Probezeit in der Gynäkologie und doch gegen Abtreibung?!

Dieses Thema im Forum "Gynäkologie / Geburtshilfe" wurde erstellt von sternenstaub84, 05.12.2007.

  1. sternenstaub84

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    ich hab da mal eine frage...,
    ich arbeite seit ca. 6 wochen in einer ambulanten tagesklinik für gynäkologie. dort werde ich demnächst wohl einen op saal allein leiten, in dem die meisten eingriffe hsk's und abtreibungen sind...
    ich dachte anfangs, dass ich keine probleme damit habe, bei abtreibungen zu assistieren, da es zum ende der op ja "nur noch ein zellhaufen" ist, in dem man nichts mehr erkennen kann, doch neulich hab ich ein ärmchen heraus gucken sehen, und war ziemlich geschockt. die frau war bereits in der 12. woche, also das "kind"praktisch fertig.:|:(

    nun sagte mir eine freundin, dass ich es verweigern könnte, an abtreibungen teilzunehmen, ist das wirklich so? hinzu kommt, dass ich noch in der probezeit bin und ernsthafte sorgen habe, dass sie mich feuern würden, wenn ich den "kleinen" op saal nicht mache...:deal:

    ich weiss, das es bereits viele diskussionen zu diesem thema gab, aber ich bin nicht schlauer draus geworden...

    kann mir jemand helfen, bzw. gibt es tipps mit solchen situationen, wie die oben beschriebene (die mit dem arm) fertig zu werden?:beten:

    lieben gruss
     
  2. dieEv

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    Habe sowas auch schon öfter erlebt, dass wir fertige kleine Wesen da rausgeholt haben. Allerdings werden die Abbrüche bei uns nicht als solche auf dem OP-Plan deklariert, sondern nur als Abort-Abrasiones. Näheres erfährt man natürlich durch die Pat.akte, muß man aber nicht. Die Sache an sich ist furchtbar, egal ob Fehlgeburt oder Abbruch. Die späten Abbrüche sind ja meines Wissens nur in Ausnahmen möglich (behindertes Kind), bei den frühen dürfte man also nicht so viel erkennen. Ich denke mir, jede Frau hat ihre Gründe und ihre Geschichte, von der ich nichts weiß.
    Ich denke mir, man sollte darüber reden, wenn einen sowas belastet und nicht so tun, als müsste man als medizinische Fachkraft drüberstehen. Du kannst auch die anderen fragen, wie sie damit umgehen und auch die Gynäkologen selbst, was sie für eine Strategie haben.
     
  3. sternenstaub84

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    die gynäkologen sitzen meist nur da, und die scheint es herzlich wenig zu interessieren, was sie da grad tun...zumindest wirkt es meist so...

    und mit den kollegen bin ich noch nicht so vetraut, so dass eine perfekte basis da wäre, um über so etwas zu sprechen...

    es ist und bleibt ein heikles thema...wobei jede patientin bestimmt ihre gründe hat! oder auch nicht, denn wenn manchmal dort in der akte steht, dass sie zum 10. abort kommen, wird mir persönlich schlecht:down:
    andere widerum kommen zu uns, weil sie keine kinder bekommen können, und die "abortsüchtigen" benutzen es als verhütungsmethode....:schraube:
    naja, jeder so wie er/sie mag....
     
  4. dieEv

    dieEv Poweruser

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    irgendwie kann ich mir kaum vorstellen, dass sich eine frau dieser prozedur gerne unterzieht...
    ich habe frauen im bekanntenkreis, die es durch haben, sich bewusst sind, dass sie geschlampt haben bei der verhütung, kann aber ihre gründe absolut verstehen. es kann schon leicht passieren... die eine hat nach wie vor ein trauma davon.
    die gynäkologen tun auch nur so cool, viele sind ja auch väter. oder mütter. einer muß immer anfangen zu reden. was meinste, wie es dann auf einmal losgeht! auch im op darf man über gefühle reden!
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Frage lautete: Darf man aus ethischen Gründen die Assistenz bei einer Abtreibung ablehnen? Welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen können sich ergeben?

    Elisabeth
     
  6. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Zunächst einmal finde ich, gibt es einen Unterschied zwischen einem Abbruch aus medizinischer Indikation oder einer von der schwangeren Frau geplanten Interruptio.

