Privatstation - ja oder nein

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von stuman, 08.12.2009.

  1. stuman

    stuman Newbie

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    Hallo zusammen,

    ich stehe vor einer Entscheidung, ob ich nach langen Jahren von einer 2. Klasse- Station auf eine Privatstation gleiches Fachgebiet gehen soll. Ich kann mich noch nicht wirklich entscheiden. Hat jemand Erfahrung, was dafür und was dagegen spricht? Gibt es jemanden, der solch eine Schritt gemacht hat?

    Würde mich über Meldungen von Euch freuen. Danke.

    Gruß
    Stuman.
     
  2. OP-Mietze

    OP-Mietze Stammgast

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    Was erwartest du denn an Veränderungen auf der Privatstation im Gegensatz zu der wie du es nennst 2.Klasse Station?
    Ich kann mir nur vorstellen das dort der Personalschlüssel höher ist,d.h. du hast weniger Patienten zu versorgen und so mehr Zeit für jeden einzelnen Patienten,aber ansonsten ist es doch die selbe Arbeit. Man hört ja oft das Privatpatienten anspruchsvoller sind aber ich persönlich habe,als ich noch auf Station gearbeitet habe,jeden Patienten gleich behandelt.Egal ob nun Privatversichert oder Kassenpatient. Mein Leitspruch war immer das der Privatpatient dafür bezahlt das er in einem 1 Bett Zimmer liegt und vom Chefarzt behandelt wird aber nich dafür das ich ihm in den A**** krieche.

    Hospitiere doch mal wenn es möglich ist für einen Tag auf der möglichen neuen Station,dann kannst du vielleicht einen Eindruck gewinnen was dich neues erwarten würde und kannst dich danach besser für die neue oder die alte Station entscheiden.

    LG OP-Mietze
     
  3. jok5030

    jok5030 Gesperrt

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    Moin stuman !! Wir arbeiten nicht bei der Bahn,wo es 1. und 2. Klasse gibt,sondern mit Patienten,welche alle, mehr oder weniger, unserer Hilfe bedürfen. Sorry,Deine Formulierung ist für'n A**** !! Aber mal davon abgesehen wird die Arbeit auf ner Station für Privatpatienten zwar von der Quantität her leichter sein,weil höherer Stellenschlüssel,qualitativ aber anspruchsvoller. Nun mußt Du für Dich entscheiden,ob Du weiterhin Krankenschwester-/pfleger bleiben oder Butler werden willst :gruebel::weissnix:.
     
  4. sister c

    sister c Junior-Mitglied

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    Ich arbeite in einer Privatklinik (mit privat, zusatz und auch gesetzlich Versicherten mit Einzelfallentscheidung), bei uns ist eh alles anders. Aber auch aus der Erfahrung in der Ausbildung (drei Einsätze auf Privatstationen) ist der entscheidenste Unterschied der sogenannte Servicegedanke à la Hotel (jeden Morgen Zeitung, Kuchen nachmittags, anderes Essen, mehr Auswahl, Handtücher und Bademäntel).
    Die Pat. sind auch nur Menschen und jeder ist anders, es gibt nette gesetzlich Versicherte und herzliche Privatpat. und andersherum. Dieses Schubladendenken ist quatsch.
    Und: Mehr Personal war auch immer da.
    Aber hospitieren ist sicherlich das Beste.
     
  5. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Ich habe über 3 Jahre auf einer Privatstation gearbeitet. Was ich selbst als sehr positiv empfunden habe, war die geringe Anzahl der Patienten ( 18 ), die in 10 Einzel- und 4 Doppelzimmern untergebracht wurden. Der gesamte Stationsbereich war hoch komfortabel, was nicht nur dem Wohlbefinden der Patienten, sondern auch dem der Pfelgekräfte zuträglich war...Wir hatten offiziell zwar keinen besseren Personalschlüssel, aber seltsamerweise trotzdem mehr Personal in Form von Servicekräften, die uns Pflegekräfte enorm entlasteten. Als verwöhnt oder extrem anspruchsvoll habe ich die Patienten dort kaum erlebt - was vielleicht auch mit deren Grunderkrankungen ( Onkologie ) zusammenhing. Die Menschen hatten in erster Linie wie jeder andere in dieser Situation auch Angst um ihr Leben und waren dankbar für jede Zuwendung. Dass es sich bei ihnen um Privatpatienten handelte wurde - mal abgesehen von der Minibar im Zimmer - viel eher darüber deutlich, dass die Ärzte sich ihnen gegenüber viel freundlicher, höflicher und zuvorkommender verhielten, als auf einer normalen Station. Die Visiten hatten eine ganz andere Qualität, was sowohl den Patienten, als auch dem Pflegepersonal zugute kam.
     
