bewohner eine solche horrende Miete zahlen - wurde ausschließlich durch Zivis bzw. mich gesichert. Nachts gab es also nie qualifizierte Kräfte vor Ort, wir hatten Bereitschaftsdienste, konnten also "schlafen" - theoretisch.
    Dienstbeginn an diesen Tagen war um 14 Uhr, bis 21 Uhr hat man voll gearbeitet, dann Nachtbereitschaft und von 7 Uhr bis 8 Uhr nochmal Arbeit. Um 14 Uhr durfte man wieder antreten, und das teilweise 14 Tage am Stück, gerade als nach einiger Zeit nur noch 1 Zivi und ich da waren und wir uns abwechselten. Tagsüber waren für uns neben der Notrufanlage Fahrdienste von Bewohnern, Essensausgabe, Cafeteriabetreuung, Hauswirtschaft, Putzen, gelegentliche Pflegeaufgaben und Hilfen (Rollos auf und zu, Kochen) bei Bewohnern angesagt. An Wochenenden waren wir meist auch alleine.

    Tja... Selbstständiges Arbeiten ist ja nett.
    Nun hatten sich meine Chefinnen ja leider eine Wald- und Wiesensanitäterin angelacht, die Faux-Pas begangen hat, wie selbstständig einen RTW zu rufen, als sie eine Dame mit Schlaganfallsymptomatik in ihrer Wohnung auffand. Ich bekam einen An******, der sich gewaschen hatte. Was mir einfiel, ich hätte zuerst bei der Chefin anrufen müssen...
    Im KH wurde eine TIA diagnostiziert, die Symptomatik hat sich zügig auch komplett zurückgebildet. Diese Info bekam ich nur, weil mir die Bewohnerin im Nachhinein den Arztbrief gezeigt hatte - meine geliebte Leitung behauptete weiterhin, ich hätte überzogen und nahezu fahrlässig gehandelt. :angryfire:

    Im Laufe der Zeit kam es dann auch noch zu einem Wohnungsbrand, bei dem ich natürlich auch völlig falsch reagiert habe, den Bewohner herausgeholt, gelöscht und wollte die FW rufen - das haben sie erfolgreich verhindert, das Feuer war schließlich aus. Mein Kampf, ihn bis zur Wiederherstellung der Wohnung (es schmorte eine größere Menge Plastik) in eine Kurzzeitpflege zu geben, war nur für eine Nacht erfolgreich.

    Schließlich wurde ich selbst an einem Hirntumor operiert und konnte nach Längerem wieder arbeiten - allerdings ohne die Bereitschaftsdienste - dann fingen die Konflikte nicht nur mit meinen Vorgesetzten, sondern mit dem Geschäftsführer an. Es offenbarte sich die komplette Politik...
    Ich sollte mich gefälligst krank schreiben lassen - dass ich tagsüber volle Leistung gebracht habe, mussten meine Damen zähneknirschend zugeben - schließlich könne man so nichts mit mir anfangen.
    Gelernte Hauswirtschafterinnen wurden durch 1-Euro-Jobber ersetzt, die Bewohner zahlten die alten Stundensätze...
    Die meinten ja aber auch, sie würden nachts qualifiziert betreut - und nicht von Zivis mit Führerschein-EH-Kurs. (Was jetzt echt nicht abwertend gemeint ist, ich war ja nichts anderes - aber Qualifikation ist was anderes.)

    Ich hatte meinen FSJ-Bertreuer eingeschaltet und er ist kopfschüttelnd aus den Gesprächen mit Leitung und Geschäftsführung gegangen...
    Ich habe nach 9 Monaten gekündigt und würde es jederzeit wieder tun.

    Dieser Landkreis bekommt darüber hinaus nie wieder einen FSJler... Auch, wenn das vermutlich die komplette Finanzplanung ruiniert.
    Auch das sind ja Erfolge...
    Also: Bleib dran, such Dir Hilfe von oben, halte Dienstwege bei Beschwerden ein und dokumentiere genau...