    Zweitens möchte ich sagen, die ich jahrelang auf Gynäkologie gearbeitet habe, gibt es durchaus auch Gynäkologinnen, die sich weigern, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. (In unserer Klinik gab es das nur aus medizinischer Indikation heraus).

    Bevor du als Schwester dich für eine Tagesklinik bewirbst, weißt du doch, was dort für OP's anstehen, oder nicht?

    Wenn dort also Abbrüche ohne medizinische Indikation gemacht werden, und es dein Gewissen belastet (ja, in der 12. Woche ist der Mensch schon komplett), dann würde ich vorsichtig vermuten, dass du da eventuell auf der falschen Abteilung bist, denn zu sagen, bei einer Abortabraio assistiere ich künftig nicht mehr, könnt schnell als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden, und dann hast du ein Problem.
     
  7. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Muß BettyBoo zustimmen.
    Die Assistenz abzulehnen, würde wohl heißen, in einen anderen Saal versetzt zu werden. Bei 5-6 Abort-Abrasiones pro Tag wärs Quatsch, weiterhin dort zu arbeiten.
    Also finde ich die Strategie, sich erstmal mit Kollegen auseinanderzustzen gar nicht so schlecht, es wird immer wieder etwas auftreten, womit man allein schlecht klarkommt.
    Die Frage, "aus ethischen Gründen ablehnen usw." habe ich bewusst nicht beantwortet, weil ich es 1. nicht genau weiß, und 2. widersinnig finde, wenn man sich diesen Arbeitsplatz ausgesucht hat. Ich halte es für sinnvoller, sich mit dem Thema "Abtreibung" gedanklich auseinanderzusetzen. Es ist ohnehin heikel, die eigenen Maßstäbe auf Pat. anzuwenden.
     
  8. OP-Mietze

    OP-Mietze Stammgast

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    Hallöchen...
    Der Beitrag ist ja schon ein wenig älter aber ich dachte mir ich schreibe trotzdem was dazu. Ich bin hier nämlich neu und lese mich nun erstmal durch alles hier durch:-)

    Ich arbeite im OP und wir haben auch Gyn OP´s wie Abrasio nach Abort.
    Und wir müssen bei dieser OP nicht dabei sein wenn wir nicht wollen.
    Das dürfen wir selbst entscheiden.Wenn wir nicht dabei sein wollen bereiten wir nur den Tisch mit den Instrumenten für den Operateur vor und gehen dann aus dem Saal.

    Das ist auch mit den Gynäkologen so besprochen und bisher gab es mit dieser Regelung noch nie Probleme.
     
  9. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Ich finde, das ist eine Art von Doppelmoral: Wenn die Abort-Abrasio wegen Fehlgeburt stattfindet, ist es okay, bei Apruptio nicht? - Warum?
    Wir haben in Deutschland die Fristenlösung und warum sich eine Frau dazu entscheidet, ist ihre Privatsache.
    Frauen werden immer wieder ungewollt schwanger, das ist Tatsache. Es sind persönliche Dramen. Und Spaß macht eine Abrasio wohl auch weniger.

    Es möge sich mal bitte jeder, der in der Gynäkologie arbeitet, darüber informieren, wie Frauen in der Geschichte bereits behandelt wurden, die aus Verzweiflung eine Abtreibung vornehmen ließen und wie sie dafür bestraft wurden.

    Bei uns ist es so: Wenn wir persönlich mit einer Op ein Problem haben, sei es eine sehr späte Abrasio, also weit entwickelter Fötus, oder auch aus privaten Gründen, z.B. Bekannte/Verwandte mit schlechter Diagnose auf dem Tisch, sprechen wir uns unter Kollegen ab, tauschen die Sääle o.ä.
     
    #9 dieEv, 05.07.2008
    Zuletzt bearbeitet: 05.07.2008
  10. Helga80

    Helga80 Newbie

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    Theoretisch hat jeder Recht, die Mitwirkung an einer Abtreibung zu verweigern. Wird aber verschiedentlich aufgenommen. Sogar in Universitätskliniken muss man sich bewusst sein,d ass so eine Einstellung zu Problemen führen kann. Es ist nicht böser Wille dahinter, sondern man will den Einsatz des Personals optimal planen. Es hängt von der jeweiligen Leitung ab, wie viel Verständnis aufgebracht werden kann. Persönlich halte ich nicht viel davon, mit "sanftem Druck" Mitarbeiter zur Mitwirkung an Abtreibungen zu verpflichten, weil es am Ende die Frau ist, die darunter leidet, wenn das Personal sie abweisend betrachtet.

