Praxisbesuch - Wie Mundpflege?

Dieses Thema im Forum "Ausbildung in der Altenpflege und Altenpflegehilfe" wurde erstellt von Sasimo, 03.10.2011.

  1. Sasimo

    Sasimo Newbie

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    Halli Hallom

    bald habe ich meinen 1 Praxisbesuch von meiner Lehrerin.
    OK Waschung ist soweit ok
    Intimbereich wird nicht gewaschen vor ihr!
    Füße / beine auchsoweit ok

    nur mein Problem ist bezüglich der Zahnpflege.
    Die Bew. die ich grundpflegerisch versorgen werde ich hochgradig dement und mundpflege wird bei ihr ( auch wenn es ist der PP drinsteht) so gut wie nie gemacht, da sie nur noch 3 Zähnestumpen hat.
    Ich weiß auch garnicht we ich das machensoll ehrlich gesagt,
    Nierenschale vor den Mund zum Ausspucken, Ich putze ihr die Zähne ( wenn es geht) und sie muss mit Mundwasser versetzten Mundspülwasser den Mund ausspülen und in die Nierenschale spucken.
    Was ist wenn sie den Mund nicht öffnet bzw. das Mundwasser herunterschluckt?Ist das schädlich`?
    Wie soll ich das erklären mit der Zahnpflege wenn sie nicht klappt?:nurse::streit:
    Oder hat jemand eine Idee?
     
  2. Blümchen1985

    Blümchen1985 Poweruser

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    Wenn sie nicht klappt, weil die Frau den Mund nicht öffnet, kannst du das ganz einfach begründen. Sie will einfach nicht. Ich würde es während der Pflege dann öfter anbieten, vielleicht findest du ja einen guten Moment, und sie öffnet den Mund.

    Wenn du Angst hast, sie verschluckt die Mundspülung (ich weiß nicht was du verwenden willst, ob das schädlich ist kann ich nicht beantworten), dann nimm doch einfach was anderes. Ich verwende gern Kamillentee. Das ist besser als gar nicht, meines Erachtens.

    Mundpflege ist mehr als nur Zähneputzen! Ohne Mundpflege keine physiologische Mundschleimhaut, und ohne das kann die Nahrungsaufname durch Schmerzen gehemmt sein. Dann Entstehen andere Probleme.
     
  3. Schwester Rabiata 2

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    Na das scheint ja ein tolles Heim zu sein. :down: Mundpflege muss immer angeboten werden. Demenz hin oder her. Versuchen muss man es. Versuch ihr die Zähne zu putzen. Mundwasser würde ich keines verwenden. Wenn sie nicht will, lass es. aber versuch es!
     
  4. kräuterfrau

    kräuterfrau Poweruser

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    Biografie und Integrative Validation sind deine Stichpunkte! Wie hat es die Bewohnerin bisher gemacht? War sie eher reinlich oder war es ihr nicht so wichtig. Als Überzeugungswerkzeug würde ich nichts unversucht lassen, probier mal mit einem Spruch, z.B. Sauberkeit ist die halbe Gesundheit oder auch mit einem Kinderlied. Kannst auch schauen welche Zahnpasta sie bisher benutzt hat. Sonst gib ihr die Zahnbürste in die Hand einige Tage vor dem Besuch.
    Beobachtungskriterien sind: Lippen und Schleimhäute,der Rest vom Gebiss, wenn sie die Dritten trägt dann auch Druckstellen achten, auf Essensreste im Mund achten.
    Und dann auch nur das machen was die Bewohnerin toleriert.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich kann deine Verunsicherung gut nachvollziehen. Was man im Netz an Empfehlungen liest dürfte nahe dem Tatbestand von Gewalt gegen Pflegebedürftige liegen.
    ...
    Man hat den Eindruck: Hauptsache die Zähne werden geputzt- egal wie. Wie der Betroffene die Situation erlebt interessiert net. Jegliches Vertrauensverhältnis dürfte nach so einer Aktion schwer beschädigt sein.

    Das hilft dir selbstredend net weiter. Du musst (leider) was vorweisen im Rahmen des Praxisbesuches.

    Was würde ich an deiner Stelle machen? Erst mal antesten: was macht sie mit den angebotenen Pflegeutensilien. Erkennt sie eine Zahnbürste als solche? Zahnpasta, Mundspüllösungen sind eigentlich net nötig.