  6. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Das sah ich eigentlich auch so, daß es in der Pflege keinen Unterschied geben darf.
    Nun ist es leider so, daß die Versicherungen mit " Sonderleistungen" werben.-
    Dh. wer sich SO versichert, daß er erste Klasse Leistungen in Anspruch nehmen kann, der bekommt oftmals vom Versicherer seltsame Dinge versprochen. Nun hab ich bei den Patienten der ersten Klasse, weniger " schlechte " Erfahrungen gemacht, als bei denen der 2. Klasse, weil da auch oft Patienten bei sind, die es einfach gewöhnt sind, daß sie P 1 versichert sind und das nicht sonderlich herauskehren. Sofern das Haus darauf eingerichtet ist, daß zb. die Untersuchungen bevorzugt laufen ist das kein Problem. Wenn es aus Logistikgründen zu Verzögerungen kommt, dann kann es gruselig und zum Haare raufen werden.
    Der Stellenschlüssel unserer P-Abteilungen ist kein anderer als auf den Normalstationen,- Minimalbesetzung. Das bedeutet bei uns in der Praxis, daß man zu 80 % diese Abteilung von der Allgemeinstation aus mitführen muß. Hilfspersonal? - haben wir nicht.- Dh. an den Wochenenden, Feiertagen und von 20 Uhr bis 6:00 Uhr ist diese Abteilung einer Schwester zugeordnet, die die Allgemeinstation zu betreuen hat. Es handelt sich um 10 P Betten und 22 Allgemeinbetten, die nicht einmal direkt nebeneinander liegen und miteinander verbunden sind. Ein einzelner "P" kann Dir da den ganzen Arbeitstag schwer machen, weil Du etliche Kilometer abreißen mußt wenn es alle 5 Minuten schellt, wegen irgendeiner Lapalie. Morgens arbeitet man als Schwester alleine in dem P-Bereich, und hat einen Schüler und eine Stationshilfe dabei.- Dafür verschwindet man dann ca 2 - 3 Stunden in die Chefvisite, und betreut ca 20 ambulante Einbestellungen mit. Fein, ist etwas anderes und wie man unter den Bedingungen die P-Leistungen erbringen soll, das kann einem auch keiner erzählen. Kommen allerdings Beschwerden, daß etwas NICHT da war, dann ist der Bock fett.
    Das Arbeiten auf so einer Abteilung macht nur Sinn, wenn auch ausreichend Personal zur Verfügung steht und das ist nicht der Trend.
    Sondern es werden eher interdisziplimäre P- Stationen geschaffen mit einem besonderen Zimmerkomfort. Morgens stehen dann zig Chefärzte gleichzeitig auf der Matte und die wollen natürlich alle als erster ihre Visite machen. Die Palette der Standards die man im Repertoire haben muß ist ellenlang und die Lagerhaltung der Abteilung ebenfalls, denn sonst ist man auch noch 50 % der Zeit damit beschäftigt sich seine Arbeitsmaterialien zusammen zu leihen. Vorteile hat so eine Abteilung überhaupt nicht mehr, schon gar nicht für das Pflegepersonal. Schön ist etwas anderes.
    Ich hoffe, bei Euch sind die Bedingungen besser und bleiben auch langfristig besser, sofern sich das für die Häuser rechnet und sich der P-Standard nicht nur auf das Essen, Gummibärchen und hauseigene Bademäntel bezieht, sowie aus diesen Pantöffelchen in dem sich ein Normalmensch die Haxen bricht.
