Praktikantenalltag in der Dialyse

Dieses Thema im Forum "Tätigkeitsberichte" wurde erstellt von Shirlsen, 01.04.2007.

  1. Shirlsen

    Shirlsen Gast

    Freitag, 30.03.’07 Tag 115

    Morgens 6:30Uhr, Polyphone Klingelton von Akte X weckt mich, ich mache die Augen auf und sehe nur Fell, realisiere dann schnell, dank des geschnurres, dies ist mein Kater.^^ Werd also wach und mach Sachen, die man so morgens macht, fahre mit der Straßenbahn zum Kaiserplatz in Mülheim an der Ruhr, um völlig schlaftrunken die lustige Kaiserstraße hoch zu trotten. Gegen 7:15Uhr betrete ich also das St. Marien-Hospital, automatisch jeden Morgen den Satz über dem Eingang lesend: „Hospes venit – Christus venit“. Laufe also durch dieses halb und halb von modern und uralt und befinde mich letztlich in der doch recht hübschen Umkleide. Ich ziehe also jeden morgen in einer Zeitspanne von 10 Minuten, völlig müde, so hübsche blaue Kasacks und Hosen an, in Größe 00 und diese furchtbaren Turnschuhe, die einfach alles andere als passend und geeignet sind, Neue lohnen sich auch nicht mehr. Aus der Kabine raus noch eine Treppe runter (ich glaube wir sind Ebene -2^^) und die Tür geöffnet, mit dem mir zum Glück anvertrauten Personalschlüssel. Es ist eine andere Atmosphäre, jedes mal, wenn ich die Abteilung betrete, ich fühl mich direkt wohl. Jetzt ist es in der Regel punkt 7:30Uhr und ich laufe erstmal zu den Schließfächern, Hab und Gut sichern. Anschließen versuche ich darauf aufmerksam zu machen, pünktlich da zu sein. Räumlich ist das ganze nicht allzu günstig aufgeteilt. Es ist so eine art normaler Stationsgang, der in der Mitte etwas breiter wird, da dort die Überwachung „ist“ und wird dann wieder „normal“ breit. Überall sind Glasscheiben, die mir aber doch recht dürftig erscheinen, wie auch immer.
    Meine erste Aufgabe ist das geliebte Essen verteilen auf meist 15 Plätze, was heute nicht der Fall ist, wir haben heute nur „Stammpatienten“, das wird wieder ein ruhiger Tag. Man schnappt sich also so ein schickes Tablett, schüttet den Kaffee ein (ja unsere Patienten trinken gerne Kaffee) und stapft in’s Zimmer. Natürlich grüße ich erst mal nett, bin ja grade erst gekommen. Für gewöhnlich schmiere ich das Brötchen für die Patienten, da sie einen der Arme nicht so wild bewegen dürfen, plump ausgedrückt: aus Sicherheitsgründen. Das läuft dann alles recht zügig ab, da die Kollegen heute mal zu viert sind und alle mit helfen, da schlichtweg nichts anderes zu tun ist (es gibt auch andere Tage). Tjoa dann ist meist erstmal alles im grünen Bereich, somit kann ich mich an meine Praktikantenaufgebe Nummer zwei machen, „Kisten packen“. Heißt: es gibt Patientenkurven mit Daten, wie Dialysator, Konzentrat, Länge der Dialyse und welches Blutschlauchsystem sie benötigen. Das packe ich entsprechend zusammen und verteile all diese Kisten und Kanister auf die Plätze. Es gibt einen Hepatitis-Raum und einen MRSA-Raum, sowie ein Einzelzimmer, wo man besonders zu beobachtende Patienten findet. Nach dieser doch recht simplen und wenig Zeit beanspruchenden Aufgabe, sammle ich die Tabletts wieder ein, verteile hier und dort noch ein paar Schlücke Wasser zum Tabletten schlucken und mach den Essenswagen „abholbereit“. Die Kollegen messen tapfer Blutdruck, einer ist schon mal Frühstück holen und dann finden wir uns auch alle ganz schnell in der Küche zusammen, zum geliebten Frühstück^^. Das ist dann meist so gegen halb Neun/ Neun Uhr, je nach dem. Dauert eine halbe Stunde, dann wird auch schon weiter gemacht, z.B. Heparine aufziehen, darf ich ja auch nicht -.-. Eine Kollegin ist rauf zur Intensivstation, dort einen Herrn dialysieren. Ich muss erstmal alles abräumen und sauber wischen, gefällt dann besser^^. Dann seh ich zu, dass die Wäsche mal langsam eintrudelt, um diese auf die Schränke der Zimmer zu verteilen, mache „Kontrollgänge“, ob noch alles, was in so einen Schrank reingehört, auch drin ist und wechsle/erneuere unter Umständen die Korsolex-Lösungen, damit auch alles rund läuft.
    Ja, dann ist’s auch schon kurz vor Zehn oder später und die ersten Patienten „kommen ab“, sprich, sind fertig und können nach Hause gehen. Übrig bleibt da nur das Bett, welches ich dann auch glatt wieder neu bezieh, ja.. so bin ich^^. Rumalbern mit Kollegen ist an so Tagen gut möglich, mach ich auch gerne, tut gut bei diesem Job. Naja dann ist’s von 10 bis 13:00 Uhr auch nur das Betten machen und Blut in das Labörchen bringen. Um 11:30 Uhr kommt die Mittagsschicht, da wird’s dann noch was entspannter. Schau dann auch sehr oft zu, wie punktiert wird und abgenommen wird und Maschinen auf- und abgerüstet werden. Machen darf ich auch hier nichts, seh ich auch ein, ist nur immer schade.
    Naja dann um 13:00 Uhr verabschieden sich die Frühschichtler verdient (auch die Kollegin auf Intesiv wurde pünktlich fetig), während ich noch Zwei Stunden vor mir habe. Natürlich haben auch die Patienten der Mittagsschicht Wünsche, bezüglich des Essens/Trinkens, welchen ich nachkomme, dann schau ich auf die Uhr da ist’s dann auch schon halb 2. Auch in der Mittagsschicht bereite ich die Kisten vor, geht ruck zuck. Heute haben wir zwei neue Patienten, Frau 1 und Herr 2. Herr 2 liegt in dem schon erwähnten Einzelzimmer, mit Monitorüberwachung, Erstdialyse. Shaldon von ihm hat noch nachgeblutet, war frisch, konnte aber ausreichend gesäubert und neu abgedeckt werden, von einem Kollegen der aus seinem Urlaub heute erstmalig wieder da war, schön ihn wieder zu sehen.
    Montag mal nachlesen im Übergabebuch, wie es so lief mit Herr 2. Frau 1 habe ich gar nicht mehr mitkriegen können, war schon halb Drei und Sie gerade erst angekommen. Dann sagt der nette Herr Stationsleiter auch schon: „Mach Feierabend, schönes Wochenende“. Ja da bedank ich mich doch recht herzlich und hab gar keine andere Wahl, als diesen Freitag in der Dialyse zu beenden. Nur blöd, dass ich dem einen Kollegen nicht richtig tschau gesagt hab, der ist ja jetzt in Urlaub, na ja.. hab ja noch gewunken.
     