    Die Unsitte Tee bei der Mundreinigung zu verwenden würde ich bei an Demenz erkrankten niemals nutzen. (Kamillen-)tee trinkt man und spukt ihn net aus. Damit verwirrst du den Betroffenen erst recht.

    Setz ihn also vor einen Spiegel. Geb ihr die Zahnbürste in dei Hand und führe die Hand in Richtung Mund. Schau, was sie macht. Zwing sie zu nichts. Biete es immer wieder an. Lass dir und ihr Zeit.

    Zur Mundhygiene gehört übrigens net nur das Zähneputzen. Wie kann man die physiologische Reinigung der Mundhöhle unterstützen? Stichwort: Speichelproduktion.

    Elisabeth

    PS Btw.- wann sah die Bew. eigentlich das letzte mal einen Zahnarzt?
     
  6. Schwester Rabiata 2

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    Natürlich ohne Gewalt. Ich dachte, dass sei klar!
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @Schwester Rabiata 2- ich hatte mich net auf deinen Beitrag bezogen sondern einfach mal im Netz recherchiert und war schokiert ob der Funde.

    Elisabeth
     
  8. Schwester Rabiata 2

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    Es soll ja so schreckliche Pflegekräfte geben.... :angryfire:
     
  9. Sasimo

    Sasimo Newbie

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    Naya wir bieten es ihr an, mehrmals am Tag aber sie lehnt es strikt ab, beißt auf die Zahnbürste und / oder öffnet den Mund nicht.

    Sie wird Grundpflegerisch im Bett Versorgt, zumindestens bei dieser Art Überprüfung.
    Sonst findet Mundpflege und OK Waschung am Waschbecken statt, wenn sie an diesem Tag " Fit" dazu ist.

    Der Zahnarzt kommt alle 3 Monate zu jedem, und halt bei Bedarf.
    Sie hat vor Jahren ein Schreiben aufgesetzt, das sie keine Prothese oder Kronen haben wolle,PS: Sie hatte früher und auch heute noch sehr viel Angst vor dem Zahnartzt.:besserwisser:
     
  10. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    7. Semester Pflegepädagogik
    Verfügt ihr auch im Altenpflegeheim über Mundpflegehilfsmittel, wie Klemmen und Tupfer oder große Watteträger oder Sonstiges?
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn du dir keine Zeit nehmen kannst, dann lass es. Versuch bitte net mit den üblichen Hilfsmitteln wie Tupfer, Klemmen o.ä. ihren Willen zu brechen.

    Basal stimulierend würde man anfangen mit oraler Stimulation. Das entspricht dann zwar keiner Mundreinigung würde dir aber helfen, dass Vertrauen der Bew. zu erreichen.
    Vorgehensweise: Erst nur die Lippen berühren. Ev. Lieblingsnahrungsmittel/-getränk dafür mitbenutzen. Wenn du dann den Eindruck hast, sie lässt es zu, gehst zum nächsten Schritt: du fährst mit deinem, mit angefeuchtetem Mull umwickelten, Finger zwischen die Lippen. Auch das wiederholst du bis sie sich dran gewöhnt hat. Dann tastest du dich weiter vor bis in die Wangentaschen. ...
    Das Ziel ist, dass sie keine Angst vor der Prozedur hat, dass die dir vertraut. Sie soll lernen, dass eine Mundreinigung weder schmerzhaft noch anderweitig unangenehm ist.

    Du merkst, es braucht sehr viel Zeit. In diesem Zeitraum müssten alle gleich vorgehen. Alle müssten sich zeit lassen und Ruhe ausstrahlen bei dem Angebot. Und ich denke, daran wird es schlussendlich scheitern. Man kann mittlerweile in der Pflege net mehr alles machen was möglich ist. Und hier hat dei Bew. entschieden: sie verweigert die Mundpflege indem sie keinerlei Maßnahmen in dem Bereich zulässt. das sollte man akzeptieren- auch wenn es einem vielleicht schwer fällt.

    Vielleicht wäre deine Praxisanleitung mit ff. zufrieden: Überlege, wie du ev. Belege auf Zunge und Mundschleimhaut entfernen könntest, was sie hier zulassen würde. Mir fällt dazu ein: Brot kauen. Dann macht sie ihre "Mundpflege" eben im Rahmen der Nahrungsaufnahme. Hier dürfte sie auch ausreichend den Mund spülen. *fg*

    Elisabeth
     
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