    Und bitte sorg dafür, dass es nicht so weiter gehen kann.

    Kopf hoch...

    Diese Zeit kann die Hölle sein, Lebenserfahrung bringt es aber so oder so - und am SChluss vielleicht sogar eine gewisse Genugtuung :twisted:

    Und sorry für den Roman :emba:

    LG,
    Gizmo
     
  13. Alphamieze

    Alphamieze Newbie

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    Hallo und danke für die vielen Antworten!

    Ich bin wirklich erleichtert zu hören das dass nicht richtig ist. Denken konnt ich mir das zwar aber irgendwo blieb der Gedanke kleben das dass im FSJ normal ist.

    Ich weis das man im FSJ viel arbeiten muss und vorallem die Sachen erledigen muss vor denen sich die Exam. meistens drücken (z.B. Bette machen, Zimmer aufräumen,...). Aber selbst das hab ich gerne getan.
    Ich war auch ganz erstaunt darüber das ich so guten Zugang zu den Bewohnern hatte. Viele davon wollen jetzt NUR noch von mir gepflegt werden und ein Bewohner, der nie oder ganz selten redet, redet mit mir wie ein Wasserfall. Ich denke wenn die Bewohner schon lieber von mir, einem FSJler, gepflegt werden wollen als von einer Examinierten hat das schon Gründe. Natürlich will ich nicht alle Schwestern bei uns jetzt schlecht reden aber es gibt nur wenige die noch mit Herz in diesem Beruf arbeiten.
    Meine Cheffin hat gesagt das ich die Beste wäre was sie bis jetzt an Praktikanten oder FSJler hatte und deswegen würde sie mir es zutrauen eine Wohnebene zu "leiten". Naja... also ob man das als Ausrede durchgehn lassen kann?? Ich finde die Bewohner und auch die Angehörigen bezahlen dafür das sie rund um die Uhr Fachmännich betreut werden. Über das Thema "Schlechtes Gewissen wenn etwas passiert" brauchen wir gar nicht zu reden. Ich würde mir ewig Vorwürfe machen wenn etwas auf "meiner" Wohnebene passieren würde und ich nicht schnell genug handeln könnte.

    Am Montag werde ich nun erst einmal meine Betreuerin anrufen und mit ihr darüber reden. Selbst wenn die sich dazu entschließt mit meiner Cheffin zu reden, würde es nichts bringen dort weiter zu arbeiten. Ich denke die Cheffin würde mich schon spüren lassen das dass nicht gut war mich zu "beschweren". Allerdings habe ich schon ein paar Termiene in anderen Heimen die sich über eine Praktikantin freuen würden. Mit viel Glück kann ich aber auch mein FSJ weiter machen. Im Januar gehn eh die Bewerbunge für eine Ausbildung raus.

    Wenn ich dort aufhören sollte werde ich mich aber nciht davor scheuen das ganze Treiben dort der Heimleitung zu melden. Der Nachteil ist dann nur, das es kein kleiner Träger ist und ich mich wohl niemals wieder in einem Heim von denen Bewerben brauch.

    Werde euch hier mal auf dem laufenden halten :-)

    Danke auf jeden Fall für eure Hilfe!
    Sorry für den Roman.
     
  14. Alphamieze

    Alphamieze Newbie

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    Hi Leute!

    Weis nicht mehr weiter...
    Meine FSJ Betreuerin hat mit meiner Cheffin geredet und ist jetzt voll auf ihrer Seite... das ich das ja schaffen müsste... wo da mein Problem liegen würde... ich weis echt nicht mehr was ich machen soll...
    Am besten wäre es wohl zu wechseln oder??
     
