Präoxygenierung - was ist das?

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Natasha, 03.09.2006.

  1. Natasha

    Natasha Newbie

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    Kann mir jemand erklären,was Hyperoxygenation:gruebel: bedeutet? Habe ich in einem englischen Artikel über tracheales absaugen gefunden. Gruß Natasha:flowerpower:
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    100% Sauerstoff... bei der EVITA 2 warens glaub ich 3 Minuten. *grübel* Ist alles schon so lange her- 10-15 Jahre (?).

    Es ist die Gabe von 100% Sauerstaoff gemeint unmittelbar vor dem Absaugvorgang. Man erhofft sich eine höhere Sauerstoffkonzentration im Blut um die Zeit des Absaugens damit überbrücken zu können.

    Elisabeth
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Guten Morgen,

    gemeint ist wohl die Präoxygenierung unmittelbar vor der Absaugung.

    Viele Patienten reagieren recht empfindlich auf den fehlenden Sauerstoff während des Absaugens. Deshalb gibt es z.B. an der Evita, einen Knopf zur Präoxygenierung, hier wird dem Patienten für eine bestimmte Zeit 100% Sauerstoff zugeführt. Dadurch soll ein Abfall der Sauerstoffsättigung während des Absaugvorgangs vermieden werden. Nach dem Absaugen wird dann von dem Gerät noch Nachoxygeniert.

    Schönen Sonntag
    Narde
     
  4. morphine

    morphine Junior-Mitglied

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    Hallo!
    ...und das nicht nur vorm Absaugen, sondern auch vor Intubation, z.B. im Einleitungsraum der Anästhesie im OP..."wenn´s mal wieder länger dauert mit dem Intubieren":-)

    Lieben Gruß
     
  5. marcjoe

    marcjoe Newbie

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    Präoxygenierung ist einfach eine wichtige Sache um "auf der sicheren Seite" zu sein. Mit einem Pat. der ordentlich oxygeniert ist, ist es möglich auch mal 10-12 min Atmungspause nach der Narkose abzuwarten ohne dass die Sauerstoffsättigung abfällt. Besonders auch vor der Intubation ist es wichtig, da man oft vorher nicht genau sagen kann wir die Verhältnisse sind. LEider gibt es immer noch Ärzte die denken sie hätten genug Erfahrung dass sie das nicht brauchen, was dann manchmal sehr knapp werden kann..
     
  6. Tobias

    Tobias Poweruser

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    Moin,
    ich erkläre die Notwendigkeit des Präoxyge. immer so:
    Ein gesunder Mensch schafft es ca. 90 Sec. Luft an zu halten.
    Eine Schwangere gerade so 45 Sec. und ein pulmonal angeschlagener mensch nicht mal 30 Sec.! So und nun stopt mal die Zeit, die Ihr braucht beim endotrachealen Absaugen! ...
    Eine gute Selbstkontrolle ist auch, wenn man ab dem dekonektieren der Gänsgurgel selbst die Luft anhält. Wenn Du wieder nach Luft schnappst, hat der Kranke seine Reserven schon lange verbraucht!
    Also immer schön Präoxygenieren!!!

    LG Tobias
     
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Tobias,
    hier stimme ich dir uneingeschränkt zu.
    Eine alte Weisheit meiner früheren Unterrichtskraft war auch: niemals länger am Stück absaugen, als du selbst die Luft anhalten kannst.
    Auch etwas, dem ich zustimme - aber wir kommen vom Thema ab.

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  8. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin,Moin


    Möchte noch ein paar Anmerkungen zum Thema Präoxygenierung machen.

    Unter Relaxierung (Narkose) gewinnt man die Zeit nicht durch O2 Anreicherung im Blut sondern durch Schaffung eines Reservoirs in der Lunge. Die Lunge ist mit reinem O2 aufgefüllt. Das Blut kann sich daraus bedienen. Deshalb hat man Minuten bis zum Abfall des SpO2´s. Funktioniert aber nur ohne Spontanatmung und damit Vermischung in der Lunge.
    Das Blut ist ein eher schlechter O2 Speicher, da ab einem SpO2(O2 am Hämoglobin) von 99 nur noch ein geringer Teil zusätzlich chemisch gelöst (pO2) werden kann. Selbst ein pO2 von 500 ist im Vergleich zu dem am Hämoglobin gebundenen Anteil sehr wenig O2.