  2. Shirlsen

    Shirlsen Gast

    25.06.2006 Ein Tag auf der Intensivstation(IMC)

    Joa, angefangen hab ich wie immer um 7.30Uhr auf der Dialyse. Haben dann den Stationsleiter der Intensiv angerufen, um bescheid zu sagen und bin dann hoch gegangen. Wurd dann auch vom Selbigen begrüßt und zu meinem „Anleiter“ für den Tag geführt.
    Der Gute hat mir dann erstmal grob die Station gezeigt, um Orientierung zu haben. Ist aber recht simpel aufgebaut. Es gibt 4 Zimmer glaube ich^^ zu je 2 Betten, dann noch einen Pflege-Arbeitsraum(Pottecke^^), ein Lager mit diversen Utensilien für den Stationsalltag, dann noch jeweils eine Damen- und eine Herrentoilette, eigens für das Personal, sowie ein gemeinsames Gäste-WC. Des weiteren findet man dort die Überwachung, die aus einer Art Theke besteht, auf deren Arbeitsfläche mehrere Monitore angebracht sind, welche direkt mit den einzelnen Gerätschaften der Zimmer verbunden sind, um eben Sättigung, Puls, EKG und Blutdruck ständig einsehen zu können.
    Sämtliche Medikamente sind hinter der Theke in Schränken und Schubladen aufbewahrt. Dann gibt’s natürlich noch‚ ne nette Küche mit einer recht genialen Kaffeemaschine, wovon wir mit unserm Sirupkaffee auf der Dialyse nur träumen können^^. Die Schicht war insgesamt zu dritt, heißt, da ein Zimmer nicht belegt war, auf jeden kommen 2 Patienten, also ein Zimmer.
    Der Stationsleiter war ja wie gesagt auch noch da, allerdings hat der sich kaum blicken lassen. Nun denn.. nach der Einführung wurd mir dann Frau R. vorgestellt, die ist bereits seit genau einem Monat auf der Station, da sie Gallensteine hatte und der Bauch irgendwie offen war und erst vor kurzem zu genäht werden durfte oder irgendwie sowas in der Art, der Kollege hat zu viele Fachausdrücke genutzt, also genauer weiß ich das leider nich.
    Hab auch erst nachdem er das erzählte bemerkt, dass sie zwei Drainagen und einen Urinbeutel hatte und auf einem Stuhl mit Eimer unten drunter saß. Ja man war stolz auf sie, weil sie 2 Stunden auf diesem Stuhl mobilisiert wurde, was ich auch beachtlich fand. Hatten ihr dann zum Frühstück eine Suppe gegeben, die sie auch tapfer aufschlürfte.
    Dennoch war es heute für sie kein guter Tag, bekam zwischen durch schlechter Luft und hatte starke Schmerzen. Dann waren alle möglichen Visiten von Internisten, Anästhesisten, Chirurgen und all so Leutchen. Frau R. wurd dann eine Drainage gezogen und Verband gewechselt. Zwischendurch kam dann die Ärztin von der Anästhesie und wies deutlich darauf hin, dass Frau R. doch bitte den Knopf drücken soll, wenn’s schmerzt. Naja hat Frau R. dann auch mal gemacht, aber nicht so richtig, war halt nich ihr Tag.
    Hab dann auch noch’n nettes Bett ausgewaschen, was Praktikanten halt so machen und hab‘s bezogen, allerdings mit Hilfe. Und zwischendrin ein Paar Spritzen und Infusionen aufgefüllt, sowie Praktikantenaufgabe Nummer 1: „Blut weg bringen“.
    So weit so gut.. dann haben „wir“ auch was gefrühstückt und uns erstaunlich nett unterhalten, was ich ganz angenehm fand. Weiß nich genau wie lang das dauerte, vielleicht eine halbe Stunde, jedenfalls war es dann halb zehn.