    Bei uns laufen die " P´s " alle demonstrativ in diesen weißen Bademäntelchen mit den Schläppchen herum. Damit haben sich im letzen Jahr mindestens 4 auf die Nase gelegt und die bekommt man damit auch nicht mehr auf die Beine gezerrt, weil die keinen Halt geben. Die Zimmer sind mit Teppichen ausgelegt, und ich frage mich was passiert, wenn da die üblichen Dinge drauf landen, die manchen Patienten so aus dem " Gesicht" fallen. Die Playstation soll ein Highlight sein. Vor allem für die älteren Herrschaften, die nicht einmal mit dem Fernseher zu recht kommen. Und man kocht am Wochenende mittlerweile gut 100 Kannen Kaffee, sammelt 200 benutzte Tassen von Besuchern und Patienten ein, die auch noch gespült werden müssen, weil es einen riesen Aufstand gibt, wenn die Tassen "alle" sind. Besucher erscheinen, möchten bitte 4 oder 6 mal Kaffee serviert bekommen. Dafür bekommen dann die Leute die nicht alleine essen können neuerdings Fingerfood, damit die mit den Händen essen können.
    Ich beobachte und amüsiere mich köstlich, welche Richtung die " Krankenpflege" nimmt.- Ist das noch Krankenpflege, oder was mache ich da überhaupt?
    Die Zusatzversicherten 2. und 1. Klassepatienten liegen nach Operationen in der Klinik, mit der jede 95 jährige Oma mit der Straßenbahn nachhause fahren könnte,- aber die sind für ambulante Dinge nicht "P" versichert.- Also langweilen mache Patienten sich da in den Stationsbetten herum und viele spielen dann echt leidend.
    Eine kleine sehr lustige Begebenheit am Rande. Ich hab mich fast weggeworfen vor Lachen: Nach einer Kataraktoperation ließ sich ein ca 35 jähriger Mann mit dem Rollstuhl zur Abschlußuntersuchung (am 2. Tag nach der OP!) durch den Chefarzt mit dem Rollstuhl fahren. Meine Kollegin packte schon zu und wollte den "armen Gelähmten" in den Untersuchungsstuhl heben.- ;))) Dem fehlte aber nichts und wie gesagt, marschieren die Omis und Opis nach der Op alle brav sofort nach der OP heim. Der saß nach der Entlaßuntersuchung geschlagene 45 Minuten lauthals schimpfend in seinem Rollstuhl, weil er auf den Transportdienst warten mußte, der ihn wieder in die 10. Etage fahren sollte.- Wäre der aufgestanden und hätte seinen P-Popo bewegt, dann wäre der innerhalb von 3 Minuten auf seinem Zimmer gewesen hätte seine Koffer packen können und nachhause gekonnt. Das war das erstemal, daß mich das Gezeter eines wartenden Patienten amüsierte und daß ich tatsächlich ( sorry, ich bin auch nur ein Mensch) lauthals lachen mußte.
    Ist schon lustig, was man damit so erlebt.
    Morgens werden dann alle um 8 Uhr zur Chefvisite gerufen. Viele erscheinen: " Ich bin "P"- ich komme sofort dran!" und dann beginnt das Genöcker. Ich hab schon ganz oft sagen müssen: " Sie werden es nicht glauben: ALLE die in diesem Raum warten sind "P!"
    Du solltest viel Humor mitbringen.....
    Liebe Grüße Fearn
     