    Viele Patienten sollen ja heute meist in jeder Phase der Beatmung am Respirator spontan atmen. Beim absaugen/husten wird der Patient also in der Regel "tief" einatmen. Der Grund ein "Luft anhalten" zu überbrücken, ist also nicht gegeben.
    Sehe unter diesen Bedingungen häufig einen Anstieg des SpO2´s ohne Präoxygenierung.
    Bei Patienten die gar nicht mehr husten ist sicher die Sedierungstiefe zu überprüfen.

    Zur Vorbereitung des absaugens gehört für mich deshalb auch neben der Ansage die Aufforderung zum tief einatmen.

    Reine O2 Beatmung hat auch Nachteile - entstehen atelektatische Bereiche mit reinem O2 können daraus Resorptionsatelektasen werden. Also nicht nur zu sondern auch Vakuum versiegelt.

    Man sollte also immer individuell entscheiden ob eine Präoxygenierung beim absaugen nötig ist. Ich selbst halte es eher selten für nötig - und sehe trotzdem in 99 von 100 Fällen keinen SpO2 Abfall.
    Nutzen aber auch meist eine geschlossene Absaugung!!

    Wünsche mir am Respirator auch eine Intelligenterer Methode der Präoxygenierung. z.B. FiO2 wird um 0,3 (30%) erhöht anstatt immer gleich auf 100% zu gehen.
     
  9. morphine

    morphine Junior-Mitglied

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  10. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin morphine


    Was stimmt nicht :mryellow:

    Für eine vernünftige Päoxygenierung muss der Patient apnoeisch beim abnehmen der Maske sein. sonst wird die mit reinem O2 aufgefüllte FRC erneut vermischt und die Reservoir Wirkung nimmt deutlich ab. Nur so hat man 10 min zum intubieren Zeit. Was ist daran falsch. Unter deinem Link habe ich nur eine Powerpoint Präsentation die genau das beschreibt gefunden. (Seite 13)
     
  11. morphine

    morphine Junior-Mitglied

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    Wahrscheinlich gibt es verschiedene Meinungen. In der Anästhesie nennen wir das auch Präoxygenieren, wenn der Pat. vor Narkoseeinleitung reinen O2 über Maske erhält, um die Intubation mit weniger Zeitdruck durchführen zu können. So steht es auch auf der o.a. HP.
    Def. ist wahrscheinlich in unterschiedlichen Lehrbüchern verschieden. Gebe aber zu, dass Deine Begründung Sinn macht:-)

    Lieben Gruß
     
  12. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin morphine

    Glaube wir meinen genau das selbe :flowerpower:

    Dich irritiert wohl die Aussage keine Spontanatmung. Hiermit ist der Zeitpunkt des Entfernens der Maske gemeint. Nicht der Zeitraum der O2 Gabe. Während der Präoxygenierung kann und soll der Patient natürlich atmen.
    Nur den minutenlangen Effekt nach entfernen der Maske erreicht man vernünftig ohne Spontanatmung!

    Ansonsten bin ich im Moment etwas ratlos - nenn doch mal den Link auf den du dich beziehst.
     
  13. morphine

    morphine Junior-Mitglied

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    OK, alles gut, wir meinen dasselbe! Mich hat wirklich die Spontanatmung irritiert:-) Ich dachte Du meintest, dass der Pat. zu keinem Zeitpunkt spontan atmen darf.

    lg
     
  14. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    :daumen: Präoxigenierung, das kannst du über das Beatmungsgerät machen, zum Beispiel über die Evita 2-4 bei einem anderen Gerät, hieß glaube ich Eva war ein Beutel dran, mit dem du bebeuteln kannst, wenn nicht beatmet oder übers Gerät nicht möglich dann eben über das Kuhn System oder Ambu Beutel mit 100% O² so vermeidest du einen Sauerstoffmangel und der Patient merkt keine Atemnot (nicht jeder beatmete Patient ist so wegsediert, dass er/sie gar nichts merkt) Auch vor einer geplanten Intubation wird das gemacht (CAVE nicht bei Ileuseinleitung oder wenn Patient nicht nüchtern!)
    Ist ein weites Feld wie ich feststellen muß, da ich deinen Kenntnisstand nicht kenne etwas ausführlicher, liebe Grüße
    Monika
     

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