  15. behid

    behid Gast

    Hallo alphamieze,

    warst du bei dem Gespräch denn gar nicht dabei? Lass dir nichts einreden, dass was man dort von dir verlangt ist nicht korrekt.
    Wenn du keine Unterstützung auf der jetzigen Stelle bekommst, würde ich wechseln!
    Brauchst du dafür die FSJ- Betreuerin oder kannst du das eigeninitiativ regeln?

    Viel Glück
    Behid
     
  16. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    eigentlich sind die FSJ-Betreuer für so was zuständig wenn es um das Wechseln der Häuser geht, du hast ja mit denen eine Art Vertrag geschlossen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die auf Seiten der PDL stehen, wenn alles so ist, wie du es gesagt hast. Eine FSJ DARF nicht eigenverantwortlich Patienten alleine betreuen!:wut:, das kann ich mir nicht vorstellen, dass das vom Träger des FSJ genehmigt wird!!!!!!
     
  17. Alphamieze

    Alphamieze Newbie

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    Also meine Cheffin hat der Betreuerin gesagt das ich ja nicht alleine wäre. Es wäre noch eine Präsenskraft da und 2 examinierte im Haus. Zudem gäb es auf dem Wohnbereich keine Schwerstpflegefälle.

    Das ist meiner Meinung nach falsch!
    Die Präsenskraft kommt um 5 oder so und macht den Bewohnern das Essen das heist, sie hat genauso wenig Ahnung wie ich.
    Am Wochenende ist nur eine Examinierte im Haus und der Rest sind Praktikanten. Unter der Woche sind es mal 2 wenn man Glück hat.
    Keine Schwerstpflegefälle?? Is kla... also wenn gelähmte Menschen die sich nicht mehr ausdrücken können keine Pflegefälle sind dann hab ich was falsch verstanden. Ich weigere mich dagegen die die gelähmt sind alleine aus dem Bett zu nehmen. Ich weis zwar WIE ich das machen muss aber in der Theorie ist das um einiges einfacher als in der Praxis und zudem sind das nicht gerade Fliegengewichte. Wenn ich Hilfe hab ist das kein Problem aber alleine... das dauert bis ich mir das zutraue. Es sind schließlich keine Kisten die ich heben muss sondern Menschen die sich dabei verletzen können wenn ich was falsch mache oder sie gar fallen lasse.

    Die Betreuerin hat mir auf jeden Fall nicht zur Seite gestanden und war auf einmal der gleichen Meinung wie meine Cheffin. Nächste Woche soll aber ein Gespräch zwischen Cheffin, mir und der Betreuerin stattfinden. Na ob das was bringen wird? Ich lasse mich nicht um den Finger wickeln und ich finde ich zeige mehr Verantwortung wenn ich das "führen" eines Wohnbereiches ablehne ( weil ich von der Materie so gut wie 0 Plan habe )als wenn ich mich da rein stürze und mir denke "Boahh da is meine Cheffin aber stolz auf mich!".
    Vieleicht denk ich auch einfach noch zu menschlich. Mir liegen die Menschen und ihr Wohlergehen sehr am Herzen und ich weis das ich ihnen als FSJler nicht die Sicherheit geben kann wie eine Fachkraft.

    Naja... ich find das alles im Moment etwas mies und es ist schade das mich nicht mal meine Betreuerin versteht. :-?
     
  18. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Hallo,
    ich arbeite zwar im Krankenhaus, aber bei uns dürfen FSJ relativ wenig. Unsere Stationsleitung möchte nicht mal, dass sie Bettlägrige alleine im Bett wäscht, weil das zu gefährlich ist. Und BZ-Messen dürfen sie auch nicht... also ich finde das mehr als fragwürdig, was die dich machen lassen. Gibts bei euch einen Betriebsrat, dann könntest du da einen zu dem Gespräch mitnehmen?
     