    In deinem geschilderten Fall ist es komplizierter. Ich kenne ja deine Tagesklinik nicht, aber es gibt gynäkologische Tageskliniken, da gehört die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen zu den wichtigsten Tätigkeiten. Also wird auch erwartet, wenn jemand da arbeiten will, dass er bei diesen Eingriffen auch assistiert.

    Du scheinst ja nicht grundsätzlich gegen Abtreibungen zu sein, sondern hast eher mit solchen im fortgeschrittenen Stadium ein Problem zu haben. Dennoch, man sollte die Entscheidung der Frauen respektieren, kann man es nicht vertreten, dann sollte man das offen aussprechen. Es nützt niemandem, wenn man sich dabei jedesmal überwindet.

    Selbst arbeite ich in einer Operationspraxis, die ein bis zweimal die Woche Abbrüche durchführt, d.h. jeweils etwa 5 pro Vormittag. Ich wurde direkt gefragt, als ich mich beworben habe, ob ich damit ein Problem habe. Obwohl ich grundsätzlich für die legale Abtreibung bin, wäre es gelogen,wenn ich bei Abbrüchen jenseits der 11. SSW sagen würde, anfangs hatte ich keine Bedenken. Es ist nun einmal ein menschlicher Fötus. Aber durch die Routine gewöhnt man sich dran. Man befreit die Frau aus einer unerwünschten Situation und die Beseitigung des Embryos/Fötus aus ihrem Bauch trägt zur Verbesserung ihrer Lage bei.
     
  11. ceylo24

    ceylo24 Gast

    Deinem Beitrag hab ich nicht mehr hinzuzufügen.

    Liebe Grüße,
    ceylo24
     
  12. Romina1984

    Romina1984 Junior-Mitglied

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    Hallo,

    auch wenn der Beitrag schon älter ist antworte ich mal.

    Klar man befreit die Frau aus ihrer unerwünschten Lage, in die sie sich aber selber gebracht hat, was kann der, wie habt ihr es noch genannt..."Zellhaufen" dafür ? Abtreibung ist für meine Begriffe, außer nach einer Vergewaltigung, absolut unmöglich...
    Ich könnte nicht dabei sein und ich bin kein Kinderfreund und möchte auch keine eigenen, ich muss aber für meine "Fehler" die ich begehe auch die Veranwortung übernehmen, dazu gehört auch das ich richtig verhüte.

    LG
    Romina
     
  13. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Manchmal ist es auch verantwortungsvoll, das Kind nicht zu bekommen.
    Vor Verhütungsfehlern oder -unfällen ist niemand gefeit, diese Denkweise ist etwas überheblich.
     
  14. Romina1984

    Romina1984 Junior-Mitglied

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    Hallo Ev,

    und damit lieber ein Leben auslöschen was durch eigene "Dummheit" entstanden ist ? Es gibt immer eine Alternative wenn man nicht für das Kind sorgen kann / will.

    Wieso ist diese Denkweise überheblich ? Finde ich nicht :gruebel: das ist einfach meine persönliche Meinung. Wozu gibts die Pille danach ? Wieso informiert man sich nicht über seine Verhütungsmethode ?

    LG
    Romina
     
  15. ASF

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    Ich denke jede Frau sollte selber für sich entscheiden, ob sie eine Abtreibung machen lässt oder nicht. Es steht mir nicht zu die Entscheidung der Frauen zu verurteilen, da ich ihre Beweggründe nicht kenne und nicht in ihrer Situation bin. Es ist immer sehr leicht zu sagen, dass man Abtreibungen generell ablehnt und die Frauen "Verantwortung für ihr Handeln übernehmen sollen", solange man selber nicht in der Situation ist. Ich glaube das keine Frau leichtfertig oder gerne diesen Schritt geht, und deshalb respektiere ich ihre Entscheidung!

    Wenn jemand allerdings persönlich ein so großes Problem mit Abtreibungen hat, dass er/sie die Assistenz dabei verweigern möchte, sollte er/sie sich eventuell nach einem anderen Job umgucken. Dann sollte man nicht in einem Zentrum arbeiten, dass Abtreibungen durchführt.
     