    Haben dann in „unser“ Zimmer einen Neuzugang bekommen, der aber angekündigt war, da wir wussten dass dieser ein neues Kniegelenk bekommt und er nach OP dann zur Beobachtung bei uns bleibt. Herr K. also war schläfrig, hatte zunächst eine Atemmaske auf, welche er ab und zu mal abziehen wollte, hat auch versucht sich auf zu richten oder auf zu stehen, was wir dann aber jeweils verhindern konnten. Haben dann die Atemmaske durch so einen Nasenschlauch ausgetauscht und da seine Temperatur durch die etwa drei Stündige OP auf irgendwas mit 35°C gesunken war, bekam er von uns noch so eine Wärmedecke.
    Joa.. Frau R. hatte weiter Schmerzen, hat aber brav den Knopf gedrückt(zur Eigenmedikation), dann gab’s auch schon Mittagessen, wieder ein Süppchen. Dann haben die ein oder anderen Ärzte noch mal kurz reingeschaut, war aber soweit alles in Ordnung.
    Mein Anleiter für den heutigen Tag hat dann bergeweise Zettel ausgefüllt und ich hab so im allergröbsten auch was davon verstanden^^. Zwischendurch mal Temperatur messen, Frau R. 37,8°C, alles bestens, Herr K. wurd’s auch wärmer.
    Dann kam noch die Physiotherapie vorbei und machte nette Übungen mit Frau P. Dann haben wir uns nochmal kurz in der Küche wiedergefunden, haben sich welche Kaffee gemacht, ich hab noch ´ne Hand voll Reis mit so 5 Stücken Currywurst gegessen die da so übrig waren, kalt natürlich, aber hat geschmeckt.
    Joa, dann kam die Spätschicht gegen 13.30Uhr die haben dann einzelne Übergaben gemacht, es kam eben wieder so aus dass auf eine Person 2 Patienten kamen, also wurde sich eins zu eins abgesprochen. Hab dann bei meinen beiden zu gehört und auch alles soweit verstanden und mitgekriegt. Dann hab ich’n kleinen smalltalk mit dem Spätschichtler gehalten, weil der sich eben für meinen Werdegang interessierte.
    Danach haben wir noch mal die Temperatur gemessen beim Herrn K., war dann bei 38 und noch was °C, also alles wieder ok. Haben dann mal diesen Drainagenbehälter gewechselt, der war wieder voll, war er vorher schon mal, also so im 2 stündigen Rhythmus lief der eben voll.
    Hab dann noch gesehen wo diese Dinge entsorgt werden, nich anders als bei uns auf der Dialyse auch. Ja, hab dann drauf hingewiesen, dass Frau R.‘s Urinbeutel auch fast platzt^^, das ist natürlich übertrieben, aber leeren und tauschen hat nich geschadet. Ja dann war auch nicht mehr zu tun so ab 14.00Uhr, die Frühschicht war um viertel vor weg, also saßen wir da wie’n Schluck inner Kurve und haben die Besuchszeit abgewartet, welche um halb 3 begann.
    Das war dann mein Schlusspfiff, weil man sich in der Besuchszeit sowieso nicht, wenn nicht dringend notwendig, in den Patientenzimmern aufhalten sollte, verständlicher Weise. Ja, hab dann da gestanden und gewartet, das die Kollegin ´nen Punkt findet^^ und mich dann verabschiedet. Und denn bin ich runter gelaufen zu meiner geliebten Dialyse und hab dann fest gestellt, dass ich mit eben Dieser doch ´nen gewaltig gutes Los gezogen hab.
     
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