  7. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Als mir mein Versicherungsagent die " Privatversicherung " anbot, da hab ich mit den Ohren gewackelt um nicht zu sagen, die fielen mir bald ab.
    Daß was die den Patienten versprechen, daß sie an Sonderleistungen erhalten, ist zum Haareraufen und mit diesen Ansprüchen kommen die Zusatzversicherten natürlich die 70- 200€ jeden Monat zusätzlich bezahlen, damit sie die P1 oder P2 Leistungen in Anspruch nehmen können.
    Die Patienten, die mit überzogenen Erwartungen kommen, sind nicht einmal selbst daran schuld, sondern sie sind eigentlich im Recht. Lg Fearn
     
  8. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Kommt also aufs Haus an.

    Unsere P-Stationen haben natürlich Komfortzimmer, div. Zusatzleistungen und einen höheren Stellenschlüssel!
    Idr Pat-Belegungen von 6-max 18 Pat, Morgens 4-5ex PK, nachmittags 2-3.
    Im 5Tage Betrieb noch 2 Servicekräfte die viel abnehmen und die Pat unterstützen....

    Also im Großen und Ganzen etwas zum neidisch werden ;)
     
  9. sister c

    sister c Junior-Mitglied

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    @ Fearn
    eines kenne ich auch gut: Privat- u. Zusatzversicherte liegen nach ASK Knie mind. zwei Nächte stationär (also bestellt man die meist am Vorabend ein, bei uns kommt abends aber kein Arzt mehr wg. prästationären, ergo: ständige Diskussionen, warum sie denn so früh kommen mussten bzw. überhaupt stationär bleiben müssen) - sonst lässt sich nicht der volle Satz abrechnen. Die "anderen" erhalten ein Stockwerk tiefer die gleiche OP und gehen dann nach hause.
    Irrenhaus Gesundheitssystem...
     
  10. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Bei uns gibt es gar keine Privatstationen mehr, nur noch Privatbetten. Bis auf das Ein- oder Zweibettzimmer und den feuchten Händedruck vom Chef haben die Privatpatienten im Haupthaus keine "Extrawürste" (klar, bei OP-Terminen kommen sie vor den Kassenpatienten).

    Auf unserer Palliativstation gibt es sowieso nur Einzelzimmer. Wer da mit "Privatpatient" eine frühere Aufnahme erhofft, hört "Das ist nicht schlimm, wir nehmen Sie trotzdem". Bei uns geht's nach Dringlichkeit, nicht nach Versicherung.

    Könnt Ihr bitte aufhören, von Patienten erster und zweiter Klasse zu sprechen? Von mir aus denkt das, aber formuliert's neutraler.
     
  11. sigjun

    sigjun Gast

    Dem stehst Du mit Deiner Formulierung in nichts nach!

    Zum Thema:
    Nach den Aussagen hier scheint es auf jeder Privatstation anders zu sein.
    Bei uns gibt es weder einen höheren Stellenschlüssel, noch mehr Servicekräfte.
    Die Privatleistungen unserer Klinik erschöpfen sich in 1/2-Bettzimmern, Kühlschränken und Safes in jedem Zimmer so wie Nachmittagskaffee und einer Getränkeauswahl.
    Angenehmer empfinde ich dennoch, dass es eine kleinere Station ist und somit weniger Laufwege bedeutet und dass es angenehmer ist wenn nur maximal 2 Patienten im Zimmer liegen.
    Was das Anspruchsdenken betrifft sehe ich keinen Unterschied zu Patienten, die keine Wahlleistung in Anspruch nehmen. Alles in Allem empfinde ich ich reine Privatstationen als angenehmer, als solche, wo diese Patienten in eine andere Station mit integriert sind.

    Die Versprechungen, die gemacht werden, kommen nicht nur von den Krankenkassen, sondern auch von den Krh., da die Bezahlung der Krh. durch die Kassen nur die Zusatzleistungen umfassen, die auch wirklich angeboten werden.
    Ich habe auch eine Zusatzversicherung für stationäre Aufenthalte mit dem Hintergrund, dass ich es, aus welchen Gründen auch immer, für notwendig erachte alleine zu liegen. Mich interessiert weder der Chefarzt, noch die Serviceleistungen. Wenn ich mir aber beispielsweise unser Patientenklientel ansehe, dann möchte ich einfach die Möglichkeit haben in einem Einzelzimmer liegen zu können. Aber das kann ja jeder halten wie er/sie mag.
     
  12. jok5030

    jok5030 Gesperrt

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    Mag ja nun jeder für sich halten,wie er will. Ich hab Krankenpfleger gelernt und arbeite auch als solcher,während Butler ein anderes Paar Schuhe ist und eben darauf läuft's auf Privatstationen, meiner Meinung nach,raus. Vergünstigungen wie Einzelzimmer sind ja o.k.,aber damit hört's denn auch schon auf,denn ein KH ist nun mal kein Hotel und das PP ist kein Servicepersonal in diesem Sinne. Außerdem macht's auf ITS z.B. keinen Unterschied und auch im schlimmsten aller Fälle ist man "nur" tot,ob nun Privatpatient oder nicht !! ( Sorry für den Sarkasmus:flowerpower::mryellow:)
     