  16. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Die "Pille danach" funktioniert im Prinzip wie eine Abtreibung. Es werden künstlich Wehen ausgelöst, wodurch es zu einer Abbruchblutung kommt.
     
  17. susan70

    susan70 Newbie

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    Hallo Sternstaub!

    In Österreich kann man aus ethischen Gründen verweigern. Fällt nicht unter Arbeitsverweigerung. Müsste bei Euch eigentlich auch so sein.
    L.G.Susanne
     
  18. Romina1984

    Romina1984 Junior-Mitglied

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    Hallo Ev,

    die Pille danach verhindert die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut, so wurde mir das von unseren Gyn-Ärzten erklärt.

    Ansonsten ist Abtreibung natürlich für jede Frau eine intime Sache die niemanden was angeht, genauso wenig wie die Beweggründe.
    Trotzdem würde ich in so einem Zentrum nicht anfangen, eben weil es mir um jeden "getöteten Zellhaufen" leidtun würde.

    LG
    Romina
     
  19. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Und wie verhindert die Pille die Einnistung des Eis - durch eine vorzeitige Blutung. - Chemische Abtreibung quasi. ...
    Halt - ich muss mich korrigieren: Es gibt 2 Sorten der "Pille danach": Mifegyne = die Abtreibungspille funktioniert wie beschrieben, die Notfallverhütungspille, die du meinst, wirkt durch ein Hormon, das die Einnistung verhindert; du hast Recht.
     
    #19 dieEv, 30.12.2008
    Zuletzt bearbeitet: 30.12.2008
  20. Nancy_Pi

    Nancy_Pi Newbie

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    Der Beitrag ist älter, aber ich will auch meinen Senf dazu geben. Wer in einer gynäkologsichen Tagesklinik arbeitet, wird sofort mit dem Thema Abtreibung konfrontiert. An Unikliniken zum Beispiel kommen Abtreibungen vor, sind aber nicht das "Hauptgeschäft". Gynäkologische Tageskliniken aber führen entweder gar keine Abtreibungen durch, oder sie führen eben sehr viele durch. Manche nennen diese auch schon fast abschätzig "Abtreibungskliniken". Um so etwas in der Art handelt es sich, wenn schreibst, die meisten Eingriffe seine Abtreibungen. Das wurde sicher schon bei der Einstellung gesagt. Denn kein Arzt hat ein Interesse, in einer solchen Klinik eine Mitarbeiterin einzustellen, welche sich in einem wichtigen Bereich nicht beteiligen will. Auch warst du wohl schon informiert, bis wann nach der Beratungsregelung Abtreibungen durchgeführt werden. Und in der Ausbildung sicher auch mitbekommen, wie ein Embryo oder Fötus zu einem bestimmten Zeitpunkt aussieht. Gerade die Beratungsregelung in Deutschland mit der vorgeschriebenen Wartezeit begünstigt eher spätere Abbrüche. Das ist eine Tatsache.
    Wie ich damit umgehe: Auch bei uns werden viele Abbrüche durchgeführt. Selbst wenn es ein Abbruch in SSW13+6 ist, gibt es keinen Raum für "Sentimentalitäten". Es ist Professionalität erforderlich. Die Patientin verdient die beste und eine wertneutrale Behandlung. Sie hatte Gründe für ihre Entscheidung und bei uns wird es durchgeführt. Moralisch werten, da sei ein Ärmchen zu sehen, sie sei zu weit und das sei vielleicht nicht mehr gut, ist fehl am Platz.
    Was du tun sollst (ist ein alter Beitrag, also wohl nicht mehr so aktuell): Solltest du nicht 100%ig hinter der Arbeit stehen, Fragn aufwerfen, ob es gut sei oder nicht, dann überlege dir den Arbeitsplatz zu wechseln. Ich würde es in erster Linie in einem Gespräch mit dem Leiter der Praxis versuchen, ob die Möglichkeit bestehen würde, anderswo eingesetzt zu werden, ohne dass der Betrieb darunter zu sehr leidet. Ist es nicht möglich, dann sie dich nach einem anderen Arbeitsplatz um. Denn die Situation ist so für alle unbefriedigend, für dich, für die Ärzte und auch für die Patientinnen. Beharren auf dem Recht aus Gewissensgründen bestimmte Eingriffe zu verweigern würde ich in einer Tagesklinik die Schwangerschaftsabbrüch im Angebot hat, nicht.
     
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