  19. Alphamieze

    Alphamieze Newbie

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    Ich kenn nur unsere Pflegedirektorin aber ich denke man muss ja nicht DIREKT zu der Vorgesetzten der Cheffin... Ich warte zuerst das Gespräch ab und wenn dann niemand Einsicht zeigt dann bleibt mir wohl nix anderes übrig als es wirklich zu melden.

    Von Anderen die auch FSJ machen weis ich, das die auch Dinge tun die sie eigentlich nicht dürfen. Aber mal ganz ehrlich.... es wäre doch langweilig wenn man immer nur einer Examinierten hinterher laufen dürfte. Das was ich tue trau ich mir zu 100% zu und bei den Dingen wo ich Zweifel ob ich das schaffe lehn ich einfach ab. Wir hatten selbst einen Pflegefall (mein Opa) zu Hause und da hab ich schon vieles von meiner Mama gelernt. Mir musste man z.B. nicht erklären wie man Nahrung anhängt. Ich sagte der Schwester das ich das kann und die gingen mit mir und haben die ersten paar Male zugeschaut. Die Cheffin hat schnell gemerkt das ich etwas mehr Ahnung hab als andere Praktikanten und das hat sie dann wahrscheinlich auch dazu gebracht mich mit einer ganzen Station zu überfordern. Manchmal, wenn ich Glück habe und meine Lieblingsschwester is da kann ich mein Wissen unter Beweis stellen. Sie geht mit mir durch die Zimmer und fragt mich verschiedene Sachen. Sie ist die einzigste die mir sagt "Ey das is ja toll! Woher weist du das alles?"... das baut mich auch ungemein auf. Aber leider macht das wirklich nur eine mit mir... die Anderen jagen mich nur kreuz und quer durchs Heim -.-
     
  20. ~Steffi~

    ~Steffi~ Junior-Mitglied

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    Das darf wohl alles nicht wahr sein. Langsam wird's sehr bunt bei Dir!

    Ein FSJler darf wirklich NIE ohne eine andere Pflegekraft auf dem WB sein. Und sei es nur ein Pflegehelfer. Das einzige Mal, dass ich allein war, war als ne Versammlung unten im Foyer war. Aber da war Mittagsruhe. Sonst war IMMER jemand da.
    Das FSJler meist umhergejagt werden ist glaube normal. Hatte mich mit der Zeit dran gewöhnt. Aber es darf nicht sein, dass ein FSJler allein auf der Station so lange allein ist. Du bist ja nicht ausgebildet. Stell dir mal vor eine gebrechliche BEwohnerin stürzt auf einmal, du kommst in das Zimmer rein und findest ne Blutlache vor dir. Was machst du denn da? Normalerweise ist man da total geschockt. Und JA sowas kann passieren. War bei mir genauso. Nur das welche noch auf Station waren. Es kann so viel passieren, dass man das alles als FSJler nicht verantworten kann und darf. Du kennst dich ja nicht mal mit Dekubiti und Wundversorgung aus, wenn mal so ein Fall ist und darfst auch keine Medi austeilen. Und auch wenn noch 2 Exam. im Haus sind, haben die für sich bestimmt auch sehr viel zu tun. Deine Eltern oder wo du auch noch wohnst müssen ja jeden Tag mitbekommen wie du von Arbeit fertig warst. Die Personen würde ich auf jeden Fall auch mit ins Gespräch einbeziehen.
    Aber nach einem Gespräch ist man ja als FSJler immer der Böse. So war es auch bei mir, als ich mich mal über was beschwert habe.

    Wenn die PDL und deine FSJ-Betreuerin allein geredet haben, kann die PDL immer alles schönreden. Das bringt es echt nicht.

    Fakt ist: Man kann nicht bei (mehr als) 20 Personen waschen bzw. die Grundpflege ausführen, Essen austeilen und auch teilweise reichen, putzen wie z.B. Bettenwagen etc., Anrufe annehmen und Akten schreiben. (da gehört natürlich noch viel mehr dazu!) Und das allein. Das darf nicht sein!
     
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