  13. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    Letztlich wird Dich nur eine Hospitation in Deiner Entscheidungsfindung ein Stück weiterbringen.
    Ich selbst habe mehrere Jahre auf einer chir Station gearbeitet,mit priv.Betten.Dort wurde große Eingriffe des Bauchraums durchgeführt(Magenhochzug,Darm-OP,Gastrektomie,....)
    Die Einzelzimmerseite wurde liebevoll"die akademische Ecke"genannt.
    Diese Pat kamen in diese Klinik der Max-vers,um sich von DEM Prof operieren zu lassen.
    Den Typ Mensch an sich,habe ich teilweise als sehr anstrengend empfunden,vom Intellekt und dem finanziellen Hintergrund her: Typ erfolgreicher Geschäftsmann/Manager.Da ist die Anspruchshaltung groß und das Sozialverhalten blieb in Laufe des Lebens auf der Strecke..:schraube:
    Dieses Verhalten wurde wohl auch von den nicht zu verwirklichenden Versprechungen ärztlicherseits geschührt.
     
  14. AndyW

    AndyW Junior-Mitglied

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    Servus, reflektiere am besten was dich ursprünglich dazu bewegt hat in die Krankenpflege zu gehen. Wie einige meiner Vorredner bin ich ebenso der Meinung, dass es keine 2-Klassenmedizin geben dürfte! Auch Ärzte haben ursprünglich den Hypokrathes-Eid geschworen-viel spüren kann man im realen Leben doch leider nichts davon.
     
  15. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Liebe Claudia!

    ich würde diesen Begriff auch gerne abschaffen.
    Aber wie kann ich den abschaffen, wenn die Kliniken darauf bestehen und das bis zum Erbrechen durchexerzieren.
    Es liegt leider nicht in meiner Macht das zu ändern. Was sollen wir ein Wort ändern, wenn es genau die Zustände beschreibt die in einigen Kliniken herrschen?
    Dann ändern wir an der Situation nur das Wort, und im Ergebnis überhaupt niemals etwas in dem wir das lediglich " schön reden."
    Das ist leider Augenwischerei, wenngleich lieb gemeint. Ich bin leider so ein Patient 2. Klasse und mein Mann sogar nur 3. Klasse.-
    Schön, zu hören, daß es noch Kliniken gibt, die noch nicht auf diesen Trend abgefahren sind. Hoffen wir, daß es so bleibt.
    Liebe Grüße Fearn
     
  16. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo,

    ich kenne den Ausdruck 1. Klasse und 2. Klasse Patienten überhaupt nicht.
    P1 = Privat 1 Bett - P2 = Privat 2 Bett.
    Bei uns gibt es keine Privatstationen mehr, sondern nur Zimmer die zusätzlich noch einen Kühlschrank zu den üblichen "Leistungen" haben.

    Bademäntel gibt es für alle bei Bedarf, allerdings keine Hightec Teile sondern einfache Baumwollmäntel. Ansonsten geniesst der Privatpatient keinerlei Vorzüge im Haus, wenn man von der täglichen Chefvisite absieht.

    Wer sich den Privatpatient "heraushängen" lässt und mich mit den Worten "ich bin aber Privatpatient" begrüsst bekommt als Antwort: Kein Problem, ich pflege sie trotzdem.

    Ich habe auch keine Probleme mit Privatpatienten, die sind genauso nett oder anstrengend wie andere Patienten auch. Es gibt auch genügend Patienten, die zuhause den "Putz aus der Wand futtern" und sich im Krankenhaus benehmen wie Graf Knox.

    Meine Empfehlung, schau dir die Station an und entscheide dann, wie bei jeder anderen Station auch.

    Schönen Tag
    Narde
     
  17. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Ich bin zwar nicht Claudia, aber würde mich dennoch gerne dazu äußern: Es mag ja sein, dass die Kliniken diese Begriffe verwenden ( was ich selbst so noch nicht wahrgenommen habe ), aber müssen wir dies so ungefiltert übernehmen? Im Zusammenhang mit Privat - und Kassenpatienten von erster und zweiter Klasse zu reden, sagt auch viel über unsere eigene Haltung zu diesem Thema aus. Für mich klingt das abwertend und ich verwende diese Begrifflichkeiten nicht.
     
  18. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Das ist Quatsch mit Soße,- eigene Haltung!

    Laß Dir mal die Klinik privatisieren, und dann schauen wir einmal wie Dir das schmeckt.
    Wenn Du mal Zeit hast, dann such mal die nächste Helios Klinik auf und schau Dir da die neuen P-Abteilungen an, und vor allem welche Unterschiede da gemacht werden.- NICHT VOM Pflegepersonal.-
    Und so einen Spruch, " ich pflege Sie trotzdem," den mußt Du da unbedingt mal ausprobieren.- So schnell, wie Du bei der Klinikleitung antanzen mußt, bist Du noch nicht gelaufen. Am peinlichsten wird es wenn man in ein 2 Bettzimmer einen P- Patienten und einen gesetzlich versicherten Patienten liegen hat. Man schämt sich direkt- für diese Unterschiede.- Nicht nur im Essen. Die Betten, die Nachtschränke, sind andere.
    Beim Essen: Der gesetzlich versicherte bekommt zb. keine Vorsuppe mehr,- nur noch einen Joghurtbecher als Nachtisch. Es gibt keinen Keks mehr zum Kaffee. Die Untersuchungen für die P´s laufen schneller, inkl. der Ekg Befundung. Die P Patienten dürfen nicht mehr in der Aufnahme warten, sondern müssen direkt auf der Station in den Computer eingelesen werden.
    Jeder P- bekommt seine Zeitung, Bademantel, Hausschuhe, Handtücher,Gummibärchen. täglich Schokolade, jeden Tag ein Obstkörbchen. Abends gibts für die sogar Salate, für die gesetzlich Versicherten leider nicht mehr Liegen also 2 unterschiedlich versicherte auf einem Zimmer so ist das sehr unangenehm.
    Die oberen Etagen sind mit diesen Teppichen ausgelegt, und die Patienten treffen sich da in einer Lounge. Hotelessen kann bestellt werden, usw. usw.- Und wehe jemand von denen beschwehrt sich. Dann ist richtig Palawer.- Das einzige was es nicht gegeben hat, ist mehr Pflegepersonal, aber Hostessen, die vom Patientenservicecenter direkt jede Beschwerde weiterleiten. was einen riesen Aufstand verursacht. Die Gesamtbeurteilungen der Abteilungen sollen später die Grundlage für die Prämien bei den Löhnen sein.- Wenn ich hier nun alle Unterschiede aufzählen wollte, bräuchte ich die nächste Stunde, wo bei den P´s seit des Trägerwechsels aufgestockt wurde und bei den gesetzlichen eingespart. Jede Abteilung erhielt neben der Helios P1 Station 2 bis 3 ausgestattete P-Zimmer um den angeblichen Ansturm der P´s auf diese Kliniken aufzufangen.-
    Ja meinst Du denn mir gefällt dieser Mummenschanz der da getrieben wird?

    Es ist bei all dem Zinober der betrieben wird, nicht etwa so, daß die P-Patienten zufriedener geworden sind in den letzten beiden Jahren. Sondern mit jedem Teil, was die neu Einführen und hochstilisieren, werden die Patienten anspruchsvoller, nörgeliger und unzufriedener. Die Ansprüche werden nicht erfüllter, sondern hochgeschraubter.
    Zu unserere Abteilung gehörten immer 7 P-Zimmer, deshalb hab ich den direkten Vergleich. Früher kamen die Patienten wegen einer guten Medizin oder guten Pflege, heute spielen die Kunden im Hotel und wir mimen die Konkurenz vom Hilton.

    Liebe Grüße Fearn
     
  19. narde2003

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    Sorry, aber ich bin noch nie deshalb angelaufen... Kommt wohl darauf an, wei man es sagt.

    Wie gesagt, ich habe keine schlechten Erfahrungen mit Privatpatienten.
     
  20. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich kann mir bei aller Liebe nicht vorstellen, dass eine Klinikleitung, ob nun öffentlich oder privat, offiziell mit Begriffen wie "erster und zweiter Klasse" um sich wirft. Die verhalten sich professioneller. Wer einen gesetzlich Versicherten "Patienten zweiter Klasse" nennt, dürfte auch in meinem Haus beim Vorgesetzten antanzen, und zwar völlig zu Recht.
     
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